Strat_MAN_UrbanManagement

CUREM MAS Real Estate UZH Strategisches Management Urban Management

CUREM MAS Real Estate UZH Strategisches Management Urban Management


C. H.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über das Urban Management auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie Planung, Raumplanung und Strategien für die Stadtentwicklung, wobei Elemente wie Zielsetzung, Umsetzung und Wertschöpfung im Fokus stehen. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Fachleute, die sich mit den Herausforderungen und Instrumenten des Stadtmanagements auseinandersetzen möchten, um nachhaltige und effiziente Lösungen für urbane Räume zu entwickeln.
Karten
22
Lernende
4
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
23.04.2014 / 07.06.2022

Lernkarten

Wie verhält es sich mit den heutigen Wohnpreisen?

  • Erstens: Bauland einzuzonen ist auf einer rein monetären Eben fast gratis. Es ist ein politischer Entscheid -> Umweltkosten kommen aber noch dazu!!
  • Zweitens: Beobachtet man die Preise über einen längeren Zeitraum und korrigiert zusätlich mit der Inflation, kostet der Boden heute etwas mehr (+30%!) als vor knapp 70 Jahren (1938) 
  • Drittens, wird das Bevölkerungswachstum in die Überlegung miteinbezogen, so stiegen die Preise bis Mitte 80er Jahre im Gleichschritt mit dem Bevölkerungswachstum. Seit der Korrektur der Immokrise der 90er Jahre, leben wir sehr viel günstiger
  • Viertens: Die Leerstandsquote ist in Zürich historisch immer niedrig.

Diskussion um die Finanzierung von Wohnraum durch den Staat

  • Der Staat hat niedrigere Kapitalkosten als private Eigentümer.
  • Der Staat ist aber kein Objekt sondern eine Institution. Institutionen haben immer niedriger Finanzierungskosten als Einzelobjekte, da sie mit mehr als dem Sachwert bürgen können. Der Vergleich hinkt deshalb. 
  • Gemeinden haben ebenfalls höhere Finanzierungskosten da sie Konkurs gehen können, d.h. Risikoausfälle sind auch bei ihnen möglich, d.h. das Risiko muss eingepreist werden
  • Hätte die öffentliche Hand allen Wohnraum, würde ihr Risiko einer Insolvenz steigen, ihre Finanzierung würde dadurch ebenfalls teurer.
  • FAZIT: Auch die öffentliche Hand müsste bei ihren Investments eine Risiko/Rendite-Bewertung vornehmen. Wird das nicht gemacht, werden Werte vernichtet
  • Was machen mit den politischen Zielen?
    • Zugang zum Wohnungsmarkt für Randgruppen
    • Aufwertung von Quartieren
    • => Lieber Transparent aufzeigen, was geleistet wird, als durch missmanagement todgeschwiegen!

Bewertung des Best-Owners bei PREM

  • Dimension: Relative Fähigkeit Wert zu generieren
    • Einer von vielen
    • Best Owner
  • Dimension: Wertschöpfungspotential einer Immobilie
    • Hoch
    • Mittel
    • Tief
  • Bullshitgrafik!

Diskussion über Genossenschaftsbauten

  • Kapitalkosten sind für alle die selben
  • Entweder man gibt das Bauland günstig
  • oder man gibt ein Wohngeld an die, die es brauchen
  • Bei Genossenschaften wird eher "unprofessionell" bewirtschaftet -> Erhebung zeigt 38% Rückstellung pro Miet-CHF, in der Privatwirtschaft sind es 10%!
  • FAZIT: Ist die Politik heute effizient und transparent bei der Subvention?

Was steht für Loepfe als Grundsatzfrage über der Raumplanung?

Was soll reguliert werden?

  • Haushälterischer Umgang mit Boden
  • Effiziente Nutzung der Infrastruktur
  • "Ordnung" im Landschaftsbild

Planung als Fingerübung von "Ästhetikern" und in der Philosphie des Technikers -> Planung als technischer Akt, ein Ziel auf programmiertem Weg zu erreichen.

