Sarkopenie, Frailty, Malnutrition

zur Vorlesung vom 17.05.2016

zur Vorlesung vom 17.05.2016


Z. S.
Diese Lernkarten behandeln die Themen Sarkopenie, Frailty und Mangelernährung auf universitärem Niveau, mit Fokus auf Risikofaktoren, Diagnostik und Therapie. Sie decken die Erfassung von Mangelernährung, die Bedeutung von Eisen und Vitaminen, sowie die Behandlung von Eisenmangel und Vitamin-D-Mangel ab. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Ärzte, die sich mit der komplexen Behandlung älterer Patienten befassen, da sie detaillierte Informationen zu Diagnose und Therapie von Mangelernährung und Muskelabbau bieten.
Cartes-fiches
37
Utilisateurs
4
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
31.05.2016 / 24.01.2021

Cartes-fiches

Sarkopenie

  • Def.
  • Synonym

  • Def.: degenerativer Muskelabbau
  • Synonym: Muskelschwäche

Def.: Niedrigleister

  • Gegenteil von Hochleistern, wie z.B. Hochleistungssportlern
  • geriatrische Patienten, aber auch stark adipöse und onkologische Patienten

Therapie bei Sarkopenie

  • Vorteil der Niedrigleister

 

körperliches Training zur Verbesserung der Muskelfunktion

  • Bei Niedrigleistern reicht jedoch schon ein geringer Trainingsaufwand aus, um relativ viel zu erreichen.

  • im Vergleich zu Hochleistern, die ihre Leistung durch Training nur noch um wenige Prozente erhöhen können

Muskelschwund bei bettlägerigen Patienten

(pro Tag in %)

Pro Tag verliert ein bettlägeriger Patient ca. 1 % seiner Muskelmasse!

Def.: geriatrischer Patient

älteren Menschen, der in der Regel an mehreren, meist chronichen Erkrankungen leidet, die sich wechselseitig beeinflussen und die Selbständigkeit bedrohen.

Multimorbidität führt zunehmend zur Gebrechlichkeit des geriatrischen Patienten.

Frailty

  • Def.
  • Synonym

  • Def.: geriatrisches Syndrom gekennzeichnet durch erhöhte Anfälligkeit gegenüber exogenen Stressoren
  • Synonym: Gebrechlichkeit

Failure-to-Thrive-Syndrom

  • Def.
  • ursprünglich
  • ausgelöst durch

FTT

  • Def.: Konstellation aus Symptomen mit progredientem mangelhaften Antrieb, Gewichtsverlust, Schwäche (reduzierter AZ), subjektver Erschöpfung und Hinfälligkeit ohne hinreichenden Einzelgrund
  • ursprünglich aus der Pädieatrie übernommen. dort: Gedeihstörung (fehlende Gewichtszunahme)
  • ausgelöst durch einen externen Trigger z.B. Sturz (vgl. geriatrische Abwärtsspirale)

Def.: Barthel-Index

Verfahren zur systematischen Erfassung (Assessment) grundlegenderAlltagsfunktionen (vgl. ADL-Score) - vor allem in der Geriatrie.

vgl. neurologische Rehabilitation

Barthel-Index

  • Höchstpunktzahl
  • Schwelle, an der der Patient entlassen werden kann, weil er wieder zu Hause zurecht kommt

  • Höchstpunktzahl: 100
  • Schwelle: 65

geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung

  • Dauer und Therapieeinheiten der Kurzbehandlung

  • mind 7 Behandlungstage
  • + 10 Therapieeinheiten

geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung

  • Dauer und Therapieeinheiten der Regelbehandlung

  • mind 14 Behandlungstage
  • + 20 Therapieeinheiten

geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung

  • Dauer und Therapieeinheiten der Langzeitbehandlung

  • mind 21 Behandlungstage
  • + 30 Therapieeinheiten

Abkürzung OPS

Operationen- und Prozedurenschlüssel

OPS-Empfehlung

aktivierende Pflege leisten und Patient sollte sich so wenig wie möglich im Bett aufhalten

Malnutrition

  • Def.
  • Synonym
  • Einteilung

  • Def.: u geringe Zufuhr von Nahrung oder Nahrungsbestandteilen, die der Körper zum Leben benötigt bzw. Unfähigkeit des Körpers die Nahrung aufzunehmen oder zu verarbeiten
  • Synonym: Mangelernährung
  • Einteilung
    • quantitative Malnutrition: zu wenig Kalorien
    • qualitative Malnutrition: Fehlen wichtiger Nahrungsbestandteile
    • globale Malnutrition: Mangel an Kalorien und Nahrungsbestandteilen

Stadien des Nährstoffmangels

Anämie bei Vitamin-B12-Mangel

Vitamin-D-Mangel

  • Prävalenz in Altersheimen
  • Indikationen zur Substitution
  • Subtitutionsmenge
  • Effekte
  • CAVE bei

  • 70-100%
  • nachgewiesener Mangel, nach Sturz, zur Sturzprophylaxe
  • 800IU/d
  • Effekte:
    • Knochen: wirkt Osteoporose entgegen → weniger Brüche
    • Muskel: wirkt Muskelschwäche entgegen → weniger Stürze
  • CAVE bei Niereninsuffizienz: Substitution mittels hydoxylierten Präparaten

Osteoporose-Prävention (6)

Def.: funktioneller Eisenmangel

Zustand, bei dem die Eisenreserven des Körpers nicht erschöpft sind, das Eisen aber nicht für die Erythropoese zur Verfügung steht.

