Simulation 1 - Kontrollfragen

An der TU Ilmenau bei Prof. Straßburger

An der TU Ilmenau bei Prof. Straßburger

Jennifer Albrecht
Study

Jennifer Albrecht
Diese Lernkarten decken fortgeschrittene Simulationstechniken für Universitätsniveau ab. Sie konzentrieren sich auf Modelle, Systeme, Ereignisse und Werte in Simulationen, einschließlich Sensitivitätsanalysen, Verifikation und Validierung. Die Karteikarten behandeln auch verschiedene Simulationstypen wie terminierende und nicht-terminierende Simulationen sowie die Nutzung von historischen Daten. Ideal für Studierende und Forscher, die Simulationen in der Informatik vertiefen möchten, um komplexe Systeme zu analysieren und zu optimieren.
Flashcards
40
Students
11
Language
German
Category
Computer Science
Level
University
Created / Updated
07.07.2013 / 30.07.2019

Flashcards

1.1 Was ist Simulation?

Allgemein: wenn ein Modell an die Stelle des Orginalsystems tritt & Experimente am Modell durchgeführt werden

VDI Richtlinie 3633:

  • ist die Nachbildung eines Systems
  • mit seinen dynamischen Prozessen
  • in einem experimentierfähigen Modell,
  • um zu Erkenntnissen zu gelangen,
  • die auf die Wirklichkeit übertragbar sind.

1.2 Was ist ein Modell?

Ein Modell eines Objektes (des Originals)

  • ist ein ähnliches Objekt, mit dessen Hilfe eine Aufgabe gelöst werden kann, deren Lösung am Original nicht möglich oder nicht zweckmäßig ist.
  • Ähnlich müssen diejenigen Eigenschaften sein, die bezüglich der Aufgabe wesentlich sind.

1.2 Was ist ein Simulationmodell?

  • bildet die wesentlichen Objekte und Verhaltensregeln eines realen oder gedanklich konzipierten Systems ab.
  • repräsentieren ein reales System durch Werte von Zustandsvariablen

1.3 Welche Klassifikationsmöglichkeiten von Modellen kennen Sie?

wichtige:

  • Stochastisch od. deterministisch
    (zufallsabhängige Ereignisse/ keine)
  • Statisch od. dynamisch
    (keine/ zeitabhängige Änderung)
  • Kontinuierlich/stetig od. diskret od. kombiniert
    (keine/ sprunghafte Wert-/oder Zustandsänderung)

mit Beispiel:

  • geometrisch: Modell eines Bauwerks
  • biologisch: Ausgestopftes Tier
  • stofflich: Modell einer Fertigungsmaschine (verwendete Materialien müssen gleich der späteren Maschine sein)

Weitere: phsikalisch, strukturell, funktionell, physisch, abstrakt/mathematisch, Computermodell

1.3 Welche besonderen Eigenschaften haben Simulationsmodelle?

  • dynamische Modelle (i.d.R. durch Programme realisiert)
  • mit Simulationsuhr und Zustandsänderungen in zeitlicher Reihenfolge
  • Zeit- und Prozessverlauf entspricht dem Originalsystem
  • Modellparameter oder Modellvariablen = Merkmale des Originals
  • Prozesse werden durch Algorithmen repräsentiert

1.4 Wie unterscheiden sich algorithmische und analytische Modelle?

--> sind beides mathematische Modelle

Analytisches Modell:

  • dynamisches Systemverhalten wird durch eine Menge an gekoppelter (Differential-) Gleichungen charakterisiert
  • Beschreibung von Zusammenhängen zwischen den Zustandsvariablen, Parametern, Anfangsbedingungen und Eingangsinformationen des Systems (Prozesses) in Form analytischer (funktionaler) Ausdrücke (algebraische, Integral-, Differential- bzw. Differenzengleichungen)

Algorithmisches Modell

  • Widerspiegelung des originalen Prozessverlaufs im System in Form struktur- und zeitgerechter Wertveränderung der einzelnen Zustandsvariablen mittels elementarer Operationen und Bedingungen in algorithmischer Verknüpfung

