Tierphysio Teil 1
Molekulare Genetik
Molekulare Genetik
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Lernkarten
Def. Genom
Genom= Gesamtheit codierender und nichtcodierender DNA einer Zelle
--> Betrachtung ganzer Genome statt einzelner Gene (Genetik)
Phänotyp
- kategorische Merkmale
- kontinuierlich variierende Merkmale
- Beispiel
- verursacht durch 1 Gen
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verursacht durch mehrere Gene
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(z.B. Kuh: Farbe: kategorisch, Muster: kontinuierlich)
-> Phänotypen ergeben Normalverteilung
Paradigma der quantitativen Genetik
- Es gibt unendlich viele Gene (Infinitesimalmodell)
- Einzelne Polygene nicht analysierbar mit mendelschem Verhalten
Einige wenige Gene erklären einen großen Teil der Variabilität -> Heritabilität ca. 15%
Die meisten Gene erklären nur wenig der Gesamtvarianz
->Power Low Verteilung
QTL
QTL= quantitative trait loci
Marker koppeln mit QTLs, wenn sie auf dem Chromosom nah genug beieinander liegen -> Lokalisierung des Gens anhand des molekularen Markers grob möglich
--> Gen liegt zusammen mit weiteren Kandidatengenen zwischen den nächstliegenden Markern
Genomsequenzierung und genetische Variation
Mensch, Säugetiere: 3 *10^9 bp
Huhn: 1*10^9 bp
Drosophila monogaster: 1,8*10^8
Arabidopsis: 1,3*10^8
Von den Genomen sind 50-80% repetitiv und … (weniger als 5% codieren für AS Sequenz -)
Genomsequenzierung und genetische Variation
Mensch, Säugetiere: 3 *10^9 bp
Huhn: 1*10^9 bp
Drosophila monogaster: 1,8*10^8
Arabidopsis: 1,3*10^8
Von den Genomen sind 50-80% repetitiv und … (weniger als 5% codieren für AS Sequenz -)
Whole genome shotgun sequencin
Vollständiges Genom zufällig fragmentieren und in Klone einfügen -> jeden Klon sequenzieren -> durch überlappende Sequenz-Reads zusammensetzen zu contigs -> überlappende contigs zusammensetzen zu vollständiger Sequenz
Contig = Set überlappender DNA-Stücke
Scaffolding Verfahren
Sequenziert nicht die vollständigen Inserts, sondern nur ein Gerüst an korrekter Sequenz mit Lücken.
Annotieren von Sequenzen mit
und –stop
Transkriptionsende, Poly-A-Site
3‘-UTR, 5‘-UTR
mi-RNA-Bindestellen Exon-Intron-Grenzen (GT-AG-Regel)
Promotorregion (-30 bp TATA-Box), Transkriptionsstart
Translationsstart
1 cM=1 Mio. Bp
Genomische Variation
(Abweichen von der prototypischen Referenzsequenz)
- Mutationen führen zu DNA-Variation:
- Transition oder Transversion
- Deletion oder Insertion
- Inversion .
