Sozialpsychologie des Vertrauens

Interpersonelles Vertrauen, Folgen von situativem Misstrauen, Vertrauen in Organisationen und vertrauensbildende Massnahmen

Interpersonelles Vertrauen, Folgen von situativem Misstrauen, Vertrauen in Organisationen und vertrauensbildende Massnahmen


F. JA.
Diese Lernkarten behandeln das Thema Vertrauen in sozialen Beziehungen und ist für das Universitätsniveau konzipiert. Sie beleuchtet verschiedene Modelle und Dimensionen von Vertrauen, wie es in Partnerschaften funktioniert und welche Faktoren das Vertrauen beeinflussen. Die Karteikarten eignen sich besonders für Studierende der Psychologie, die sich mit der Sozialpsychologie des Vertrauens vertraut machen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Psychologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
25.06.2013 / 30.09.2025

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3.1 Das "trust-insurance" System in Paarbeziehungen

Wie verstehen Sie das „bankers‘ paradox“ (People most need loans of interpersonal sacrifice and good will when they are bad credit risks) und was hat das mit Paarbeziehungen zu tun?

Meistens brauchen Menschen grade dann Geldvorschuss, wenn sie keine Sicherheiten zu bieten haben.

So ist es auch in Paarbeziehungen. Menschen brauchen vor allem in Krisensituationen Unterstützung vom Partner, in denen sie selbst wenig zurückgeben können.
Zum Beispiel viel Unterstützung im Haushalt wenn es grade im Job sehr stressig ist. Dann wird die „gestresste“ Person aber auch auf anderen Ebenen nichts zurückgeben können.

3.2.1 Das "trust-insurance" System in Paarbeziehungen

Paare müssen nach Murray und Holmes eine sensible Ausbalancierung des Gleichgewichts ihrer gegenseitigen Abhängigkeit vornehmen.

(a) Aufgrund welcher Cues kommen sie zu einer (gegenseitigen) Einschätzung ihres Vertrauens zum Partner?

Es gibt 5 Cues für das Vertrauen: 1. Tut der andere etwas für mich? 2. Schätzt der andere meine Eigenschaften? 3. Bin ich gleichwertig mit dem anderen? 4. Bin ich hochwertiger als die Alternativen zu mir? 5. Der andere hat Barrieren die Beziehung aufzugeben (bspw. Kinder, Investitionen, Religion…)
Vertrauen ist das was A für B dann tut/gibt.

Aus der Perspektive von Ron:

Wenn Gayle etwas Aufopferndes für mich tut (z.B. mein Studium finanziert), …

Wenn Gayle meine Eigenschaften wertschätzt, …

Wenn ich (Ron) mich in gleicher Weise wertschätze, wie ich das in Bezug auf Gayle tue, …

Wenn ich (Ron) für Gayle attraktiver bin als andere Alternativen, die ihr zur Verfügung stehen, …

Wenn für Gayle Barrieren bestehen (Normen, Investitionen etc.), die Beziehung zu beenden, …

Diskussion 1: Verweisen diese Cues jeweils auf die gleiche oder auf unterschiedliche Stufen des Vertrauens? (vgl. letzte Veranstaltung)

3.2.2 Das "trust-insurance" System in Paarbeziehungen

Paare müssen nach Murray und Holmes eine sensible Ausbalancierung des Gleichgewichts ihrer gegenseitigen Abhängigkeit vornehmen.

(b) Wie können sich kleinere oder grössere Veränderungen in einer Partnerschaft, wie z.B. Abschluss eines Studiums, auf diese Einschätzung auswirken?

Diskussion 2: Wie sieht die Perspektive von Gayle aus, nachdem Ron sein Studium beendet und einen gut bezahlten Job in einer Unternehmensfirma gefunden hat?

Der Abschluss eines Studiums, kann zum Beispiel das wahrgenommene Werteverhältnis stören/verändern. Kann das Selbstwertgefühl erhöhen, die Einschätzung der Eigenschaften/ die wahrgenommene Wertschätzung durch den anderen usw. (sozialer Aufstieg kann bedeuten dass die Eigenschaften des anderen weniger wertvoll scheinen).
Neue Alternativen (kann auch auf anderes als Personen bezogen sein, zB. Allein Leben/Karriere etc.)

3.3 Das "trust-insurance" System in Paarbeziehungen

Es gibt immer wieder bestimmte soziale Dilemma-Situationen in einer Beziehung. Die Autoren versuchen drei verschiedene Kategorien von Dilemmata zu unterscheiden (p.197). Versuchen Sie für Gayle und Ron ein möglichst anschauliches Beispiel für jedes Dilemma zu finden.