1.5 Erläutern Sie den Unterschied zwischen kontinuierlicher und diskreter Simulation!

--> Modelle können nach Art der Zustandsübergänge unterschieden werden

Dynamische Modelle lassen sich unterscheiden in:

Modelle mit kontinuierlichen Zustandsübergängen ->Kontinuierliche Simulation

  • Darstellung Beziehung zwischen Fluss- und Bestandsgrößen über Differentialgleichungen
  • während Modellierung jederzeit Werte für Bestandsgrößen
  • Anwendungsgebiet: alle Bereiche der Naturwissenschaft

Modelle mit dirskreten Zustandsübergängen ->Diskrete, ereignisorientierte Simulation

  • Darstellung Beziehung zwischen Fluss- und Bestandsgrößen über Differenzengleichungen
  • Während Modellierung nur an bestimmten Zeitpunkten Werte für Bestandsgrößen
  • Anwendungsgebiet:Produktion, Automatisierung

2.1Erläutern Sie das bedienungstheoretische Grundkonzept!

  • Bedienungstheorie = Mathematik der Warteschlangen
  • Ein Bedienungssystem besteht immer aus ein oder mehreren Bedienungskanälen (Servern), die von den eintreffenden Forderungen (z.B. Kunden) in Anspruch genommen werden
  • zufälligen Ankunfts- und Bedienungszeiten
  • zufälligen Wartezeiten für die Kunden
  • zufällige Stillstandszeiten der Server
  • Bedienungstheorie liefert die theoretische Basis für sehr viele Problemstellungen die mit der diskreten Simulation gelöst werden
  • Struktur siehe Bild
  • Probleme der Bedienungstheorie durch folgende Merkmale beschrieben:
    • Kundenstrom
      • Zwischenankunftszeiten, (un)geduldige Kunden, Kundentypen
    • Bedienungsanlage
      • Systemkapazität, Serveranzahl, Serveranordnung

2.2 In welcher Beziehung stehen Real- und Simulationszeit?

  • Darstellung der Simulationszeit durch eine Variable:
    • -> Simulationsuhr
  • Beziehung zwishcen Real- & Simulationszeit: Lauftempo der Simulationsuhr im Vergleich zur Realzeit ist abhängig von
    • Rechengeschwindigkeit,
    • von der Effektivität des Simulationsprogramms
    • anderen Faktoren
    • -> gewünschtes Verhältnis variabel einstellbar
    • Zeitraffung: simulierte schneller als reale Zeit (Sonst: Zeitlupe)

2.3 Was versteht man unter Taktsimulation (Zeitfolgesimulation)?

  • Taktsimulation: Einteilung der Zeit in Abschnitte
  • wächst die Simulationszeit bei jedem Sprung um denselben Wert
    • Es werden äquidistante Zeitpunkte betrachtet
    • Nur zu diesen Zeitpunkten wird berechnet, welche Veränderungen von Modelldaten eintreten
  • Konstruktionsmethode für Simulationsprogramme:
    • simulierte Zeit wird in Takte gleicher Länge zerlegt
    • Werteberechnung der Modellvariablen zu jedem Taktzeitpunkt
  • Anwendung: Finanzbereich (Zins und Zinseszins), Haltestelle

2.3 Was versteht man unter Ereignissimulation?

Ereignissimulation Simulation: Zeit wird von einer Zustandsänderung zur nächsten fortbewegt

  • die Simulationszeit wird bei jedem Sprung auf den Zeitpunkt des nächstfolgenden Ereignisses eingestellt
  • Ereignis = die sprunghafte Änderung des Wertes wenigstens einer Modellvariablen verstanden (Prozesszustandsänderung)
  • Ereignis und Zustandsänderung = Synonyme
  • Zerlegt nachzubildenden Prozess in eine Folge zeitlich aufeinanderfolgender Ereignisse
    • Ereignisse werden nach wachsenden Ereigniszeitpunkten in eine Ereignisliste einsortiert
  • Anwendung: Bankfiliale

-> gegenüber Taktsimulation Trennung besonders bei der Zeit!

