Trainingslehre
Trainingslehre Abitur
Trainingslehre Abitur
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Flashcards
Handelt es sich bei der Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit (s. Phase 4)
um Adaptationen im Bereich des Energiestoffwechsels,
so spricht man von....
Superkompensation.
Superkompensation beinhaltet dabei eine
"überschießende Wiederherstellung" der Energiespeicher,
die sowohl die energiereichen Phosphate (ATP, KP) als auch das Glykogen
(= die Speicherform der Glukose) in Muskel und Leber betreffen kann
Reizstufen- und Funktionszustandsregel
Damit es zu Anpassungen im Sinne einer Leistungssteigerung kommt,
muss ein bestimmtes Maß an Reizintensität und -quantität
überschritten werden.
Die so genannte Reizstufenregel macht dies deutlich:
Reizstufenregel
unterschwellige Reize >> keine Wirkung
schwach überschwellige Reize >> funktionserhaltend
stark überschwellige Reize >> optimale Anpassungerscheinungen, Verbesserung des Leistungsniveaus
zu starke Reize >> funktionsschädigend
Eng verbunden mit der Reizstufenregel
ist die so genannte ....
Funktionszustandsregel:
Je höher der Funktions- bzw.
Trainingszustand eines Organs ist,
desto größer/umfassender müssen die Reize
zur Erhaltung bzw. Steigerung des
Funktionszustandes sein!
Außerdem gilt in diesem Zusammenhang,
dass ein gesteigerter Trainingszustand
auch zu einer Erhöhung der so genannten
Mobilisationsschwelle führt.
Die Erhöhung der
Mobilisationsschwelle
ist mit einer psychologischen Adaptation
(auf anatomischer Basis) gleichzusetzen:
Durch hartes Training
unter ständigem Willenseinsatz
kommt es im Gehirn zu einer
Hypertrophie
der so genannten "Motivations- und Antriebsareale"
und damit zu einem Anstieg der Willenskraft.
Das bedeutet, dass Belastungen,
die vorher als "schwer" empfunden wurden,
in der Folge als "erträglich" oder gar "leicht"
eingestuft werden
und mit geringerem Willensaufwand bewältigt
werden können
3 Stufen von Leistung und erforderte Willensanstrengung
A- Der Bereich
1- der automatisierten Leistungen
(bis 15 %)
erfordert ebenso wie
2- die physiologische Leistungsbereitschaft
(15 - 35 %)
>> nur geringe bis mittlere Willensanstrengungen.
B.Die Mobilisierung
der gewöhnlichen Einsatzreserven
(35-65 %)
benötigt ausgeprägte Willenskräfte
und geht mit einer relativ starken Ermüdung
einher.
C- Die autonom geschützten Reserven
(65 - 100 %)
schließlich sind im allgemeinen nur zugänglich
über eine Enthemmung
durch Affekte (z.B. Todesangst),
Hypnose oder Pharmaka (z.B. Dopingmittel).
Hier handelt es sich um Leistungen,
die u.U. zur völligen Erschöpfung
bzw. zum Tod führen können.
Die Grenze zwischen dem Bereich
der gewöhnlichen Einsatzbereitschaft
und den autonom geschützten Reserven
bezeichnet man als
Mobilisationsschwelle.
Verschiebung Mobilisationsschwelle
Die Mobilisationsschwelle
lässt sich unter Motivationsbedingungen
und
durch entsprechendes Training
verschieben,
so dass ein hochtrainierter
bzw. hochmotivierter Sportler
im Vergleich zu einem untrainierten kräftigen Mann
mit gleichem Muskelquerschnitt
größere Kräfte entwickeln kann.
Ursache mehr Kraft bei gleicher Muskelmasse
Als Ursache hierfür kann u.a.
die erhöhte Zahl an gleichzeitig innervierten motorischen Einheiten
in der Muskulatur
- man spricht von verbesserter intramuskulärer Koordination des Trainierten -
angeführt werden.