- DNA-Variation:
- RFLPs: Längenpolymorphismen von Restriktionsfragmenten
- Durch Dazukommen/Wegfallen von Restriktionsstellen
- Durch Punktmutation oder Verlängern/ Verkürzen der Fragmente durch Insertionen / Deletionen
Minisatelliten / VNTRs
(variable number of random repeats)
Hierbei werden 30 bp unterschiedlich oft wiederholt
Mikrosatellit/ ISTRP
(Short Tandem Repeat Polymorphism)
Kurze Sequenzmotive unterschiedlich oft wiederholt
relative häufig im Genom: Rind: 44000mal -> Markernetz
SNPs
= Single Nucleotide Polymorphisms (Unterschied in 1 Base)
Wenn Frequenz >1%, Polymorphismus, sonst Variante, SNPs: ca.7-10 pro 10 000 bp, nur 2 Allele, geringe Mutationsrate (1,1*10^-8 -> 33 Mutationen pro Gamet und Generation), meistens keine Auswirkung auf Phänotyp
Entdeckung durch Resequenzierung eines/ mehrerer Individuen
Resequenzierung und genomweite Genotypisierung
Next Generation Sequencing: Illumina
- Spaltung des Genoms in Fragmente (200-500 bp)
- Ligation von Adaptern und Sequenzprimern
- Binden der Fragmente an Flow Cell über Oligonukleotide, die zu den Adaptern komplementär sind -> Adapter an beiden Enden des Fragments => Fragment bindet mit beiden Enden
- Durch Amplifikation in mehreren Replikationszyklen Bilden eines Clusters aus dem Fragment
- Sequencing by Synthesis ab Sequenzierungsprimer: dNTPs sind mit verschiedenen Farben gelabelt und geschützt
- -> pro Zyklus kann nur 1 Base eingebaut werden
- -> anschließend Schutzgruppe und Farbstoff entfernen
- -> Zugeben der dNTPs für nächsten Zyklus
- -> durch Farbsignal Ablesen der eingebauten Base
SNP-Sequenzierung im Hochdurchsatz mit Affymetrix
Herstellung des Chips mit photochemischen Verfahren
Lichtmaske -> Licht entfernt Schutzgruppe, sodass zugegebene dNTPs selektiv an beleuchteten Positionen eingebaut
Oligosynthese in situ auf dem Chip
SNP-Sequenzierung im Hochdurchsatz mit Affymetrix
Herstellung des Chips mit photochemischen Verfahren
Lichtmaske -> Licht entfernt Schutzgruppe, sodass zugegebene dNTPs selektiv an beleuchteten Positionen eingebaut
Oligosynthese in situ auf dem Chip
Illumina-Plattform: Beads
- Auf Beads ist jeweils ein bestimmtes Oligonucleotid immobilisiert -> für jedes SNP 1 Oligo nötig
- Alle Beads mit verschiedenen Oligos werden vermischt und auf Träger mit Vertiefungen aufgebracht
- Nacheinander Zugabe von Oligos, die zu den immobilisierten Oligos komplementär sind und die je Hybridisierung ein anderes Label tragen -> Abfolge der hybridisierten Labels; identifiziert über Decodierungs-Software das an dem Bead immobilisierte Oligo
-> Kombinationsmöglichkeiten= Label^Hybridisierungsschritte
- Genomische DNA wird mit Oligos auf Beads hybridisiert -> je SNP 2 Beads nötig, die mit der SNP-Position abschließen
- Infinium I: Amplifikation und Signal nur möglich, falls an SNP-Position kein Mismatch vorliegt
- Infinium I: nur je 1 Bead pro SNP nötig, komplementäres Oligo endet mit Position vor dem SNP
-> Single base extention der SNP-Position mit gelabeltem ddNTP
-> je nach Label oder Mischung daraus: SNP homo- oder heterozygot
QTL-Kartierung: Kopplung
(Mikrosatelliten, heute eher SNPs)
-> Meiotische Rekombination zwischen Marker und QTL durch crossing over: es entstehen parentale und rekombinante Meioseprodukte, wenn Marker und QTL auf dem gleichen Chromosom liegen. (Sonst freie Rekombination)
Crossing over: Rate= Abstand zwischen Genarten (in cM): 1 cM=1% rekombinante Nachkommen/ Rekombination
Rindergenom umfasst 3000 cM (30 genetisch wirksame Chiasmata für Crossing over) 1 cM= 1Mio. bp
-> Marker, die immer/meist zusammen mit einem QTL vererbt werden (d.h. keine/ wenig Rekombination zwischen Marker und QTL) liegen in der Nähe des QTL und koppeln damit
-> für verschiedene Allele eines koppelnden Markers ergibt sich durch die unterschiedlichen Allele des QTLs ein
unterschiedlicher durchschnittlicher Phänotyp
-> nicht-koppelnde Marker -> immer gleicher durchschnittlicher Phänotyp
QTL-Kartierung: Assoziation
GWAS = Genomweite Assoziationsstudien
t= phänotypischer Wert g= genotypischer Wert
q= QTL-Genotyp (0,1,2= qq, qQ, QQ) a=Marker-Genotyp (0,1,2=AA,AB,BB)
-> Korrelationskoeffizient r gibt an, wie stark die beiden untersuchten Variablen korrelieren
r=0 -> kein Zusammenhang, r=1 -> perfekter Zusammenhang
außerdem Betrachten des Regressionskoeffizienten (Steigung) und y-Abschnitt
= Bestimmtheitsmaß -> wie viel der Varianz der einen Variablen kann durch die andere Variable erklärt werden?
