Tribotechnik
Werkstoffliche Grundlagen von Werkstoff und Verschleiß
Werkstoffliche Grundlagen von Werkstoff und Verschleiß
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Cartes-fiches
Erläutere das tribologische System
das tribologische System beschreibt relevante Eigenschaften in deren Abhängigkeit von den Grundelementen und den Wirkfaktoren.
Die Systemteile Grund- und Gegenkörper (können durch einen Zwischenstoff getrennt sein) werden aufgegliedert nach:
-Werkstoffeigenschaften:
->chemisch, physikalisch, mechanisch
-Oberflächenausbildung:
->Profile, Schichten, Verhalten (physisch/chemisch)
Das System kann umgeben sein von:
-Gasen, Vakuum, Flüssigkeiten, Luftfeuchte, Festkörperteilchen, Dispersionen, Temperatur, Strahlung
Das System kann
-Belastungen oder Geschwindigkeiten
als Beanspruchungskollektiv ausgesetzt sein
Vgl. V01-Folie 11
Tribosysteme können offen (ständiger Stofffluss) oder geschlossen (Bewegungs-, Kraft-, Energie-, Signalübertragung) sein
Was ist Reibung
unterschiedliche Auffassungen über die letzten Jahre.
These:
Reibung ist ein Elementarprozess zwischen sich berührenden Stoffen bestimmt durch chemische, physikalische und mechanische Eigenschaften und die Relativbewegung verhindert.
f=F(Systemstruktur, Beanspruchungskollektiv)
Nenne Reibungsmessgrößen
Reibungskraft FR
-resultiert infolge mechanischen Widerstandes gegen Relativbewegung (entgegengesetzt)
Reibungsmoment MR
-resultiert infolge mechanischen Widerstandes gegen rotatorische Relativbewegung
Reibungszahl f
-\(f = {F_R \over F_N}\)
Reibungsarbeit AR
Was ist Verschleiß
die infolge de Wechselwirkung von Reibpartnern auftretende Form- oder Stoffänderung der Randschichten von Festkörpern eingeteilt nach:
-Bewegungsform
-Verschleißarten
-Verschleißzuständen
-Verschleißmechanismen
Welche Verschleißmechanismen gibt es
Adhäsion, Abrasion, Ermüdung, Tribochemische Reaktion
Was ist Adhäsion
Wechslewirkung von Grund und Gegenkörper -> Ausbildung und Trennung von Grenzflächenhaftverbindungen (oberflächennah)
chemische, physikalische, mechanische Komponente der Adhäsion
Prozess:
- Deformation kontaktierender Rauigkeiten
- Zerstörung von Oberflächen-Deckschichten
- Bildung von Grenzflächenbindungen
- Zerstörung von Grenzflächenbindungen oder Überwindung kohäsiver Bindungen im Festkörper
Einflussgrößen:
- Elektronenstruktur und -bindung
- Gittertyp
- Oberflächenmorphologie
Was ist Abrasion
Relativbewegung 2er Körper unterschiedlicher Härte -> Eindringen des Härteren (mineralisches Teilchen/ Mikrorauheit/ Verschleißteilchen) in Weicheren
Mechanismen:
- Mikropflügen - Furchenbildung
- Mikrospanen - Werkstoffabtrag in Spanform
- Mikrobrechen - Ausbrechen bei spröden Werkstoffen
Was ist Ermüdung
durch zyklisch wechselnde Beanspruchung bei Relativbewegung -> Zerstörung der Randschicht (Grübchen/ Pitting)
Mechanismus:
- Bildung von Ermüdungsstrukturen
- Mikrorissbildung und -ausbreitung
- Makrorissausbreitung
Einflussgrößen:
- Kristallaufbau
- Korngröße
- Zwischenstoff
Was ist tribochemische Reaktionsschichtbildung
Beanspruchung -> chemische Reaktionen -> Partikel oder Schichten auf oder zwischen sich berührenden Oberflächen -> Bildung von oxidischen Schichten
Mechanismus:
- Aktivierung von Oberflächenbereichen
- Bildung oxidischer Bereiche
- Schichtbildung und -wachstum
- Rissinitiierung und -ausbreitung
- Schichtabplatzen
- Schichtwachstum
Einflussgrößen:
- Kristallaufbau
- Umgebungsmedium
- Temperatur
Was sind direkte Verschleißmessgrößen
Verschleißbetrag
- linearer Verschleißbetrag Wl
- planimetrischer Verschleißbetrag Wq
- volmetrischer Verschleißbetrag Wv
- massemäßiger Verschleißbetrag Wm
Verschleißwiderstand
- \( {1 \over W}\)
