Trainingslehre

Trainingslehre Abitur

Trainingslehre Abitur


A. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Einblick in die Trainingslehre für den Sport auf Mittelschulniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie Training, Leistungsfähigkeit und Belastung, wobei der Fokus auf der Planung, Steuerung und Auswertung von Trainingsprozessen liegt. Die Karteikarten eignen sich besonders für Sportler und Trainer, die ihre Trainingsmethoden optimieren und die Leistungsfähigkeit gezielt steigern möchten.
Cartes-fiches
65
Utilisateurs
3
Langue
Allemand
Catégorie
Sport
Niveau
Collège
Créé / Mis à jour
13.05.2016 / 23.03.2019

Cartes-fiches

Nachbereitung und Auswertung des Trainings


In der unmittelbaren Nachbereitung wird eine einzelne Trainingseinheit auf ihre
Wirksamkeit hin überprüft. In der distanzierten Nachbereitung wird die Summe aller
zu einem Trainingsblock (Trainingsperiode, Trainingsjahr) gehörenden
Trainingseinheiten auf ihre komplexe Gesamtwirkung hin analysiert. Beide Formen
der Nachbereitung erlauben die Klärung für den Trainingsprozess wichtiger Fragen
wie:
- Wurden die gesetzten Ziele erreicht?
- Entsprachen die Zielstellungen der Zusammensetzung bzw. dem Leistungsstand
der Sportlergruppe?
- Wurden die örtlichen Trainingsbedingungen beachtet bzw. ausreichend genutzt?
- War die Auswahl der Übungen zweckmäßig?
- Waren Umfang des Übungsstoffes bzw. Intensität der Übungsausführung richtig
bemessen?
- Konnte der geplante zeitliche Verlauf bzw. die inhaltliche Akzentuierung
eingehalten werden?
- Entsprachen die gewählten Methoden dem Ziel und Inhalt der Trainingseinheiten
bzw. des Trainingsblockes?
- Wurde das Verhältnis zwischen Belastung und Erholung richtig gewählt?
Aus der Beantwortung dieser Fragen lassen sich in der Folge Konsequenzen für die
Optimierung zukünftiger kurz- bzw. langfristiger Trainingsplanungen ziehen.
Unterbleibt die Auswertung oder erfolgt sie nur unvollständig, dann ist eine gezielte
Lenkung bzw.
Korrektur des Trainingsprozesses nicht in ausreichendem Maße möglich!
Die Problematik der Nachbereitung und Auswer

Trainingssteuerung 5 Teilschritte

Trainingssteuerung
Die Trainingssteuerung bezeichnet zusammenfassend die gezielte Abstimmung aller
Maßnahmen der Trainingsplanung, des Trainingsvollzugs, der Wettkampf- und
Trainingskontrollen und der Trainings- und Wettkampfauswertung zur Veränderung
des sportlichen Leistungszustandes.
Trainingssteuerung beinhaltet demnach die gezielte Veränderung des momentanen
Ist-Wertes hin zum perspektivischen Sollzustand.
Entscheidende Steuergröße des Trainings ist die Trainingsbelastung. Die Regelung
und Steuerung des Trainings läuft über fünf eng miteinander verknüpfte Teilschritte
ab (s. Abb. 16).

2 Hauptthemen Wichtigkeit leistungsbestimmende Faktoren

Die Analyse der in einer Sportart leistungsbestimmenden Faktoren stellt die
unabdingbare Voraussetzung für jeden Steuerungs- und Regelungsprozess dar!
Zentrales Thema der Trainingssteuerung sind zum einen

1-die Steuerung und
Regelung der leistungsbestimmenden Faktoren - z.B. der konditioneilen Fähigkeiten
Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit - , zum anderen

2-die trainingsbegleitenden und -optimierenden Maßnahmen (z.B. Aufwärmen, Auslaufen,
Physiotherapie und Ernährung). Mit der Trainingssteuerung untrennbar verbunden ist
die Leistungsdiagnostik, da eine wirksame Trainingssteuerung zuverlässige
Testwerte voraussetzt

Leistungsdiagnostik

Die Leistungsdiagnostik beinhaltet das Erkennen und Benennen des individuellen Niveaus
der leistungsbestimmenden Komponenten oder eines komplexen sportlichen
Leistungszustandes, durch das Erheben von Testwerten.
Nur auf der Grundlage einer genauen sportartspezifischen und sportmedizinischen
Analyse des Leistungs-Ist-Zustandes kann für den Sportler kurz-, mittel- und
langfristig die individuelle Höchstleistung geplant werden.
 

