theoretische Akustik

Gleichungen und andere Zusammenhänge.

Gleichungen und andere Zusammenhänge.


S. O.
Diese Lernkarten bieten einen universitären Einblick in die theoretische Akustik, mit Fokus auf grundlegende Gleichungen wie die Wellengleichung, die Lighthill-Gleichung und die Fourier-Transformation. Sie behandeln auch die Herleitung der Wellengleichung durch Impulserhaltung und Massenerhaltung, sowie die Hilbert-Transformation und die Eigenschaften von LTI-Systemen. Ideal für Studierende der Physik, die ein tiefes Verständnis der akustischen Prinzipien und ihrer mathematischen Grundlagen erlangen möchten.
Cartes-fiches
18
Utilisateurs
4
Langue
Allemand
Catégorie
Physique
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
21.07.2015 / 18.09.2019

Cartes-fiches

Eigenschaften von LTI-Systemen?

- Linear -> Superpositionsprinzip

\(L\{c_1*x_1(t)+c_2*x_2(t)\}=c_1*L\{x_1(t)\}+c_2*L\{x_2(t)\}\)

- zeitinvariant -> späterer Versuch hat das gleiche Ergebnis

\(y_1(t)=L\{x_1(t)\}\\ y_1(t-\tau)=L\{x_1(t-\tau)\}\)

- frequenztreu -> Eingang und Ausgang bestehen in derselben Frequenz

\(L\{x_0*cos(\omega t)\}=y_0*cos(\omega t+\phi)\)

- Das Ausgangssignal eines LTI-Systems entspricht der Faltung des Eingangssignals mit der Systemantwort auf den Dirac-Impuls (also der Impulsantwort)

Beschreibung LTI-Übertrager durch Impulsantwort - Ansatz?

Zerlegung in nicht zerkleinerbare Teile und anschließende Summation.

Kleinster Baustein: Rechteckfunktion

\(r_{\Delta T}=\begin{matrix} \frac{1}{\Delta T}&;&-\frac{\Delta T}{2}\leq t\leq \frac{\Delta T}{2}\\ 0&;&sonst \end{matrix}\)

 

Was ist die Impulsantwort?

Die Systemantwort h(t) auf den Dirac-Impuls am Eingang.

\(h(t)=L\{\delta(t)\}\)

Was besagt das Invarianz-Prinzip?

Falls der Eingang des Systems aus einem reinen Ton besteht, entspricht der Ausgang eines LTI-Übertragers aus einem reinen Ton gleicher Frequenz.

\(\\y(t)=\int_{-\infty}^\infty h(\tau) Re\{\underline{x} e^{jw(t-\tau)}\}d\tau \\y(t)=Re\{\underline{x}e^{j\omega t} H(\omega)\}\)

Fourier-Reihen: Ansatz?

Zerlegung in harmon. Anteile besteht nur aus Bausteinen mit Periodendauer Tn, die ganzzahlige Vielfache sind einer Periodendauer T:

\(T_n=\frac{T}{n} -> \omega_n=\frac{2\pi}{T_n}=\frac{2\pi n}{T}\)

Modell Eingangssignal:

\(x_M(t)=\sum_{-N}^{N}A_ne^{j\frac{2\pi n}{T}t}\)

enthält 2n+1 Summanden, mit wachsendem N kommt xM(t) immer näher an x(t) heran

-> Bestimmung von An

Nenne die Geichungen für die Fourier-Reihe (Berechnung der Amplituden und Zerlegung des Eingangssignals)

\(A_n=\frac{1}{T}\int_{0}^{T}x(t)e^{-j\frac{2\pi n}{T}t}\)

mit

\(x(t)=\sum_{-\infty}^{\infty}A_ne^{j\frac{2\pi n}{T}t}\)

Nenne Analyse- und Synthesegleichung der Fouriertransformation

Analyse: \(X(\omega)=\lim_{T\to\infty}TA_n=\int_{-\infty}^{\infty}x(t)e^{-j\omega t}dt\)

Synthese: \(x(t)=\frac{1}{2\pi}\int_{-\infty}^{\infty}X(\omega)e^{j\omega t}d\omega\)

Was beschreibt die Hilbert-Transformation?

Die Hilbert-Transfprmation liefert einen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil einer Übertragungsfunktion so, dass sich der beschriebene Übertrager kausal verhält.

\(Im\{H(\omega)\}=-j\mathcal{F}\{h_u(t)\}=-j\mathcal{F}\{Sign(t)\mathcal{F}^{-1}\{Re\{H(\omega)\}\}\}\)

Wie lautet die Boyle-Mariotte-Gleichung?