Damit wird auch verständlich,
dass unter Hypnosebedingungen der Anstieg der Maximalkraft
beim Untrainierten bei etwa 30 %,
der bei Trainierten jedoch nur noch bei etwa 10 % liegt:
Der Trainierte hat die Mobilisationsschwelle bereits in ausgeprägtem Maße
in den Bereich der autonom geschützten Zone hinein verschoben.
Für die Beurteilung der jeweiligen Anpassung ist auch die
Art der Adaptation von Bedeutung.
Man unterscheidet verschiedene Arten der Anpassung
Sportliche Leistungsfähigkeit und Belastungskomponenten
Zur Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit
werden entsprechende Belastungsreize benötigt.
Erreicht wird dies über die bereits dargestellte Folgekette:
► Belastung
► Störung der Homöostase
► Anpassung
► erhöhter Funktionszustand.
Um jedoch die Belastung der einzelnen Trainingseinheiten
in ihrer Summe zu optimieren,
bedarf es der Kenntnis
der so genannten Belastungskomponenten
(Synonym: Belastungsnormative).
Sie bestimmen beim sportlichen Training
die geleistete Gesamtbelastung
in quantitativer und qualitativer Hinsicht
und damit die Spezifität des jeweiligen Trainings.
6 Aspekte Trainingsbelastung (3 quantitativ und 3 qualitativ)
1- Reizintensität
(Stärke des einzelnen Reizes)
2- Reizdichte
(zeitliches Verhältnis von Belastungs- und Erholungsphasen)
3- Reizhäufigkeit bzw. Trainingshäufigkeit
(Zahl der Trainingseinheiten pro Tag / Woche)
4- Reizumfang
(Gesamtvolumen bzw. -dauer
und/ oder -zahl der Reize pro Trainingseinheit)
5- Reizdauer
(Einwirkungsdauer eines einzelnen Reizes
bzw. einer Reizserie)
6- Reizkomplexität
(Komplexität des jeweiligen Reizes)
Donnerstag, 16.
Fuer Wirkung des Trainings wichtig
Quantitativ UND Qualitative Aspekte gleichwichtig:
Für die Wirkung
des gesetzten Trainingsreizes
ist nicht allein der im Training
geleistete quantitative Aspekt
(Reizdauer, -umfang, -häufigkeit),
sondern auch der qualitative
(Reizintensität, -dichte, -komplexität)
von entscheidender Bedeutung.
Reizintensität
Die Reizintensität -
sie wird in der Trainingspraxis
meist in Prozent der individuellen
maximalen Leistungsfähigkeit angegeben -
ist beim Training der konditionellen
Leistungsfaktoren
von großer bzw. entscheidender Bedeutung
für den Trainingseffekt.
Seine so genannte minimale,
also gerade noch trainingswirksame
Belastungsherzfrequenz
müsste demnach 60 % von 200,
d.h. 120 Schläge pro Minute betragen.
Unterschreitet sie z.B. 60 %
der maximalen Ausdauerleistungsfähigkeit,
so ist kein Trainingseffekt bezüglich
der maximalen Sauerstoffaufnahme -
sie gilt als Bruttokriterium der Ausdauerleistungsfähigkeit -
zu erreichen.
Beispiel: Nach der allgemeinen Faustregel
"maximale Herzfrequenz = 220 minus Lebensalter"
würde bei einem 20-jährigen Sportler die
HFmax 220 - 20 = 200 Schläge pro Minute
betragen.
Seine so genannte minimale, also gerade noch
trainingswirksame Belastungsherzfrequenz
müsste demnach 60 % von 200,
d.h. 120 Schläge pro Minute betragen
Reizdichte
Die Reizdichte ist -
dies gilt vor allem für das Schnelligkeitstraining -
von entscheidender Bedeutung bei der
Ansteuerung maximal schneller Bewegungen.
