Schimmelpilze - Richardson

Fragen zur Selbstkontrolle

Fragen zur Selbstkontrolle


A. L.
Diese Lernkarten behandeln Schimmelpilzbefall und dessen Bewertung auf Universitätsebene. Sie konzentrieren sich auf die Ursachen, das Wachstum und die Schadensbewertung von Schimmelpilzen in Materialien und der Luft, wobei spezifische Arten wie Aspergillus und Stachybotris hervorgehoben werden. Die Karteikarten erklären Probenahmeverfahren, Sanierungsmethoden und präventive Maßnahmen wie optimale Lüftung. Studierende der Biologie profitieren von diesen Karten, um Schimmelpilzbefall zu verstehen und zu bewerten.
Karten
10
Lernende
4
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
29.09.2015 / 17.11.2018

Lernkarten

1. Wie wird sichtbarer Schimmelpilzbefall bewertet?

Es gibt keine einzelnen Richt- oder Grenzwerte in Luft- oder Staubproben. (siehe auch Frage 9).
Fläche  und Tiefe, also Größe und Ausbreitung des Befalls sind zu bewerten, sowie Intensität und Art, also aktives Wachstum oder Anflugsporen, sowie Spezienzusammensetzung.
(UBA?) Einteilung des sichtbaren Befalls in 3 Kategorien: kleiner Schaden: sehr geringe Biomasse,  < 20cm²,  normal.
Mittlerer Schaden: mittlere Biomasse, < 0,5m² Biomasse; Freisetzung von Pilzbestandteilen verhindern, mittelfristig Ursachen beheben.
Großer Schaden: große Biomasse  >0,5 m²;   w.o., jedoch  unverzügliche Beseitigung auch der Ursachen. Umweltmedizinische Betreuung der Betroffenen; Kontrolluntersuchung nach Sanierung.

2. Für welche Fragestellung eignet sich das mikroskopische Verfahren zur Identifizierung der Schimmelpilze besonders?

Die Mikroskopie wird herangezogen, um die Gesamtkonzentration aller Pilzarten, auch der nicht kultivierbaren zu bestimmen. Ein weiterer Vorteil ist, dass sofort Ergebnisse erziehlt werden können, ohne die Kultivierung abwarten zu müssen. Dafür ergibt sie keine genauen Angaben über die Art und andere Verunreinigungen können die Auswertbarkeit  verschlechtern.

Ist also eine schnelle Diagnose über das Ausmaß der Belastung gewünscht, ist dies die Herangehensweise der Wahl.

3. Welche Voraussetzungen sind für Schimmelpilzwachstum notwendig?

Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Arten von SP und unterschiedliche Lebensbedingungen. Generell ist jedoch Feuchtigkeit die Grundvoraussetzung. (aus Bauschäden, Verhalten der Nutzer/Lüftung, bauphysikalische Schwachstellen, Restbaufeuchte)

-  Bauteilfeuchte, rel. Auf der Oberfläche > 75%.
- Luftfeuchte
- Temperatur:  0°, 16-25, 30-40, -90°
-Wasseraktivität eines Materials: proportional zur rel.Fechte der Luft an der bauteiloberfläche, beträgt 1/100 der rF.  Der Feuchtegehalt eines Materials   ???> 0,6 aw

- Zeitdauer: Pilzwachstum beginnt zwischen 3 und 7 Tagen nach Feuchtebefall.
- Rauigkeit der Oberfläche
- Nähe zu kontaminierten Stellen
- Nährstoffangebot: alle Kohlenstoffverbindungen, also auch Kunststoffe
- ph-Wert; meist saures Milieu, 4,5 – 6,5, auch 2,5
- Licht:  ohne Einfluss, je nach Helligkeit können unterschiedliche Pilzbestandteile wachsen

4. Aus einem undichten Wasserrohr tritt Wasser in den Fußbodenaufbau. Keine sichtbaren Feuchtigkeitserscheinungen. Innenwände sind aus Gipskarton mit einer Glasfasertapete und Latexfarbe gestrichen. Wie geht man vor?

1. Reparatur des schadhaften Rohrs

2. Prüfung des Feuchtegehalts des Trittschalldämmung in verschiedenen Abständen von der Leckage, um das Ausmaß des Wassereintrags unterhalb des Estrichs zu ermitteln.

3. Prüfung der Feuchtigkeit des Gipskartons und einer evtl. Dämmung in der Wand, da die Glasfasertapete und die Latexfarbe die Diffusion aus der Wand verhindern.

4. Boden: Je nach Ergebnis der Untersuchung und Ziel der Sanierung: Trocknung des Estrichs durch Einblasverfahren oder Abdichtung der Randfugen, um das Austreten von Schimmelpilzgiften zu verhindern.

5. Wand: je nach Schadhaftigkeit des Gipskartons, Tapete entfernen und trocknen, mit feuchter Dämmung einseitig öffnen und Dämmung ersetzen. Gips ist ein guter Nährboden für Schimmel!

5. In einem Schaden sind die Schimmelpilze Stachybotrys chartarum und Aspergillus fumigatus nachgewiesen. Wie sieht ihre weitere Vorgehensweise aus, wie ein mögliches Sanierungskonzept?