\(p_GV_G=\frac{m}{M_{mol}}RT_G\)

bzw. für akustische Zwecke:

\(p_G=\frac{R}{M_{mol}}\rho_GT_G\)

Wie verhält sich der relative Schalldruck zu Temperatur und Dichte?

\(\frac{p}{p_0}=\frac{T}{T_0}+\frac{\rho}{\rho_0}\)

Nenne die adiabatische Zustandsgleichung (linearisiert und nicht linearisiert).

\(\frac{p_G}{p_0}=(\frac{\rho_g}{\rho_0})^\kappa\)

linearisiert mit Taylor-Reihe:

\(\frac{p}{p_0}=\kappa \frac{\rho}{\rho_0}\)

Nenne zwei Formeln für die Berechnung der Schallgeschwindigkeit.

1. \(c=\sqrt{\frac{p}{\rho}}\)  (Dichte als Wechselgröße, nicht als Ruhegröße!)

2.\(c=\sqrt{\kappa\frac{R}{M_{mol}}T_0}\)

Welche Prinzipien wurden zur Herleitung der Wellengleichung verwendet?

Die Massen- und die Impulserhaltung.

Wie wurde die Massenerhaltung in der Herleitung der WG angewandt?

- Betrachtung eines Volumenelements mit Seitenfläche S, Breite \(\Delta x\)

1. Massenänderung entspricht Differenz aus Massenzufluss und Massenabfluss:

\(\Delta M=u(x)S\,\rho_G(x)\,\Delta t-u(x+\Delta x)S\,\rho_G(x+\Delta x)\Delta t\)

2. Massenänderung entspricht Zu- bzw. Abnahme der gespeicherten Masse im Volumen dV:

\(\Delta M=[\rho_G(t+\Delta t)-\rho_G(t)]\Delta xS\)

3.Gleichsetzen, durch "delta" x und "delta" t teilen

4.Differenzenquotienten zu Ableitungen umformen (Volumenelement wird unendlich klein, Zeitdifferenz unendlich kurz):

\(\frac{\partial(\rho_Gu)}{\partial x}+\frac{\partial\rho_G}{\partial t}=0\)

Wie wurde die Impulserhaltung zur Herleitung der WG angewandt?

Betrachtung des Volumenelements mit Seitenfläche S und Breite \(\Delta x\)

1. Impulszuwachs durch äußere Kraft

\(\Delta I_1=[p_G(x)-p_G(x+\Delta x)]\,S\,\Delta t\)

(Impuls ja eigentlich definiert durch I=m*v. Hier ist I = p*S*t. p*S ist die Kraft F, diese ist m*a. Man hat also m*a*t. a*t ist v.)

2. Impulszuwachs durch zu -bzw. abfließende Masse

\(\Delta I_2=\rho_G(x)u(x)S\enspace u(x)-\rho_G(x+\Delta x)u(x+\Delta x) S \enspace u(x+\Delta x)\)

3. Impulsänderung durch Änderung des Produktes aus Masse und Geschwindigkeit

\(\Delta I=\rho_G(t+\Delta t)u(t+\Delta t)S\,\Delta x - \rho_G(t)u(t)S\,\Delta x \\ \Delta I= [\rho_G(t+\Delta t)u(t+\Delta t)- \rho_G(t)u(t)]\,S\,\Delta x\)

4. I1 + I2 = I, durch delta x und delta t teilen, Differenzenquotienten zu Ableitung machen:

\(\frac{\partial(\rho_G u)}{\partial t}+\frac{\partial p_G}{\partial x}+\frac{\partial (\rho_Gu²)}{\partial x}= 0\)

 

Was ist die Lighthill-Gleichung?

Die Lighthill-Gleichung ist die allgemeinste Beschreibung von 1D-Vorgängen. Sie enthält alle Nichtlinearitäten außer Reibung.

\(\frac{\partial ² p_G}{\partial t²}-\frac{\partial² p_G}{\partial t²}+\frac{\partial ² (\rho_G u²)}{\partial x²}=0\) (Drücke und Dichte sind Gesamtgrößen aus Ruhegrößen und Wechselgrößen!)

Lighthill ergibt sich aus 
\({\partial Massenerhaltung \over \partial t} = {\partial Impulserhaltung \over \partial t}\)

Wie lautet die Wellengleichung?

\(\frac{\partial^2 p}{\partial x^2}-\frac{1}{c^2}\frac{\partial p^2}{\partial t^2}=0\)

Wie lautet das Trägheitsgesetz der Akustik?

\(\frac{\partial v}{\partial t}=-\frac{1}{\rho_0}\frac{\partial p}{\partial x}\)

Étudier