Was sind indirekte Verschleißmessgrößen
Verschleißkoeffizient k
- beruht auf im ASM Handbook definierer "specific wear rate"
\(k = {W_v \over F_N*s}\)
Wie ist Viskosität definiert
Widerstand in Fluiden gegen die Verschiebung ihrer Teilchen gegeneinander
- dynamische Viskosität η
- statische Viskosität ν
Viskositätsindex:
- normiert für Temperaturabhängigkeit der Viskosität von Ölen
Was ist der Unterschied zwischen NEWTON'schen und nicht-NEWTON'schen Flüssigkeiten
Newton'sche Flüssigkeiten:
- Viskosität vom Spannungs- und Deformationszustand abhängig (reine Mineral- und Syntheseöle)
Strukturviskose Flüssigkeiten:
- Viskosität ist zeitabhängig - Öle mit Additiven
->Thixotrophie - Abnahme Viskosität unter Belastung
->Rheopexie - Zunahme Viskosität unter Belastung
Charakterisiere Schmierstoffe
Schmierstoffe können:
- pulverförmig
- plastische Massen
- Flüssigkeiten (dominierend - besonders Mineralöle)
- Gase
sein
Mineralöle sind Kohlenwasserstoffverbindungen (Naphten- oder paraffinbasische Öle)
- eignen sich besonders als Schmierstoff wegen:
- guter Viskosität
- Dichte
- spezifischer Wärme
Was sind synthetische Öle und warum werden sie verwendet
sinnvoll, wenn Anforderungen von Mineralölen nicht zu erfüllen sind:
- extrem gutes Kälteverhalten bei geringer Viskosität-Temperatur-Abhängigkeit
- schwere Entflammbarkeit
- hohe thermische Beständigkeit
Synthetische Öle sind unterteilt in:
- Ester
- Silikone
- Ployglykole
- Phosphorsäureester
Weshalb werden Additive eingesetzt (nenne Beispiele)
zur Verbesserung gebrauchswertbestimmender Eigenschaften wie:
- Viskositätsindexverbesserer
- Korrosionsinhibitoren
- EP-Zusätze
- Oxidationsinhibitoren
- Pourpointerniedriger
- Reibungs- und Verschleißminderer
Nenne Auswahlkriterien für Werkstoffe
- Reibungszustand
- Belastungsniveau
- Umgebungsbedingungen
- wirtschaftliche Bedingungen
Wie kann Verschleiß gemindert werden
- verschleißfeste Werkstoffe
(Mikrolegierung, metastabile Gefüge, Pulvermetallurgie)
- Randschichtbehandlung
(Beschichtung, Wärmebehandlung, Umwandlung)
- Zwischenstoffoptimierung
(ep-Zusatz, aw-Zusatz, fm-Zusatz)
wie beeinflussen Legierungselemente die Eigenschaften von Stählen
gezielte Verbesserung der Eigenschaften des Stahls z.B. durch Verschiebung der Gleichgewichtslinie im Fe-C-Diagramm und damit der Löslichkeit von C
- Si, Cr, W, Mo, Ti, Al, V -> erhöhen α/γ-Umwandlungspunkt und senken γ/δ-Umwandlungspunkt
- schmälern dadurch austenitisches Gebiet
- hoch legierte Stähle -> rein ferritisch, nicht härtbar
- Mn, Ni -> senken α/γ-Umwandlungspunkt und erhöhen γ/δ-Umwandlungspunkt
- erweitern austenitisches Gebiet bis Bildung von Austenit bei Raumtemperatur
- austenitische Stähle sind nicht normalisierbar, härtbar, vergütbar
Si und Mn haben größte Wirkung auf Härte
Was verteht man unter Wärmebehandlung und welche Verfahren gibt es
Temperatur-Zeit-Zyklus:
- Erwärmen - Raumtemperatur -> Haltettemperatur
- Halten für vorgegebene Zeit
- Abkühlen in vorgegebener Geschwindigkeit
Wiederholung möglich - durch schnelles Abkühlen Möglichkeit des Einfrierens von Nichtgleichgewichtszuständen
Verfahren:
- Glühen
- Härten
- Anlassen
- Vergüten
- Umwandeln in Bainitstufe
- Randschichtbehandlung
Vergleiche die Verfahren Härten, Anlassen und Vergüten
Härten:
- Härtesteigerung durch Martensitbildung (Variable Härtetiefen)
- Abkühlung so schnell wie NÖTIG (Rissbildung und Verzug vermeiden)
- abhängig von Härtbarkeit Wasser, Öl, Druckgas oder ruhende Lust als Abkühlmedium
- auch mehrstufiger Prozess möglich
Anlassen:
- Verbesserung der Zähigkeit und Maßstabilität
- beim Anlassen -> Zähigkeit und Härte indirekt proportional -> auf Anwendung optimieren!
