Soz/ VWL 3

SoWI BFZ Vorbereitung Klausur

SoWI BFZ Vorbereitung Klausur

Christian Gampel
Study

Christian Gampel
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen der Sozialwirtschaft und Volkswirtschaftslehre, wobei sie sich auf verschiedene Aspekte wie Sozialleistungen, demografische Veränderungen und wirtschaftliche Prinzipien konzentrieren. Sie beleuchten Themen wie die institutionelle Gliederung des Sozialbudgets, die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Sozialwirtschaft und die Bedeutung der Sozialwirtschaft als Wirtschafts- und Wachstumsfaktor. Diese Karteikarten richten sich an Studierende und Fachleute, die ihr Verständnis der sozialen und wirtschaftlichen Dynamiken vertiefen möchten, insbesondere im Kontext von Deutschland.
Flashcards
30
Students
8
Language
German
Category
Macro-Economics
Level
Other
Created / Updated
29.10.2014 / 15.10.2023

Flashcards

1.1 Sozialwirtschaft und Ihre Merkmale 

  • ausgerichtet auf soziale Ziele. Sie kann der Gemeinschaft, der Gesellschaft oder dem Gemeinwohl dienen
     
  • Sachzielorientierung Gewinnerzielung o. Maximierung ist nicht Primärziel es geht um eine dienende Funktion des Kapitals
     
  • private Träger- oder Eigentümerschaft  an der Organisation ist gegeben. 

in einem weiten Verständnis von Sozialwirtschaft muss mind. eines dieser Merkmale gegeben sein. 
Es gibt aber auch Organisationen die alle 3 erfüllen. 

 

1.1 Sozialwirtschaft innerhalb der Volkswirtschaft

Die SoWi stellt einen Teilsektor der Wirtschaftlichen Betätigung innerhalb der VW dar, in dem staatliche Einflussnahme aus sozialpolitischen Gründen häufig zu verzeichnen ist. 

Ziel ist es wirtschaftliche Güter und Dienstleitungen zu einem Preis auf den MArkt zu bringen den auch wirtschaftlich schwächere leisten können. 

 

1.1 Eine Mögliche Definition aus dem Bereich Sozialwesen für Sozialwirtschaft bezeichnet Sie als .... 

.... eine Kombination von Institutionslehre, Funktionslehre und spezieller BWL.

1.1 Ein engeres Verständnis von Sozialwirtschaft bezieht sich ....

... auschließlich auf Anbieter sozialer und Gesundheitsbezogener Dienstleistungen 

  • Krankenhauswesen 
  • Jugendhilfe, Familienhilfe  
  • Altenhilfe
  • Behindertenhilfe 
  • Dienste für Personen in besonderen sozialen Situationen 

1.1 Was zeichnet  eine Sozialwirtschaft aus?

Ist eine Beziehung von mindestens 2 Beteiligten, die zusammen eine Wirtschaft organisieren. Sie haben als Ziel die Gesellschaft zu befriedigen und dabei kostendeckend, aber nicht gewinnorientiert arbeiten.

1.1 Geben Sie 3 Beispielsektoren, die die Merkmale einer Sozialwirtschaft besitzen!

Unter Sozialwirtschaft fallen alle Organisationsformen und Dienstleistungen mit mind. 2 Merkmalen, z.B.:

  • Krankenhaus in gemeinnütziger Trägerschaft = alle 3 Merkmale
  • Privat- gewerblicher Pflegedienst = 2 Merkmale liegen vor ( soziales Handeln und Private Eigentümerschaft
  • KH in öffentlicher Trägerschaft = 2 Merkmale ( soziales Handeln und Sachzielorientierung

1.2 Bruttoinlandsprodukt

Das BIP gibt an, in welcher Höhe Waren, Güter und Dienstleistungen innerhalb eines Jahres in einem Land produziert wurden. Berücksichtigt werden dabei ausschließlich Güter, welche für den Endverbraucher produziert wurden. Das BIP bietet aktuelle Informationen über die Volkswirtschaft.