Auch bei motorischen Lernprozessen,
wie z.B. beim koordinativ-technischen Training,
ist ein ermüdungsfreier Zustand Voraussetzung für
eine qualitativ hochwertige Bewegungsausführung,
was bedeutet,
dass die Übungsfolge nicht zu dicht sein darf -
z.B. zu viele Würfe, Sprünge hintereinander
ohne ausreichende Pause dazwischen - ,
wenn ein optimaler Lernerfolg erreicht werden soll.
Donnerstag, 16.
Reizhäufigkeit
Die Reizhäufigkeit
spielt für die Effektivität
eine entscheidende Rolle.
Ist der Abstand
zwischen den einzelnen Trainingsreizen
zu groß,
dann verlieren sich
die "Spuren" gesetzter Reize wieder,
ohne dass von einem
trainingsinduzierten erhöhten Ausgangsniveau
ein weiterer Schritt in Richtung
Leistungsverbesserung getan werden könnte.
Reizdauer
Die Reizdauer ist vor allem
im konditionellen Bereich
für die Trainingseffektivität wichtig.
Wirkt z.B. im Krafttraining ein mittlerer Reiz
über einen längeren Zeitraum
auf den Muskel ein,
wie dies bei der Muskelaufbaumethode der Fall ist,
dann erfolgt
eine Vergrößerung des Muskelquerschnittes.
Ist der Trainingsreiz
jedoch von sehr kurzer Dauer
wie beim plyometrischen Training
(Art von Schnellkrafttraining,
die auf den Dehnungsreflex der Muskeln
und die Kontrolle über diesen
sowie des Muskelspindelapparates beruht),
dann kommt es trotz
maximaler Belastungsintensität
nur zu einer Zunahme der Schnellkraft,
jedoch nicht zu einer
(u.U. unerwünschten) Muskelmassenzunahme.
Reizumfang
Der Reizumfang stellt die Summe
der in einem Training gesetzten Reize dar.
Bei den Gewichthebern z.B.
ergäbe eine bestimmte Anzahl
von Sätzen/Serien
mit einer gegebenen Wiederholungszahl eine
präzise zu beschreibende Gesamtlast (in kg).
Der Reizumfang ist vor allem
zu Beginn eines Trainings
oder im Kindes- und Jugendtraining wichtig,
da hierdurch der Organismus Gelegenheit hat,
ohne Gefahr seine Leistungsstrukturen
aufzubauen:
Aufgrund der geringen Belastungintensität
und der hohen Zahl an Übungswiederholungen
werden Gelenke und Bänder
schonend an höhere Belastungen herangeführt.
Sonderfall:
Bei einem Dauerlauf von 30 Minuten
als einzigem Trainingsinhalt
während einer Trainingseinheit
entspricht der Reizumfang der Reizdauer.
Reizkomplexität
Die Reizkomplexität
spielt sowohl im konditionellen,
aber vor allem im koordinativen Training
eine entscheidende Rolle.
Durch das Mischen bzw. Kombinieren
von Trainingsmethoden und -inhalten
wird die Trainingseffektivität
in erheblichem Maße gesteigert.
Beispiel:
Wird einem Sprint- oder Sprungtraining eine
"isometrische Maximalanspannung" vorgeschaltet,
dann kommt es über den dadurch erhöhten
Muskeltonus in der Folge bei den dynamischen
Sprung- bzw. Sprintübungen zu einer Steigerung
der azyklischen bzw. zyklischen
Schnelligkeitsleistungen.
Im koordinativen Training kann durch die
Kombination einfacher Bewegungen eine höhere
Leistungsstufe erreicht werden.
Im koordinativen Training kann durch die
Kombination einfacher Bewegungen eine höhere
Leistungsstufe erreicht werden.
Beispiel:
Ball dribbeln
und parallel dazu einen Luftballon
vor sich her treiben.
