Schadensanalyse

Vorlesung von Prof. Dr. Martina Zimmermann im Bereich Maschinenbau an der TU Dresden

Vorlesung von Prof. Dr. Martina Zimmermann im Bereich Maschinenbau an der TU Dresden


F. S.
Diese Lernkarten behandeln die Schadensanalyse von Bauteilen auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Untersuchung von Korrosion, Ermüdung, Rissen und Bruchmechanik, wobei Begriffe wie Werkstoff, Beanspruchung und Spannung zentral sind. Die Karteikarten umfassen auch die Analyse von Schweißnähten, Prüfstandmethoden und die Bewertung von Materialveränderungen. Sie richten sich an Studierende und Fachleute, die sich mit der Diagnose und Vermeidung von Materialschäden befassen.
Flashcards
67
Students
6
Language
German
Category
Technology
Level
University
Created / Updated
22.07.2015 / 18.10.2021

Flashcards

Was versteht man unter Glasübergangstemperatur?

Bei Kunststoffen: Verlust der elastischen Eigenschaften aufgrund zu geringer Temperaturen -> zerspringen wie Glas

Klassifiziere Fehlerursachen!

siehe Bild

Nenne typische Werkstofffehler und charakterisiere sie.

Eigenschaftsfehler

- zu geringe statische/dynamische Festigkeit

- zu geringe Kerbschlagzähigkeit

- zu geringe Härte

- mangelhafte Temperaturbeständigkeit

- mangelhafte Korrosionsbeständigkeit

- zu geringe Verschleißfestigkeit

 

Herstellungsfehler

- Oberflächenfehler

- Gussfehler

- Gefügefehler

- sonstige

Nenne Schadensfolgen

direkte materielle Verluste

- Instandsetzungskosten

- Ersatzteilbeschaffung

- Erneuerung

 

indirekte materielle Schäden (Folgeschäden)

- Stillstand einer Anlage

- Produktionsausfall

 

Personenschäden

 

Umweltschäden

- Ölpest

- Radioaktive Verseuchung

- Kontamination von Böden

 

moralische Schadensfolgen

- Bonitätsverlust

Definiere "Schaden"!

Veränderungen an Bauteilen, durch die die vorgesehene Funktion beeinträchtigt/unmöglich gemacht wird

Definiere "Schadensanalyse"!

Systematische Untersuchung zur Ermittlung von Schadensursachen und -ablauf

Definiere "Schadenshypothese"!

durch Erfahrung beeinflusste Leitschnur zur wahrscheinlichen Schadensursache und -ablauf

Definiere "Schadensart"!

Zuordnung zu Schadensmechanismus (Herstellung, Material...)

Definiere "Schadensmerkmale"!

Kennzeichen eines Schadens

Verdeutliche das Vorgehen bei der Durchführung einer Schadensanalyse!

siehe Bild

Was muss bei der Dokumentation einer Schadensanalyse gemacht werden?

  • Problembeschriebung (Randbedingungen)
  • Detaillierte Beschreibung des Schadensfalles
  • Festlegung des Umfangs der Schadensanalyse
  • Schadensanalyse
    • Sichtung des Tatbestandes, Sicherung der Schadenskomponenten/Fotos
    • Laboranalyse (zerstörungsfrei und zerstörend
    • Beanspruchungsanalyse
  • Aktueller Status der Beweislage
  • Schlussfolgerung aus Analyse

Was gehört zur Beurteilung makroskopischer Merkmale?

  • Beschreibung des Bauteils
    • Konstruktionsmerkmale, Fertigungsart, Oberflächenbehandlung
  • Angaben zur Schadenssituation und Benennung des Schadens
    • Bruch, Verformung, Korrosion
  • Lage, Art und Form von Trennung am Beuteil
    • Riss- und Bruchverläufe
  • Spuren Thermischer Einflüsse
    • Verzug, Anlauf, Zunder
  • Merkmale korrosiver Beanspruchung
    • flächige, lokale, punktförmige Angriffe
  • Merkmale tribologischer Beanspruchung
    • Ansteifspuren, Fressspuren, Kavitation

Was sind Risse und deren Ursachen?

  • lokale Materialtrennungen in Maschinenteil oder Struktur
  • ggf. bereits vor Inbetriebnahme vorhanden bzw entstehen im Verlauf betrieblicher Beanspruchung
  • URSACHEN:
    • thermisch induzierte Spannungen nach Wärmebehandlung
    • schädigungsrelevante Poren in unruhig gegossenen Bauteilen
    • Oberflächenriefen infolge mechanischer Bearbeitung
    • durch Schmieden bedingte unzureichende Materialanbindung
  • Rissensteheung an glatter Oberfläche zu Beginn mikrostruktureller Vorgang infolge Abgleitvorgänge gesteuert durch Hauptschubspannungen
  • Anriss in zugbelasteten Bauteilen zu Beginn in der Regel unter 45°

Benenne die Art der Rissentstehung.

siehe Bild

Veranschauliche das System der Rissbildung bzw. Risswachstum.

siehe Bild

Nenne typische Einflussfaktoren für Rissbildung!

  • Werkstoffzustand
  • zügige oder zyklische Belastung
  • thermische Beanspruchung (z.B. Kriechen)
  • einmalige Überlast
  • Verformungsgeschwindigkeit
  • Umgebungsbedingungen (korrosiv...)
  • Schmierung von Kontaktflächen

Charakterisiere mechanisch bedingte Risse und Brüche!

siehe Bild

Wie unterscheiden sich Gleit- und Spaltbruch?

siehe Bild

Charakterisiere spröde Gewaltbrüche!

