Supply Chain Management

Supply Chain Management

Supply Chain Management


Stefan Karlik
Diese Lernkarten bieten eine grundlegende Einführung in das Supply Chain Management. Sie behandeln Themen wie Sourcing, Lagerverwaltung, Transport und Kundenbeziehungen, wobei auch betriebswirtschaftliche Konzepte wie ECR, CPFR und VMI sowie verschiedene Verpackungsfunktionen und -arten erläutert werden. Besonders hilfreich sind sie für Studierende und Berufseinsteiger, die sich mit den Grundlagen der Lieferkettenoptimierung vertraut machen möchten.
Karten
234
Lernende
12
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
16.12.2011 / 30.10.2025

Lernkarten

Lagermumschlagszahl => Definition

Lagerumschlagszahl = Umsatz pro Jahr / Wert der Bestände

Lagern => Definition

Lagern ist das geplante Liegen von Arbeitsgegenständen im Materialfluss. Ein Lager ist ein Raum oder Fläche zum aufbewahren von Stück- und/oder Schüttgut, das mengen- und/oder wertmässig erfasst wird.

Lagern von Gütern => Nachteil

  • Bindet Kapital
  • braucht Platz
  • setzt Güter der Verderblichkeit, Veraltern, der Beschädigung oder der Zerstörung aus

Lagern von Waren unvermeidbar => Grund

Lager ist dann unvermeidbar, wenn eine Bevoratungsebene etabliert werden muss. Das heisst, wenn die vom Kunden zugestandene Lieferfrist kleiner ist als die gesamte Beschaffungszeit, die sich ab der Bestellung von Komponenten beim Lieferanten bis hin zum Ablieferungszeitpunkt des fertigen Produktes erstreckt.

Lieferantenbewertung (Wareneingangsprozess) => Kriterien

  • Prüfen auf Terminkonformität
  • Eintragen in Lieferantenstatistik von Menge, Termin, Qualität sowie Papieren und Kommunikationsmerkmalen
  • Periodische Bewertung nach A bis C Lieferant
  • Wenn nötig Massnahmen zur Verbesserung anstossen

Lieferantenportfolio => Definition

Offen

Local Sourcing (Lokalbeschaffung)

Local Sourcing bedeutet das Gegenteil von Global Sourcing: den bewussten Bezug bei Beschaffungsquellen in geographischer Nähe des Unternehmens.

Local Sourcing (Lokalbeschaffung) Nachteil

Höhere Preise als auf internationalen Märkten.

Oft limitierte Ressourcen und beschränkte Produktionskapazitäten.

Störungen durch Interessen der lokalen Bevölkerung und Politik.

Local Sourcing (Lokalbeschaffung) Vorteil

Risikoreduktion von Transportausfällen und -mängeln durch verkürzte Transportwege und -zeiten

Niedrige Transportkosten.

Logistik-Konzepte wie Just-in-Time oder Just-in-Sequence sind gut anwendbar.

Geringe Gefahr von Verständigungsschwierigkeiten der Beschaffenheit und Eigenschaften des Produkts.

Positives Image durch Bevorzugung lokaler Anbieter und Sicherung von Arbeitsplätzen.

In manchen Fällen ökologisch vorteilhafte Herstellung (im Vergleich mit auf dem Weltmarkt erhältlichen Alternativen).

Materialwirtschaft => Definition

  • Die klassische Materialwirtschaft ist neben der Beschaffung auch für das wirtschafltiche Betreiben der Lger auf allen Stufen verantwortlich.
  • Um eine geringe Kapitalbindung für die zu lagernden Güter zu erreichen müssen die Bestände bewirtschaftet werden.
  • Bei der optimalen Bewirtschaftung der Lager stehen sich die optimale Losgrösse und der Mengenstaffelpreis als Konkurrenten gegenüber.
  •  

Materialwirtschaft => Grundsätze/Regeln

  • Ein mehrmaliger Umschlag pro Jahr ist in Abhängigkeit zum Wert anzustreben
  • Das Bilden von Losgrössen, Sicherheitsbeständen in Bezug zur Wiederbeschaffungszeit bildet die Basis für eine optimale Bewirtschaftung der Bestände (Sägezahneffekt).

