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KW 49: Alkohol Vorlesung Fäh und Theobald
KW 49: Alkohol Vorlesung Fäh und Theobald
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Lernkarten
Nennen die Wirkung von Alkohol auf den Körper. Negative und positive Effekte.
Ethanol ist immer schädlich für jede Zelle in unserem Körper. Gerade grössere Mengen zeigen sich in negativen Effekten.
- Ethanol hat diverse negative Effekte auf das Hirn, darunter beeinträchtigte Entwicklung, Erinnerungsvermögen, Sehrstörungen und diverse psychologische Nebeneffekte
- Ethanol ist kanzerogen, was v.a. im Mund Hals und Speiseröhre zu Krebs führen kann
- kann zu Blutarmut führen
- zu Alcoholic cardiomyopathy (Herz wird grösser, Muskeln aber nicht)
- Leberzirrose und Hepatitis
- chronische Magenschleimhautentzündung
- Pankreatitis
- und zur erhöhung von Diabetes Typ 2 in grösseren Mengen konsumiert
Positive Effekte zeigen sich bei kleiner / moderat konsumierten Mengen
- erhöht die Insulinsensibilität und senkt so das Diabetes Risiko
- Reduziert Anzahl der "silent infarcts"
- erhöht im Blut
- das HDL
- die Fibrinolyse
- der Koronareblutsfluss
- senkt im Blut
- Thromboserisiko
- Fibrinogen
- Arterienverengung durch Stress
- erhöht die Knochendichte
wie beeinflusst Alkohlkonsum das Krankheitsrisiko und das Körpergewicht?
- Krankheitsrisiko: bei moderatem Trinken werde Krankheitsrisiken wie Herz-Kreislauferkrankungen, Hirnschlag und Diabetesrisiko sogar gegenüber nicht-trinkern verringert. Ist der Alkoholkonsum aber höher, steigen diese Risikien potentual an!
- Beim Körpergewicht gibt es unterschiedliche Resultate von Studien.
Was dagegen spricht das Alkohol dick macht:
- Um Alkohol als Energielieferanten zu verwenden muss der Körper Aufwand betreiben-> kostet Energie
- Alkohol fördert periphere Durchblutung -> damit auch Wärmeverlust
- Alkoholkalorien werden bevorzugt verstoffwechselt
- Bei moderatem, regelmässigem Konsum werden Enzyme induziert, die Alkohol so abbauen, dass er weniger Risiken für Gewichtszunahme birgt
- V.a. bei Frauen ist moderater Alkoholkonsum eher mit einem tieferem Körpergewicht assoziiert
Was für eine Gewichtszunahme durch Alkohol spricht:
- Alkohol ist Kalorienreich
- bremst die Verstoffwechselung anderer Makronährstoffe (v.a. Fettverbrennung)
- Alkohol wird bevorzugt in Fett umgewandelt
- flüssiger Nährstoff -> geht schnell runter
- Macht nicht satt -> man ist nicht weniger dadurch
- Alkohol senkt den Blutzuckerspiegel -> fördert Appetit
- Alkoholische Getränke enthalten häufig noch weitere Kalorienquellen (v.a. Zucker)
Was ist ein "eher gesunder" Alkoholkonsum?
- Gemeinsam mit einer gesunden Mahlzeit
- Beeinflussung der Nährstoffaufnahme?
- Senkung des Blutzuckers?
- moderater, aber regelmässiger (täglicher) Konsum
- bewirkt positive Enzyminduktion
- langsames Trinken
- hochwertige, nicht zu hochprozentige Alkoholquellen
- im Rahmen eines gesunden Lebensstiels
bleibt aber eine Risikoabwägung (trade off)
Was ist ein "eher ungesunder" Alkoholkonsum?
- Ohne Mahlzeit dazu
- Trinken nur am Wochenende, dafür grössere Mengen
- "Sucht-trinker-Typ"
- schnelles Trinken (binge drinking)
- eher minderwertige, hochprozentige Alkoholquellen, teils mit Zucker und anderem versetzt
- bei sonst ungesundem Lebensstil (Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel)
- überwiegend Risikobehaftet
Was ist Ethanol ?