Makroskopisch:

  • geringe/keine sichtbare plastische Verformung
  • ebene Bruchfläche senkrecht zur Normalspannung
  • Bruchfläche körnig (stark reflektierend)
  • z.T. faserige Struktur

Mikroskopisch Transkristallin (durch Körner hindurch)

  • Stufen, Fließlinien
  • Rosetten (wie Spaltbruch)
  • Vereinigung vieler kleiner Anrisse

Mikroskopisch Interkristallin (entlang Korngrenzen)

  • Korngrenzenflächen
  • Verunreinigungen auf Korngrenzen

Charakterisiere zähe Gewaltbrüche!

  • hohe spezifische Rissenergie bzw. Risszähigkeit
  • langsames Risswachstum

Makroskopisch

  • ausgprägte pastische Verformung vor dem Bruch
  • mattes, seidiges Bruchaussehen
  • Scherlippen
  • Einschnürung

Mikroskopisch

  • Wabenbruch
  • Porenbildung um Einschlüsse (hohe Spannungskonzentration)

Charakterisiere Gleitbrüche nach Art der Kraftwirkung.

siehe Bild

Charakterisiere Ermüdungsbrüche!

Makroskopisch

  • verformungslos
  • matte, glatte Bruchfläche
  • Rastliniein durch Rissstillstand
  • Rissbeginn meist an Oberfläche

Mikroskopisch

  • Gleitbänder auf der Oberfläche
  • Schwingstreifen auf der Bruchfläche

typische Prüfungsfrage:
-> wie ist die Bruchfläche entstanden?

(Zeichnung, Zusammenhang zur Kraftwirkung)

Vgl mit Tabelle -> Schlüssige Herleitung!!!

was ist das Hauptproblem bei Ermüdungsbrüchen?

Wechselverformung -> kaum Formänderung -> plötzliches Versagen mit Spannungen weit unter Rm (Streckgrenze)

Definiere Ermüdung

  • lokale Lageänderung von Material als Konsequenz einer wiederholten Aufbringung von Lasten und Belastung
  • bezieht sich überwiegend auf auf Veränderungen, die zur Risseinleitung und Brüchen führen

Verdeutliche, wovon die Lebensdauer eines Bauteils abhängig ist.

siehe Bild

Welche Formen der Ermüdung gibt es?

  • Mechanische Ermüdung (rein mechanische Beanspruchung)
  • Kriech-Ermüdung (hohe Temperatur)
  • Thermomechanische Ermüdung (mechanische Beanspruchung und Temperatur)
  • Korrosionsermüdung (z.B. Schwingungsrisskorrosion)

Wie werden (bei zyklischen Beanspruchungen) 

  • Spannungsamplitude
  • Mittelspannung 
  • Spannungsverhältnis

berechnet?

siehe Bild

Beschreibe das Wöhlerdiagramm! Worüber gibt es Auskunft?

siehe Bild

Verdeutliche die Phasen der Lebensdauer eines Bauteils!

siehe Bild

Nenne klassische Prüfsysteme zur Schadensanalyse!

  • Wechselbiegemaschine
  • Torsionsmaschine
  • Schwingprüfmaschine
  • Umlaufbiegemaschine

Nenne weitere Prüfsysteme!

  • Servohydraulischer Prüfstand
  • Ultraschall-Prüfstand
  • Resonanzpulsations-Prüfstand
  • Torsions-Axial-Prüfstand
  • Komponentenprüfstand

Wovon ist die Lebensdauer zyklisch belasteter Bauteile abhängig?

siehe Bild

Worüber gibt das Smith-Diagramm Auskunft?

  • zur Festigkeitsberechnung bei dynamisch beanspruchten Bauteilen
  • zeigt Abhängigkeit von Mittelspannung, Amplitude der Spannung und Dauerfestigkeit
  • Dauerfestigkeitsbereich ist durch Fünfeck gekennzeichnet
  • Wenn Amplituden von Ober- oder Unterspannung für die vorliegende Mittelspannung außerhalb des markierten Fünfecks liegen, ist Dauerfestigkeit nicht gegeben

Worüber gibt das Haigh-Diagramm aufschluss?

  • Abhängigkeit der Dauerfestigkeit von der Belastungsart
    • Je nachdem, ob nur Druck, Zug und Druck, nur Zug oder zusätzlich Biegung und Torsion

Welchen Einfluss haben Kerben auf die Beanspruchbarkeit von Bauteilen?

  • Kerbwirkung setzt sich aus zwei Mechanismen zusammen:
    • örtlicher Spannungskonzentration (Beanspruchungserhöhung) – durch Formzahl  beschrieben
    • Stützwirkung – Material sowie Abklingverhalten der Spannungskonzentration wirken Spannungsspitzen entgegen -> mindern Schädigungswirkung (Stützziffer n).

Veranschauliche das Risswachstum an einem Beispiel!

siehe Bild

Was gehört zum Untersuchungsverfahren der mechanischen Prüfung?

  • Härteprüfung
  • statische Festigkeitsprüfung
  • Festigkeitsprüfung bei schlagartiger Beanspruchung
  • zyklische Festigkeitsprüfung
  • bruchmechanische Prüfung
  • mechanisch-thermische Festigkeitsprüfung
  • Bauteil-Prüfung

Was gehört zum Untersuchungsverfahren für Metallographie?

  • (nicht) geätzte Schliffe
  • Makro- und Mikroätzungen
  • Schliffbeurteilungen am Lichtmikroskop
  • Schliffbeurteilung am REM

Was gehört zum Untersuchungsverfahren der chemischen Analyse?

  • Spektroskopie-Methode
  • Gravimetrische Verfahren
  • Chromatographie

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