Methoden der Bedarfsermittlung => Aufzählung

  • deterministische Bedarfsermittlung (Bedarfe durch Kundenaufträge, Lageraufträge, Forecasts)
  • stochastische Bedarfsermittlung (es liegen Verbrauchswerte der Vergangenheit vor)
  • heuristische Bedarfsermittlung (keine Datenlage vorhanden). Hier gibt es die Analogschätzung = Vorhersage vergleichbarer Produkte werden auf andere Materialien übertragen. Oder Intuitivschätzung, das heisst Mutmassungen, die auf Erfahrungen oder Vermutungen beruhen, geben den Bedarf in der Zukunft war)

MOB (Make or Buy) => Grund

  • Kostenvorteile
  • Qualitätsvorteile
  • Investitionsrisiko (zB. bei Kapazitätserweiterung)
  • Einkauf von Know-How
  • keine Kernkompetenz (andere können es besser)

 

MOB (Make or Buy) => Nachteil "Buy"

  • geringere Wertschöpfungstiefe
  • Abhängigkeit
  • Know-How-Verlust

MOB (Make or Buy) => Nachteil "Make"

  • Kosten Fix
  • Fachpersonal
  • Risiken

MOB (Make or Buy) => Vorteil "Buy"

  • keine Fixkosten
  • Risiko ausgelagert
  • austauschbar/flexibler
  • keine Investitionen in Anlagen/Unterhalt

MOB (Make or Buy) => Vorteile "Make"

  • Qualitätsicherung
  • grössere Wertschöpfung
  • Know-How-Erhalt

MOB => Definition

Make or Buy

Eigenfertigung oder Fremdbezug

MOB Kriterien => Beispiele

  • Herstellkosten
  • Transportkosten
  • Investitionsrisiko
  • Kapitalbindung
  • Kapazitätsengpässe
  • Know-How-Gewinn
  • Wiederbeschaffungszeit
  • Lagerkosten

Modula Sourcing / System Sourcing (Modulbeschaffung / Systembeschaffung

Modular Sourcing beinhaltet den Einkauf fertig produzierter Module (Baugruppen). Industriezweige wie die Automobilindustrie, Bauindustrie oder die elektronikverarbeitende Industrie kaufen oft anstelle von Einzelteilen fertig montierte Baugruppen mit relativ großem Funktionsumfang, z. B. Armaturenbretter im Automobilbau.

Im Unterschied zum Modular Sourcing setzt System Sourcing eine noch intensivere Abnehmer-Zulieferer-Zusammenarbeit voraus, die sich auch auf andere Funktionsbereiche, insbesondere Forschung und Entwicklung, erstreckt. Ein System stellt primär eine funktionale, entwicklungstechnische, ein Modul dagegen eher eine fertigungswirtschaftliche Einheit dar. Mehrere Module können zusammen ein System bilden.

Modula Sourcing / System Sourcing (Modulbeschaffung / Systembeschaffung Nachteil

Abhängigkeit von den Modullieferanten, da eine sehr enge Bindung eingegangen werden muss.

möglicher Verlust von Know-how, da die Innovation künftig vom Lieferanten ausgehen muss

höherer Koordinationsaufwand durch Bildung von unternehmensübergreifenden Entwicklungs- und Qualitätskontrollteams

Modula Sourcing / System Sourcing (Modulbeschaffung / Systembeschaffung Vorteil

Der Hersteller kann sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren.

Reduzierung der Lieferanten.

Nutzung des Know-hows des Lieferanten, der sich ggf. auf diese kompletten Systeme spezialisiert hat.

Reduktion des Aufwands zur Qualitätssicherung.

Einschränkung der Fertigungstiefe und Vereinfachung des Fertigungsprozesses.

Reduzierung der Artikelvielfalt und Einkaufsvorgänge, da statt vieler Einzelteile nur ein Modul oder wenige Module beschafft werden müssen.

Multiple Sourcing (Mehrquellenbeschaffung)

Mehrquellenbeschaffung bedeutet, mehrere bis viele Anbieter für ein Produkt zu haben. Dabei können die Quoten für den Produktionsanteil einzelner Lieferanten über längere Zeit stabil gehalten werden (Quotenbezug), oder situativ wechseln. Hierbei steht die Nutzung kurzfristig günstiger Marktbedingungen im Vordergrund.

Multiple Sourcing (Mehrquellenbeschaffung) Nachteile

Hoher Informationsbedarf.

Nur für austauschbare Güter sinnvoll, da anderenfalls Anpassungen des Fertigungsprozesses bzw. des Produktes als solchem nötig sind.

