Sozialversicherungen

Sozialversicherungen

Sozialversicherungen


C. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Sozialversicherungen in der Schweiz, insbesondere für Studierende und Berufstätige im Bereich BWL. Sie behandeln zentrale Themen wie AHV, Unfallversicherung, Arbeitslosenversicherung und Krankenversicherung, einschließlich Berechnungen von Renten, Taggeldern und Beiträgen. Die Karteikarten erklären auch Ansprüche, Leistungen und spezifische Regelungen für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Familien, etwa Erziehungsgutschriften oder Hilflosenentschädigungen. Praktische Beispiele und Berechnungen helfen, die komplexen Zusammenhänge verständlich zu vermitteln.
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Créé / Mis à jour
23.01.2014 / 23.08.2020

Flashcards

Wie ist die zeitliche Entwicklung unseres sozialen Rechtsstaates?

Anfang 19. Jahrhundert wurden erste Gesetze zur Regelung der Fabrikarbeit erlassen (1877), aber auf privater Ebene. Zwischen 1880 und 1945 wurden erste Sozialversicherungsgesetze erlassen und die Garantie einer minimalen Existenzsicherung gegeben, aber immer noch auf privater Ebene. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde daraus dann ein umfassendes System, mit dem Ziel: Garantie der gewohnten Lebenshaltung.

Was ist die zentrale Idee des Drei-Säulen-Prinzips?

Wer keine Erwerbstätigkeit mehr ausführen kann, soll in seiner Existenz gesichert werden. Jede und jeder soll mit einer Grundversciherung bei Eintritt eines sozialen Risikos rechnen können. Die bestehende Solidarität zwischen besser und weniger gut Verdienenden führt dazu, dass gut Verdienende mit ihren Beiträgen zur Sicherung der weniger gut Verdienenden beitragen.
Das Drei-Säulen-Prinzip ist ein Konzept, welches die staatliche, die berufliche und die individuelle Vorsorge zusammenfasst zu einem umfassenden Vorsorgeschutz im Alter, bei Invalidität und im Todesfall.

Was ist der Föderativstaat?

In der Schweiz sind neben dem Bund auch die Kantone gesetzgeberisch tätig.

Wie sieht das 3-Säulen-Prinzip aus?

1. Säule
Ziel: Existenzsicherung
Art: Staatliche Vorsorge
Versicherung: AHV / IV
Zusätzliches: Ergänzungsleistungen

2. Säule
Ziel: Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung
Art: Berufliche Vorsorge
Versicherung: Obligatorisch UVG, BVG
Zusätzliches: Überobligatorisch UVGZ, Pensionskasse überobl.

3. Säule
Ziel: Individuelle Ergänzung
Art: Selbstvorsorge
Versicherung: Gebundene Vorsorge 3a
Zusätzliches: Freie Vorsorge 3b
 

Seit wann sind die Sozialwerke AHV / IV / Unfallversicherung / BVG / KTG in Kraft?

AHV: 1948
IV: 1960
UVG: 1912 / 1947 / 1984
BVG: 1985
KTG: 1996

Welche zwei Finanzierungsverfahren gibt es?

- Umlageverfahren (1. Säule) : die laufenden Einnahmen werden für die laufenden Ausgaben verwendet

- Kapitaldeckungsverfahren (2. + 3. Säule): Die Sparanteile aus den Beiträgen der Versicherten werden am Kapitalmarkt angelegt nd für jeden einzelnen Versicherten einDeckungskapital gebildet.

Grundlagen zur AHV?

hat die sozialpolitische Aufgabe, den wegen Alter oder Tod verminderten oder ausfallenden Verdienst teilweise zu ersetzen. Die AHV umfasst die ganze Bevölkerung der Schweiz und ist somit eine allgemein obligatorische Volksversicherung, die durch Beiträge der Versicherten, der Arbeitgeber und der öffentlichen Hand finanziert wird.

Welche Personen müssen keine AHV bezahlen?

- Diplomaten
- Schweizer und Ausländer, die bereits einer ausländischen staatlichen AHV angehören
- Personen, welche die Voraussetzungen für die oblig. Versicherung nur für sehr kurze Zeit erfüllen (Artisten, Künslter, Experten etc.)

