Schwangerschaft und Stillzeit
Arzneimittelkenntnisse Assistenzjahr Pharmazie 2012/13, Universität Basel
Arzneimittelkenntnisse Assistenzjahr Pharmazie 2012/13, Universität Basel
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Lernkarten
Kategorie A: Kontrollierte Studien bei Schwangeren liegen vor und haben kein Risiko für eine Fruchtschädigung während der gesamten Schwangerschaft gezeigt. Kategorie B: 1. Kontrollierte Studien bei Tieren haben kein Risiko gezeigt, entsprechende Studien beim Menschen liegen aber nicht vor, oder 2. Kontrollierte Studien beim Tier weisen auf eine gewisse Toxizität hin, die aber in entsprechenden Studien beim Menschen nicht gefunden werden konnten. Kategorie C: 1. Kontrollierte Studien beim Tier zeigen unerwünschte Effekte auf den Embryo/Feten, entsprechende Studien beim Menschen existieren nicht, oder 2. Es sind weder beim Tier noch beim Menschen Studien verfügbar. Kategorie D: Es liegen klare Hinweise für das Risiko einer Schädigung des menschlichen Embryos/Feten vor, aber der therapeutische Nutzen für die Mutter kann überwiegen. Kategorie X: Studien beim Tier oder Menschen zeigen eine Schädigung des Embryos/Feten oder weisen auf das Risiko einer Schädigung hin. Diese übersteigen zudem den therapeutischen Nutzen für die Mutter.
Häufig kleinere Mahlzeiten, abends wenig „Säurelocker" (Kaffee, Süßigkeiten) meiden Viel Bewegung (Verdauungsspaziergang) Bett am Kopfende hochstellen Antazida probeweise
Vermeiden von langem Stehen Liegen in linker Seitenlage Kompressionsstrumpfhosen Magnesium p. o. (Mg-aspartat, -aspartathydro- chlorid, -citrat, -hydrogenaspartat): Die Dosierung soll im oberen Bereich, d.h. falls gut verträglich bei 25-30 mmol/d liegen. Nebenwirkung: Laxation (weicher Stuhl, oftmals in der Schwangerschaft erwünscht).
Spaziergang vor dem Schlafengehen Entspannungsbäder: Heublumen, Lavendel Tee: Orangenblüten, Passionsblume, Melissenblätter Baldrianwurzel- und Hopfenzapfen: zu bevorzugen sind Arzneimittel mit Trockenextrakten, Maximaldosierung bei ethanolischen Auszügen (Valerianae radfix tinctura): 3 x 20 Tropfen/d Magnesium p. o.: 15-20 mmol/d (Hauptdosis am Abend) Wichtig: Benzodiazepin-Derivate gehören nicht zur Therapie der ersten Wahl. Sie sind nur punktuell in der niedrigst möglichen Dosierung anzuwenden.
Kalt-warme Wechselduschen Lokal: Arzneimittel mit 2% Rutosid Magnesium p. o.: 15-20 mmol/d (Hauptdosis am Abend)
Fe2+ -Salz mit je 80 mg Eisen: 160-240 mg/d. Fe2+ -Salze sollen zwecks optimaler Resorption nüchtern bzw. mind. eine Stunde vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Ein saures Getränk/VHC (z. B. Orangensaft) steigert die Resorption zusätzlich. Gleichzeitige Einnahme von Aluminium-, Calcium- und Magnesiumsalzen vermindern die Resorption.
200-300 mg/d Fe3 +-Komplexe sollen zwecks optimaler Resorption mit den Mahlzeiten eingenommen werden. Wichtig: Eisen( III)- Komplexe eignen sich besonders bei morgendlicher Übelkeit besser als Eisen-(II)-Salze. Die Endpunkte Ferritin- und Hb-Anstieg werden etwas verzögert, jedoch in gleichem Ausmaß erreicht!
• Kopfschmerzen, Augenflimmern • Generalisierte Ödeme, Oligurie • Übelkeit, Völlegefühl • Hyperreflexie • Hypertonie • Proteinurie Bei schwangeren Patientinnen, die ein Mittel gegen Kopfschmerzen verlangen, sollte vor Abgabe eines Arzneimittels geprüft werden, ob evtl. eine Schwangerschafts-Hypertonie vorliegt. Dies kann mit allen in der Apotheke zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln geschehen (Anamnese, Blutdruckmessung, Gewichtskontrolle, Proteinnachweis im Urin mittels Teststreifen).
ACE-Hemmer Antiepileptika (Der Arzneistoff mit dem niedrigsten Risiko ist Phenobarbital) Benzodiazepine (nur punktuell immer wieder anwenden, keine Dauermedikation!) Cumarin-Derivate Ergotamin-Derivate Fluorchinolone Jodsalze Lithium Tetrazykline
Antihistaminika (Sedation des Kindes), Lithiumsalze, beta1-Sympatholytika (Hemmung Milchsekretion), Chloramphenicol (Knochenmarkschädigung, Gelenkknorpelschädigung), Fluorochinolone (Knochenmarkschädigung, Gelenkknorpelschädigung), Diuretika (Hemmung Milchsekretion), Ergotamine (Hemmung Milchsekretion und Ergotismus), Sexualhormone (Hemmung Milchsekretion), Radiodiognostika, Zytostatika.
