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KW11: Regulation Nahrungsaufnahme

KW11: Regulation Nahrungsaufnahme


M. G.
Diese Lernkarten behandeln die physiologischen und hormonellen Mechanismen der Nahrungsaufnahme und Sättigung auf Universitätsniveau. Sie beleuchten die Rolle von Hormonen wie Ghrelin, Leptin, CCK, PYY und GLP-1, die im Magen, Darm und Gehirn wirken, sowie die Auswirkungen von Makronährstoffen auf das Sättigungsgefühl. Die Karteikarten erklären auch die Unterschiede zwischen Sättigung und Sattheit und die Probleme bei der Regulation der Nahrungsaufnahme, die zu Übergewicht führen können. Studierende der Biologie profitieren von diesen Karteikarten, um die komplexen Zusammenhänge der Nahrungsaufnahme und deren Regulation zu verstehen.
Karten
14
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
28.06.2016 / 09.07.2025

Lernkarten

Wann verändert der Körper sein Gewicht? Was gibt es bei Gewichtsveränderung zu berücksichtigen?

Der Körper verändert sein Gewicht eher nach oben, da eine Gewichtsabnahme und Untergewicht nicht erstrebenswert ist (evolutionsbedingt)

Bei Gewichtsveränderung

  • Grundumsatz sinkt mit dem Älterwerden
  • Wir nehmen so lange zu oder ab bis das Gewicht ein neues Gleichgewicht gefunden hat
  • Nachdem das Körpergewicht gesunken ist, brauchen wir dauerhaft weniger Energie
  • Wenn wir zunehmen, brauchen wir nur wenig mehr Energie
  • Nach Gewichtszunahme funktioniert Sättigung oft weniger gut!
  • Fettgewebe „erinnert“ sich an das höchste je erreichte Körpergewicht
  • Für 1kg Fett abzunehmen müssen wir ca. 7000kcal einsparen. 1-2 kg / Monat sind gesunde Abnahme bei leichtem Übergewicht
  • Je höher das Übergewicht, desto mehr kann abgenommen werden
  • Bei Gewichtsabnahme sollte die kcal-Aufnahme mit dem Zielgewicht und Lebensstil vereinbar sein

Welches sind die beiden wichtigsten Hypothesen für die heutige Adipositasepidemie?

  • Thrifty gene Hypothese (1962)
    • Thrifty meint „sparsam“
    • „gute Futterverwerter“ von der Evolution bevorzugt
    • „positive“ Selektion
    • > d.h. Menschen die nicht „fett“ werden konnten starben aus
  • Drifty gne Hypothese (2008)
    • Drifty meint „driftend“, sich verschiebend
    • Selektion kommt beim Menschen (im Gegensatz zum Tier) nicht zum Zuge
    • „negative“ Selektion
    • > d.h. dicke Tiere würden in der Natur sterben. Beim Menschen wird für die Dicken sogar noch geschaut…

Welche 3 Probleme haben wir bei der Regulation der Nahrungsaufnahme und Übergewicht?

  • Gewichtsab- und –zunahme sind nicht gleich gut reguliert („asymmetrisch“)
    • Der Körper stemmt sich verschiedenen aMassnahmen wirksam gegen Gewichtsabnahme. Die effiziente Gegenregulation ist Resultat der Evolution
    • Bei Gewichtszunahme hat der Körper kaum bremsende Mittel zu Verfügung. Es gibt praktisch keine Gegenregulation, da dies bis vor ca. 100 Jahren auch nicht nötig war
  • Regulation der Nahrungsaufnahme dient nicht dem Schutz vor übermässiger Gewichtszunahme und damit nicht vor Übergewicht
    • Die Regulation dient einzig dazu eine gute Verdauung sowie den Schutz der beteiligten Organe zu gewährleisten
  • Unsere Sättigungsmechanismen sind mit der heutigen Nahrung (weich, hohe Energiedichte, gute Verfügbarkeit, appetitanregend, oft flüssig) überfordert
    • Sie kommt nicht nach Sättigungssignale ans Gehirn zu schicken. Überessen wird so gefördert

Unterschied zw. Sättigung und Sattheit?

