Tribotechnik

Werkstoffliche Grundlagen von Werkstoff und Verschleiß

Werkstoffliche Grundlagen von Werkstoff und Verschleiß


F. S.
Diese Lernkarten behandeln die Tribotechnik auf Universitätsniveau und vertiefen sich in die Eigenschaften von Schmierstoffen, Verschleißmessgrößen und tribologischen Systemen. Sie beleuchten Verfahren wie Wärmebehandlung, Oberflächenbeschichtung und die Auswahl von Werkstoffen, wobei die Viskosität und Zähigkeit von Ölen sowie die Randschichtumwandlung zentrale Themen sind. Besonders nützlich für Studierende und Ingenieure, die sich mit Reibung, Verschleiß und Schmierstoffen auseinandersetzen, bietet das Set praktische Einblicke in tribologische Prüfmethoden und die Optimierung von Materialien.
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Allemand
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Université
Créé / Mis à jour
01.02.2015 / 02.02.2015

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Erläutere das tribologische System

das tribologische System beschreibt relevante Eigenschaften in deren Abhängigkeit von den Grundelementen und den Wirkfaktoren.
Die Systemteile Grund- und Gegenkörper (können durch einen Zwischenstoff getrennt sein) werden aufgegliedert nach:

-Werkstoffeigenschaften:
  ->chemisch, physikalisch, mechanisch

-Oberflächenausbildung:
  ->Profile, Schichten, Verhalten (physisch/chemisch)

Das System kann umgeben sein von:
-Gasen, Vakuum, Flüssigkeiten, Luftfeuchte, Festkörperteilchen, Dispersionen, Temperatur, Strahlung

Das System kann 
-Belastungen oder Geschwindigkeiten
als Beanspruchungskollektiv ausgesetzt sein

Vgl. V01-Folie 11

Tribosysteme können offen (ständiger Stofffluss) oder geschlossen (Bewegungs-, Kraft-, Energie-, Signalübertragung) sein

Was ist Reibung

unterschiedliche Auffassungen über die letzten Jahre.

These:
Reibung ist ein Elementarprozess zwischen sich berührenden Stoffen bestimmt durch chemische, physikalische und mechanische Eigenschaften und die Relativbewegung verhindert.

f=F(Systemstruktur, Beanspruchungskollektiv)

Nenne Reibungsmessgrößen

Reibungskraft FR
-resultiert infolge mechanischen Widerstandes gegen Relativbewegung (entgegengesetzt)

Reibungsmoment MR
-resultiert infolge mechanischen Widerstandes gegen rotatorische Relativbewegung

Reibungszahl f
-\(f = {F_R \over F_N}\)

Reibungsarbeit AR

Was ist Verschleiß

die infolge de Wechselwirkung von Reibpartnern auftretende Form- oder Stoffänderung der Randschichten von Festkörpern eingeteilt nach:
-Bewegungsform
-Verschleißarten
-Verschleißzuständen
-Verschleißmechanismen

Welche Verschleißmechanismen gibt es

Adhäsion, Abrasion, Ermüdung, Tribochemische Reaktion

Was ist Adhäsion

Wechslewirkung von Grund und Gegenkörper -> Ausbildung und Trennung von Grenzflächenhaftverbindungen (oberflächennah)

chemische, physikalische, mechanische Komponente der Adhäsion

Prozess:

  1. Deformation kontaktierender Rauigkeiten
  2. Zerstörung von Oberflächen-Deckschichten
  3. Bildung von Grenzflächenbindungen
  4. Zerstörung von Grenzflächenbindungen oder Überwindung kohäsiver Bindungen im Festkörper

Einflussgrößen:

  • Elektronenstruktur und -bindung
  • Gittertyp
  • Oberflächenmorphologie

Was ist Abrasion

Relativbewegung 2er Körper unterschiedlicher Härte -> Eindringen des Härteren (mineralisches Teilchen/ Mikrorauheit/ Verschleißteilchen) in Weicheren