Als Primärsymptom einer Schwangerschaftskomplikation kommen Kopfschmerzen häufig bei einer Anämie, einer hypertensiven Erkrankung (Präeklampsie), einem HELLP-Syndrom (gefährliche Variante der Präeklampsie) oder einem Gestationsdiabetes vor.
Ja. 1 - 2 x 2 mg /d.
Amoxicillin komb. mit Clavulansäure 3 x 625 mg/d über 7 Tage oder Sulfamethoxazol komb. mit Trimethoprim (Bactrim) 2 x 960 mg/d über 7 Tage.
Dimetinden 2 x2 mg/d Dihydrocodein 3 x 10 mg/d Dihydrocodein ist während der Stillzeit kontraindiziert.
Glycerinzäpfchen, Lactulose (1 x 3 - 7 mg/d), Magnesiumaspartat (15 - 30 mmol/d) oder quellende Pflanzenmittel.
Die Dauer beträgt 40 Wochen nach der letzten Menstruation oder 38 Wochen nach dem Eisprung, welcher sich um den Tag 14 des Zyklus ereignet. Meistens wird mit den 40 Wochen ("Post menstruationem") gerechnet.
• Konzeption, Zellteilung (Woche 1 - 2) • Nidation, Neurulation (Woche 3 - 4) • Embryogenese (Woche 3 - 8 p.c.) • Fetogenese (Woche 9 - 38 p.c.)
Die Organe werden während der Schwangerschaft stark auf die Seite und nach oben gedrückt, was zu Problemen führen kann (z.B. Atemnot durch Lungeneinengung, Blasenverkleinerung). Die vermehrte Bildung von Schwangerschaftshormonen führt zusätzlich zu Problemen: Zum Beispiel wird die Magen-Darm-Passage stark verlangsamt, was zu Reflux führen kann. Ein "harter Bauch" äussert sich vorallem bei stehenden Tätigkeiten und ist eine Verspannung, welche allenfalls durch leichte Tokolytika behoben werden kann. Weitere Beschwerden sind: Hämorrhoiden, Varizen (Krampfadern), Wadenkrämpfe, Juckende Dermatosen, Striae und Gingivitis.
• Kalorienbedarf: Normalgewichtige maximal 2500 kcal. • Vermehrt Früchte, Gemüse und Ballaststoffe • Fleisch nur gekocht, da Infektionsgefahr mit Toxoplasmose. Diesbezüglich auch Achtung Salat. • Flüssigkeit mindestens 2 Liter, eigentlich 3 Liter. • Hoher Salzkonsum führt nicht zu einer Präeklampsie. Im Gegenteil: Häufig haben Patienten mit einer Präeklampsie eine niedrige Salzzufuhr.
Buscopan (Scopolamin).
In der Stillzeit braucht die Frau viel Kalorien (entgegen der Schwangerschaft), ca. 2500 Kalorien pro Tag. Stillen ist so auch die Möglichkeit, das überschüssige Schwangerschaftsgewicht wieder abzubauen. Zudem viel Früchte, Gemüse und Ballaststoffe. Fleisch nur gekocht (Toxoplasmose). Und viel Wasser: Mindestens 2 Liter! Zudem sollte auf Kohlgemüse geachtet werden, da die Gerüche in die Milch übergehen und hier das Kind blähen können. Laktationshemmer meiden: Pfefferminz- und Salbeitee.
• Ibuprofen: Algifor und Dolocyl. Entgegen der Schwangerschaft, in welcher nur Paracetamol erlaubt ist wegen Ductus botalli Verschluss und Blutungsgefahr. • Mefenaminsäure: Ponstan. • Paracetamol: Dafalgan, Panadol.
• Methyldopa: Aldomet. • Nifedipin: Adalat. ACE-Hemmer nicht wegen Blutflussverminderung und dadurch Milchproduktionssenkung. Sartane wegen fehlenden Erfahrungen nicht.
• Aminoglykosid-Antibiotika: Ototoxizität • Chinolone: Gelenkknorpelschädigung, blutige Stühle • Chloramphenicol (WHO Tuberkulose-Mittel): Knochenmarkschädigung • Tetrazykline: Reversible Wachstumshemmung, Zahnverfärbungen • Betablocker: Milchrückgang, kindl. Bradykardie, Hypotonie • Ergotamin. Milchrückgang, Krämpfe. Anders Metergin zur Notfallbehandlung von nicht-zusammenziehendem Uterus. • Östrogene: Milchrückgang • Opiate (!): Kindliche Sedierung, Atemstillstand (M/P von über 2!). Auch die versteckten in Hustensirups. • Reserpin: Hypersekretion der Nasenschleimhaut. • Salicylate: Metabolische Azidose, Gerinnungsstörungen. Entgegen der Schwangerschaft also kein Aspirin (übrigens bis 12 Jahre!). • Thyreostatika: Kropfbildung. Bei Hyperthyreose ist eine Abstillung zwingend notwendig. • Zytostatika: Immun- und Knochenmarksdepression. • Clindamycin, Erythromycin: Blutige Stühle. • Metronidazol: Kanzerogen im Tierversuch. • Virustatika. • Antiepileptika, Antihistaminika, Belladonna Alkaloide, Benzodiazepine: Sedation des Kindes (plötzlicher Kindstod!). • Lithium: Dehydratation. Wichtig ist vorallem: Vermeiden von sedierenden Substanzen für stillende Mütter! Baldrian, auch in Kombination mit Hopfen oder Passionsblume ist möglich.