Beitragsdauer der AHV und IV-Pflicht?

-Bis 31. Dezember 17. Altersjahr keine Beitragspflicht
-ab 18. Altersjahr bis 31. Dezember des 20. Altersjahres: Pflichtig wenn man arbeitet
-ab 21. Altersjahr: in jedem Fall pflichtig, ob man arbeitet oder nicht
-Rentenalter bis Tod: Erwerbseinkommen über dem Freibetrag (1400.--) pflichtig

Wann wurde das 3-Säulen-Prinzip in der Bundesverfassung verankert?
Welche Ziele hat dieses Prinzip?

1972
Existenzsicherung / Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung / Individuelle Vorsorge

Zählen Sie drei Gründe auf, wieso unser Sozialversicherungssystem zur Zeit angeschlagen ist

- Wirtschafliches Wachstum ist klein
- Demographische Entwicklung Überalterung
- Gesellschaftsprobleme z.B. immer mehr IV-Fälle

Was ist der Unterschied zwischen Geldleistungen und Sachleistungen?

Bei Geldleistungen handelt es sich um Ersatzeinkommen / Ausgleich von entgangenem Einkommen. Bei Sachleistungen handelt es sich um Kostenvergütungen / Ersatz für entstandene Kosten / Vergütung von Zusatzkosten.

Was bedeutet die Aussage: in der AHV besteht eine Solidarität zwischen Arm und Reich?

Reiche bezahlen auf ihrem gesamten Einkommen ohne obere Grenze Beiträge. Die Rente ist jedoch plafoniert, d.h. es gibt eine Maximalrente. Umgekehrt erhalten auch arme eine Minimalrente welche nicht dem Einkommen entspricht.

Was sind Erziehungs- und Betreuungsgutschriften?

Für jedes Jahr, in welchem eine versicherte Person Kinder unter 16 Jahren hat, wird ihr eine Erziehungsgutschrift angerechnet.

Was ist der Zweck des BVG?

Sicherung der gewohnten Lebenshaltung (früher 60% des Einkommens) in angemessener Weise (zusammen mit den Leistungen der AHV/IV) bei Eintreten eines Versicherungsfalles (Alter, Tod, Invalidität)

Pensionskassenarten: Erklärung und Vor- und Nachteile Beitragsprimat

Die Vorsorgeleistungen werden aufgrund des angesparten Kapitals mittls Umwandlungssatz berechnet, das Kapital ergibt sich aus den Sparbeiträgen plus Zinsen.
-die Beiträge werden fix vorgegeben
- die Leistungen werden aufgrund der Beiträge berechnet
- es gibt keine Garantie der Leistungen in Prozenten des versicherten Verdienstes
Vorteile:
-leicht nachvollziehbar
-keine Einkaufssummen, keine Nachzahlungen
Nachteile:
-Der Vorsorgegrad sinkt bei Erhöhung des versicherten Verdienstes laufend, Lohnerhöhungen werden ev. zu wenig berücksichtigt
-In der Regel liegt ein tieferer Vorsorgewert als im Leistungsprimat vor

 

Pensionskassenarten: Erklärung und Vor- und Nachteile Leistungsprimat

Die Vorsorgeleistungen werden in einer bestimmten Höhe (z.B. 60%) des letztversicherten Lohnes festgelegt. Aufgrund dieses Leistungszieles werden die Beiträge festgelegt und machen in der Regel den Einkauf von Lohnerhöhungen erforderlich.
d.h. Leistungen fix, Beiträge variabel
Vorteile:
-Klare lohnprozentuale Leistung
-In der Regel höhere Leistungen als im Beitragsprimat
Nachteile:
-Einkaufssummen, Nachzahlungen
-Austrittsleistungen sind nicht einfach zu berechnen, schwer nachvollziehbar

Wer ist obligatorisch BVG-Versichert?

Arbeitnehmer ab 25. bis 64/65 Jahre für Alter, Tod, Invalidität, Arbeitnehmer von 18 bis 24 Jahre für Tod und Invalidität.

Ausnahmen:
-Lohn unter Eintrittsschwelle 21'060.--
-befristete Arbeitnehmer von max. 3 Monate
-Personen welche im Sinne der IV 70% erwerbsunfähig sind
-Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber nicht AHV pflichtig ist (Auslandsbetriebe)
 

Wer kann sich freiwillig BVG versichern und wo?