2.4 Charakterisieren Sie Problemstellungen, für deren Lösung man Taktsimulation einsetzt!

  • wenn es im Original eine dominierende, prozessbestimmende Taktung gibt
  • wenn nichtlineare stetige (kontinuierliche) Prozesse durch einfache Näherungsverfahren zu lösen sind
  • Taktzeit wird oft als Zeiteinheit der Systemuhr genutzt
  • Bsp. Haltestelle: in gleichen Zeitabständen kommen Straßenbahnen an

2.5 Welche Vorzüge hat Taktsimulation?

2.5 Welche Nachteile hat Taktsimulation?

2.6 Welche Vorzüge hat Ereignissimulation?

2.6 Welche Nachteile hat Ereignissimulation?

2.7 Beschreiben Sie die algorithmischen Grundlagen der Ereignissimulation!

  • Zustandsänderungen des Modells werden über Ereignisse abgebildet
  • Beginn der Simulation: nur Startereignis in der Queue (Initialisierung)
  • bei jedem Ereignis, das eintritt, ergeben sich Ereignisse, die in zeitlicher Reihenfolge eingeplant werden (Timing Routinge [Loop])
  • Simulationszeit schreitet bis zum nächsten Ereignis fort
  • wenn Queue leer, dann Simulation beendet (oder Abbruchbedingung)

3.2 Erläutern Sie das Grundprinzip der prozessorientierten Weltsicht am Beispiel von SLX!

  • Beschreibung des Flusses einer temporären Entität durch das Modell
  • Prozess: Folge von Operationen, die ein Element während seiner Lebensdauer durchläuft
  • Sequenz von Ereignissen einschließlich der Verzögerungen zwischen den Ereignissen (wird über Prozessroutinen beschrieben)
  • Aktive Entitäten und Ereigniseintrag (bidirektional Verknüpft)
  • Logische Bestandteile eines Prozesses (Prozessroutine + Local Event Pointer - verwaltet das aktuell auszuführende Ereignis + lokale Variable)
  • Prozesszustände(aktiv - Ereigniseintrag ist in der Ereignisliste oder passiv - kein zugeordnetes Ereignis in der Ereignisliste)
  • Zustandsübergänge (activate, Passivate, Suspend)
  • Am Beispiel von SLX
    • Modell bestehen aus einer dynamischen Menge an interagierenden aktiven und passiven Objekten
    • Objektklassen und Instanzen in Analogie zur OOP
    • Objekte besitzen Zustand in Form lokaler Daten (Zustandsattribute)
    • aktive Objekte besitzen ein eigenes Verhalten (als Folge von Ereignissen)
      • Verhalten wird über Logiken repräsentiert, die von Nutzern geschrieben werden
    • passive Objekte werden  von aktiven Objekten benutzt bzw. verwendet und haben keine ausführbare Verhaltenslogik
    • Unterscheidung von aktiven und passiven Objekten hängen von der Komplexität des Problems ab

3.3 Was sind Koroutinen?

Koroutinen (auch Coroutinen)

  • Koroutinen unterbrechen ihren Ablauf und nehmen ihn später wieder auf unter Beibehaltung ihres Status
  • vergleichbar mit Threads
    • die wechselseitig ablaufen und nach Abgabe der Kontrolle abwarten, bis sie die Kontrolle zurück erhalten

3.4 Welche Arten der Verzögerung gibt es in SLX?

  • Scheduled Delays – geplante zeitliche Verzögerungen
    • Bsp.: Bedienzeit am Bankschalter , Wegezeit
    • SLX-Befehl: „advance x_Zeiteinheiten;“ (auch: wait until time >= absolute_time;)
  • State-based Delays (auch: conditional delays) – Verzögerung aufgrund einer logischen Bedingung
    • Bsp.: Warten, bis die Ampel grün wird
    • SLX-Befehl: „wait until logischer_Ausdruck“
    • Kombination logischer und zeitlicher Bedingungen möglich (!)