Mechanismen:

  • Mikropflügen - Furchenbildung
  • Mikrospanen - Werkstoffabtrag in Spanform
  • Mikrobrechen - Ausbrechen bei spröden Werkstoffen

Was ist Ermüdung

durch zyklisch wechselnde Beanspruchung bei Relativbewegung -> Zerstörung der Randschicht (Grübchen/ Pitting)

Mechanismus:

  1. Bildung von Ermüdungsstrukturen
  2. Mikrorissbildung und -ausbreitung
  3. Makrorissausbreitung

Einflussgrößen:

  • Kristallaufbau
  • Korngröße
  • Zwischenstoff

Was ist tribochemische Reaktionsschichtbildung

Beanspruchung -> chemische Reaktionen -> Partikel oder Schichten auf oder zwischen sich berührenden Oberflächen -> Bildung von oxidischen Schichten

Mechanismus:

  1. Aktivierung von Oberflächenbereichen
  2. Bildung oxidischer Bereiche
  3. Schichtbildung und -wachstum
  4. Rissinitiierung und -ausbreitung
  5. Schichtabplatzen
  6. Schichtwachstum

Einflussgrößen:

  • Kristallaufbau
  • Umgebungsmedium
  • Temperatur

Was sind direkte Verschleißmessgrößen

Verschleißbetrag

  • linearer Verschleißbetrag Wl
  • planimetrischer Verschleißbetrag Wq
  • volmetrischer Verschleißbetrag Wv
  • massemäßiger Verschleißbetrag Wm

Verschleißwiderstand

  • \( {1 \over W}\)

     

Was sind indirekte Verschleißmessgrößen

Verschleißkoeffizient k
- beruht auf im ASM Handbook definierer "specific wear rate"

\(k = {W_v \over F_N*s}\)

Wie ist Viskosität definiert

Widerstand in Fluiden gegen die Verschiebung ihrer Teilchen gegeneinander 

  • dynamische Viskosität η
  • statische Viskosität ν

Viskositätsindex:

- normiert für Temperaturabhängigkeit der Viskosität von Ölen

Was ist der Unterschied zwischen NEWTON'schen und nicht-NEWTON'schen Flüssigkeiten

Newton'sche Flüssigkeiten:
- Viskosität vom Spannungs- und Deformationszustand abhängig (reine Mineral- und Syntheseöle)

Strukturviskose Flüssigkeiten:
- Viskosität ist zeitabhängig - Öle mit Additiven
  ->Thixotrophie - Abnahme Viskosität unter Belastung
  ->Rheopexie - Zunahme Viskosität unter Belastung

Charakterisiere Schmierstoffe

Schmierstoffe können:

  • pulverförmig
  • plastische Massen
  • Flüssigkeiten (dominierend - besonders Mineralöle)
  • Gase

sein

Mineralöle sind Kohlenwasserstoffverbindungen (Naphten- oder paraffinbasische Öle)
- eignen sich besonders als Schmierstoff wegen:

  • guter Viskosität 
  • Dichte
  • spezifischer Wärme

 

Was sind synthetische Öle und warum werden sie verwendet

sinnvoll, wenn Anforderungen von Mineralölen nicht zu erfüllen sind:

  • extrem gutes Kälteverhalten bei geringer Viskosität-Temperatur-Abhängigkeit
  • schwere Entflammbarkeit
  • hohe thermische Beständigkeit

Synthetische Öle sind unterteilt in:

  • Ester
  • Silikone
  • Ployglykole
  • Phosphorsäureester

Weshalb werden Additive eingesetzt (nenne Beispiele)

zur Verbesserung gebrauchswertbestimmender Eigenschaften wie:

  • Viskositätsindexverbesserer
  • Korrosionsinhibitoren
  • EP-Zusätze
  • Oxidationsinhibitoren
  • Pourpointerniedriger
  • Reibungs- und Verschleißminderer