Ethanol ist
- ein Energielieferant: 7kcal/g
- toxisch für alle Zellen
- ein kleines, amphiphiles Molekül -> gute und schnelle Resorption
- C2H5OH
Wie wird Ethanol abgebaut?
via
- Alkoholdehydrogenase (ADH)
- lokalisiert im Cytosol von Leber und Magen
- mind. 19 Isoenzyme bekannt
- bei der Hälfte der Asiaten ist das wichtige ADH2 inaktiv, d.h. sie können Ethanol ganz schlecht metabolisieren
- Frauen haben geringere ADH-Aktivität als Männer
- ADH baut "untrainiert" ca. 90% des Ethanols ab
- Mikrosomalem Ethanol oxidierendem System (MEOS) = Cytochrom P450 2E1
- lokalisiert im glatten ER
- kann nach "hochfahren" 30-40 % des Ethanols abbauen
- Peroxideasen (Katelase)
- lokalisiert in Peroxisomen
- katalysiert die Oxidation von Ethanol zu Acetat mittels H2O2
Ethanolkonsum - akute und chronische Schäden (Rausch, Sucht, Alkoholabusus, Leber)
Alkoholrausch
- Alkohol kann bereits in der Mundschleimhaut resorbiert werden und die Blut-Hirnschranke passieren
- wirk auf das Hemmzentrum im Hirn (enthemmt je nach Persönlichkeit unterschiedlich)
- hemmt auch bestimmte Urreflexe z.B. Brach-, Hustreiz etc.
Sucht und Abhängigkeit
- physisch und psychisch
Multiple Nährstoffmängel bei Alkoholabusus
- Ersatz von Nahrung durch Alkohol
- Verminderte Resorptionskapazität durch Mucosaschädigung (z.B. Fructosemalresorbtion, kann nach Absetzen wieder verschwinden)
Fettleber
- durch gesteigerte fettsäurebiosynthese aus Acetyl-CoA
- durch hemmung der Abgabe von Fettsäuren aus der Nahrung als VLDL in die Peripherie
- durch Hemmung der beta-Oxidation von Nahrungsfetten durch hohe NADH/H+ und Acetyl-CoA-Konzentrationen durch Ethanolabbau (wird zum Alkohol fettreiche Mahlzeiten konsumiert -> Fett direkt eingelagert)
Risiko für diverse Erkrankungen folgt meist einer U-förmigen Kurve (ausser Krebserkrankungen linear)
Wie rechnet man den Alkoholspiegel nach Konsum einer definierten Menge eines alkoholischen Getränks aus?
- 2 Stangen Bier (0.6 l) mit 5 Vol.% Ethanol (gewicht von Ethanol: ca. 0.8 g/ml)
- Körpergewicht der Person: 60 kg
Wie ist die Abbaurate pro Stunde?
- Bier * (Vol.% * Gewicht von Ethanol) -> 600ml * (5*0.8) = 24 g Ethanol in 600 ml Bier
- Alkohol verteilt sich auf ca. 70% der Körpermasse(weil schlecht löslich in Fett- und Knochengewebe)
Blutalkohol in promille = Alkohol in Gramm / (KG in kg * 0.7) -> 24 / (60*0.7) = 0.57 -> 0.6 promille
Die Abbaurate / h ist ca. 0.15 promille (linearer Abbau)
Abbau von Ethanol?
- Ethanol wird durch Ethanol-dehydrogenase und NAD+ zu Acetaldehyd
Acetaldehyd kann auf 3 Weitere wege abgebaut werden:
- durch Aldehyd-dehydrogenase und NAD+ zu Acetat -> wird in Leber zu Triacylglycerine verwandelt -> Fettleber
- wird durch ? zu Acetaldehyd-Proteinaddukte -> Kollagen-genexpression -> Fibrose, was schlussendlich zur Zirrose wird
- durch Aldehyd-oxidase und Xanthin-oxidase -> O2; OH+, H2O2 -> Lipidperocidation und Oxidativer Stress was zu Funktionellen Störungen führt