Was ging schief?

  • Ästhetik ist dem Homo oechonomicus schnuppe (ausser bei seiner Formel)
  • Der Mensch kommt dem Planer in die Quere -> der Politiker, der Unternehmer, der Konsument

Was würde ohne Planung geschehen?

  • Dichte würde der Lagequalität/Zentralität entsprechend steigen
  • Raumplanung zwingt heute zu undichte
  • Wertschöpfung schliesst aber auf keinen Fall Regulierung aus, es muss die RICHTIGE FORM VON REGULIERUNG sein

Begriff Wert

Wert sein: subjektiv, nicht messbar

Wert haben: objektiver Tauschwert, Preis eines Gutes

Was kann als Ziel des Urban Managements verstanden werden?

Wertschöpfung aus der Planung generieren

  • Boden hat als Landwirtschaftsland grundsätzlich mal einen Erttragswert
  • Entwicklungs- und Baukosten kommen dazu
  • Aus der Entwicklung und dem "urbanen" Angebot entsteht ein externer Landwert für die Umgebung
  • Aus der Entwicklung entstehen auch externe Kosten
  • Der Saldo ist die Wertschöpfung des Urban Managemnts
  • FAZIT: Wie muss Entwickelt werden, dass dieser Saldo maximiert werden kann!
  • Traditionelle Raumplanung: Verhinderung der externen Kosten
  • Urban Management: Förderung des externen Nutzen, da die Stadt von der Summe der externen Nutzen der Dichte lebt

Was ist das Problem bei der Umsetzung einer konsequenteren Urban-Management-Strategie?

  • Public Good Problematiken
    • Die grosse Zahl der wenig Betroffenen lässt sich schwieriger organisieren als die kleine Zahl stark Betroffenen
    • Es ist daher schwierig, eine Lobby für die Vermeidung von Opportunitätskosten aufzubauen
  • Zudem sind Bevölkerungsgruppen systematisch unter- oder übervertreten im politischen Diskurs

Was sind Lösungen für lokale Problematiken

  • Finanzierung muss von den Profiteuren entschieden und bezahlt werden -> fiskalische Kongruenz
  • Der Wille einer Mehrheit darf aber nicht von einer Minderheit blockiert werden
  • In Deutschland gibt es die BIDs und HIDs, in denen lokale Eigentümer nach einem Mehrheitsbeschluss den Perimeter mit staatlicher Genehmigung  "managen" können, d.h. primär eine Abgabe einfordern und Aufwertungsmassnahmen gegen den Willen der Minderheit beschliessen können.

Planung als unvollständiger Führungsprozess

Konstitutive Elemente von Führung

  • Planung
  • Entscheidung
  • Anordnung
  • Kontrolle

oder: Kommandieren, Kontrollieren, Korrigieren

In der Schweizer Raumplanung klappte dies bis anhin nicht: die übergeordneten Gremien ergriffen nie Sanktionen

Planung als unvollständiger Führungsprozess

Konstitutive Elemente von Führung

  • Planung
  • Entscheidung
  • Anordnung
  • Kontrolle

oder: Kommandieren, Kontrollieren, Korrigieren

In der Schweizer Raumplanung klappte dies bis anhin nicht: die übergeordneten Gremien ergriffen nie Sanktionen

Ebenen des Stadtmanagements

  • Lebens- und Wohnraum
  • Arbeitsraum
  • Versorgungsraum
  • Sozialraum

Hülle (gebaute Stadt) und Inhalt (gelebte Stadt)

Grundsätze des Stadtmanagements

Managementkreislauf

  • Analyse
  • Konzept
  • Vollzug
  • Kontrolle bzw nächster Analysezyklus

Instrumentenbündel

  • Regulative
  • Kommunikative
  • Finanzielle
  • Marktteilnahme
  • Standortentwicklung (Bau von Infrastruktur, ÖV-Angebot, Schulen, öffentlicher Raum etc.)
  • Prozessmanagement

