Schock

Schock Modul 6 Sirmed

Schock Modul 6 Sirmed


A. N.
Diese Lernkarten vermitteln grundlegendes und vertieftes Wissen zu Schockformen, deren Ursachen, Pathophysiologie und Therapieansätzen. Sie behandeln hypovolämische, kardiogene, distributive und obstruktive Schocks sowie spezifische Reaktionen wie Anaphylaxie und neurogenen Schock, inklusive klinischer Zeichen, Schweregrade und Notfallmaßnahmen. Notfallmediziner, Rettungssanitäter und Medizinstudenten profitieren von diesen prägnanten Inhalten, um lebensbedrohliche Zustände frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Flashcards
60
Students
6
Language
German
Category
Medical
Level
Other
Created / Updated
29.12.2012 / 04.09.2026

Flashcards

Die wichtigsten Eckpfeiler in der Therapie des hämorrhagischen Schock?

  • Chirurgische Kontrolle der Blutung, alleine oder zusammen mit der interventionellen Radiologie
  • Erhalt der Sauerstoffversorgung der Gewebe mit Gabe von Volumenersatzlösungen und - bei entsprechender Indikation - von Blutprodukten
  • Therapie der gestörten Gerinnungsfunktion
  • Erhalt/Wiederherstellung einer normalen Körpertemperatur

nach [Schneider (2009) Therapie des hämorrhagischen Schocks, Notfall Rettungsmed]

Was versteht man unter dem Begriff "Schock"?

In der Med. wird Begriff Schock für ein akutes, hochdramatisches lebensgefährliches und u.U. komplexes Versagen des Kreislaufs verwendet. Verschiedene Ursachen führen zunächst zu einem Missverhältnis zwischen dem eigentlichen Durchblutungsbedarf der Organe und em vorhandenen Herzzeitvolumen. Daraus entwickelt sich eine Störung der Mikrozirkulation mit Mangel an Sauerstoff und Übersäuerung (Azidose) der Gewebe und des Blutes.

Der Schock ist ein Syndrom, welches durch eine systemische Hypoperfusion gekennzeichnet ist. -> Gewebehypoxie, Dysfunktion der vitalen Organe!

Schock ist ein klnisches Zeichen.

Unbehandelt führt der Schock zum Tod. 

Schlüsselfrage beim Schock?

Wie sind die vitalen Organe durchblutet?

Kann Schock unbehandelt zum Tod führen?

Ja

Nenne die hypodynamischen Schockarten!

Hypovolämer, cardiogener, obstruktiver Schock

Nenne die Hypoerdynamischen Schockarten!

Sepsis, Anaphylaxie, neurogener Schock

Beschreibe hypodynamischer Schock!

Vaskulärer Widerstand gleich?

cardialer Output sinkt

Sauerstoffverbrauch ist erhöht

Hypovolämer, cardogener, obstruktiver Schock

Beschreibe Hyperdynamischen Schock!

Vaskulärer Widerstand sinkt

cardialer output steigt

Sauerstoffverbrauch kann normal sein

Sepsis, Anaphylaxie, Neurogener Schock

Was führt schliesslich zum Zelltod durch Schock?

Hypoperfusion bewirkt:

 

  • geringerer O2-Transport
  • Zellmembranpermeabilität nimmt ab
  • Mitochondrien, weniger aktiv
  • ATP-Abnahme

diese zusammen führen zum Zelltod

Erzähl was zum hypovolämen Schock!

Blutverlust (innere und äussere Blutungen)

Flüssigkeitsverlust (gastrointestinal, urogenital, Verbrennung)

Klinische Zeichen:

kühle Extremiäten, Rekap verlängert
Tachykardie (bei Blutverlust von 25%)
Hypotension (bei Blutverlust von 40%) 
Tachypnoe
Veränderungen im Bewusstsein
Oligurie

Erzähl was zum Cardiogenen Schock!

hypodynamischer Schock
 

Pumpproblem!
ACS
Rhythmusstörungen
Herzklappenfehler
Cardiomyopathien
ausstrahlende retrosternale Schmerzen
Dyspnoe
Schocksymptomatik
Fieber

Grobeinteilung der Schockarten nach Ursachen (nach Wagner 2007)?

Verminderung der zirkulierenden Blutmenge = hypovolämischer Schock

Pumpversagen des Herzens = kardialer Schock

Verlust der peripheren Kreislaufregulation = distributiver Schock

Therpieziele Schock (nach Wagner 2007)?

Wiederherstellung und Aufrechterhaltung einer ausreichenden Organ- und Gewebeperfusion im Vordergrund!

  • Sauerstoffgabe
  • Volumengabe und/oder Katecholamingabe
  • Auswahl der Zielklinik spielt eine wichtige Rolle!

Erzähl was zum cardiogenen Schock!

Pumpproblem
ACS
Rhythmusstörungen
Herzklappenfehler
Cardiomyopathien
auststrahlende retrosternale Schmerzen
Dyspnoe
Schocksymptomatik
Fieber

Was gehört alles zum obstruktiven Schock?