Die simultane Ausführung
der beiden Bewegungen
erfordert ein wesentlich höheres Maß
an Dribbelfertigkeit
als das alleinige Dribbeln
Trainingsplanung und -Steuerung des langfristigen Trainingsprozesses
Für die Effektivität des Trainingsprozesses sind nicht nur die
Belastungskomponenten und Belastungsprinzipien, sondern auch die langfristige
Planung sowie die planmäßige Gestaltung und Auswertung des Trainings von
ausschlaggebender Bedeutung.
Trainingsplanung
Trainingsplanung
Unter Trainingsplanung ist ein auf das Erreichen eines Trainingsziels ausgerichtetes,
den individuellen Leistungszustand berücksichtigendes Verfahren der
vorausschauenden, systematischen Strukturierung des (langfristigen)
Trainingsprozesses zu verstehen.
Trainingspläne stellen eine verbindliche Arbeitsrichtlinie zur Steuerung des Trainings
für einen Sportler dar. Wie Abb. 14 zeigt, lassen sich je nach Zielgruppe und
Zeitraum verschiedene Trainingsplantypen unterscheiden.
Abb. 14:
Rahmenplan Trainingskonzeption
Als Rahmentrainingsplan werden die auf der Trainingskonzeption eines
Fachverbandes basierenden verallgemeinerten Richtlinien zur Gestaltung des
Trainingsprozesses für definierte Personengruppen bezeichnet. Sie beinhalten die
wesentlichen Aufgaben eines Trainingsjahres sowie die konkrete Vorbereitung des
Jahreshöhepunktes.
Der Gruppentrainingsplan ist eine aus dem
Rahmentrainingsplan hervorgehende Arbeitsrichtlinie zur Gestaltung des Trainings
für Sportlergruppen mit gleicher Zielsetzung und annähernd gleichem
Ausgangsniveau (z.B. im Spielsport- und Nachwuchsbereich).
Der individuelle Trainingsplan enthält alle wesentlichen Festlegungen (Ziele,
Aufgaben, Inhalte, Mittel, Methoden, organisatorische Maßnahmen, Kontrollen,
Wettkämpfe etc.), um für eine Einzelperson optimale Leistungen zu erreichen.
Der Mehrjahresplan stellt ein Planwerk zur Gestaltung des langfristigen
Trainingsaufbaus dar und umfasst das Grundlagen-, Aufbau- und
Hochleistungstraining. Der Jahrestrainingsplan gibt Auskunft darüber, wie der
jährliche Trainingsprozess gestaltet werden soll. Er konkretisiert somit den
Mehrjahresplan für das jeweilige Trainingsjahr und beinhaltet die verschiedenen
Trainingsziele und Schwerpunkte im Jahresverlauf, die Belastungs-,
Leistungsdiagnose-, Wettkampf- und Auswertungsplanung. Der Makrozyklusplan
dient der Ausgestaltung mittelfristiger, mehrwöchiger Abschnitte des
Trainingsprozesses mit dem Ziel der Ausformung definierter Entwicklungsphasen
(z.B. Vorbereitungs-, Wettkampf- und Übergangsperiode).
Der Wochentrainingsplan - auch Mikrozyklus genannt - gibt Auskunft über die
Gestaltung mehrtägiger, bis zu einer Woche umfassender Trainingsabschnitte. Er
macht die Abfolge und Variation der Hauptaufgaben deutlich und zeigt auf, an
welchen Tagen erhöhte bzw. erniedrigte Belastungen geplant sind und in welcher
Reihenfolge die Trainingsmethoden und -inhalte eingesetzt werden.
Der Trainings einheitenplan schließlich beinhaltet konkrete Hinweise zur
Ausgestaltung der jeweiligen Trainingseinheit und beschreibt die einzelnen
Belastungsziele sowie die Methoden, Inhalte und Mittel, die zu ihrer Realisierung
benötigt werden. Er zeigt auf, welche Aufgabenstellungen der vorbereitende Teil, der
Hauptteil und der abschließende Teil zu erfüllen hat.
