Risikomanagement

risk management

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F. ..
Diese Lernkarten behandeln Risikomanagement auf Universitätsniveau und konzentrieren sich auf die Identifikation, Analyse und Handhabung von Risiken im Kontext von Produkten, insbesondere Fahrzeugen. Sie decken Themen wie Risikoarten, rechtliche Aspekte, Methoden zur Risikoanalyse und -bewertung sowie Meilensteine in der Produktentwicklung ab. Diese Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute in der Technik, die sich mit der Sicherstellung der Produktsicherheit und der Minimierung von Risiken in der Entwicklung und Herstellung von Produkten befassen.
Karten
43
Lernende
7
Sprache
Deutsch
Kategorie
Technik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
26.08.2014 / 13.11.2020

Lernkarten

Risikoanalyse

  • primär zur Erkennung und Beseitigung von Schwachstellen bei Systemen sowie zum Vergleich alternativer Systeme
  • Ermittlung von Wahrscheinlichkeiten bzw. Fehlerursachen die zum Ausfall eines Systems führen

Definition Ereignis

Plötzlicher Eintritt einer bestimmten Kombination von Umständen, die sich auf die Organisation positiv oder negativ auswirken können.

Begriff Risiko nach ISO 31000:2009

Auswirkung von Unsicherheit auf Ziele

Risikomatrix - Risikoportfolio - Risikolandschaft

Definition:

  • Darstellung mehrerer Risiken einer Organisation oder eines Systems in einer zweidimensionalen Grafik nach den Kriterien der Wahrscheinlichkeit und der Auswirkung.

Ziel:

  • Gruppierung von Risiken
  • Analyse Handlungsbedarf

Risikokorrelation

Definition:

  • Gegenseitige Abhängigkeit von Risiken

Risikomanagement

Def.:

  • Prozesse und Verhaltensweisen (koordinierte Tätigkeiten), die darauf ausgerichtet sind, um eine Organisation bezüglich Risiken zu steuern und zu überwachen

Anmerkung:

  • systematische Erfassung und Bewertung von Risiken sowie die Steuerung von Reaktionen aus festgestellte Risiken in jeder Phase des Produktentstehungsprozesses
  • Umsetzung eines Risikomanagements führt zu einer Risikokultur in der Organisation

Risikopolitik

Ziele, Strategien und Ressourcen für den Umgang mit Risiken einer Organisation. Die Risikopolitik zeigt, wie die Organisation das Risikomanagement umsetzen will.
 

Risikoeigner

Entscheidungsträger einer Organisation oder eines Teils davon, der eine Gesamtverantwortung trägt für Gelingen und Misslingen, Chancen und Gefahren. Der Risikoeigner kann das Risiko beeinflussen.

Risikowahrnehmung

Art, in welcher eine interessierte Partei ein Risiko auf der Grundlage von Werten, Gefühlen, Emotionen oder Urteilen betrachtet

Risikoeinschätzung

Verfahren, mit dem einer Gefahr oder einem Szenario Werte für seine Wahrscheinlichkeit und für seine Auswirkung zugeordnet werden

Risikobewertung

Verfahren, das feststellt, ob ein Risiko vertretbar ist

Risikobeurteilung

Gesamtheit des Verfahrens, das Risikoidentifikation, Risikoanalyse und Risikobewertung enthält

Risikobereitschaft

Annahme eines Risikos durch eine betroffene Person aufgrund von Werten, Gefühlen, Emotionen oder Urteilen

Risikotoleranzgrenze

Bereich oder Wert in einer Risikobeurteilung, der eine Aussage über die Akzeptanz eines Risikos möglich macht

Risikoakzeptanz

Entscheid, ein Risiko zu tragen, zu tolerieren, zu akzeptieren

Risikoaversion

Ablehnung eines Risikos durch eine betroffene Person aufgrund von Werten, Gefühlen, Emotionen oder Urteilen