Herzbeuteltamponade

Spannungspneumothorax

Lungenembolie

 

Zu welchem Schock kann sich ein ACS entwickeln?

cardiogener Schock

Zu welchem Schock können sich Rhythmusstörungen entwickeln?

cardiogener Schock

Zu welchem Schock kann ein Herzklappenfehler führen?

cardiogener Schock

Zu welchem Schock können sich Kardiomyopathien entwickeln?

cardiogener Schock

Welche Ursachen kann ein kardiogener Schock haben?

ACS

Rhthmusstörungen

Herzklappenfehler

Cardiomyopathien

Ursachen die zu einem obstruktiven Schock führen können?

Herzbeuteltamponade

Spannungspneumothorax

Lungenembolie

Was gehört alles zum hyperdynamischen Schock?

Vasodilatation

Missverhältnis Blutfluss / Blutvolumen

Sepsis
Anaphylaxie
Neurogener Schock
Schwere Leberfunktionsstörungen

Nenne die 4 Totmacher beim Schock!

Hypoxie

Hypothermie

Acidose

DIC

Präklinische Therapie Schock?

Wärmeerhalt
Sauerstoffgabe
Time on Scene?
Flüssigkeitsverlust stoppbar?
permissive Volumentherapie?
Time to Hospital?

Permissive Volumentherapie beim Schock

Zielblutdruck 90 mmHG Systole (Unterricht Sirmed)

Zieldruck bei SHT, Schwangerschaft, WS-Trauma: 110-120 mmHg Systole (Unterricht Sirmed)

Zieldruck einer permissiven Volumentherapie (SHT, Schwangerschaft und WS-Trauma ausgenommen)

in mmHg Systole

90

Zieldruck bei Schock und SHT? in mmHg Systole

110-120

Zieldruck bei Schock und Schwangerschaft? in mmHg Systole

110-120

Zieldruck bei Schock und WS-Trauma? in mmHg Systole

110-120

Was ist beim Schock über Therapieerfolg entscheidend?

Frühzeitiges Erkennen

schneller Behandlungsbeginn

Falsch od. unzureichend behandelt führt dieses Krankheitsbild unweigerlich zum Multiorganversagen und Tod des Patienten.

Alle Schockformen zeigen eine gemeinsame Endstrecke, zu was führt diese?

Multiorganversagen

Aufgrund von was stellt man die Diagnose Schock?

aufgrund klinischer Symptome

SIRS

engl. systemic inflammatory response syndrome

Systemisches Entzündungssyndrom

ARDS

engl. adult respiratory distress syndrome

Synonyme: Schocklunge, akutes Lungenversagen, akutes Atemnotsyndrom

akute respiratorische Insuffizienz durch diffuse Schädigung der alveolokapillären Membran v.a. in den abhängigen Lungenarealen

Urs.: Sepsis, Polytrauma, Verbrennungen, Verbrauchskoagulopathie, Schock, Massentransfusion, Hypoxie u.a.

Stadien: 
1) akutes (exsudatives) Stadium
2) subakutes od. chronisches (proliferatives) Stadium
3) Endstadium

Therapie: 
möglichst frühzeitige Beatmung mit PEEP; beim Misserfolg IRV, evtl. ECMO und Gabe von Surfactant; Antibiotika, Heparinisierung, evtl. kontinuierliche arteriovenöse Hämofiltration

Prognose: Letalität 30-90% mit Dauer der Ateminsuffizienz zunehmend.

DIC

Disseminierte intravasale Koagulopathie

DIC

disseminated intravasal coagulation

disseminierte intravasale Gerinnung / Verbrauchskoagulopathie / Defibtinationssyndrom

erworbene Blutgerinnungsstörung als Folge einer Umsatzsteigerung von Thrombozyten u. plasmat. Gerinnungsfaktoren

Erhöhte Gerinnungsbereitschaft durch Aktivierung der Blutgerinnung mit intravasaler Bildung von Mikrothromben, die bei einem Missverhältnis zwischen Verbrauch und Produktion von Thrombozyten und Gerinnungsfaktoren in eine gesteigerte Blutungsneigung übergeht. 

Therapie: Beseitigung der auslösenden Ursachen, Antithrombin III, evtl. Ersatz von Thrombozyten und Gerinnungsfaktoren.

 

Überschiessen der Blutgerinnung bis zur absoluten Erschöpfung des Gerinnungssystems. --> Durch Heparingabe kann ein solches Überschiessen der Gerinnungskaskade vermieden werden. 

IABP

IntraAortale BallonPumpe

Behandlung Bradykardie beim Kardiogenen Schock?

Bevorzugt Atropin bis 3 mg.

Erst dann mit Pacen beginnen!

Behandlung Tachykarde Rhythmusstörungen beim kardiogenen Schock?

Initial mit Kardioversion therapieren, erst bei Versagen der elektrischen Therapie mit einer medikamentenösen Therapie beginnen.

Amiodaron 300 mg über 20 min.

Handelsname Clopidogrel?

Plavix®

Clopidogrel®

Study