Steuern und Inkasso Thun
Lehrabschlussprüfung Kauffrau/Kaufmann
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Lernkarten
Welche öffentlichen Finanzquellen kennt das Gemeinwesen
1. öffentliche Abgaben
2. privatwirtschaftliche Einkünfte
3. Geldbussen
4. Einzahlungen anderer Gemeinwesen (Subventionen/Finanzausgleich)
Welche Arten von öffentlichen Abgaben kennen Sie?
Steuern und Kausalabgaben
Was ist der Unterschied zwischen einer Kausalabgabe und der Steuer?
Bei einer Kausalabgabe besteht ein Zusammenhang zwischen der Abgabe und der Leistung des Staates. Nimmt jemand eine bestimmte Leistung des Staates in Anspruch , hat der dafür eine Abgabe zu entrichten. Die Steuern sind dagegend voraussetzungslos geschuldet, unabhängig von den in Anspruch genommenen Dienstleistungen des Staates.
Was für öffentliche Abgaben mit konkreter Gegenleistung (Kausalabgabe) kennen Sie?
1. Gebühren (z.B. Parkgebühren)
2. Ersatzabgaben (z.B. Wehrdienstersatzabgabe)
3. Vorzugslasten (z.B. Jagtpatentgebühr)
Was ist die Steuer und für was wird diese erhoben?
1. eine Geldleistung
2. für die Deckung des Finanzbedarfes
Wer darf Steuern erheben?
1. Bund
2. Kanton
3. ermächtigtes Gemeinwesen (Gemeinde, Kirchgemeinde)
Unterschied zwischen
1. direkte
2. indirekte Steuer
1. Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wird berücksichtigt (Tarif progressiv). Wer mehr verdient bezahlt mehr (u.a. Einkommens- und Vermögenssteuer)
2. Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wird nicht berücksichtigt. Die Steuer ist für jeden Bürger gleich (u.a. Verbrauchssteuern z.B. Mehrwertsteuer). Tarif ist linear.
Was ist das Steuersubjekt?
Das Steuersubjekt ist eine Person, die in einem Rechtsverhältnis zum Staat steht (natürliche und/oder juristische Person)
Damit wir in unserer Gemeinde jemand besteuern können, braucht es eine bestimmte Zugehörigkeit. Wie heisst diese?
1. Persönliche Zugehörigkeit oder auch unbeschränkte Steuerpflicht
2. Wirtschaftliche Zugehörigkeit oder auch beschränkte Steuerpflicht
Gibt es auch Steuersubjekte die nicht besteuert werden?
Ja, z.B. Diplomaten oder der Bund, Kanton , Gemeinden usw.
Was versteht man unter Steuerrechtsverhältnis?
Umschreibt die Beziehung zwischen dem Gemeinwesen und der steuerpflichtigen Personen. Aus dem Steuerverhältnis resultiert einerseits die Steuerforderung und anderseits die Steuerschuld.
Was verstehen Sie unter Pflichten Dritter?
Behörden und Beamten des Staates und der Gemeinden sind zu umfassender Auskunftserteilung gegenüber den Steuerbehörden verpflichtet. Arbeitgeber, Versicherer und Vorsorgeeinrichtugen müssen Bestätigungen ausstellen z.B. Lohnausweis.
Was verstehen Sie unter Veranalgungsverfahren?
Ziel des Veranlagungsverfahrens ist die Feststellung der von einer steuerpflichtigen Person geschuldeten Steuer.
Kurzer Ablauf des Veranlagungsverfahren
1. Versand der Steuererklärung aufgrund Gemeinderegister durch Kanton
2. Bürger füllen Steuererklärung aus und reicht sie bei der zuständigen Gemeinde ein (Frist 15.03.)
3. Gemeinde kontrolliert die Vollständigkeit
4. Gemeinde leitet die Steuererklärung an das zuständige Erfasszungszentrum weiter
5. Eingangsverarbeitung
6. Taxationsbeamter kontrolliert Steuererklärung
7. Zustellung der Steuerrechnung mit Veranlagungsverfügung
Ich bin mit dem Entscheid der kantonalen Steuerverwaltung nicht einverstanden. Was habe ich für rechtliche Möglichkeiten?
1. Einsprache bei Veranlagungsbehörde (30/60 Tage)
2. Rekurs bei Steuerrekurskommission (30 Tage)
3. Verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern (nur Staat, 30 Tage)
4. Staatsrechtliche Beschwerde beim Bundesgericht (30 Tage)
Wer führt folgende Register
1. Einkommens- und Vermögenssteuer
2. Amtliche Bewertung
3. Juristische Personen
1. Gemeinde
2. Gemeinde
3. Kanton
Sind die Steuerregister öffentlich?