Meilensteine Konzeptentwicklung

Vorentwicklung

1. Verabschiedung des Fahrzeug-Rahmenheftes (Bsp.: Grobkonzept)

Definition

2. Fertigstellung des Fahrzeug-Zielkatalogs (Bsp.: Beschreibung Fzg. auf Systemebene)

Konzeptbestätigung

3. Elementare Fahrzeugflächen definiert (Bsp.: Fzg.-Package)

4. Fahrzeug-Lastenheft definiert; Styling Freeze (Bsp.: Leistungsbeschreibung Bauteile)

  • Styling Freeze: Außenkontur steht, keine Änderungen mehr
  • Zielkatalog: Was muss das Fzg können?
  • Lastenheft: Was müssen Bauteile können?

Meilensteine Serienentwicklung

Baustufen

5 a-n Fertigstellung der Baustufen 1 bis n (Bsp.: Konstruktion Bauteile, Serien-Fertigungseinrichtung vorhanden, 95% Serien-Werkzeug-fallende Teile)

Serienvorbereitung

6 a-n Fertigstellung der Fahrzeug-Vorserien (Bsp.: Bestätigung Produkt/Fertigung, Seriennahe Fertigung, 100% Serien-Werkzeuge)

7 Bestätigung "Start of Production" (SOP) (Bsp.: Fähigkeit Prozesse bestätigt, Anlaufkurve bestätigt)

Meilensteine Produktion

Hochlauf

8. Fahrzeug-Markteinführung (Bsp.: Vorbereitung Märkte/Händler)

Serie

9. Abschluss Serienfertigung "End of Production (EOP)" (Bsp.: Ersetzteillieferung bis EOP +15 Jahre)

Meilensteine Vertrieb

Vertrieb

9. Abschluss Vertriebsphase bei EOP (Bsp.: Betreuung der Märkte während der Serie)

Zehnerregel der Fehlerkosten

Entwicklungsphase bis Serienvorbereitung: 0.1 ,-

Serienvorbereitung bis Serienproduktion: 1,-  - 10,-

spätere Fehler: 100,- und mehr

Risikomanagement als Prozess

  1. Risikoidentifikation (FMEA, FTA,...)
  2. Risikoanalytik (Bewertung Schadensausmaß, Eintrittswahrscheinlichkeit)
  3. Risikohandhabung (Vermeiden, Vermindern, Begrenzen, Selbsttragen, Versichern)
  4. Risikoüberwachung (Maßnahmen: Entwicklungsbegleitend, Prozess)

Methoden zur Risikoanalyse

  1. Skizzierung und Abgrenzung des Risikothemenfeldes oder des Schadenssymptoms
  2. Analyse der Einflussgröße auf das Risikothemenfeld oder das Schadenssymptom
  3. Analyse von Ursache-Wirkungsketten
  4. Bewertung des Risikothemenfeldes/Schadenssymptoms, der Einflussgröße, der Ursache-Wirkungskette
  5. Maßnahmenbestimmung zur Beherrschung des Risikothemenfeldes und/oder zur Vermeidung bzw. Eliminierung des Qualitätsproblems

Risikohandhabung - Vorgehensweise

  1. Risikovermeidung
  2. Risikoverminderung
  3. Risikostreuung >Verteilung der Risiken Bsp.: Reise Unternehmensführung, auf mehrere Fahrzeuge verteilt
  4. Risikoverlagerung >Verlagerung der Risiken auf Lieferanten/Unterauftragnehmer
  5. Risikoversicherung
  6. Risikoübernahme/Risikoakzeptanz

Def. Requirement

Gesamtheit der Einzelanforderungen an die Beschaffenheit einer Einheit in der betrachteten Konkretisierungsstufe der Einzelanforderungen

quantitatives Merkmal

Merkmal, dessen Merkmalswerte einer Skala mit festgelegten Abständen zugeordnet sind

qualitatives Merkmal

Merkmal, dessen Werte einer Skala ohne festgelegte Abstände zugeordnet ist

funktionskritisches Merkmal

Inhärentes quantitatives oder qualitatives Merkmal eines Produktes, Prozesses oder Systems, das sich auf eine Forderung bezieht