3.5 Welche prinzipiellen Arten der Modellierung von parallelen Vorgängen gibt es in SLX?

  • Inter-Object-Parallelism:
    • Viele Instanzen von aktiven Objekten können zur gleichen Zeit aktiv sein
    • Aktive Objekte konkurrieren typischerweise um Nutzung passiver Obj.
    • Aktive Obj. können sowohl geplante als auch bedingte Verzögerungen erfahren
  • Intra-Object-Parallelism:
    • Mehrere gleichzeitige Aktivitäten können innerhalb eines Objektes abgebildet werden
    • fork-Statement, um mehrere Kontrollflüsse zu erzeugen
    • Bsp.: Maschine, die gleichzeitig ein Teil laden, ein anderes Teil bearbeiten und ein drittes Teil entladen kann – ohne Intra-Objekt-Parallelism müsste dies über 3 separate Objekte modelliert werden

4.1 Was sind (diskrete, stetige) Zufallsvariable?

  • diskrete Zufallsvariable:
    • Anzahl möglicher Werte ist abzählbar
    • Die Wahrscheinlichkeiten der Werte diskreter Zufallsvariablen sind äquivalent beschreibbar mit
      • Kumulativen Verteilungsfunktionen
      • Wahrscheinlichkeitsmassefunktionen
  • kontinuierliche (stetige) Zufallsvariable:
    • Anzahl ihrer möglichen Werte ist nicht abzählbar, unendlich
    • Die Wahrscheinlichkeiten der Werte kontinuierliche Zufallsvariablen werden beschrieben mit
      • Kumulativen Verteilungsfunktionen
      • Wahrscheinlichkeitsdichtefunktionen

4.2 Wie werden Zufallsvariablen beschrieben?

  • Erwartungswert E(X) einer Zufallsvariable X ist jener Wert, der sich bei oftmaligem Wiederholen des zugrundeliegenden Experiments als Mittelwert der Ergebnisse ergibt
  • Die Varianz var (X) ist ein Streuungsmaß, d.h. ein Maß für die Abweichung einer Zufallsvariable X von ihrem Erwartungswert

4.3 Was ist eine Verteilungsfunktion?

  • beschreibung der Wahrscheinlichkeit der Ergebnisse eines Zufallsexperiments
  • Darstellung wird auch als kumulative Verteilungsfunktion bezeichnet

4.4 Was sind Pseudozufallszahlen und wie erzeuge ich aus ihnen Zufallsvariable einer beliebigen Verteilung?

  • Simulator nutzt einen deterministischen (!) Algorithmus zur Erzeugung der Zufallszahlen, daher generiert er Pseudozufallszahlen
    • Das ist so beabsichtigt (Wiederholbarkeit der Simulation)
    • Zufallszahlengeneratoren können jedoch typischerweise mit einem zufälligen Startwert initialisiert werden
  • Erzeugung von Zufallsvariablen mit beliebigen Verteilungen
    • Gegeben:
      • Ein Zufallszahlengenerator, der gleichverteilte Zufallszahlen im Intervall (0,1) erzeugt: U (0,1)
      • Eine kumulative Verteilungsfunktion F(X), die die gewünschte Verteilung beschreibt
    • Vorgehen: Siehe Bild
      • Generiere eine Zufallszahl y ~ U(0,1)
      • Berechne x = F-1(y)

5.Erläutern Sie die Vorgehensweise und Schritte bei der Eingabedatenanalyse!

1. Daten sammeln (messen o. schätzen) - wichtig für belastbare Resultate der Simulation

2. Schätzen des Typs der Verteilungsfunktion der Daten

2.1 Zeichnen eines Histogramms der Daten

2.2 Generierung eines Quantile-Quantile-Plots

3. Bestimmung der spezifischen Parameter der Verteilungsfunktion

4. Überprüfung der erreichten Qualität der Verteilungsfunktion

6.1a Was sind typische Ergebnisgrößen von Simulationen?