Trainingskonzeption
Unter Trainingskonzeption ist dabei eine Grundorientierung für die Leitung, Planung und Gestaltung des Trainings zu verstehen, die klare und konkrete Ziel- und Aufgabenstellungen sowie Lösungswege beinhaltet, die beschriften werden sollen, um die gestellten Ziele und Aufgaben zu verwirklichen.
Der langfristige Trainingsprozess
Im allgemeinen ist jeder Trainingsprozess auf Langfristigkeit und prospektive
Planung mit klar gesteckten Zielen und Inhalten angelegt, da eine hohe sportliche
Leistungsfähigkeit aufgrund ihrer komplexen Struktur bzw. der Vielzahl an
leistungsbestimmenden Faktoren nur über einen längeren Zeitraum erreichbar ist. Es
gilt das Motto: "Wie man sät, so erntet man". Nicht das Erreichen "unerklärlicher"
Zufallsleistungen sind das Ziel eines langfristigen Trainings, sondern die
Ansteuerung einer individuell höchstmöglichen, konstanten, vorhersehbaren,
kontrollierten und optimierten Leistungssteigerung.
Notwendigkeit einer langfristigen Trainingsplanung
Sportliche Höchstleistungen können nur dann erreicht werden, wenn die dafür
benötigten Grundlagen bereits im Kindes- und Jugendalter gelegt werden. Dies setzt
eine langfristige und systematische Planung des Trainingsprozesses voraus.
Entscheidend für den langfristigen Trainingsprozess ist einerseits der Aufbau
perspektivischer Leistungsvoraussetzungen im langfristigen Leistungsaufbau,
andererseits die Sicherung der notwendigen Zeitstrukturen - gemeint sind hier die
konsequente Ausrichtung auf das sportartspezifische Höchstleistungsalter (s.S. 41)
und die Rahmenbedingungen für die langfristige Vorbereitung und Entwicklung von
Spitzenleistungen. Beim langfristigen Leistungsaufbau ist die Komplexität und Einheit
der Zielsportart unter Berücksichtigung des spezifischen Anforderungsprofils der
Sportart zu beachten
Gliederung des langfristigen Trainingsprozesses
Der langfristige Trainingsprozess wird ganz allgemein in verschiedene
Trainingsstufen mit relativ eigenständigen Trainingszielen, -methoden und -inhalten
sowie einer entsprechenden altersgemäßen Trainingsorganisation eingeteilt.
Abb. 15: Stufen des systematischen und langfristigen Trainingsaufbaus
eines am Spitzensport orientierten Trainings
Schwimmen Jugendliche bereits das Hochleistungstraining absolvieren, während sie
in anderen Sportarten, z.B. in den Ausdauersportarten, erst das Grundlagentraining
beginnen. Das Ziel des langfristigen Trainingsprozesses ist die allmähliche
Steigerung der Trainingsanforderungen bzw. die kontinuierliche Verbesserung der
sportlichen Leistungsfähigkeit. Die sportliche Leistungsfähigkeit ist abhängig vom
körperlichen, psychischen, technischtaktischen und intellektuellen
Leistungsvermögen. Um in der Gesamtheit dieser Teilkomponenten der
Leistungsfähigkeit ein möglichst hohes Niveau zu erreichen, bedarf es einer
sorgfältigen prospektiven Planung des Trainingsprozesses
Basistraining
Die Zielsetzungen des Basistrainings (oft auch als allgemeine Grundausbildung
bezeichnet) - es umfasst i.A. das gesamte Vorschulalter - beruhen auf einer
umfassenden allgemeinen Ausbildung, die altersangemessen, kindgemäß,
freudbetont, vielfältig und variabel zu gestalten ist und sportartübergreifend die
allgemeine Lernfähigkeit über die Erweiterung des Bewegungsschatzes und der
Bewegungserfahrung steigert und allmählich an ein regelmäßiges "Trainieren"
heranführt. Dem Alter entsprechend erfolgt diese Schulung ausschließlich in
spielerischer Form. Die Angebotsvielfalt sollte im Sinne einer poly-sportiven
sportartunspezifischen Ausbildung erfolgen und auch eine gezielte und variable
Ballschulung mit verschiedenen Hand- und Fußspielen beinhalten.