r(t,m)=r(m,q)x r(q,g) x r(g,t)
r^2(m,q)= Ausmaß von Linkage Disequilibrium zwischen dem Marker und dem QTL
r^2(q,g)= Proportion der genetischen Varianz, die durch QTL erklärt werden kann
r^2(g,t)= Anteil der phänotypischen Varianz, die durch die genetische Varianz erklärt werden kann (Heritabilität)
Statistische Analyse
H0:r(m,t) = 0 H1 : r(m,t) ¥ 0
P (Ablehnung von , obwohl es wahr ist),
Signifikanzlevel: P=0,05 effektives Signifikanzlevel: P=α/ Anzahl der Tests
Manhattan-Plot
Marker auf x-Achse übertragen gegen –log10 (P)
-> Werte oberhalb Signifikanzgrenze werden erkannt
Quantile-Quantile-Plot: Auftragen von erwartetem –log10 (P) gegen beobachtetes –log10 (P)
Verwirrung durch Vermischen von SUbpopulationen
-> Annahme von GWAS: homogene Population
ABER: oft nicht korrekt, z.B. Mischung von Rassen, einige Väter überrepräsentiert
-> Liefert viele, falsch positive „signifikante“ Signale
Berücksichtigung der Unterschiede der Subpopulationen als Cofaktoren in der Regressionsanalyse
t= ß0 + ß1*Struktur + ß2*Struktur + E
t= trait value ß0 =y-Achsenabschnitt
ß1= Regressionskoeffizient SNP ß2= Regressionskoeffizient Struktur -> Korrektur nötig
Imputation basierend auf einem Haplotypen
Haplotyp: Anordnung und Ausprägung der Allele auf einem Genom
1. Schritt: Haplotyp-Bibliothek in einer Untergruppe von dicht genotypisierten Tieren
2. Schritt: Genotypisieren eines Teils der Tiere an einem Teil der Marker
3. Schritt: Ableiten des Genotyps mit hoher Dichte aller Tiere
-> Ableiten des Haplotyps durch Kopplung/ Assoziation der umliegenden Gebiete mit einem Marker
Genomische Vorhersage, Selektion von Nutztieren
- SNPs für die Vorhersage des genomischen Werts eines Tieres
- Effekt von anonymen QTLs auf ein Merkmal kann durch gekoppelte SNPs abgeschätzt werden
- Genomische Selektion (mgl. Durch Illumina SNP-Chip)
-> kürzeres Generationsintervall: genetische Veränderung verkoppelt
-> kein festen (?) der Nachkommen: redeziere Kasten
- Nachteile … Selektion:
Genauigkeit nimmt ab über Generationen -> Rekalibrierung und reguläres Testen der Nachkommen nötig
Genomische Selektion kann nicht bei kleinen Populationen angewandt werden
Formeln für genomische Vorhersagen können nicht von einer Population auf die andere übertragen werden
- Genomische Selektion 2.0
imputed Genomsequenzen basierend auf Resequenzierung von 50 Individuen
maximale Markerdichte inklusive kausale QTLs = QTN: r^2=1
Maximale Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit der genomischen Richtwerte
Übertragbarkeit der Formeln von einer Population auf die andere
Definitionen
- Gen
- Allel
- Locus
- Phänotyp
- Genotyp
- Homozygot
- Heterozygot
- Dominant
- Recessiv
- (Protein) kodierende Einheit von DNA-Molekülen
- spezifische Form eines Kontrollfaktors, spezifische Variante eines DNA-Moleküls
- Ort einer (DNA)-Variation
- Erscheinung eines Individuums
- Einheit von Allelen, die von einem Individuum getragen werden
- Individuum, das einen Genotyp mit zwei identischen Allelen besitzt
- Individuum, das einen Genotyp mit zwei verschiedenen Allelen besitzt
- ein Phänotyp, der aus einem Allel resultiert, unabhängig vom anderen Allel
- ein Phäotyp, der nur zum Vorschein kommt, wenn das Individuum homozygot für ein spezifisches Allel ist