Abkürzung: RLS

restless legs syndrom

Warum ist ein Eisenmangel so schwer zu therapieren?

aufgrund der Entzündung

Wirkungen von Hepcidin (2)

  1. senkt die Eisen-Resorption → absoluter Eisenmangel
  2. senkt die Eisen-Mobilisation → funktioneller Eisenmangel

Labrodiagnostik Eisen:

  • Ferritin
  • Transferrin
  • Transferrinsättigung

  • Ferritin: Eisenspeicher
  • Transferrin: Eisentransporter
  • Transferrinsättigung: niedrige Sättigung → keine ausreichende Mobilisierung möglich

Therapie des Eisenmangels

  • Eisentabletten
  • Eiseninfusion

Eisentabletten

  • Werte im Normbereich erst nach mehreren Monaten
  • evtl. keine Resorption, sondern nur Verstopfung

Eiseninfusion (i.v.)

  • hohe Effektivität
  • ABER toxische Reaktionen möglich: sollte deswegen die Ausnahmeapplikation darstellen

Reservekapazitäten des Körpers

  • Calcium

  • Vitamin B12

  • Vitamin A, Eisen

  • Vitamin E

  • Folsäure, Vitamin D

Wie lange reichen Reserven im Körper aus?

Def.: signifikanter Gewichtsverlust

  • in 1 Woche
  • in 1 Monat
  • in 3 Monaten
  • Klausur: in 6 Monaten

 

  • in 1 Woche 1-2%
  • in 1 Monat 5%
  • in 3 Monaten 7,5%
  • Klausur: in 6 Monaten 10%

Abkrüzung: BMI

body mass index

BMI

  • Formel
  • Normbereich
  • Schweregrad 1-3

  • Formel: \(BMI = {Körpergewicht\over Körpergröße^2}\)
  • Normbereich: 20-25 kg/m2
  • Schweregrad 1: <18,5kg/m2
  • Schweregrad 2: <17,0kg/m2
  • Schweregrad 3: <16,0kg/m2

Abschätzung der GFR nach Cockcoft

  • Formel
  • kritischer Wert

  • Formel: \(GFR (ml/min) = {(140-Lebensalter)x Körpergewicht \over 72 x Kreatinin}\)
  • kritischer Wert: GFR<30ml/min
    • dann müssen Medikamente in der Dosierung angepasst werden!

Albumin

  • Def.
  • Klausur: entscheidender Paramter, um ...

  • Def.: Plasmaprotein von 66kDa zum Transport im Blut synthetisiert in der Leber
  • Klausur: entscheidender Paramter, um Malnutrition aufzuzeigen
    • Klausur: <35g/dl Hinweis auf Malnutrition
    • <28g/dl deutliche Malnutrition

Def.: Assessement

Unter einem Assessment versteht man in der Medizin die systematische Erfassung und Bewertung des Gesundheitszustandes eines Patienten - meist unter Zuhilfenahme von so genannten Score-Systemen

Erfassung der wesentlichen Risikofaktoren für Mangelernährung mit einem strukturierten geriatrischen Ernährungsassessment.

geriatrisches Ernärungsassessment

  1. Essprotokoll
  2. Trinkprotokoll
  3. gastrointestinalen Erkrankungen

  4. chronische Erkrankungen und chronische Schmerzen

  5. Schluckstörungen

  6. Schwierigkeiten beim Schneiden

  7. Immobilität
  8. Auffallende, unbeabsichtigte Gewichtsabnahme

  9. Appetitlosigkeit/Veränderung des Appetits

  10. Schlechter Zahnstatus/Kauprobleme

  11. Hoher Konsum von Medikamenten oder Genußmitteln (Alkohol,Nikotin)

  12. Geistige Beeinträchtigung

  13. Depression

  14. Unbefriedigende soziale Situation

Erfassung der wesentlichen Risikofaktoren für Mangelernährung mit einem strukturierten geriatrischen Ernährungsassessment.

  • Gruppe 1
  • Gruppe 2

  • Gruppe 1: weniger als 3 Risikofaktoren; idR normale Werte
  • Gruppe 2: mehr als 3 Risikofaktoren; idR schlechte Albuminwerte

subcutane Infusion bei Exsikkose

  • Synonym
  • Vorteil
  • verwendete Lösungen (2)
  • maximal ... über 24h

  • Kamelhöchertherapie
  • auch im ambulanten Bereich ensetzbar - unabhängig vom Arzt
  • verwendete Lösungen: Ringer- oder physiologische Kochsalzlösung
  • maximal 1.000ml über 24h

subcutane Infusion bei Exsikkose: Kontraindikationen (4)

 

  • schwere Dehydratation
  • Antikoagulation
  • trinken nicht möglich
  • sehr kachektische Patienten

Stellenwert s.c.- vs. i.v.-Infusion

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