  • Sättigung (satiation)
    • Vermindert den Drang zu Essen
    • Führt zum Beenden einer Mahlzeit (tritt etw. nach 20min. ein)
    • Bestimmt wie viel wir essen (Grösse der Mahlzeit)
    • V.a. Volumenabhängig
    • Hängt aber auch von Vorgängen ab, die vor und nach dem Magen ablaufen
      • Kauen / Verweildauer im Mund
      • Erziehung, Kultur, persönliche Angewohneheiten
      • Sequenz der Einnahme (Wasser / Suppe zuerst)
      • Veränderung Geschmacksempfinden während Essen
      • Sättigungshormone (Hemmung Ghrelin, Ausschüttung CCK; PYY, GLP1)
  • Sattheit (satiety)
    • Hemmt den Hunger nach dem Essen
    • Bestimmt Abstand zwischen zwei Mahlzeiten (zw. 3-6 h)
    • Legt fest, wie oft wir essen (Mahlzeitenfrequenz resp. Anzahl Mahlzeiten)
    • Hängt v.a. von Makronährstoffzusammensetzung ab
    • Wird durch die Magenfüllung und –entleerung bestimmt
    • Weiter wird das Sattheitsgefühl durch
      • „hormonelle Sattheit“: über Sattheits-/Hungerhormone (inkl. Insulin)
      • „neurogene Sattheit“: direkt über N. Vagus, der Nährstoffe in der Pfortader und die Stoffwechselaktivität der Leber „misst“
      • „Gehirn-Sattheit“_ Hypothalamus misst permanent Glukosekonzentration im Blut
        • Abnahme der Blutzuckers erzeugt Hunger
        • Intravenöse Gabe von Glukose vermindert Hunger und Drang nach einer Mahlzeit
        • Abbauprodukte (Metaboliten) der Darmflora

Was macht (im Gehirn) satt?

  • Sättigungszentrum im Hypothalamus
    • Sensor: misst Glukesekonzentration im Blut
  • Verdauungsorgane
    • Sensoren, die die Dehnung messe (Magen)
    • Sensoren, die die Stoffwechselaktivität messen
      • Infos laufen über Hormone und Nerven
  • Fettgewebe
    • Rapportiert Füllzustand der Reserven über Leptin und Beeinflussung des Insulins
  • Belohnung: „Befriedigung“ der Erwartung

Wie und welche Makronährstoffe haben auf die Sättigung einen Einfluss? (Hirarchie, Dichte, Verarbeitungsgrad?)

  • Hierarchie: Von guter zu schlechter Sättigung
    • Eiweiss: müssen vom Magen noch denaturiert werden -> hat etw. zu tun
    • Komplexe KH: v.a. durch NF, Verdauungsystem hat etw. zu tun
    • Fett: Unterschied zw. Fett und KH ist gering, aber Fett liefert halt viel Energie
  • Hängt auch von Tageszeit und von der Fettmasse ab
    • Übergewichtige haben schneller wieder Hunger bei selber Mahlzeit, weil sie eine Leptinresistenz entwickelten durch Entzündungsprozesse im Fettgewebe
    • Bei Übergewicht ist es zu empfehlen eine möglichst proteinreiche Mahlzeit zu empfehlen. KH und Fett führen hier schnell wieder zu Hunger (siehe. PPP, Seite 41)
  • Wichtig: immer Energiedichte und physiologischen Brennwert berücksichtigen
    • Hohe Energiedichte = Wenig Wasser = schlechte Sättigung
  • Verarbeitungsgrad: Mechanische und thermische Verarbeitung ist eine Art „Vorverdauung“, dadurch sind Nährstoffe schneller verfügbar, werden schneller aufgenommen, wodurch Sattheitsdauer abnimmt. Zudem wird wenig gekaut und fehlende Fasern können nicht aufquellen -> Sättigung beeinflusst

Nenne die wichtigsten Sättigungshormone, wo werden sie produziert?