Nenne Auswahlkriterien für Werkstoffe

  • Reibungszustand
  • Belastungsniveau
  • Umgebungsbedingungen
  • wirtschaftliche Bedingungen

Wie kann Verschleiß gemindert werden

  • verschleißfeste Werkstoffe
    (Mikrolegierung, metastabile Gefüge, Pulvermetallurgie)
     
  • Randschichtbehandlung
    (Beschichtung, Wärmebehandlung, Umwandlung)
     
  • Zwischenstoffoptimierung
    (ep-Zusatz, aw-Zusatz, fm-Zusatz)

Charakterisiere Stähle

Vgl. Bild

wie beeinflussen Legierungselemente die Eigenschaften von Stählen

gezielte Verbesserung der Eigenschaften des Stahls z.B. durch Verschiebung der Gleichgewichtslinie im Fe-C-Diagramm und damit der Löslichkeit von C

  • Si, Cr, W, Mo, Ti, Al, V -> erhöhen  α/γ-Umwandlungspunkt und senken γ/δ-Umwandlungspunkt
    • schmälern dadurch austenitisches Gebiet
    • hoch legierte Stähle -> rein ferritisch, nicht härtbar
  • Mn, Ni -> senken  α/γ-Umwandlungspunkt und erhöhen γ/δ-Umwandlungspunkt
    • erweitern austenitisches Gebiet bis Bildung von Austenit bei Raumtemperatur
    • austenitische Stähle sind nicht normalisierbar, härtbar, vergütbar

Si und Mn haben größte Wirkung auf Härte

Was verteht man unter Wärmebehandlung und welche Verfahren gibt es

Temperatur-Zeit-Zyklus:

  1. Erwärmen - Raumtemperatur -> Haltettemperatur
  2. Halten für vorgegebene Zeit
  3. Abkühlen in vorgegebener Geschwindigkeit

Wiederholung möglich - durch schnelles Abkühlen Möglichkeit des Einfrierens von Nichtgleichgewichtszuständen

Verfahren:

  • Glühen
  • Härten
  • Anlassen
  • Vergüten
  • Umwandeln in Bainitstufe
  • Randschichtbehandlung

Vergleiche die Verfahren Härten, Anlassen und Vergüten

Härten:

  • Härtesteigerung durch Martensitbildung (Variable Härtetiefen)
  • Abkühlung so schnell wie NÖTIG (Rissbildung und Verzug vermeiden)
  • abhängig von Härtbarkeit Wasser, Öl, Druckgas oder ruhende Lust als Abkühlmedium
  • auch mehrstufiger Prozess möglich

Anlassen:

  • Verbesserung der Zähigkeit und Maßstabilität
  • beim Anlassen -> Zähigkeit und Härte indirekt proportional -> auf Anwendung optimieren!
    • Werkzeuge -> niedrige Temp. -> hart
    • Bauteile -> hohe Temp. -> zäh

Vergüten:

  • Schaffung guter Zähigkeit bei gegebener Festigkeit
  • Härten + Anlassen im oberen Temperaturbereich (verbesserte Güte durch Kornfeinung - Kugelkarbide)
  • Vermeidung der Anlassversprödung
    ->erhöhung der Kerbschlagfestigekeit und Streckgrenze

Nenne mögliche Gleitlagerlegierungen

  • Bleiguss-
  • Zinnguss-
  • Kupfer Guss-
  • Kupferknet-
  • Kupferguss- oder Sinter-
  • Aluminiumlegierungen

Wie sind Kunststoffe eingeteilt

  • Elastomere
  • Thermoplastische Elastomere
  • Duroplaste
  • Thermoplaste
    • Standartkunststoffe
    • Technische Kunststoffe
    • Hochleistungskunststoffe

Worin liegt die Sonderstelung von Kunststoff-Compounds begründet

  • selbstschmierende (Mix-)Werkstoffe durch Einlagerungen von Gleitzusätzen
    • großer Einfluss auf Reibungs und Verschleißverhalten
  • individuelle Anpassung an Beanspruchungsparameter und Gegenkörper durch Verstärkungsmaterialien
  • Steigerung der Festigkeit UND Schmierwirkung möglich
  • Einsatz von Gleitmdifikatoren möglich (PTFE)