1-  Aspergillus f. und  Stachybotris ch.  in Kombination gelten als besonders gesundheitsgefährdend: Nutzer evakuieren
2- Ursache suchen,- Schaden  orten, auch nicht sichtbaren Befall prüfen/ Materialproben- Sporenkonzentration und Größe/Tiefe des Befalls  messen,  
 >  3. Gefährdungsabschätzung  > Art der Sanierung: selbst oder durch Fachfirma; gesetzliche Grundlagen aus Arbeitsschutz beachten, z.B. Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung nach BioStoffVO, , also 4. Schutzmaßnahmen festlegen,
- 5. Sanierung durchführen: Ursachenbehebung, Befall entfernen,
- 6. Feinreinigung
- 7. Kontrolle des Sanierungserfolges
- 8. Wiederaufbau

- Stachybotris als Feuchteindikator weist auf eine Innenraum-Ursache hin. ?
- aktiver Befall / und oder Altschaden, / Wachstum oder Sekundärkontamination/ Referenzproben von unbelasteten Stellen
- Stachybotris,:  Toxine auch bei geringer Sporen-Konzentration
- Asp. Fumigatus: auf verewesenden Pflanzenteilen / biomüll

6. Mit welchen Verfahren können Schimmelpilzsporen entfernt werden?

Geringer Befall: Staubfreies Entfernen (feuchtes Abwischen), Staubsaugen mit HEPA-Filter; Desinfektion mit Wasserstoffperoxyd oder Ethanol in Selbsthilfe

Größerer Befall: Entfernung der befallenen Materialien durch Profis unter Beachtung des Arbeitsschutzes (BGI 858)

  • Sprühextraktionsverfahren
  • Putzfräse
  • Stemmverfahren

7. Welche Probenahmeverfahren / Analyseverfahren stehen zur Feststellung eines Schimmelpilzbefalls zur Verfügung?

- Luftproben (zur Kultivierung/ Mikroskopie): Luftkeimsammler auf Nährboden; Partikelsammler zur Direktmikroskopie
- Material-  und Oberflächenuntersuchungen: direkte Mikroskopische Betrachtung
- Raumluftuntersuchungen auf MVOC: liefert Hinweise auf versteckten Befall
- Schimmelspürhund

8. Kurze Beschreibung einer optimalen Lüftung?

Abhängig von

  • Anzahl der Personen
  • Größe des Raums
  • Tätigkeit
  • Luftfeuchtigkeit
  • Schadstoffe

Fensterlüftung: regelmäßige Stoßlüftung durch vollständiges Öffnen der Fenster; wenn möglich Querlüften.

Mechanische Lüftung mit ausreichenden Luftwechselraten

9. Nennen Sie die Bewertungsgrundlagen für Schimmelpilzbefall im Material und in der Luft.

In D zur Zeit noch keine verbindlichen Bewertungskriterien. Es gibt vom UBA einen entsprechenden Leitfaden.Es gelten:
a- Minimierungsgebot; ( Vorbeugung ?)
b- Erfassung der Spezieszusammensetzung, wg. Gesundheitsgefährdung best. Pilze
c- Analyse der Spezieszusammensetzung; zur Erfassung der Innenraumquellen; je nach Art unterschiedliche Relevanz hinsichtlich Feuchteindikation (Biomüll, Bauschaden)
d- Sporenkonzentration in der Luft: starke Schwankungen: Außenlufteinfluss, Aktivitäten im Raum; schwierige Interpretation.
e- Unterscheidung nach Flugfähigkeit der Sporen: trockene Sporen treten bereist vermehrt auch bei geringen Materialschäden auf; >> alles nicht leicht kategorisierbar. Zumal noch der Außenlufteinfluss

Als Orientierungshilfe werden 3 Konzentrationsbereiche genannt, mit Grenzwerten von KBE/m ³Luft
- Konzentrationen, die als Hintergrundbelastung gelten (Innenraumquelle unwahrscheinlich)
- Übergangsbereich von geringer zu erhöhter Belastung (Innenraumquelle eher auszuschliessen)
- Bereich mit Konzentrationen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Innenraumquelle hinweisen.

10.

Nennen Sie die Bewertungsgrundlagen für Schimmelpilzbefall im Material und in der Luft.

  • Größe/Ausbreitung: Fläche + Tiefe
  • Intesität + Art: Aktives Wachstum bzw. Anflugsporen sowie Spezienzusammensetzung

Schadensausmaß:

  • Kategorie 1: kleiner 20 cm2
  • Kategorie 2: kleiner 50 cm2
  • Kategorie 3: größer 50 cm2

Unterscheidung zwischen aktivem Befall und Altschaden!

Raumluftuntersuchung: KBE: koloniebildende Einheiten

- typische Außenluftarten

  • Kategorie 1: kleiner Faktor 0,7 bis 1
  • Kategorie 2: kleiner Faktor 1,5 bis 2
  • Kategorie 3: größer Faktor 2

- untypische Außenluftarten, Hinweis aus Feuchteschäden ( Aspergillus restriktus, Stachybotrys chartarum)

Differenz KBE Innenraumluft minus Außenraumluft

  • Kategorie 1: kleiner 150 KBE/m3
  • Kategorie 2: kleiner 500 KBE/m3
  • Kategorie 3: größer 500 KBE/m3

Ist eine einzelne Art der untypischen Außenluftarten stark vertreten, so gilt

  • Kategorie 1: kleiner 50 KBE/m3
  • Kategorie 2: kleiner 100 KBE/m3
  • Kategorie 3: größer 100 KBE/m3

Der Vergleich mit der Außenluft kann, z.B. wenn es kalt und trocken ist, das Ergebnis verzerren!

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