Entstehungsrechnung

Produktionswert-Vorleistungen+Steuern für Güter- Subventionen

= BIP

Verwendungsrechnung

Bruttoinvestitionen+ Ausgaben für Privatkonsum (Haushalte, Organisationen ohne Erwerbszweck)+ Konsumausgaben des Staates+ Außenbeitrag (Exporte – Importe)

= BIP

Verteilungsrechnung

Entgelt für Arbeitnehmer+ Vermögens-/
Unternehmenseinkommen+ Produktions- und
Importabgaben-  Subventionen+ Abschreibungen-  Saldo der Primäreinkommen
aus der restlichen Welt

= BIP

1.3.1 Definition: Sozialleistungsquote 

Die Sozialleistungsquote setzt die im Sozialbudget ermittelten Sozialleistungen ins Verhältnis zum jeweiligen nominalen BIP. 

Sozialleistungsquote = prozentualer Anteil der Summe der Sozialleistungen am BIP 


(diehnt zur Info über das Volkswirtschaftliche Gewicht sozialer Leistungen)
(stellt den Zusammenhang zwischen Sozialleistungen und gesamtwirtschaftlichen Leistungen dar) 
(aus dieser Quote lassen sich keine absoluten Schlüsse ziehen) 

1.3.2 Was versteht man unter Sozialbudget 

Bericht der Bundesregierung, der für einen bestimmten Zeitraum die in Deutschland erbrachten Sozialleistungen (Leistungsseite) und Ihre Finanzierung (Finanzierungsseite) darstellt. Der Begriff wird auch als Kurzbezeichnung für die Summe der  im Sozialbudget dargestellten sozialen Leistungen verwendet 

 

1.3.2 Wie wird das Sozialbuget finanziert?

Das Sozialbudget wird finanziert druch:

- Sozialbeiträge

- Zuschüsse des Staates

- sonstige Einnahmen

1.3.2.2 Welche Funktionen werden im Sozialbudget unterschieden?
  

Das Sozialbudget unterscheidet 10 Funktionen für die Leistungen bereitgestellt werden: 

- Krankheit

- Alter

- Invalidität

- Kinder

- Hinterbliebene

-Ehegatten

-Mutterschaft

-Arbeitslosigkeit

- Wohnen

Allg. Lebenshilfen

1.4 Sozialwirtschaft als Wirtschafts und Wachstumsfaktor 
      Die Bedeutung der Sozialwirtschaft für die Wirtschaft 

  • große Bedeutung hat die Sozialwirtschaft durch die hohe Beschäftigungsquote. Das Gesundheits und Sozialwesen konnte im Vergleich zu anderen Branchen ein in den letzten Jahrzehnten ein überproportionalen Anstieg der Beschäftigung verzeichnen. 
     
  • ein Anteil von 11% am BIP trägt stärker als in anderen Branchen zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei. 
     
  • demographischer Wandel hat die Gesundheitsbranche gestärkt 
     
  • Medizinisch technischer Fortschritt und das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung stärken die Branche 

1.4 Sozialwirtschaft als Wirtschafts- und Wachstumsfaktor 
      Welche Wichtigen Merkmale sind im Zusammenhang mit den Arbeitsplätzen im Gesundheitssektor bezeichnend? 

  • Hoher Frauenanteil 
  • hoher Anteil an Teilzeitarbeitskräften 
  • Minijobs spielen eine wichtige Rolle (geringfügig Beschäftigte) 
  • Im Bezug auf Arbeitsplätze handelt es sich um eine Wachstumsbranche 
    (Bedingt durch alternde Gesellschaft, Rückgang der Hilfen in der Familie, personenbezogen Dienstleistung und die besondere Finanzierung) 

1.9 Was ist unter sozialer Absicherung zu verstehen und auf welchem Prinzip basiert sie?

Die soziale Absicherung des Einzelnen ist ein wesentlicher Aspekt der sozialen Marktwirtschaft. Sie ist ein Schutz vor Folgen verschiedener Ereignisse , die als soziale Risiken charakterisiert sind. Die soziale Absicherung verläuft nach dem Versicherungsprinzip, d.h. man hat nur Anspruch auf Leistung im Bedarfsfall.