Großer Kommunikations- und Logistikaufwand für den Einkauf. Dadurch bedingt hohe Beschaffungsprozesskosten.

Verhandlung günstiger Konditionen ist aufgrund geringerer Abnahmemengen und wechselnder Auftragsvergaben schwierig.

Multiple Sourcing (Mehrquellensourcing) Vorteile

Ausnutzen des jeweils günstigsten Marktpreises (durch den Wettbewerb unter den Lieferanten).

Aufrechterhaltung der Konkurrenz.

Sicherheit gegen Lieferschwierigkeiten einzelner Anbieter.

Größere Flexibilität bei Bedarfsschwankungen.

Vermeidung von Abhängigkeiten

Operative Beschaffung => Aufgaben

  • Umsetzung der Strategien im Tagesgeschäft
  • Sicherstellung der Versorgung
  • Bedarfsermittlung
  • Materialdisposition
  • Lagerbestandsmanagement
  • Bestelladministration (zB. Abrufbestellung, Einzelbestellung)
  • Direkte Lieferantenkommunikation bez. Termin und Qualität

Optimale Bewirtischaftung => Instrumente

  • Materialbedarfsplanung mittels ERP-System (MRPII)
  • Prognosemodelle
  • ABC - XYZ Analyse
  • Kanban und JIT Bewirtschaftung

Aussagen:

Transport- udn Distributionskosten sind mitbestimmende Faktoren.

Die Materialwirtschaft wird heute vermehrt in die Logistik eigebettet, da vor- und nachgelagerte Prozesse mitbestimmend sind

Paletten- und Behälterfördertechnik (flurgebundene Fördersystem mit Linienführung) => Diverses

Sind nicht so flexibel, wie flurgebundene Fördersysteme mit Flächenbedienung. Ausserdem sind Investitionen für die Förderstrecke nötig. Diese Investition können über geringe Betriebskosten amortisiert werden, weil kein Fahrer benötigt wird.

Unterschiedliche Typen:

  • Rollenbahn
  • Tragketten-Förderer
  • Gurtförderern
  • Plattenbändern
  • etc.

 

Rollenbahn

Peitscheneffekt (bullwhip effect)

Der Endkunde gibt eine Bestellung auf (Peitschenlag) und in den vorgelagerten Richtung schaukeln sich die Bestellschwankungen immer weiter auf.

4 Ursachen führen zum Peitscheneffekt:

a) Verarbeitung von Nachfragesignalen: Hierbei wird die beobachtete Nachfrage als Signal für die zukünftige Nachfrage aufgefasst, was oft jedoch nicht der Fall ist.

b) Auftragsbündelung: Aufgrund von Transaktionskosten ist eine Bestellung in jeder Periode oft nicht wirtschaftlich, sodass sich eine Bündelung von Aufträgen lohnt. Dies führt zu Prognoseproblemen in vorgelagerte Richtung der Lieferkette.

c) Engpasspoker: Ein Lieferant rationiert proportional zu den Bestellungen seiner Kunden aufgrund eines Lieferengpasses die Lieferungen, wodurch die Kunden zur Erhöhung ihrer Ration mehr bestellen als sie benötigen.

d) Preisschwankungen: Vermutet ein Abnehmer steigende Preise, so ist damit zu rechnen, dass die derzeitige Nachfrage steigt und sich der Abnehmer Vor

Plattenbändern (flurgebundene Fördersystem mit Linienbedienung) => Diverses

Vor- und Nachteile analog Tragketten-Förderer

 

Einsatz zum Beispiel Gepäckförderer am Flughafen

Power-and-Free (flurfreie, spurgebundene Förderer) => Diverses

Definition:

  • Die Strecke des Power-and-Free-Fördersystems besteht aus zwei übereinander angeordnete Schienen. In der oberen Schiene läuft kontinuierlich die (Power-)Kette und zieht über Mitnehmer die in der unteren Schiene laufenden (Free-)Wagen, an denen die Last hängt. Da sich die Wagen nach Bedarf von der laufenden Power-Kette entkoppeln und wieder enklinken lassen, können Staustrecken und Weicen realisiert werden.

