BK2
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Was sind multiresistente Keime Definition
Multiresistente Erreger bezeichnet man eine Form von Antibiotika- oder Virostatikaresistenten Keimen (Viren oder BAkterien) die gegen mehrere Antibiotika oder Virustatika unempfindlich sind.
Bei BAkterien kommt im Spitalalltag häufig MRSA (Methicillin resistente Staphyloccocus aureus) vor, bei den Viren der HIV
Ursachen (MRK)
- Hauptproblem ist der übermässige Antibiotika Einsatz
- Mehrfache und/oder längerdauernde Behandlungen mit Antibiotika (Gramnegative Keime = Rot) Resistenzentwicklung gegen den Einsatz von Antibiotika
- Nicht einhalten der Standardmassnahmen
Übertragungswege von MRK
- Von Mensch zu Mensch
- Am häufigsten werden die Erreger durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch weitergegeben. Der Hauptübertragungsweg sind die Hände
- Über verunreinigte Gegenstände
- Eine Ansteckung ist ebenfalls über verunreinigte Gegenstände wie Türgriff, Handläuft, Griffe oder Badutensilien möglich. Die Erreger haften sehr gut an Plastikmaterialien und Edelstahlegierungen, beispielsweise an Kathetern
- Von Tier zu Mensch
- Möglich ist auch eine Ansteckung von Menschen nach dem Kontakt mit besiedelten Nutztieren
Therapie MRK
- Therapie ist eingeschränkt
- Notwendigkeitt der parenteralen Therapie
- Gebrauch von teuren, weniger gut verträglichen Antibiotika
Behandlung MRK
Dekolonisierung Topisch:
- 5 Tage (antibitische Nasensalbe, Dusche/Ganzkörperwäsche mit desinfizierendem Reinigungsmittel, desinfizierender Rachenspray)
- Prinzip: Desinfektion + Aufbau der normalen Flora
- Grundsätzlich muss die Behandlung mit dem Behandelnden Arzt in Rücksprache mit einem Mikrobiologen festgelegt werden, dieser kann auf GAbe von speziellen Antibiotika bestehen. WElche eingesetzt werden ist vom MRSA Typ abhängig
- Es gibt noch einige Mittel die für MRSA Therapien eingesetzt werden können, z.B. Vancomycin, Linezoil, Tigecyklin
Prävention MRK
- Überwachung; Resistenzraten, Antibiotikaverbrauch
- Rationaler (überlegt/vernünftig) und restriktiver (beschränkt/zurückhaltend) Antibiotikaeinsatz
- Screening/Früherkennung resistenter Keime
- Hygienische Standardmassnahmen
- Händehygiene einhalten
- Hände gründlich waschen
- Wunde und Hautverletzungen sollten mit sauberen Verbänden oder Pflaster abgedeckt werden um sich vor Infektionen zu schützen
- Engen körperlichen Kontakt zu Menschen mit offenen Wunden meiden
Risikopatienten MRK
- für gesunde Menschen ist das Risiko einer Infektion eher gering auch wenn die Haut oder Schleimhäute bereits mit MRSA besiedelt sind
- Menschen mit folgenden Risikofaktoren sind häufiger betroffen
- Krankenhauspatienten und chronische Pflegebedürftige in Seniorenheimen
- Dialysepatienten, Diabetiker, Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem
- Patienten mit Fremdkörpern wie Kathetern, Öffnung der Luftröhre nach aussen, Gelenkersatz
- Menschen mit hautverletzungen wie Brandverletzungen, chronischen Wunden
verschiedene Arten von MRK
- MRSA = Methicillin resistente Staphyloccocus aureus
- Vorkommen: Haut Schleimhäute der oberen Atemwege
- Kann auslöser sein von Haut- und Wundentzündungen, Atemwegs- und Harnwegsinfekten, Entzündungen von Organen und Gewebe, Sepsis
- ESBL = Extendet Spectrum Beta-Lactamase Klebsiella pneumoniae
- Vorkommen: kann fast überall vorkommen, u.a. natürlicherweise im Magen-Darm-Trakt und der Mundschleimhaut
- Kann Auslöser sein von Lungenentzündungen, Harnwegsinfekten
- ESBL = Extendet Spectrum Beta-Lactamase = bilden Escherichia coli
- Vorkommen: Darmflora, verunreinigtes Trinkwasser, infizierte Lebensmittel
- Kann Auslöser sein von Magen-Darm-Erkrankungen, Darm-, Bauchfell-, Harnwegsinfektionen, Wundinfektion, Sepsis
- VRE = Vancomycin-resistenter Enterococcus faecium
- Vorkommen: Darmflora