-Selbstständigerwerbende, welche nicht obligatorisch versichert sind
-Arbeitnehmende mit mehreren Arbeitgebern, wo bei keinem die Eintrittsschwelle von 21'060.-- erreicht wird (zusammen aber schon)
-an eine betriebliche oder verbandliche Vorsorgeeinrichtung oder an die Stiftung Auffangeinrichtung

Wann darf man das BVG-Guthaben vorzeitig beziehen?

-bei selbstbenutztem Wohneigentum (mit bestimmten Grenzen)
-wenn die Schweiz und der EU-Raum definitiv verlassen wird (ganzes Guthaben)

- bei Aufnahme der Selbstständigkeit (ganzes Guthaben)

Warum wird ein Koordinationsabzug gemacht und wie?

Weil sonst quasi die AHV doppelt gerechnet würde (Koordinationsabzug 24570.-- = ca. 87.5% der Altersrente)

AHV-Lohn abzüglich Koordinationsbeiträg = Koordinierter Lohn
Maximum: AHV-Lohn 84240.-- minus 24570 = Koordinierter Lohn 59670.--
Minimum: Eintrittsschwelle 21'060.--, minimal koordinierter Lohn 3'510.--

Wie wird eine BVG Rente berechnet?

z.B. Total Altersgutschriften zum Zeitpunkt der Rente = Fr. 589'680.60, diese werden verzinst mit 1.75% (Mindestzinssatz) = Fr. 600'000.-- Altersguthaben
Altersguthaben à Umwandlungssatz = 600'000.-- x 6.8% = 40'800.-- Rente/Jahr : 12 = 3'400.-- BVG-Rente

Was sind aktuelle Themen runds ums BVG?

-Bezug Teilrenten ermöglichen
-aufschub Rentenbezug bis 70 ermöglichen (wie AHV)

Wofür ist die Auffangeinrichtung zuständig?

Sie ist eine Vorsorgeeinrichtung, sie ist verpflichtet:

-Arbeitgeber, die ihrer Pflicht zum Anschluss an eine Vorsorgeeinrichtung nicht nachkommen, anzuschliessen
-Personen als freiwillig versicherte aufzunehmen
-Führen von Freizügigkeitskonten von Personen, welche aus einer Vorsorgeeinrichtung ausgetreten sind und nicht in ein neues Vorsorgeverhältnis eingetreten sind

Berechnung Kinderrente 20% (Kinderzulage Pensionierte)
Alterskapital = 380'034.05

Alterskapital 380'034.05 x 6.8% = 25'842.35 Altersrente BVG
25'842.35 x 20% = 5168.20 Jahresrente : 12 = 430.70 pro Kind
Total Rente = 25842.35 + 5168.20 = 31'010.55 : 12 = 2'584.21

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Invalidität anerkennt wird?

- Ein Gesundheitsschaden
- Eine durch diesen Gesundheitsschaden verursachte bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähgikeit bzw. die Unfähigkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen
-Ein Kausalzusammenhang zwischen Gesundheitsschaden und Erwerbsunfähigkeit

Welche Leistungen kennt die IV?

-Massnahmen der Frühintervention (z.B. Arbeitsplatz anpassen etc.)
-Medizinische Massnahmen (z.B. bei Geburtsgebrechen)
-berufliche Massnahmen (Umschulung)
-Integrationsmassnahmen (z.B. psychisch kranke aufs Arbeitsleben vorbereiten)
-Hilfsmittel (Rollstuhl)
-Taggelder
-Renten

Bei welchem Invaliditätsgrad gibt es welche IV-Renten?

Der Rentenanspruch entsteht erst, wenn die versicherte Person mindestens zu 40% bleibend erwerbsunfähig geworden ist oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 40% erwerbsunfähig gewesen ist.

ab 40% - Viertelsrente

ab 50% - halbe Rente

ab 60% - Dreiviertelsrente

ab 70% - ganze Rente

Errechnung IV-Rente:
Einkommen ohne Behinderung 60'000.--
Einkommen mit Behinderung 24'000.--
 

Einkommensverlust 36'000.--
100:60'000.-- x 36'000.-- = 60% = Dreiviertelsrente
immer gerade Prozentzahlen nehmen!

