SPI Krite 1
Biospu & Bluspu
Biospu & Bluspu
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Flashcards
Was ist DNA?
- "Genetischer Fingerabdruck"
- Desoxyribonukleinsäure (Englisch Desoxyribonuklein Acid)
Welcher Bereich des DNA wird im strafrechtlichen Bereich verwendet?
Lediglich der nicht kodierende (persönlichkeitsneutrale) Bereich des DNA-Profils)
D.h. mit Ausnahme des Geschlechts werden keine körperlichen oder psychischen Eigenschaften bestimmt.
Was ermöglicht DNA?
Eine direkte Personenidentifikation
Diese ist unveränderlich (ausser bei Knochenmarktransplantation)
Wo ist u.A. biologisches Material enthalten?
- Sperma
- Vaginal
- Blut
- Speichel
- Hautzellen
- Urin, Kot, Erbrochenes (nur bedingt)
- Hautgewebe
- Knochen, Zähne
- Haare (inkl. Wurzel)
Biologische Spuren können latent oder sichtbar sein.
Was ist mitochondriale DNA?
- Enthält nur das mütterliche Erbgut
- Lediglich für Direktvergleiche geeignet
- Wird nicht in DNA-Datenbank erfasst
Wie können Kontaminationen vermieden werden?
- Handschuhe regelmässig wechseln
- Mit Handschuhen nur Spurenmaterial berühren (Keine eigenen Gegenstände oder Körperteile)
- Je nach Delikt mit Mundschutz und Kombi arbeiten
- Wenn möglich Spurenträger nur dort anfassen, wo keine Spurensicherung gemacht wird
- Getrennte Räumlichkeiten für Trocknung und Spurensicherung (Täter / Opfer)
- Frische Einweg-Arbeitsunterlagen verwenden
- Keine fremden Personen am Tatort
Welche zwei Arten von Kontaminationen gibt es?
- Direkte Kontamination (Berühren des Spurenträgers oder indirekten Kontakt wie sprechen oder Husten)
- Indirekte Kontamination (Durch kontaminiertes Spurensicherungsmaterial, Räumlichkeiten oder Arbeitsflächen)
Weiter gibt es die Fehlerquelle der Verwechslung am Tatort oder im Labor (Falsche Beschriftung)
3 Vorteile des Staff-Index
- Kontaminierte Mischspuren werden reduziert
- Keine tatortberechtigten Profile in Datenbank
- Sensibilisierung und Lerneffekt bei Kontamination
2 Sicherungsmethoden von DNA?
- Wattetupfer
- Klebeband (Scenesafe)
Was muss bei der Sicherung mit Wattetupfern beachtet werden?
- Bei porösen Oberflächen sind 2 Abriebe zu empfehlen (1. nass, 2. trocken)
- Glatte Oberflächen lediglich 1 Tupfer, nass
- Genug, aber nicht zu stark befeuchten (kann während Abrieb nachbefeuchtet werden)
- Druck ist abhängig von Oberfläche (Textil relativ viel Druck, ab Opferkörper/Haut relativ wenig Druck)
Welche biologischen Spuren können mit sepz. Lichtquellen (Crimelite) sichtbar gemacht werden?
- Sperma, Vaginalsekret, Urin sowie Kontaktspuren (Hautzellen)
- Speichel weist keine Lumineszenz auf
2 Kontrastverstärkende Methoden bei latenten oder schwach sichtbaren Blutspuren
- Luminol: Zur Sichtbarmachung von latenten und abgewaschenen Blutspuren. Basiert auf Reaktion des Blutfarbstoffes Hämoglobin, reagiert bläulich lumineszent.
- LCV (Leukokristallviolett) Zur Verstärkung von kaum sichtbaren blutigen Dakty- und Schuhspuren. Spur erscheint violett. Lässt sich kaum mehr entfernen. (Vorgängige absprache mit StA)
Was ist bei der Anwendung von Luminol zu beachten?