Lebensaufgabe-Dilemmata: Rollenbild

Persönlichkeits-Dilemmata: Wenn einer der beiden eher eine ruhige Person ist, die gerne zu Hause bleibt und der andere geht gerne aus, dann ist das problematisch.

Beziehungs-Dilemmata: Zum Beispiel wenn die Beziehung für den einen auf Ehe und Kinder herauslaufen soll, für den anderen aber nicht.

3.4 Das "trust-insurance" System in Paarbeziehungen

Vertrauen entscheidet nach Ansicht der Autoren darüber, ob man sich in einer Konfliktsituation auf selbstschützende oder auf miteinander verbindende Weise verhält (trust as motivational gatekeeper).

(a) Was ist damit gemeint? (b) Welche Verhaltensstrategien gehen mit den unterschiedlichen Motiven einher und (c) inwiefern werden diese Strategien bewusst eingesetzt?   (vgl. auch Abb. 12.1)

 

a) Je nachdem wie man dem anderen vertraut ist es eher ein positiver/ zu positivem Verhalten motivierender Faktor oder das Gegenteil.

b) Es führt zu Vermeidung oder Annäherung. Beziehungsweise abwehrendem Verhalten oder positivem.

c)

 

 

3.5 Das "trust-insurance" System in Paarbeziehungen

Partner mit einer hohen Vertrauensdisposition versuchen den eigenen Handlungsimpulsen in Konfliktsituationen auf eine andere Weise entgegen zu steuern als Partner mit niedriger Vertrauensdisposition.

(a) Was ist damit gemeint? (b) Wann und warum sind manche Partner bemüht, die Abhängigkeit ihres Partners nicht zu vergrössern?

a) Tendenz sogar im negativen Verhalten etwas positives wahrzunehmen (d.h. zbsp wenn jmd. Zu spät kommt, dass es gute Gründe dafür gab)
Es wird eher ein Verbundenheitsmotiv ausgelöst.
Wenn Impulse zum Selbstschutz angekurbelt werden dann springen auch Prozesse an, die das überdecken (Kontrolle bspw. Von Ärger/ Abhängigmachen usw.)

Strategien des wagemutigen Vertrauens (Zusammenspiel von automatischen und kontrollierenden Prozessen):

  • Positive Interpretation von Situationen (Tendenz, selbst im negativen Partnerverhalten Zeichen seines Vertrauens wahrzunehmen)
  • Das Verbundenheitsmotiv ist in sozialen Dilemmasituationen mehr aktiviert, was die kognitive Zugänglichkeit der Strategie ”verstärke Deine Abhängigkeit vom Partner” erhöht und das Commitment rechtfertigt.
  • Dem automatischen Impuls zum selbstschützenden Verhalten wird aktiv entgegen gesteuert, wenn es kritische Situationen gibt (z.B. Zurückweisung durch den Partner). Kontrollierende Prozesse verhindern Ärger und Vergeltungsabsichten. Es wird aber auch der Tendenz entgegen gesteuert, den anderen stärker von sich abhängig zu machen. Dies erhöht  wiederum das eigene und das Commitment vom Partner (seeing one’s partner trapped or dependent threatens faith (p.204))

Strategien des vorsichtigen Vertrauens (Zusammenspiel von automatischen und kontrollierenden Prozessen)?

4.1 Physiologische Komponenten von Vertrauen/Misstrauen

Welche Vertrauensdimensionen werden von Dimoka (2010) unterschieden und wie ist diese Konzeption mit der von Mayer et al. (1995) zu vergleichen?

Eindimensionale vs. zweidimensionale Konzeption von Vertrauen und Misstrauen

Aspekte der Vertrauenswürdigkeit (Mayer et al., 1995)

Fähigkeit

Integrität               => Vertrauen

Wohlwollen

Aspekte der Vertrauensdimension (Gillespie, 2003)

Kognitives Vertrauen/Misstrauen

Affektives Vertrauen/Misstrauen

Aspekte der postulierten zwei Dimensionen Vertrauen und Misstrauen (Dimoka, 2010)

Glaubwürdigkeit*/Unglaubwürdigkeit*

Wohlwollen/Böswilligkeit

 

*) Kompetenz (Inkompetenz), Zuverlässigkeit (Unzuverlässigkeit), Ehrlichkeit (Unehrlichkeit)

 

 

 

Étudier