2.1  Auf welchen 5 Säulen basiert das System der Sozialen Absicherung?

 

  • Rentenversicherung
  • Krankenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Arbeitslosenversicherung

2.3.3  Nenne 8 Leistungen der Bundesagentur für Arbeit die sich sowohl an Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber richten und denen gewährt werden!

8 Leistungen der Bundesagentur für Arbeit die sich sowohl an Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber richten und denen gewährt werden:

  • ALG 1 und ALG 2
  • Bei der Berufswahl
  • Suche nach Arbeit, Ausbildung
  • Unterstützung der beruflichen Mobilität
  • Zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit
  • Zur Aufnahme einer beruflichen Aus- und Weiterbildung
  • Selbständige Tätigkeit
  • Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers

2.3.3  Welche Aufgaben hat die Bundesagentur für Arbeit?

Aufgaben:

  • Berufsberatung und Berufsorientierung
  • Vermittlung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen
  • Hilfen zur Verbesserung der Beschäftigungschancen
  • Förderung der beruflichen Wiedereingliederung
  • Entgeldersatzleistungen
  • Arbeitgeberberatung

2.4.1 Durch welche Merkmale ist der demographische Wandel charakterisiert?

Die Wohnbevölkerung in Deutschland wird in den kommenden Jahrzehnten allmählich schrumpfen, gleichzeitig wird der Anteil der älteren Menschen aber stark steigen (Alterung von unten und von oben).
Treibende Kräfte dieser Entwicklung:
--> fallenden Geburtenraten und
--> die stetig zunehmende Lebenserwartung.
Wesentlich stärker als das Tempo des BevölkerungsRückganges sind die Veränderungen des Altersaufbaus (demographische Alterung)

2.4.2 Entwicklung der Bevölkerung bis 2060

2009 lebten 82 Mio Menschen in Deutschland 

2060 leben zwischen 65 und 70Mio Menschen in Deutschland (ca 15-20% weniger als jetzt)

Die Zahl der unter 20jährigen wird von 16 Mio auf 10 Mio zurückgehen.

 Gründe: - Geburtenzahl wird weiter zurückgehen (da immer weniger Mütter geboren werden)

               - Geburtenstarke Jahrgänge haben 2060 ein hohes Alter--> höhere Sterblichkeit

 

2.4.3 Welche Auswirkung auf die Sozialwirtschaft könnte eine alternde Gesellschaft haben? 

  • Mehrbedarf an Gesundheitsdienstleistungen
  • mehr Bedarf an Pflegeleistungen
  • mehr Arbeitsplätze im Gesundheitsektor 
  • höherer Altenquotient 
  • alternde Belegschaft in Firmen 
  • weiterhin kann erwartet werden das die BEreiche der gesundheitlichen Prävention und
    Gesundheitsförderung

    an Bedeutung gewinnnen. 

2.4.4 Welcher Wandel lässt sich in den Lebens und Familienformen sowie in der Entwicklung der Haushaltsstruktur feststellen?

Generell kann in Deutschland ein Trend von ehelichen zu nicht ehelichen Lebensformen und dabei überwiegend zu einer Lebensform ohne Kinder beobachtet werden.

Die Zahl der Haushalte steigt und die Größe der Haushalte (Personen je Haushalt) nimmt ab. Ursache dafür ist der Anstieg von kleineren Haushalten insbesondere an Personenhaushalten.

2.4.5 In vergangenen Jahren haben sich die Erwerbsformen in Deutschland stark verändert. Beschreiben Sie kurz diesen Wandel.

Der Wandel der Erwerbsformen zeigt sich in:

  • Rückgang von sozialversicherungspflichtigen Vollzeit Beschäftigungsverhältnisse,
  • eine Zunahme von Teilzeitbeschäftigung und Selbstständigkeit
  • Zunahme von s.g. atypischen Beschäftigungsverhältnissen (geringfügige Beschäftigung, Teilzeit, Arbeit unter 20 Wochenstunden, befristete Beschäftigung, Zeitarbeit).