Das Basistraining ist vor allem ein koordinativ orientiertes Training, das Spaß macht
und spielerisch das Kind für sportliche Aktivitäten begeistert.
Bereits in dieser Trainingsstufe ist auf das Prinzip der progressiven Belastung
bezüglich der Anforderungen zu achten: Die Zunahme der Komplexität der
Bewegungen bzw. Bewegungsfolgen, die Steigerung der Bewegungsschnelligkeit
und der Bewegungspräzision fördern nicht nur die koordinative Leistungsfähigkeit,
sondern erhöhen auch die motorische Lernfähigkeit durch die Ausbildung einer
Vielzahl neuer "Bewegungsschleifen".
- Grundlagentraining
Das Grundlagentraining - auch Anfängertraining genannt - stellt neben dem Aufbauund
Anschlusstraining einen Teil des Nachwuchstrainings dar. Als Zielsetzung
beinhaltet es eine vielseitige, jetzt aber bereits sportartgerichtete Grundausbildung,
die dem Erwerb grundlegender technischer Fertigkeiten bzw. der Anlage einer
breiten motorischen Basis dient, unter Einsatz vielfältiger und allgemeinbildender
Trainingsinhalte und -methoden. In diesem sportartspezifischen Grundlagentraining
perfektioniert das Kind progressiv die Basistechniken der jeweiligen Sportart so wie
es auf der Sprachebene bereits "akzentfrei" die Muttersprache präsentiert.
Aufbautraining
Das Aufbautraining - auch Fortgeschrittenentraining genannt - hat als Zielsetzungen:
* die Weiterfuhrung und den Ausbau der im Anfängertraining gelegten Grundlagen,
* die stärkere Orientierung auf die Belange der gewählten Sportart und die
zunehmende Spezifizierung der eingesetzten Trainingsmethoden und -inhalte,
* die Schaffung der Voraussetzungen für den Übergang zum Hochleistungstraining,
* die Steigerung von Umfang und Intensität unter Berücksichtigung der individuellen
psychophysischen Belastbarkeit sowie die Erhöhung des Leistungsanspruchs.
Generell gilt im Aufbau- bzw. Nachwuchstraining das Primat der Trainingsphasen
gegenüber den "Wettkampfphasen", das heißt, Wettkämpfe werden vorwiegend "aus
dem Training heraus" ohne längere wettkampfspezifische Vorbereitung bestritten.
Beachten Sie: Der Verlauf des Grundlagen- und Aufbautrainings ist so mit dem
sportartspezifischen Höchstleistungsalter zu korrelieren, dass der allmähliche
Leistungsanstieg seinen Höhepunkt im Moment des für die jeweilige Sportart
typischen Leistungsmaximums hat.
Das Anschlusstraining
Die Etappe des Übergangs vom Nachwuchs- zum Hochleistungstraining wird als
Anschlusstraining bezeichnet. Es umfasst im allgemeinen einen Zeitraum von 2 bis 4
Jahren.
Generell ist diese Etappe die dynamischste Vorbereitungsetappe des gesamten
langfristigen Leistungsaufbaus.
Allgemeines Ziel dieser Etappe ist die Minimierung der Differenzen zum
Hochleistungstraining der Erwachsenen.