Vorteile:

  • Anhalten und Aufstauen möglch
  • Verzweigungen und Zusammenführen möglich
  • Überwindung von Höhensprüngen durch Steigung- und Gefällstrecken möglich (je nach System bis 85°
  • Explosionsschutz (zB. Lackiererei)

Nachteil:

  • Lärmentwicklung durch Ketten
  • zT. komplizierte Systeme durch geschlossene Kettenkreisläufe

Q-Prozess: Beanstandungen von Warenannahme => Aufgaben

  • Q-Bericht erstellen
  • Ware in Sperrlager verschieben
  • Einkauf und Lieferant informieren
  • Entscheid ob brauchbar, mit Einschränkung oder Ausschuss
  • Q-Dokumte an Lieferanten und Einkauf senden
  • Eintrag in Lieferantenstatistik

Qualitäskontrolle nach Warenannahme => Aufgaben

  • Überprüfung der Waren nach Prüfungsanweisung
  • 0% Kontrolle über Stickproben bis zu 100% Kontrolle
  • Sperren oder Freigabe der Waren
  • Überprüfung der Lieferpapiere auf Vollständigkeit und aller relevaten Daten
  • Prüfen von Zertifikaten und Chargeninformationen
  • Prüfen der Verpackungslabel

RBG => Definition

Regalbediengerät

Rollenbahn (flurgebundene Fördersystem mit Linienbedienung) => Diverses

Rollenbahn besteht aus einer Folge von Rollen, auf denen sich das Fördergut abstützt. Angetrieben durch Schwerkraft oder mit Reibverschluss (Motoren). Das Fördergut kann gestaut werden, bedingt aber das die Antriebe von Rollenbahnen auskuppeln können.

Weichen in Rollenbahnsystemen werden als Hubtische mit Tragketten oder als Rollenbahnabschnitte auf Verschiebewagen oder Drehtischen realisiert.

Vorteile:

  • Transportieren, Stauen, Sortieren und Vereinzeln sind möglich
  • geringe Investitionen
  • geringer Wartungsaufwand
  • einfache Installation
  • exakte Positionierung des Fördergutes durch Anschläge möglich

Nachteil:

  • starre Streckenführung
  • ortsgebundene Installation
  • mögliche Behinderung anderer Förderstrecken und Verbauen von Wegen
  • rollenbahnfähiges Fördergut mit glatten Boden oder Kufen notwendig

Schleppketteförderer (flurgebundene Fördersystem mit Linienbedienung) => Diverses

Bei Schleppkettenförderer sind Tragmedium und Transportmedium getrennt.

Tragmedieum = schienengeführter Wagen, Hubwagen

Transportmedium = im Boden eingelassene Kette

Technische Prinzip ist dem Power-and-Free-Förderer verwandt. Aufstauen, Verzweigen und Zusammenführen sind möglich, auch Vor- und Nachteile sind ähnlich. Zusätzlicher Nacheil verursacht die Bodeninstallation zusätzliche Stolper- und Unfallgefahr.

Schleppzug (flurgebunde Fördersystem mit Flächenbedienung) => Diverses

Ein Schleppzug besteht aus einem manuell bedienten Schlepper oder einem FTS-Schlepper (Fahrerlose Transportsysteme) mit mehreren Anhängern.

Wenn grössere Mengen weiter als 300 m zu transportieren sind, arbeiten Schlepper wirtschalftlicher als Stapler. Da Stapler das Fördergut aufnehmen und absetzen können, sind Stapler jedoch flexibler.

Schubmaststapler (flurgebundene Fördersysteme mit Flächenbedienung) => Definition

Schubmaststapler nehmen die Last ausserhalb der Radbasis auf und verschieben die Last und Hubmast zum Fahren in die Radbasis

Vorteil:

  • kleiner Wendekreis (wegen der Radbasis) und kommen mit ca. 2.50 m Gang- oder Wegbreite aus

Einsatz:

  • Lagerumschlag und zur Verteilung von Paletten und Behältern ausserhalb des Lagers eingesetzt

Seitenstapler (flurgebundene Fördersystem mit Flächenbedienung) => Definition

Seitenstapler nehmen die Last seitlich auf und transportieren vorwiegend Langgüter und Platten. Wie Schubmaststapler nehmen die Seitenstapler die Last ausserhalb der Radbasis auf und verschieben zum Transport Last und Hubmast in die Radbasis.

Single Sourcing (Einzelquellenbeschaffung)

Einzelquellenbeschaffung (auch Single Sourcing) bezeichnet die Beschaffung einer definierten Palette an Waren/Dienstleistungen von einem einzigen Anbieter.

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