3.1 Was wissen Sie über das Subsidiaritätsprinzip?

Staatl. und/oder andere gesellschaftliche Organisationen , sollen nur helfen, wenn anderweitig (Familie, Nachbarn, Freunde) keine Abhilfe möglich ist = Hilfe zur Selbsthilfe.

3.1 Praktisch bedeutet dies das Sozialhilfe nur erhält wer sich nicht selbst helfen kann. 
      Das bedeutet, dass vom Betroffenen vorrangig folgendes einzusetzten ist: 

  • eigene Arbeitskraft 
     
  • eigenes Einkommen und/oder Vermögen 
     
  • Hilfeleistungen von anderen (z.B. Unterhalt) 
     
  • Leistungsverpflichtungen Dritter: Rückforderungsansprüchen, Erbteilsansprüche, Schadensersatzansprüche. oder an Sozialleistungsträger: ALG, Kindergeld , Wohngeld 

3.2 Was verstehen Sie unter dem Begriff Solidarität?

Solidarität heißt für andere einstehen und damit Zusammenhalt beweisen. Sloidarität kann gegenüber 1 Individuum oder mehreren Individuen erfolgen. Merkmale des Solidaritätsausgleichs sind :

- Schadensausgleich = Versicherungsprinzip

- Risikoausglkeich = Versicherungsprinzip (Menschen mit hohen Gesundheitsrisiko müssen nicht mehr zahlen) 

- Altersausgleich = Sozialversicherungsprinzip (der alte zahlt nicht mehr als der junge) 

- Einkommensausgleich = staat. Umverteilung (wer weniger verdient muss weniger einzahlen bei vollem Anspruch) 

- Familienlastenausgleich = weniger Steuern bei Kinder

3.2 Welche Gefährdung besteht für das Solidaritätsprinzip? 

  • jede Solidarleistung ist ein komplexes unübersichtliches Geflecht
  • je weniger sich an der Solidargemeinschaft beteiligen um so weniger Leistung kann ausbezahlt werden. 
  • je mehr Versicherunggsfälle (im Sinne von Mißbrauch) auftreten um so mehr muss, evtl. zu unrecht ausgeschüttet werden. 
  • die Haltung: wenn ich was einzahle will ich auch was davon haben. ( moral hazert) 
  • das System der Sozialleistung wird vom Beansprucher als selbstverständlich wahrgnommen, er hat kein Gefühl  dafür wieviel Leistung in € noch vorhanden ist bzw. wie es generell um die Resourcen bestellt ist. 

3.3 Was verstehen Sie unter dem Begriff sozialer Gerechtigkeit?

Soziale Gerechtigkeit bedeutet, dass die Lebensbedingungen, Chancen und Möglichkeiten für alle Menschen einer Gesellschaft annähernd gleich sein sollten. Da eine absolute soziale Gerechtigkeit unmöglich ist , wird der Begriff hauptsächlich im Sinne der Verteilung-, Leistungs- und Bedarfsgerechtigkeit verstanden.

3.3 Definieren Sie die Begriffe Verteilungs-, Leistungs- und Bedarfsgerechtigkeit im Sinne der sozialen Gerechtigkeit!
 

  • Verteilungsgerechtigkeit bezieht sich auf die Einkommens- und Vermögensverteilung z.B. unterschiedliche Steuertarife
  • Leistungsgerechtigkeit = man wird durch eigene Leistung zu dem, was man ist und nicht durch Herkunft
  • Bedarfsgerechtigkeit = die Gesellschaft befriedigt den Bedarf der Menschen durch ihre Ressourcen

Armutsgrenze? 

unter 60% des mittleren Einkommens (Median) 

z.Z. 801 Euro (eine Person)  

Institutionelle Gliederung des Sozialbudges

Sozialversicherungsysteme

Arbeitgebersysteme

Entschädigungssysteme

Seuerliche Leistungen

Förder- und Fürsorgesysteme

Systeme des Öffentlichen Dienst

Sondersysteme

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