Spez. öV Modul 6+7

Beurteilung und Analyse / Optimierung und Umsetzung von Transportdienstleistungen

Beurteilung und Analyse / Optimierung und Umsetzung von Transportdienstleistungen


P. B.
Diese Lernkarten vermitteln vertieftes Wissen zu Projektmanagement, Optimierungsstrategien und Qualitätsmanagement im öffentlichen Verkehr, speziell für Infrastruktur- und Angebotsanpassungen. Sie behandeln Grundlagen wie Stakeholder-Einbindung, betriebliche Umsetzbarkeit, Messgrößen und typische Herausforderungen bei Infrastrukturprojekten. Ideal für Fachleute und Studierende, die sich mit langfristigen Systemverbesserungen oder kurzfristigen Anpassungen im Verkehrsbereich befassen.
Karten
34
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Verkehrskunde
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
29.08.2026 / 30.08.2026

Lernkarten

Qualitätsmanagement

Erwartungen kennen, Qualität messen, Ergebnisse analysieren, Verbesserungen ableiten, Wirkung überprüfen

Qualitätsmanagement muss:

Nachvollziehbar sein, Auf Fakten und Daten basiere, Regelmässig durchgeführt werde, kundenorientiert sein, Verbesserungen ermöglichen, Entscheidungen unterstützen

PDCA-Zyklus

Plan - Do - Check - Act

Drei Ebenen

Betrieb, Kunde, Management

Grundprinzipien

  • Einheitliche Messmethodik interoperables Netz
  • Fokus auf kommerzielle Ankunft (Kundensicht)
  • Nur ein Teil der Anschlüsse kann gemessen werden wegen verbundenen Systemen

KPI

Key Performance Indicator

  • Pünktlichkeit 

  • Sauberkeit 

  • Auslastung Fahrzeuge 

  • Modalsplit 

  • Anschlüsssicherheit 

  • etc.

BAV QMS RPV

Qualitätsmesssystem Regionaler Personenverkehr vom BAV

Jährliche Mysteri Kunden, Zielvereinbarungen

Datenquellen

  • GPS
  • Fahrzeugdaten
  • Fahrplandaten
  • Fahrgastdaten (Frequenz)
  • Beschwerden/Feedback

Statistik Kennzahlen

  • Min / Max
  • Median
  • Durchschnitt
  • Perzentil

Statistik Histogramm

Beispiel

Achse 1: Anzahl Personen

Achse 2: Körpergrösse

Kano-Modell

Basisfaktoren (Muss)

Leistungsfaktoren (Soll)

Begeisterungsfaktoren (Plus)

Beschwerdemanagement wofür?

Bestenfalls kategorisiert

Schwachstellen, Trends, Risiken und Qalitätsprobleme

Qualitätsbericht enthält

  1. Daten (gemessene Fahrten)
  2. Kennzahl (Pünktlichkeitswert)
  3. Bewertung (Zielwert erreicht/verfehlt)
  4. Schlussfolgerung (Pünktlichkeit ungenügend auf Linie X/Y gegenüber Vorjahr)
  5. Handlungsfeld (Ursachen der Verspätung sind zu analysieren)

Key Messages: Optimierungen

Optimierung = Erhöhung Personenkilometer 

Optimierung ist eine Kettenreaktion 

Proaktiv sein, Stakeholder einbeziehen (Korrekturen sind teuer) 

Optimierung im System

Bestehendes System bleibt oder wird angepast:

- Fahrplan 

- Anschlüsse 

- Umlaufplanungen 

- Rollmaterial 

- Digitale Tickets 

- Busbevorzugung an Ampeln 

- Echtzeitinformationen 

Optimierungen am System

Systemerweiterung oder veränderung:

- Neue Weichen, Signale, Zugfolgezeit etc. 

- Unter- oder Überführungen 

- Ausbauprogramme Bund / Kanton / Gemeinde  

- Neue Angebotsformen (On-Demand-Mobilität) 

Am oder im System grundlegender Unterschiede

Am System: Grosses langfristiges Verbesserungspotenzial, Kapazitätssteigerung möglich, Teuer + Komplex, lange Planungszeit

Im System: 

Günstiger, schneller umsetzbar, weniger politische Hürden. Jedoch Potenzial begrenzt. 

 

Reisezeitbilanz Formel

(Peronen x Zeitersparnis) - (Personen x Zeitverlust) = Minuten

Neu vs. alt kann so berechnet werden

Priorisierungsmatrix

Stakeholder

  • Bund
  • Kantone & Verkehrsverbünde
  • Gemeinden & Städte
  • TU's
  • Bevölkerung & Parteien
  • Wirtschaft & Immobilienakteure
  • Umwelt- & Interessensakteure
  • Planungs- & Ingeneurbüros
  • Gerichte

Stakeholder-Map

Planungsfünfeck

  • Infrastruktur
  • Rollmaterial
  • Angebot
  • Nachfrage
  • Finanzen

Drei objektive Messgrössen zur Beurteilung der Wirksamkeit von Optimierungsmassnahme

  • Reisezeitbilanz
  • Kosten-Nutzen-Verhältnis
  • Kostendeckungsgrad

Betriebliche Umsetzbarkeit Infrastruktur

  • Fahrplanslot
  • Gleisbelegung Bahnhöfe
  • Auswirkungen andere Angebote
  • Bauliche Auswirkungen ISB

Betriebliche Umsetzbarkeiten EVU

  • Rollmaterialverfügbarkeit
  • Personalverfügbarkeit

Infrastruktur Bahn vs. Bus & Tram

Bahn: eigene Infra

Bus & Tram: Kantone und Gemeinden

Reihenfolge für Umsetzung Optimierung

  1. Optimierungsbegehren
  2. Prüfungsantrag
  3. Prüfung
  4. Umsetzung

Prüfantrag enthält

  • Ausgangslage / Ziele 

  • Angebotsziele 

  • Handlungsspielräume (Muss/Soll, Prioritäten) 

  • Verkehrsperiode 

  • Vorausgesetzte Infrastruktur 

  • Rollmaterial 

  • Produktionskonzept: Stärken/Schwächen, Abstellungen, Personal etc. 

  • Erwartetes Resultat 

  • Umsetzungswahrscheinlichkeit  

  • Kosten (grobe T-Shirt-Grössen) 

4 Kernelemente der Umsetzung

  1. Einleitung & Timing 
  2. Zeithorizonte & Konsequenzen 
  3. Projekt- und Changemanagement 
  4. Stakeholder und Gremien 

Wann wird Optimierung eingeleitet?

  • positive Machbarkeistprüfung
  • Finanzmittel sichergestellt
  • "Externer Druck" wie Gesetze

Gründe für mögliche Verzögerungen

  • Fehlende Finanzmittel
  • Genehmigungs- und Regulierungsfristen
  • Stakeholder
  • IT-Integration
  • Strategische Priorisierung

Zeithorizonte

  1. Infra
  2. Rollmaterial
  3. Digitallösungen

  1. 10 Jahre+
  2. 3-7 Jahre
  3. 1-2 Jahre

Projekt- und Changemanagement beachten

  • Projektphasen: Initiierung, Planung, Durchführung, Überwachung, Abschluss
  • Veränderungsprozess: 7 Phasen Schock-Integration
  • MA früh einbeziehen und schulen
  • Kommunikationsplan: was bei Wiederstand

Baustellenfolgen

  • Umleitungen
  • Fahrplananpassungen
  • Kapazitätsfolgen
  • Pünktlichkeit
  • Folgen Kundeninformation
  • Finanzielle Folgen

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