6.1b Wie sind Beobachtungsdaten bzw. Zeitgewichtete Daten zu bestimmen?

Beobachtungsdaten (Zähldaten)

  • Sequenz von ungewichteten Beobachtungen

Zeitgewichtete Daten

  • Sequenz von Beobachtungen, deren Werte sich über eine bestimmte Simulationszeitspanne nicht verändern
  • Zeitspanne mit konstantem Wert = Wichtungsfaktor 

6.2 Wieso lassen die beobachteten Ergebnisgrößen eines einzelnen Simulationslaufs im Normalfall keine ausreichenden Aussagen zu den gewünschten Ergebnissen zu?

Eingangsdaten (zufällig) --> resultierenden Daten (auch zufällig)

Durchführung einer Simulation = 1 Zufallsexperiment

potentielle Lösungsansätze:

  • mehrere Replikationen desselben Simulationsmodells durchführen
    • Unterschiedliche Startwerte für Zufallszahlengenerator
    • Bestimmung von Mittelwert, Varianz und Konfidenzintervallen für gesuchte Größen 
  • Einen sehr langen Lauf durchführen und in Abschnitte unterteilen (Werte meist autokorreliert - nicht unabhängig voneinander)
    • Statistik nach jedem Abschnitt zurücksetzen und neu starten
    • Nach Simulationsende: Mittelwerte und Konfidenzintervall über Ergebnisse der einzelnen Abschnitte bestimmen

6.3 Was sind Replikationen?

(mehrere) Simulationsdurchläufe mit demselben Modell und identischen Parametern

6.4a Was sind terminierende und nicht-terminierende Simulationen?

Terminierende Simulationen

  • Simulation läuft für eine bestimmte Zeit TE, wobei E ein spezifisches Endeereignis ist
  • Simuliertes System startet zum Zeitpunkt 0 unter definierten (und wichtigen) Initialbedingungen und endet zum Zeit TE
  • Bsp.: Bank mit Öffnungszeiten von 8-16 Uhr

Nicht-terminierende Simulationen

  • Simulation welche System abbildet, das ständig weiterläuft (oder zumindest über sehr lange Zeit)
  • Simulation startet zum Zeitpunkt 0 unter definierten Initialbedingungen und endet zu einem vom Simulationsexperten spezifizierten Endezeitpunkt TE
  • Zielstellung ist das Studieren des „steady-state“-Verhaltens, d.h. des Verhaltens des stationären bzw. eingeschwungenen Systems
  • Ergebnisse sollen nicht durch Initialisierungsbedingungen beeinflusst werden.
  • Bsp.: Produktion im Schichtbetrieb, wo die Maschinen dauerhaft laufen

6.4b Welche Unterschiede müssen bzgl. der Ergebnisstatistik bei terminierende und nicht-terminierende Simulationen beachtet werden? 

Ergebnisanalyse – Terminating-Simulations

  • Simuliert wird über das Zeitintervall von [0, TE]
  • Beobachtungswerte Y1, Y2, … , Yn werden gespeichert
  • Anzahl der Beobachtungswerte n ist fest (Verweilzeit von 100 Kunden)
  • Ziel der Simulation: Schätzung des Mittelwertes (Punktschätzung)
  • Die berechneten Daten der einzelnen Replikationen sind
    • Unabhängig (basieren auf unterschiedlichen Zufallszahlenströmen)
    • Identisch verteilt (das identische Modell wird in jedem Lauf verwendet)
    • Tendieren auf eine Normalverteilung (da sie auf vielen Werten eines Laufes basieren)