Was sind die Vor- und Nachteile von Ingenieurskeramischen Werkstoffen

Vorteile:

  • chemisch beständig
  • hochtemperaturbeständig
  • hoher Verschleißwiderstand
  • geringer Reibungskoeffizient

Nchteile

  • geringe Festigkeit
  • niedrige Bruchzähigkeit
  • geringe Schlagfestigkeit
  • aufwändige Bearbeitbarkeit
  • hoher Preis

charakterisiere das Verfahren der Oberflächenbeschichtung

mechanische Verfahren:

  • Plattieren:
    • aufbringen dünner Schichten durch Walz-, Gieß- oder Sprengplattieren
    • metallische und Kunststoffschichten möglich

chemische Verfahren

  • chemische Abscheidung
    • Metalle werden elektrolytisch abgeschieden
  • Konversionsschichten
    • nicht metalische, anorganische, sehr dünne Schichten infolge chemischer Reaktionen
  • Abscheidung aus der Dampfphase
    • chemisch-thermischer Schichtaufbau mit Melallen und Polymeren möglich

thermische Verfahren:

  • thermisches Spritzen
    • auschleudern von aufgeschmolzenen Spritzzusätzen auf Oberfläche
    • zum Schutz, Reparatur, Festigkeitssteigerung
    • Nutzung von Metallen, Legierungen, Metallkarbiden, Legierungen, Oxiden, organischen Werkstoffen

Wie kann bei der Randschichtumwandlung vorgegangen werden

mechanische Verfahren:

  • Druckwalzen und -polieren
    • Verfestigung durch plastische Deformation -> Druckeigenspannungen -> Verringerung Verschleiß
    • hauptsächlich bei Rotateilen
  • Druckstrahlen
    • eintrag mechanischer Energie durch Festkörper (z.B. Glas) -> Druckeigenspannungen in Randschicht
    • Wirktiefe kleiner als beim Druckwalzen

thermisch-chemische Verfahren

  • Nitrieren ((Pulver-, Salzbad-, Gas-, Plasma-)

thermische Verfahren

  • Erzeugung von martensitischen Randschichten 
    • Härten -> Wärmebehandlung - Austenitisieren und Abkühlen
    • Anlassen -> Sprödigkeit verringern
  • Unterscheidung nach:
    • Härten (Erwärmen, Halten, Abkühlen)
    • Einsatzhärten (Aufkohlen, Carbonitrieren)
    • Randschichthärten (Austenitisierung der Randschicht)

Wie geht man bei der Auswahl von geeigneten Werkstoffen vor

  • Analyse des tribologischen Systems
  • gibt es eine gegenwärtige oder vergleichbare Lösung
  • Einheit zwischen Werkstoffanwendung und Konstruktion beachten
  • Muss der Werkstoff bestimmte Eigenschaften haben, oder reicht eine Randschicht?
  • Wirtschaftlichkeit

Wie ist die Kette der Tribologischen Verschleißprüfung aufgebaut

Verschleißprüfung:

  • Praxisversuch
    • I. Betriebsversuch
  • bauteilorientierte Prüfanordnung
    • II. Prüfstandsversuch
    • III. Aggregatversuch
  • Bauteilprüfung unter Modellbedingungen
    • IV. Bauteilversuch
    • V. Probekörperversuch
  • Modellprüfanordnung
    • VI. Modellversuch

Nenne Tribologische Prüfmethoden/-Geräte

  • Stift-Scheibe-Tribometer
  • Ring-Scheibe-Tribometer
  • 2-Scheiben-Wälztribometer
  • Taber Abraser Tribometer
  • Schwingverschleißtribometer
  • Schwenklager Prüfmaschine
  • 4-Stationen-Knieverschleiß-Simulator
  • ...

Étudier