Trainingsmethodische Schwerpunkte des Anschlusstrainings sind:
* die weitere deutliche Steigerung der Belastung, insbesondere durch den Einsatz
sportartgerichteter allgemeiner und semispezifischer Trainingsformen,
* die Anwendung der Mehrfachperiodisierung mit Makrozyklen (s. S. 43), die eine
feste Folge der Trainingsakzente auf höherer Anforderungsstufe im Jahresverlauf
wiederholen und eine Phase der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung vor dem
entscheidenden Wettkampf einschließen,
* die Zunahme wettkampfspezifischer Belastungen und die Erweiterung des
Wettkampfspektrums und die bewusste Sicherung einer ausgeprägten Belastungsund
Erholungsdynamik,
* die Sammlung erster Erfahrungen mit speziellen, bislang nicht verwendeten
Trainingsmethoden
(wie z.B. dem Höhentraining in den Ausdauersportarten oder speziellen
Trainingsmethoden aus dem Kraft- und Schnelligkeitsbereich sowie die periodische
Nutzung der leistungsdiagnostischen, wettkampfanalytischen und trainingsbegleitenden
Möglichkeiten zur Überprüfung und Analyse der konditioneilen und technischtaktischen
Vorbereitung und Einschätzung der Trainingseffektivität.
- Das
- Das Hochleistungstraining
- Das Hochleistungstraining
Die wichtigsten allgemeinen Planungsziele des Hochleistungstrainings beinhalten:
* das Heranfuhren an die individuelle Höchstleistung, die höchstmögliche, optimale
Steigerung von Trainingsumfang und -Intensität,
* die weitere Spezifizierung von Trainingsmethoden und -Inhalten,
* die Perfektionierung, Stabilisierung und variable Verfügbarmachung der sportlichen
Technik,
* die Verbesserung bzw. das Halten der individuellen Höchstleistungsfähigkeit über
einen möglichst langen Zeitraum.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass bei diesem Etappen- bzw.
Stufenmodell jeder Abschnitt vom vorhergehenden abhängig ist und es progressiv in
allen die sportliche Leistungsfähigkeit beeinflussenden Faktoren zu einer individuell
angepassten Anforderungssteigerung kommt, welche es schließlich ermöglicht, die
individuelle Höchstleistung zu erzielen und in der Folge über einen möglichst langen
Zeitraum halten zu können.
Training und Periodisierung
Der langfristige Trainingsprozess erfährt im ganzjährlichen Zyklus eine nochmalige
Unterteilung (s. Prinzip der periodisierten Belastung, s.S. 35). Ein Trainingszyklus - er
kann sich je nach Sportart bzw. Qualifikation des Sportlers ein-, zwei- oder in
Extremfällen sogar dreimal im Verlauf des Jahres wiederholen - wird dabei in
mehrere Perioden unterteilt
Gliederung des Jahreszyklus
3 Perioden
Der Jahreszyklus wird im allgemeinen in drei Perioden unterteilt:
1- Die Vorbereitungsperiode:
Zielsetzung: Leistungsentwicklung bzw. Entwicklung der sportlichen Form.
2- Die Wettkampfperiode:
Zielsetzung: Leistungspräsentierung; Weiterentwicklung der sportlichen Form durch
Wettkampfteilnahme.
3- Die Übergangsperiode:
Zielsetzung: aktive Erholung und Regeneration des Sportlers, Verlust der sportlichen
Form.
Die Phasen der Formentwicklung erreichen im Laufe der Trainingsjahre ein stetig
zunehmendes Niveau und führen letztlich zu der angestrebten individuellen
Höchstleistung.
Die Einteilung in Vorbereitungs-, Wettkampf- und Übergangsperiode und ihre
jeweilige Zielsetzung hat in mehr oder weniger differenzierter Form für alle Bereiche
Gültigkeit: Sie ist unabhängig vom "Trainingsalter" oder der Qualifikation des
Sportlers. Was jedoch
das Verhältnis von Umfang und Intensität bzw. den Einsatz allgemeiner und
spezieller Trainingsinhalte in den einzelnen Perioden betrifft, so lassen sich deutliche
Unterschiede in den Bereichen des Spitzensports bzw. des Nachwuchstrainings oder
des Trainings auf mittlerem Niveau feststellen.