Ergebnisanalyse – Steady-State-Simulations

  • Beobachtungen aus einem einzelnen Lauf Y1 ,Y2 , ..., Yn
  • θ ist der long-run Mittelwert für die Durchlaufzeit
  • Mittelwert ist als „lim“ definiert d. h. er ist unabhängig von den Initialisierungsbedingungen zum Zeitpunkt 0
  • Systematischer Fehler (Bias)
    • Initialisierungsbedingungen beeinflussen den Fehler bei der Punktschätzung in Steady-State-Simulationen
    • Bei der Simulation von komplexen Systemen ist nicht von einem „empty and idle“ Zustand auszugehen
    • Umsetzung durch zwei unterschiedliche Herangehensweisen:
      • Verwendung von Initialisierungsbedingungen, die einen entsprechenden Zustand des Systems aufzeigen
      • Start mit „empty and idle” und das Nichtberücksichtigen (Wegwerfen) von Daten aus der Einschwingphase
  • Replikationsmethode: (besser: T0 erhöhen)
    • Beachte: größere Anzahl Läufen verkleinert Varianz des Schätzers, aber das resultierende Konfidenzintervall kann falsch sein
    • Ursache: Einfluss des Bias nicht durch Anzahl der Läufe R bedingt, sondern nur durch Streichung von Daten aus der transienten Phase
    • ->  D.h. Erhöhung der Anzahl der Läufe führt dann zwar zu einer Reduzierung des Konfidenzintervalls, jedoch um einen falschen Punkt θ + b und nicht um den Punkt θ

7.1 In welche Phasen lassen sich typische Simulationsprojekte einteilen?

(Antwort in folgender Form: Wort1, Wort2, ... )

Vorbereitung, Durchführung und Auswertung

7.2 Wie lassen sich Verifikation und Validierung in die Phasen eines Simulationsprojektes einordnen (vgl. Vorlesung 10)?

Vorbereitung

  • Entscheidung: Simulationswürdig?
  • Aufgabe und Ziel formulieren
  • Aufwand abschätzen (System- & Datenanlyse)
  • Daten: ermitteln, aufbereiten, abstimmen (aus den Maschinen)
  • Analytische Grobabschätzung
  • Simulationsmodell erstellen und verifizieren

Durchführung

  • Simulationsexperimente planen
  • Simulationsexperimente durchführen
  • Simulationsexperimente validieren

Auswertung

  • Ergebnisaufbereitung
  • Ergebnisinterpretation
  • Dokumentation

7.3 Wie ist das prinzipielle Vorgehen zum Vergleich von alternativen Systementwürfen unter Nutzung der Simulation?

Vorgehensweise:

  1. Entscheidung über die Vorzugsvariante
  2. Berechnung der Punktschätzung für die Differenz θ1 - θ2
  3. Berechnung des Konfidenzintervalls für diese Differenz 
  4. Beantwortung der folgenden Fragen:
    1. Wie groß ist der Mittelwert für diese Differenz & wie genau ist die Schätzung für diesen Mittelwert? (Punktschätzung & Konfidenzintervall) 
    2. Gibt es einen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Systemen? (Mögliche „Lagen“ des Konfidenzintervalls) 

8. Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile bei der Nutzung von bausteinorientierten  Simulatoren (wie z.B. Simul8, Plant Simulation) im Vergleich zu reinen Simulationssprachen (wie z.B. SLX) in Industrieprojekten? 

Vorteile:

  • Modellerstellung zügig möglich (schnelle 80% Lösung) per Drag & Drop [SLX: alles Programmieren]
  • schnell eine einfache grafische Darstellung möglich
  • vordefinierte Elemente, die im Programm verwendet werden können [SLX: extra Programm (Proof Animation)]
  • Auftragsgetriebene Sicht: bewegliche Elemente konkurrieren typischerweise um die Nutzung von Ressourcen (Bedieneinrichtung, Maschine, Kellner, …) -> Teil ist aktiv

[SLX: ressourcengetriebene Sicht: Ressourcen arbeiten Aufträge ab à sind aktive Elemente]

Nachteile:

  • kann nicht bestimmt werden, welches Element aktiv/passiv ist
  • wenig Flexibilität
  • Simulations- und Statistikkenntnisse notwendig, und ggf. auch Programmierkenntnisse, wenn vordefinierte Bausteine nicht die benötigte Funktionalität haben