Herausforderungen Stadtmanagement

  • Wandel der Gesellschaft -> Neues Bild der Stadt, sozial ausgewogene Stadt, partizipative Stadt
  • Räumliche Transformation -> Beziehungsgefüge Stadt-Umland
  • Wirtschaftlicher Wandel -> Stadtfinanzen, Segregation/Gentrifizierung, Wegzug der DL an den Stadtrand
  • Globale Veränderungsprozesse

Evolution des Planungsverständnisses

Bauleitplanung (Negativplanung)

Entwicklungsplanung (Positivplanung)

Integrierte Stadtentwicklungsplanung (Possibility Planning)

Handlungsfelder von BIDs

  • ¨ffentlicher Raum
  • Werbung/Markteing
  • Bestandesmanagement
  • Verkehrsmanagement
  • Soziale Dienste / Services für den Kunden (begleitetes Einkaufen, Kinderbetreuung)
  • Perspektivenplanung
  • Sauberkeit
  • Sicherheit

Angebotsmanagement / Center-Management wurde noch nie umgesetzt

Umgang mit Fehlentwicklungen

  • Ignorieren
  • Verurteilen
  • bewusst darauf zugehen und sie in neue Strategien einbinden

Seiten der Planung und Planungsverständnis neu und alt

Planung hat zum Ziel, Wunschergebnisse herbeizuführen

  • Planung setzt sich mit den Zielen/Wunschergebnissen..
  • .. und den Praktiken/Instrumenten zur Zielerreichung auseinander

Planung als eine Sequenz von Entscheidungen, die rational ausgearbeitet und operationalisiert werden.

Bei der Planung wird immer mind. zweimal entschieden: planend und ausführend -> im klassischen Phasenmodell wird der erste Schritt von Planung bei der öffentlichen Hand vom Schritt der Umsetzung bei den privaten auch organisationell getrennt.

Im moderneren Verständnis der Governance wird versucht, diese Konfrontation bzw. Trennung zu überwinden. Planung und Umsetzung sollen partnerschaftlich angegangen werden.

Prägende Elemente der Moderne und Basis des Planungsverständnisses

  • Fortschrittsglaube: Vorstellung, dass die menschlichen Errungenschaften unbegrenzt wachsen können und "gut" sind
  • Massenkonsum: gedeckte Bedürfnisse mutieren zu geweckten Bedürfnissen
  • Rationalität: Glaube an Vernunft und Allwissenheit

Daraus abgeleitet folgte das Planungsverständnis:

  • Legitimität
    • wissenschaftliche Objektivität und Logik jenseits von Interessen
    • Wissenschaftliche Objektivität = Neutralität
    • Staatlichkeit ohne Polititk
    • Technokratie
  • Instrumentelle Rationalität
    • Wirklichkeit kann kontrolliert und verbessert werden
    • Funktionsweise der kapitalistischen Stadt kann aufgedeckt werden
    • ahistorische Perspektive
    • Fragmente können zu einem Ganzen zusammengesetzt werden
  • Gesellschaftsbild der Harmonie und der Mittelklasse
    • Proportionen
    • Glaube an die soziale und räumliche Diffusion des Wohlstands
    • Untere Schichten nehmen Werte und Habitus der oberen Schichten an
    • Planung für die Mittelklasse ist Planung im öffentlichen Interesse
    • funktional ausgewogene Siedlung schafft den wirtschaftlichen Mehrwert
    • FAZIT: Verständnis beruht vor allem auf die wirtschaftliche Blüte der Nachkriegszeit

Neue Ansätze in der Planung

  • Normative Ebene: Equity Planning, Prozessgerechtigkeit, Verteilung und Allokation berücksichtigen
  • Prozess-Ebene: Kommunikative Wende, situative Rationalität
  • Räumliche und formale Organisation: Governance

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