Toxikologie

Giftstoffe

Giftstoffe


B. D.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Wirkungsweise verschiedener Gifte und deren Auswirkungen auf den Körper. Sie konzentrieren sich auf Gifte wie Atropin, Muscarin und Botulinustoxin, die auf Nervenzellen, Synapsen und Kanäle wirken, sowie auf die Bildung und Funktion von Giften bei Tieren, Pflanzen und Bakterien. Besonders relevant für Medizinstudierende und Toxikologen, da sie die Mechanismen von Atemlähmung, Dauererregung und Tod durch Gifte erklären.
Cartes-fiches
26
Utilisateurs
1
Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
26.05.2014 / 26.02.2016

Cartes-fiches

Welche Arten von Giften gibt es und wofür werden sie verwendet?

  • Tiergifte
  • Pflanzengifte
  • Bakteriengifte
  • Ökologische Funktion: Frassschutz, Feindabwehr, Beutefang
  • Wichtige Quelle von Arzneimitteln (z.B. Digitalispräparate)
  • Wichtig für die Aufklärung von biologischen und pharmakologischen Wirkungsmechanismen (Nervengifte)

Welches ist das für den Menschen giftigste Gift? Welche anderen Gifte sind noch sehr giftig?

Tödlichstes Gift ist das Botuliustoxin mit einer minimal tödlichen Dosis von 30 pg/kg.

Auch sehr giftig sind:

  • Tetanustoxin
  • Dioxin
  • Aflatoxin B1
  • Strychnin
  • Natriumcyanid

Ordne die Gifte nach ihrere Giftigkeit: Tiergifte, Pflanzengifte, Bakteriengifte

  1. Bakteriengifte
  2. Tiergifte
  3. Pflanzengifte

Wie funktioniert das Seeanemonengift?

Das Gift greift spezifisch die Na+ Kanäle von Nervenzellen an und hemmt die Inaktivierung. Dadurch erfolgt eine Dauererregung: Muskelkrämpfe.

Der Clownfisch ist vom Gift nicht betroffen, da seine Haut ein Sekret aus zuckerartigen Molekülen (Mucu) enthält, das das Toxin abwehrt.

Art der Bildung von Tiergiften

1. Aktive Bildung in Giftdrüsen und im Giftapparat bei Bienen und Schlangen. Die Drüsensekrete bestehend überwiegend aus einer Mischung aus Peptiden und Proteinen. Die Wirkung in Gemischen potenziert sich oft.

2. Passive Bildung z. B. in der Haut von Amphibien

Conotoxin

Das Conotoxin kommt in der Kugelschnece vor. Es blockiert die Na+ Ionenkanäle in Neuronen.

Passiv giftige Meerestiere

Meerestiere wie Muscheln filtrieren bspw. Algentoxine (meist aus Dinoflagellaten) aus dem Wasser und speichern es in hohen Konzentrationen. Werden diese Tiere verzehrt, kann man sich vergiften.

Saxitoxin blockiert spannungsabhängige Na+ Kanäle. Dies führt zu Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühl in Glieder und Atemlähmung.

Spinnengift

Bilden Gift in den Drüsen von ihren Mundwerkzeugen zur Lähmung ihrer Beute.

Gift von Skorpionen

  • die Stachelgifte bestehen aus eines Vielzahl von Polypeptiden, welche spannungsabhängige Na+ Kanäle offen halten: Dauererregung: Speichel- und Tränenfluss, Blutdrucksteigerung, Herzarhythmie

Bienen- und Wespengift

Die Stiche sind nicht sehr giftig. mehrere 100 werden für den Tod benötigt. Sie sind jedoch hochaktive Allergene und führen zum anaphylaktischen Schock mit massivem Blutdruckabfall und Bronchienverengung.

  • Biogene Amine wie Histamine lösen Schmerzen aus.
  • Mellitin (Peptid) lagert sich in der Zellmembran an --> Zelltod, Entzündungsreaktion
  • Apamin (Peptid) ist weniger wichtig. Kanalgift
  • Enzyme: machen Zellmembranen durchlässig.

Amphibiengifte

Amphibien bilden Gifte in den Hautdrüsen zur Abwehr von Feinden, Schutz vor Besiedelung mit Bakterien und Pilzen.