10.1 Definieren Sie die Begriffe Verifikation und Validierung!

  • Verifikation:
    • „formaler Nachweis der Korrektheit des Simulationsmodells“
    • Vergleich des konzeptionellen Modells mit seiner Implementierung
      • Überprüfung der korrekten Überführung des konzeptionellen Modells in das Simulationsprogramm
      • Ist das Modell richtig?
      • Untersuchung, ob es so arbeitet, wie es im Modell beabsichtigt war.
  • Validierung:
    • „Überprüfung der hinreichenden Übereinstimmung von Modell und Originalsystem“
    • Sicherstellung dass das Modell das Verhalten des realen Systems genau und fehlerfrei widerspiegelt
    • Ist es das richtige Modell für die Aufgabenstellung?

10.2 Erläutern Sie die Vorgehensweise bei der Validierung unter Nutzung von historischen Eingabedaten!

  • Nutzung historischer Eingabedaten:
    • Vorgehensweise
      • Das Modell wird mit historischen Eingabedaten gespeist (d.h. wirklich aufgetretene Ankunftszeiten, keine angenäherten Verteilungsfunktionen)
    • Voraussetzung
      • Vollständig historischer Datensatz muss verfügbar sein, auch bzgl. real gemessener Ausgabeparameter
      • Simulator muss in der Lage sein, Rohdaten zu verarbeiten

10.3 Erläutern Sie die Grundideen der Festwert- und der Grenzwerttests an einem Beispiel!

  • Festwerttest:
    • Ausschließliche Verwendung von konstanten Werten im Modell
    • Bsp. manuelle Montagelinie:
      • Werden die Verteilungszeiten für Bearbeitungszeiten durch feste Werte ersetzt, so bestimmt die Station mit der höchsten Bearbeitungszeit den Durchsatz der Linie
      • Durchsatz der Linie kann so leicht ohne Simulation berechnet werden
    • Sinnvolles Vorgehen: Definition von Hypothesen, wie sich das deterministische Modell verhalten wird
    • Ggf. in Kombination mit anderen Verfahren, z.B. Vergleich mit anderen Modellen (Tabellenkalkulation als Vergleichsmodell)
  • Grenzwerttest:
    • Test des Modells mit Kombinationen aus Extremwerten für Eingabedaten und Parameter
    • Ziel: Bessere Vorhersagbarkeit, wie sich Modell verhalten sollte
      • Bsp.: Alle Losgrößen auf kleinsten Wert – lässt Verhältnis Rüstzeiten zu Bearbeitungszeiten an Maschinen besser abschätzen
      • Bsp.: Nur ein einziger Auftrag wird eingelastet
      • Bsp.: Wahrscheinlichkeit für Nacharbeit auf Null setzen
    • Verwandtschaft mit Festwerttest

10.4 Erläutern Sie die Grundidee der Sensitivitätsanalyse!

  • Sensitivitätsanalyse misst
    • die Abhängigkeit von Ergebnisgrößen von Eingabeparametern
    • Geg.:
      • Ausgabegröße O
      • Eingabeparameter I
    • Sensitivität S = dO / dI
    • Beispiel: Einfache Warteschlange mit fester Ankunftsrate
    • I: Bedienrate
    • O: Durchschnittliche Warteschlangenlänge
  • Anwendung z.B. durch Befragung des Managements, ob sich bei Veränderungen von Eingabedaten das Modell so verhält, wie es im realen System erwartet wird
    • Erhöhung der Ankunftsrate auf die Auslastung von Servern
    • Management besitzt Vorstellungen über die Richtung der Veränderungen von Systemparametern
  • Sensitivitätstest bei large-scale Models
    • Viele mögliche Eingabeparameter und somit viele Möglichkeiten
  • Versuche die kritischen Parameter zu identifizieren
  • Beispiel:
    • Befragung von Experten

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