Def. Prüfmerkmal

Merkmal, das Gegenstand der Prüfung ist

Projektrisiko

  1. Technisches Risiko
  2. Zeitrisiko
  3. wirtschaftliches Risiko
  4. Verwertungs- oder Marktrisiko
  5. Kostenrisiko
  6. Prognoserisiko

technisches Risiko

basiert auf Unsicherheit hinsichtlich des Ereignisses eines F&E-Projekts und besteht darin, dass es dem Unternehmen nicht oder nur unzureichend gelingt, die auftretenden technischen Probleme zu lösen, so dass die geplanten technischen Ziele nicht erreicht werden

Zeitrisiko

-wesentlich Komponente der F&E-Projektrisiken

-Entwicklungs- und Amortisationszeit nähern sich immer mehr der eigentlichen Zeit des Marktzyklus des Produktes an

-Zeitschere schließt sich und das Risiko einer Produktentwicklung im Hinblick auf die Amortisation wird immer größer, die Gewinnzone eines Produktes immer kleiner

Verwertungs- oder Marktrisiko

Ergebnis unvollkommener Informationen über die betriebliche und außerbetriebliche Umgebung der F&E-Aktivitäten sowie über die Eignung des gesuchten Wissens für diese Umgebung
 

Prognoserisiko

-bezieht sich auf das F&E-Projektergebnis unter der Berücksichtigung der enthaltenen Innovationsvorhaben

-lange Durchlaufzeiten erfordern wie im Fertigungsprozess so auch im Innovationsprozess Prognosen, um die Planbarkeit sicherstellen zu können

Programmrisiko

  1. Interdependenzrisiko
  2. Selektionsrisiko
  3. Ressourcenrisiko

Projektinterdependenzen

-resultiert aus Beziehungen zwischen den F&E-Projekten eines F&E-Programms

-greift Problematik einer angemessenen Kooperation zwischen Entwicklungsprojekten auf

Ressourcenrisiko

-verweist auf die Limitierung der materiellen, finanziellen und personellen Ressourcen für die technische Entwicklung
 

Selektionsrisiko

-fasst alle Risiken zusammen, die durch (falsche) Entscheidungen im Laufe des strategischen Programmplanungsprozesses entstehen können

-beinhaltet den Selektionszwang als Konsequenz der (Umwelt-)Komplexität und das daraus resultierende Risiko der Ausblendung
 

Produkthaftung vs Produktsicherheit

Produkthaftung:

  • Anspruchsgrund nur sicherheitsrelevante Fehler
  • Anspruchsinhalt Schadensersatz
  • Anspruchinhaber ist jeder, der durch den Sicherheitsmangel geschädigt wird
  • Ansprüche verjähren frühestens in 10 Jahren ab Inverkehrsbringen

Prosuktsicherheit:

  • Sicherstellung des Inverkehrbringens sicherer Produkte

 

Gesetze

ProdHaftG

  • Haftung nach Verschulden, Hersteller muss jedoch nachweisen, dass
    • Produkt entsprach bei Inverkehrbringen den Rechtsvorschriften
    • Fehler nach Stand Wissenschaft/Technik nicht erkannt werden konnten
  • Beweislast beim Hersteller
  • Haftungsobergrenze Personenschäden: 85 Mio. Euro

BGB §823

  • Haftung des verursachenden Herstellers nach Verschulden
  • Beweislast bei Geschädigtem
  • Schadensersatzleistungen/Schmerzensgeld (ohne Obergrenze)

ProdSG

  • Pflicht des Herstellers, nur sichere Produkte nach den Regeln der Technik in Verkehr zu bringen
  • Befugnisse der staatlichen Behörde, nicht sichere Produkte zurückzurufen
  • Bußgeld (bis 30.000€) oder Freiheitsstrafe bis 1 Jahr

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