- Werkzeuge -> niedrige Temp. -> hart
- Bauteile -> hohe Temp. -> zäh
Vergüten:
- Schaffung guter Zähigkeit bei gegebener Festigkeit
- Härten + Anlassen im oberen Temperaturbereich (verbesserte Güte durch Kornfeinung - Kugelkarbide)
- Vermeidung der Anlassversprödung
->erhöhung der Kerbschlagfestigekeit und Streckgrenze
Nenne mögliche Gleitlagerlegierungen
- Bleiguss-
- Zinnguss-
- Kupfer Guss-
- Kupferknet-
- Kupferguss- oder Sinter-
- Aluminiumlegierungen
Wie sind Kunststoffe eingeteilt
- Elastomere
- Thermoplastische Elastomere
- Duroplaste
- Thermoplaste
- Standartkunststoffe
- Technische Kunststoffe
- Hochleistungskunststoffe
Worin liegt die Sonderstelung von Kunststoff-Compounds begründet
- selbstschmierende (Mix-)Werkstoffe durch Einlagerungen von Gleitzusätzen
- großer Einfluss auf Reibungs und Verschleißverhalten
- individuelle Anpassung an Beanspruchungsparameter und Gegenkörper durch Verstärkungsmaterialien
- Steigerung der Festigkeit UND Schmierwirkung möglich
- Einsatz von Gleitmdifikatoren möglich (PTFE)
Was sind die Vor- und Nachteile von Ingenieurskeramischen Werkstoffen
Vorteile:
- chemisch beständig
- hochtemperaturbeständig
- hoher Verschleißwiderstand
- geringer Reibungskoeffizient
Nchteile
- geringe Festigkeit
- niedrige Bruchzähigkeit
- geringe Schlagfestigkeit
- aufwändige Bearbeitbarkeit
- hoher Preis
charakterisiere das Verfahren der Oberflächenbeschichtung
mechanische Verfahren:
- Plattieren:
- aufbringen dünner Schichten durch Walz-, Gieß- oder Sprengplattieren
- metallische und Kunststoffschichten möglich
chemische Verfahren
- chemische Abscheidung
- Metalle werden elektrolytisch abgeschieden
- Konversionsschichten
- nicht metalische, anorganische, sehr dünne Schichten infolge chemischer Reaktionen
- Abscheidung aus der Dampfphase
- chemisch-thermischer Schichtaufbau mit Melallen und Polymeren möglich
thermische Verfahren:
- thermisches Spritzen
- auschleudern von aufgeschmolzenen Spritzzusätzen auf Oberfläche
- zum Schutz, Reparatur, Festigkeitssteigerung
- Nutzung von Metallen, Legierungen, Metallkarbiden, Legierungen, Oxiden, organischen Werkstoffen
Wie kann bei der Randschichtumwandlung vorgegangen werden
mechanische Verfahren:
- Druckwalzen und -polieren
- Verfestigung durch plastische Deformation -> Druckeigenspannungen -> Verringerung Verschleiß
- hauptsächlich bei Rotateilen
- Druckstrahlen
- eintrag mechanischer Energie durch Festkörper (z.B. Glas) -> Druckeigenspannungen in Randschicht
- Wirktiefe kleiner als beim Druckwalzen
thermisch-chemische Verfahren
- Nitrieren ((Pulver-, Salzbad-, Gas-, Plasma-)
thermische Verfahren
- Erzeugung von martensitischen Randschichten
- Härten -> Wärmebehandlung - Austenitisieren und Abkühlen
- Anlassen -> Sprödigkeit verringern
- Unterscheidung nach:
- Härten (Erwärmen, Halten, Abkühlen)
- Einsatzhärten (Aufkohlen, Carbonitrieren)
- Randschichthärten (Austenitisierung der Randschicht)
Wie geht man bei der Auswahl von geeigneten Werkstoffen vor
- Analyse des tribologischen Systems
- gibt es eine gegenwärtige oder vergleichbare Lösung
- Einheit zwischen Werkstoffanwendung und Konstruktion beachten
- Muss der Werkstoff bestimmte Eigenschaften haben, oder reicht eine Randschicht?
- Wirtschaftlichkeit
Wie ist die Kette der Tribologischen Verschleißprüfung aufgebaut
Verschleißprüfung:
- Praxisversuch
- I. Betriebsversuch
- bauteilorientierte Prüfanordnung
- II. Prüfstandsversuch
- III. Aggregatversuch
- Bauteilprüfung unter Modellbedingungen
- IV. Bauteilversuch
- V. Probekörperversuch
- Modellprüfanordnung
- VI. Modellversuch
Nenne Tribologische Prüfmethoden/-Geräte
- Stift-Scheibe-Tribometer
- Ring-Scheibe-Tribometer
- 2-Scheiben-Wälztribometer
- Taber Abraser Tribometer
- Schwingverschleißtribometer
- Schwenklager Prüfmaschine
- 4-Stationen-Knieverschleiß-Simulator
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