Ja
Was verstehen Sie unter Steuernachfolge?
Tritt beim Tod des Steuerpflichtigen ein. Die Erben übernehmen die steuerrechtlichen Rechte und Pflichten des Erblassers.
Was können Sie unternehmen, wenn der Erblasser überschuldet ist?
Ausschlagung der Erbschaft.
Was verstehen Sie unter Steuervertretung?
z.B. bei Ehegatten und Minderjährigen. Die Steuervertretung besteht darin, dass für die steuerpflichtige Person eine andere Person, ein Vertreter, handelt.
Wie werden Ehegatten besteuert?
Im schweizerischen Steuerrecht gilt der Grundsatz der Familienbesteuerung. Es findet eine gemeinsame Besteuerung statt. Einkommen und Vermögen beider Ehegatten werden zusammengerechnet.
Wie werden Minderjährige besteuert?
Inhaber der elterlichen Gewalt versteuern das Einkommen und Vermögen des Minderjährigen mit Ausnahmen der Einkünfte aus Erwerbstätigkeit (Lohn).
Zählen Sie verschiedene Steuern nach dem bernischen Steuergesetz auf:
1. Einkommens- und Vermögenssteuer
2. Gewinn- und Kapitalsteuern
3. Grundstückgewinnsteuern
4. Erbschafts- und Schenkungssteuern
5. Nachsteuern und Bussen
6. Liegenschaftssteuern
Wie können die bernischen Steuern grob eingeteilt (zeitlich) werden?
1 Periodische Steuern (Einkommensteuern)
2. Einmalige Steuern (Grundstückgewinnsteuern)
Welches Einkommen wird besteuert?
Sämtliche Einkommen (u.a. auch Naturalbezüge)
Was für 3 Abzugsarten gibt es gemäss StG?
1. Aufwendunge (z.B. Berufskosten)
2. Allgemeine Abzüge (z.B. Krankenkasse)
3. Sozialabzüge (Kinderabzug)
Was verstehen Sie unter Steuerperiode?
Zeitraum, für welche die Steuern geschuldet sind. In der Regel umfasst die Steuerperiode ein Kalenderjahr.
Gibt es Ausnahmen (Steuerperiode)?
Ja: bei Tod oder Wegzug ins Ausland
Die Steuerpflicht besteht somit nur während eines Teils der Steuerperiode. Wie heisst dann diese Steuerpflicht?
Unterjährige Steuerpflicht
Was verstehen Sie unter Bemessungsperiode?
Zeitraum in dem das Einkommen erzielt worden ist.
Was haben wir im Kanton Bern für eine Bemessungsregel?
Postnumerandobesteuerung oder Gegenwartsbemessung
Wie funktioniert die Bemessungsregel?
Die Veranlagungsperiode folgt der Steuerperiode, d.h. die Veranlagung beginnt erst nach Ablauf der Steuerperiode. Beispiel: Steuerperiode und Bemessungsperiode 2002; Veranlagungsperiode 2003
Wie werden Ausländer besteuert?
Vom Einkommen zieht der Arbeitgeber die Quellensteuer ab.
Wie wird das steuerbare Einkommen ermittelt?
+ Gesamtes Einkommen
- Aufwendungen/allgemeine Abzüge
- Sozialabzüge
= steuerbares Einkommen
Wie wird die Steuer berechnet?
steuerbares Einkommen und Vermögen
einfach Steuer gemäss Tarif (Tarif I oder II)
multipliziert mit Steueranlage Kanton, Gemeinde und Kirchgemeinde
= Gesamtsteuer
Steueranlage Kanton?
ab 2002 neu 3.06
Steueranlage Ihrer Gemeinde?
Thun: 1.74
Wie wird die Liegenschaftssteuer berechnet?
amtlicher Wert multipliziert mit der beschlossenen Liegenschaftssteueranlage (Thun z.B. 1.2 %o).
Ist es möglich, dass ein Steuerpflichtiger von 3 bernischen Gemeinden je eine Steuererklärung erhält?
Nein. Für die ganze Steuerperiode besteht für jede steuerpflichtige Person nur eine bernische Veranlagungsgemeinde.
Wass kennen Sie für Steuerteilungen unter bernischen Gemeinden?
1. Teilung bei Grundbesitz
2. Teilung bei Geschäftsbetrieben und Betriebsstätten
3. Teilung bei selbständigen Wohnsitz von Ehegatten
4. Teilung bei Grundstückgewinnen