Die Vorbereitungsperiode
Die Vorbereitungsperiode des Anfängertrainings bzw. des mittleren
Leistungsbereichs ist in zwei Phasen unterteilbar. In der ersten Phase steht eine
breite allgemein-konditionelle Vorbereitung im Vordergrund, in der zweiten Phase
überwiegen die spezifischen Mittel unter Verringerung des Umfangs unter Erhöhung
der Intensität. Im Spitzensport hingegen dominiert die Belastungsintensität und die
wettkampfspezifische Belastung in der gesamten Vorbereitungsperiode.
Im Spitzensport erfolgt eine detailliertere Untergliederung in verschiedene
Makrozyklen (siehe unten), da hierdurch ein präzises Eingehen auf die
Gesetzmäßigkeiten der Herausbildung der sportlichen Leistung möglich ist
Die Wettkampfperiode
Diese Periode ermöglicht über die hohen Belastungen der verschiedenen
Wettkämpfe die Entwicklung und Stabilisierung der individuellen Höchstform. Der
Wettkampf stellt die Probe auf das Exempel (Training) dar!
Die Bedeutung der Wettkampfperiode ergibt sich aus der Tatsache, dass der
Wettkampf und die dabei zu präsentierende Leistung alle Maßnahmen des Trainings
sowie dessen grundsätzlichen Charakter bestimmen. Die im Wettkampf erzielte
Leistung stellt die Effizienz des vorangegangenen Trainings auf den Prüfstand und
bestätigt komplex das durchgeführte Training oder stellt es in Frage.
Quantität und Qualität der Wettkämpfe hängen dabei von der individuellen
Belastungsfähigkeit ab.
Die Übergangsperiode
Die Übergangsperiode als Phase des gesteuerten "Formverlustes" lässt Intensität
und Umfang des Trainings absinken. Die "aktive Erholung" wird durch
Ausgleichssportarten erreicht, die ein zu starkes Abfallen der Leistungsparameter
verhindern
Einteilung in zwei Arten von Zyklen
1- Makro- und 2- Mikrozyklen
Durch die Makrozyklen (sie erstrecken sich über mehrere Wochen) und die
Mikrozyklen (sie erstrecken sich über mehrere Tage) erfährt der Periodenzyklus von
Vorbereitungs-, Wettkampf- und Übergangsperiode eine weitere Unterteilung, die
eine bessere Steuerbarkeit des Trainingsprozesses ermöglicht.
Die unterschiedlich langen Makrozyklen - in der Vorbereitungsperiode umfassen sie
meist vier bis sechs Wochen, in der Wettkampfperiode zwei bis vier Wochen - stellen
das
Verhältnis von Umfang und Intensität und den Wechsel von erhöhter und erniedrigter
Belastung dar.
Beispiel: Zu Beginn der Vorbereitungsperiode 1 (= Makrozyklus) liegt der Akzent im
Ausdauertraining vor allem auf umfangsbetonter Trainingsarbeit (also z.B. Laufen
langer Strecken mit relativ geringer Intensität zum Aufbau der Grundlagenausdauer).
Anschließend wird in Vorbereitungsperiode 2 (= weiterer Makrozyklus) der Akzent
mehr auf die Herausbildung der speziellen Ausdauer und damit mehr auf eine
Intensitätssteigerung bzw. -Optimierung gelegt.
Die Mikrozyklen erfassen einen zeitlich geringeren Umfang, wie z.B. die Planung
und Gestaltung einer Trainingswoche. Die Mikrozyklen können sich, da sie kürzere
Zeiträume erfassen, präziser an die gegebenen Umstände - augenblicklicher
Trainingszustand, Trainingsbereitschaft, klimatische Verhältnisse etc. - anlehnen und
das jeweilige Belastungsmaß differenzierter bestimmen.
Durch den Mikrozyklus werden die Anzahl und der Zeitpunkt der Trainingseinheiten
vorgegeben. Der Mikrozyklus ist dabei grundsätzlich so aufzubauen, dass
Trainingseinheiten mit besonderen Anforderungen an die Schnelligkeit, die
Schnellkraft, die Technik oder die koordinativen Fähigkeiten an Tagen der optimalen
Leistungsfähigkeit durchgeführt werden.