Als leistungsdiagnostische Kontrollverfahren kommen zur Anwendung (5 Gruppen):

1-  Befragungen
/ Interviews;

2- sportmotorische,

3- sportpsychologische und

4- sportmedizinische Tests
sowie

5- biochemische Verfahren. Abb. 17 gibt eine Übersicht der im
Hochleistungssport gängigen leistungsdiagnostischen Verfahren.
Als Beispiel für sportmotorische Tests kommen zur Ermittlung der horizontalen bzw.
vertikalen Sprungkraft der "Standweitsprung" bzw. der "Jump and reach-Test" in
Frage.
Biomechanische Untersuchungen erfassen z.B. Absprung- oder Abwurfwinkel,
Absprungoder Abwurfgeschwindigkeiten, auftretende Kräfte bei Absprüngen oder
Landungen (über entsprechende Messplatten oder Kontaktmatten) etc. und dienen
der Bestimmung der augenblicklichen Leistungsparameter bzw. der Optimierung von
Bewegungsabläufen.
Sportmedizinische Untersuchungen geben im Gesundheits- und
Leistungssportbereich z.B. Aufschluss über die individuelle
Ausdauerleistungsfähigkeit über die Feststellung der aeroben bzw. anaeroben
Schwelle via Herzfrequenz- und Laktatbestimmung.
Biochemische Tests - sie erfolgen über eine entsprechende Urin- oder Blutabnahme
-geben Rückschlüsse über die individuelle Belastungsreaktion - z.B. über die
Bestimmung des Nachbelastungs-Laktats. Über Hormonbestimmungen - z.B.
Feststellung des Nachbelastungsverhaltens der anabolen (eiweißaufbauenden)
Hormone Testosteron, Östrogen, Wachstumshormon etc. - kann auf die
Belastungsverträglichkeit rückgeschlossen oder ein "Übertrainingszustand"
rechtzeitig diagnostiziert werden.

Leistungsdiagnostische Verfahren - Uebersicht

Sportpsychologische Tests

Sportpsychologische Tests schließlich versuchen über spezielle Fragestellungen z.B.
die Motivationslage oder die Stressresistenz eines Sportlers zu ergründen.
Man unterscheidet direkte und indirekte Leistungskontrollen.
Als direkte Leistungskontrolle wird dabei die Registrierung der komplexen sportlichen
Leistungsfähigkeit bezeichnet.
Unter indirekter Leistungskontrolle wird hingegen die Feststellung einzelner
Leistungskomponenten verstanden.
Bei der Durchführung von leistungsdiagnostischen Tests ist auf die so genannten
Hauptgütekriterien Validität, Reliabilität und Objektivität zu achten. Dabei bedeutet
Validität (Gültigkeit), ob der Test auch wirklich das misst , was er zu messen vorgibt;
Reliabilität (Zuverlässigkeit) gibt den Grad der Genauigkeit der Messung an (ergeben
Test und Retest vergleichbare Ergebnisse?) und Objektivität stellt den Grad der
Unabhängigkeit der Testleistung von der Person des Untersuchers, Auswerters und
Beurteilers dar. Als Nebengütekriterien gelten Ökonomie und Machbarkeit (sowohl
zeitlich als auch materiell und organisatorisch) (siehe Band III, S.lllff).

Leistungsdiagnostische Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile bzw. Grenzen.


Einerseits können einzelne Leistungsfaktoren mit relativ großer Genauigkeit ermittelt
werden (ein Vorteil), andererseits kann aufgrund der meist vorliegenden komplexen
Leistungssituation
- dies gilt vor allem für die Spielsportarten - die Komplexität der Spielleistung nur
partiell erfasst werden (ein Nachteil). An ihre Grenzen stößt die Leistungsdiagnostik
u.a. auch dann, wenn Sportler in der Wettkampfsituation die Durchführung von Tests
(z.B. Abnahme von Blutproben) nur ungern zulassen bzw. strikt verweigern.

Zusammenfassung
Trainingsplanung

Zusammenfassung
Trainingsplanung, Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung sind auf das engste
miteinander vernetzt. Auf der Grundlage der Trainingsplanung, unter Zuhilfenahme
leistungsdiagnostischer Verfahren versucht die Trainingssteuerung über ein
situationsangepasstes Planen und Lenken, Kontrollieren und Auswerten individuell
abgestimmter Trainingsund Wettkampfbelastungen zielgerichtet von einem
gegebenen Ist-Wert zu einem angestrebten Soll-Wert zu fuhren

Étudier