  • GLP-1: Glucagon like Peptide 1; produziert im Ileum durch Enteroendokrine Zellen
  • PYY: Peptide YY oder tyrosine tyrosine; produziert im Ileum durch Enteroendokrine Zellen
  • CCK: Cholezytokinin; produziert im Duodenum Enteroendokrine Zellen
  • Leptin: wird im Fettgewebe produziert
  • Weniger wichtige(für uns): Apo A-IV, Enterostatin, Bombesin /GRP/NMB, Oxyntomodulin, Amylin

Wie wirken die Sättigungshormone CCK, PYY, GLP-1 im Magendarmtrakt?

  • Verzögern die Entleerung des Magens
    • Verlängert die Magendehnung nach dem Essen (postprandial)
      • Magendehnung ist ein wichtiges Sättigungssignal
  • Dazu kommen Sättigungssignale die vor (Mund: Geschmack / Kauen / Mundgefühl) und nach dem Magen und Duodenum (distaler Dünndarm / Dickdarm) entstehen

Wie wirkt Leptin?

Leprin verstärkt den Sättigungseffekt einer Mahlzeit über

  • Direkte Wirkung im Gehirn
  • Stimulation der Ausschüttung von Sättigungshormonen (z.B. GLP-1)
  • Steigerung der Antwort des N. Vagus auf Sättigungssignale

Nenne die wichtigsten Hungerhormone, wo werden sie produziert?

  • Ghrelin: einziges bekanntes GIT (im Magen und Duodenum) Hungerhormon
  • Gibt es andere? Nachricht an mich =)

Wie funktioniert Ghrelin?

  •  Grehlinproduktion steigt in Abhängigkeit von der letzten Mahlzeit
  • Sinkt nach Nahrungsaufnahme wieder
  • Wirkt v.a. im Gehirn (aber auch peripher, z.B. Magen)
    • Stimuliert „Hungerkontraktionen“ im Magen und Magenentleerung

Belohnung und Essverhalten: wie sind diese 2 Dinge miteinander verknüpft?

  • Essen i.d.R. mit angenehmen Empfindungen bei Nahrungs-/Flüssigkeitsaufnahme verbunden
    • Macht Sinn, da Essen/ Trinken überlebenswichtig sind
  • Für den Belohnungseffekt mit Lustgewinn braucht es keinen Hunger
    • Läuft eher über Appetit
  • Alkohol und (andere) Drogen stimulieren auch Belungszentrum
    • Belohnungszentrum kann abstumpfen -> Gewöhnung
  • Belohnungeffekt läuft meist unbewusst ab
  • Manche Menschen kompensieren damit negaitve Emotionen
    • Macht Verhaltensänderug schwierig
  • Bei Adipositas besteht eine Leptin- und Insulinresistenz, wodurch diese Hormone weniger sättigend wirken
    • Damit fehlt ein wichtiges Gegengewicht zum Behlohnungssystem, das „irrationaler“ abläuft
      • Begünstigt weiterer Gewichtszunahme, erschwert Gewichtsabnahme

Wie entsteht Durst? Wie registriert Körper dieses Gefühl, wie steuert er es?

  • Empfindung hängt hauptsächlich von der Osmolarität der Extrazellulärflüssigkeit (EZF) ab
    • Konkret: von Natrium-Konzentration im Blut
  • Durstzentrum im Hypothalamus misst ständig diese Konzentration (Osmolarität), steigt sie an…
    • Schüttet die Hypophyse Antidiuretischen Hormon (ADH, wirkt gegen Wasserausscheidung in Niere > Harn wird also konzentrierter) aus
    • Durstgefühl entsteht
    • ->Beides senkt die Osmolarität in der EZF ab
  • Manche Menschen „verwechseln“ Hunger und Durst
    • Essen, wenn sie Durst haben

Was passiert bei Flüssigkeitsmangel?

  • Dann sinkt auch das Blutvolumen
  • Blutdruck fällt
    • Stimuliation von Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS)
  • Wird auch Mund trocken
    • Führt auch (direkt) zu Durstgefühl

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