Pfeilgiftfrösche bilden Alkaloide und Peptide. Die Alkaloide (bspw. Batrachotoxin) öffnen Na+ Kanäle. Diese Gifte werden nicht selber gebildet sondern stammen aus der Nahrung (Arthropoden).

Fugu
 

Der Kugelfisch (Fugu) bildet Tetrododoxin, welches wie Saxitoxin wirkt. Es blockiert die Na+ Kanäle und führt so zur Lähmung der Muskulatur und der Atmung.

Schlangengifte

Schlangengifte sind ein komplexes Gemisch aus wirksamen Proteinen und Enzymen.

  1. Neurotoxische Wirkung: Synapsengifte, die Nervenübertragung wird angegriffen
  2. Schädigung der Skelettmuskulatur (Phospholipasen, Proteasen)
  3. Störung der Blutgerinnung
  4. Ödeme (Gewebewasser), Gewebszerstörungen, Nekrosen
  5. Herz-Kreislauf Probleme

Das Cobratoxin bindet an den Acetylcholinrezeptor neuromuskulärer Synapsen und blockiert die Bindung von Acetylcholin. Das Aktionspotenzial kann nicht weitergeleitet werden --> Lähmung

Welche Gifte wirken verschliessend auf die Na+ Kanäle in der Nervenzelle?

  • Tetrododoxin, Saxitoxin
  • Seeanemonentoxine
  • Skorpiontoxine

Welche Gite wirken verschliessend auf die K+ Kanäle der Nervenzelle?

Das Bienengift Apamin

Welche Gite wirken verschliessend auf die K+ Kanäle der Nervenzelle?

Das Bienengift Apamin

Welche Gifte wirken auf verschliessend auf die Ca2+ Kanäle?
 

Conotoxine (Kugelschneckengft)

Welche Gifte wirken auf die Zellmembranstruktur?

Das Bienengift Mellitin.

Welche Gifte wirken auf die Blutgerinnung?

  • Schlangengifte: hemmen die Blutgerinnung
  • Hirudin aus Blutegel: hemmt Thrombin

Curare
 

Curare ist ein Pflanzengift, das die Achetylcholin Rezeptoren der motorischen Endplatten blockiert Tod durch Atemlähmung. Die Bindung ist reversibel. Curare wurde deswegen bei Operationen unter künstlicher Atmung angewendet. Dabei entspannt sich die Muskulatur völlig.

Nicotin

Nikotin wirkt wie Acetylcholin, wird aber von der Acetylcholinesterase nicht abgebaut und bleibt somit im synaptischen Spalt.

Bei oraler Aufnahme ist Nikotin ab 1 mg/kg Körpergewicht tödlich für den Menschen.

Alkylphosphate

Alkylphosphate (organische Phosphorverbindungen) sind in Kampfgasen und Insektenvertilgungsmitteln enthalten. Sie hemmen die Cholinesterase. Der Tod tritt durch Atemlähmung ein.

Gift der schwarzen Witwe

bewirkt schlagartige und irreparable Entleerung der synaptischen Bläschen aller motorischen Endplatten. Tod durch Atemlähmung.

Botulinustoxin
 

wird von Bakterien der Art Clostridium botulinum in verderbendem Fleisch erzeugt. Hemmt die Ausschüttung von Acetylcholin bspw. im Zwerchfell und in der Rippenmuskulatur. Tödliche Atemlähmung durch 0.01 mg. Eines der stärksten Gifte.

Muscarin

Gift des Fliegenpilzes, das wie Acetylcholin wirkt. Es wird von der Cholinesterase nicht abgebaut und führt zu Tobsuchtsanfällen, Atemlähmung und Pupillenverengung.

Atropin

Gift der Tollkirsche (Atropa Belladonna) blockiert die Acetylcholin-Rezeptoren in den Synapsen des Herzens, der Eingeweide, der Irismuskeln im Auge.

Tod durch Herzstillstand. Wurde wegen bewusstseinsverändernder Wirkung früher in geringer Dosierung als Bestandteil von Hexenrezepturen zur Pupillenerweiterung früher am Auge angewendet. Heute wird es bei Augenuntersuchungen verwendet.

Study