- Raum muss abgedunkelt werden
- Kann falsch positiv, z.B. mit Putzmitteln, reagieren. = Nullprobe zwingend notwendig
- Atemschutzmaske mit Aktivkohle, Schutzbrille, Schutzbekleidung und Nitril Handschuhe verwenden
- Vor jedem Gebrauch neu vorbereiten, wird fein zersteubt
2 Blutvortests bei sichtbaren Blutspuren
- Hemastix: unspezifischer Test auf Hämoglobin
- Hexagon OBTI-Test: spezifischer Test auf menschliches (Primaten) Hämoglobin (Bei zu viel Blut falsch negatives Ergebnis möglich)
Spermavortest
- Phosphatesmo, Nachweis der sauren Prostata-Phosphatase, unspezifischer Test, verfärbt violett wenn positiv.
Kann mit Vaginalsekret falsch positiv reagieren (Spätere Reaktion, eher rosarot)
Speichelvortest
- Phadebas (Reagiert auf a-Amylase, Verdauungsenzym im Speichel)
- RSID saliva (Spezifischer Test auf Antikörper in menschlichem Speichel)
Urinvortest
- RSID Urinvortest (Reagiert auf Nierenprotein) falsch negativ wenn Blut in Urin
Schweizerische DNA-Datenbank
- Seit 01. Januar 2005 DNA-Profilgesetz in Kraft
- EDNAIS, Eidgenössiche DNA-Datenbank (Erkennungsdienstliches DNA-Informationssystem)
- CODIS (Combined DNA Index System) Software mit welcher Datenbank betrieben wird
- Koordinationsstelle IRM Zürich
- Enthält DNA-Spuren von Tätern/Verdächtigen und Tatortspuren
Blutspurenbilder-Interpretation (BPA)
- BPA = Bloodstain Pattern Analysis
- BPA ist das Studium von Blutspuren anhand ihrer Form, Grösse und Verteilung
- Vor allem bei Gewaltdelikten
- Für Tatrekonstruktion
Was ist Blut?
- In den Blutgefässen zirkulierende Körperflüssigkeit
- Erwachsene ca. 4 - 6 Liter (ca. 6-8 % der Körpermasse)
- Transport von Sauerstoff, regulation von Körpertemperatur, Gerinnung, Transport von Nährstoffen
- 45% aus Zellen (rote und weisse Blutkörperchen und Blutplättchen)
- 55% Blutplasma (Serum)
- Im Vergleich zu Wasser eine Viskosität von ca. 4.5
BPA als Hilfe für eine gezielte DNA-Spurensicherung
- Je weiter Blut von eigentlichen Tatort entfernt ist, desto höher Wahrscheinlichkeit auf Täterblut
- Grosse Blutlachen, in welcher Opfer liegt, Wahrscheinlichkeit für Opferblut sehr hoch
- Passive/Runde Tropfen auf einer Leiche sehr interessant, jemand stand über der Leiche und hat getropft
Wovon ist die Form einer Blutspur unter anderem abhängig?
- Oberflächenbeschaffenheit der getroffenen Fläche
- Auftreffwinkel
(Rechtwinklig=nahezu rund, Spitzwinklig=eliptisch) Spitze Ende gleich Auftreffrichtung
Was gehört auch zur gesamtbeurteilung von Blutspurenbildern?
- Wo befinden sich die Spritzer?
- Nur an einer Wand oder auch an der Decke?
- Auf welcher Höhe ab Boden?
Was muss bei der fotografischen Dokumentation beachtet werden?
- Spuren kennzeichnen und Massstab verwenden
- Im rechten Winkel zur Spur fotografieren
Weitere wichtige Punkte bei der Dokumentation
- Genügend Übersichts- und Detailaufnahmen
- Leiche aus unterschiedlichsten Winkeln fotografieren
- Bei Opfer Hände die Aussen und Innenseite gut dokumentieren
- Detailspuren wenn möglich senkrecht
- Nicht nur die Wände, Boden und Decke nicht vergessen