Welche Arten zur Berechnung des IV-Grades gibt es und wann werden sie angewendet?

-Einkommensvergleich = Arbeitnehmer und Selbstständigerwerbende
-gemischte Methode = Teilerwerbstätigen
-Betätigungsvergleich = Selbstständigererbende wenn kein Einkommensvergleich gemacht werden kann
 

Leitsatz der IV?

Eingliederung vor Rente

Erklären Sie in ein zwei Sätzen wie ein IV-Grad für ein Arbeitnehmer berechnet wird

Das Valideinkommen wird verglichen mit dem Invalideinkommen, oder das Einkommen, welches ohne den Gesundheitsschaden erzielt werden könnte, wird verglichen mit dem Einkommen, welches mit dem Gesundheitsschaden noch erzielt werden kann. Die Einbusse in Prozent ausgedrückt ergibt den IV-Grad.

Mit welchen Faktoren wird die AHV Rente berechnet?

-Beitragsjahre
-das aufgewertete Erwerbseinkommen
-die Erziehungs bzw. Betreuungsgutschriften

Die während der Ehejahre erzielten Erwerbseinkommen der Ehepartner werden geteilt (Einkommenssplitting)

Wie werden Erziehungsgutschriften und Betreuungsgutschriften berechnet?

Erziehungsgutschriften:.Für jedes Jahr, in welchem eine versicherte Person Kinder unter 16 Jahren sowie deren elterlichen Gewalt hat, wird ihr eine Erziehungsgutschrift angerechnet. Die Erziehungsgutschrift entspricht der dreifachen AHV-Minimalrente zum Zeitpunkt des Rentenanspruchs (2013  = Fr. 1170 x 12 x 3 = 42'120.--)
Falls mehrere Kinder im fraglichen Alter sind: pro Jahr gibt es nur eine Gutschrift Erziehungsgutschrift, nicht pro Kind! Im Jahr der Geburt wird keine Erziehungsgutschrift angerechnet.

Betreuungsgutschriften: für Zeiten, in denen Versicherte direkte Verwandte betreuen, die mindestens eine Hilfslosenentschädigung mittelren Grades der AHV/IV/UV beziehen und im gemeinsamen Haushalt leben., Berechnung analog Erziehungsgutschrift.

Was ist das individuelle Konto?

Die Ausgleichskasse führt für jeden Versicherten ein individuelles Konto. Hier werden für jedes Jahr die Erwerbseinkommen und die Beitragsjahre eingetragen, einen IK-Auszug kann man jederzeit bei der Ausgleichskasse bestellen.

Wann wird ein Einkommenssplitting (AHV) vorgenommen?

-Wenn beide Ehepartner rentenberechtigt sind (solange ein Ehepartner rentenberechtigt ist, wird seine Rente ohne Einkommensplitting berechnet)
-eine verwitwete Person Anspruch auf eine Alters- oder invalidenrente hat
-Die Ehe durch Scheidung aufgelöst wird

Was ist die Kinderrente?

Anspruch auf Kinderrenten haben Bezüger von Altersrenten für jedes Kind und 18 bzw. 25 Jahren (Kinderzulagen für Rentner)

Wer hat Anspruch auf eine Witwenrente?

-Ehefrauen, die zum Zeitpunkt der Verwitwung eines oder mehrere Kinder haben. Falls keine Kinder vorhanden sind, hat die Witwe Anspruch wenn sie das 45. Altersjahr zurückgelegt hat und 5 Jahre verheiratet war.
Witwer haben nur Anspruch auf eine Rente wenn und solange er Kinder unter 18 Jahren hat.

Wann kann die Altesrente bezogen werden?

Das ordentliche Rentenalter der Männer beträgt 65 Jahre, bei Frauen 64 Jahre (am ersten Tag des Monats, welcher der Vollendung des ordentlichen Rentenalters folgt)

Wie wird die Eo finanziert?

ausschliesslich aus den Lohnbeiträgen (0.5%, die sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer hälftig teilen) und aus den Zinserträgen finanziert.

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