- Können Auslöser sein von Harnwegsinfekten, Bauchfellentzündung, Sepsis
Bedeutung für die Menschen MRK
Klinische Bedeutung; kein Therapieerfolg; erhöhte Morbidität und Mortalität
- Zusätzliche Hygienemassnahmen (Isolation)
- Verlängerte Spitalaufenthalte, erhöhte Kosten
- Tendenz steigend- nicht nur auf Akutspital begrenzt
- Gefährdung der Erfolge der modernen Medizin
Definition Antibiotika
- wirksame Arzneimittel (Tuberkulostatika) gegen Bakterien
- hemmen Wachstum von Bakterien (Bakteriostase) oder töten sie sogar ab Bakterizide)
- Antibiotika nutzt Unterschied zwischen menschlichen und Bakterienzelle
- Nebenwirkungen ergeben sich durch Schädigung der Standortflora in Darm, Haut, Schleimhaut, (weibl.) Genitalen
- gibt substanzspezifische Nebenwirkungen
- Verhältnis zwischen gewünschten und unerwünschten Wirkungen gut
- Ist ein Arzneimittel das Infektionskrankheiten behandelt
- werden durch Bakterien ausgelöst oder durch Parasiten, Pilze
- Einige Antibiotika können nicht abtöten, nur hemmen
- Braucht Mithilfe des Immunsystems, komplett zu vernichten und Krankheiten heilen
- Wird von basophilen und eosaphilen Granulozyten
- Alexander Fleming 1932 durch Zufall erfunden (Penicilline)
Diese Punkte sollten beachtet werden bevor Antibiotika verabreicht wird
- Indikationsstellung
- keine Indikation bei "nur" Fieber, da es sich häufig um einen viralen Infekt handelt
- Mikrobiologische Diagnostik
- um Empfindlichkeitsprüfungen durchzuführen
- Erregerspezifische Antibiotika
- Auswahl gemäss mikrobiologische Diagnostik. Sollten den ungezielten Einsatz von Breitbandantibiotika vorgezogen werden
- Konzentration
- genügend an den Ort der Infektion gelangen
- Dosis
- ausreichend hoch
- Behandlungsdauer
- ausreichend lang
- Lokale Anwendung
- sollte vermieden werden, durch Desinfektion ersetzt werden
- Orale Verabreichung
- Wenn möglich, sollte per orale Medikamente vor den parenteralen Medikamenten vorgezogen werden, da parenterale Medis eine höhere Konzentration haben
Antiinfektiva
Antiinfektiva sind Arzneimittel die gegen Infektionskrankheiten eingesetzt werden. Spezifisch stören sie verschiedene Stoffwechselvorgänge der Mikroorganismen oder wirken auf bestimmte Strukturen der Mikroorganismen ein, ohne menschlichen Organismus zu schädigen. Es gibt verschiedene Kriterien um ein Antiinfektiva zu beurteilen:
- Wirkbereich
- Bakterien, Pilze, Viren, Protozoen (Parasiten)
- Wirkspektrum
- Breitspektrum
- Breitband-Therapeutika
- Wirkmechanismus
- Hemmung des Zellwandaufbaus
- Schädigung der Zytoplasma Membran
- Hemmung von Stoffwechselreaktionen
- Hemmung der Vermehrung der Erbsubstanz
- Wirktypen
- Bakteriostase = Hemmung der Keimvermehrung
- Bakterizide = Schädigung der Bakterien
- Wirkaktivität
- Minimale Hemmkonzentration (MHK)
- Minimale bakterizide Konzentration (MBK)
- Resistenzen
- Natürliche Resistenzen (intrinsische Resistenz)
- Erworbene Resistenz
- Toxizität bzw. unerwünschte Wirkungen
- Diarrhö
- Allergien
- Nausea
- Emesis
- Mykosen
Nebenwirkungen
- Diarrhoe
- Störung der Darmflora
- Fehlbesiedlung des Darmes
- Darmentzündung
- 1/3 natürlichen bakteriellen DArmflora stirbt ab
- Regenerierungsdauer 1-6 Monate
- Erholungsphase erneute Antibiotikakur kann es zu starken Schädigungen der Darmflora kommen
- Allergien/Asthma
- Eine Überreakton vom Immunsystem, weil auf normale ungefährliche Stoffe Antikörper bildet
- Mykosen
- Endogene Mykosen entstehen, wenn das Gleichgewicht der natürlich auf und im Mensch vorkommenden Pilze, z.B. durch Antibiotika oder ein geschwächtes Immunsystem, verschoben wird
- Leberschädigung
- Schadstoffe werden in der Leber abgebaut
- Entzündung der Mundschleimhaut
- Zahnverfärbung
- Je nach Antibiotika zu braun und gelb Verfärbt (dauerhaft)
- Antibiotika geht mit Kalzium Kombi ein, es entstehen Zahnschmelz Einlagerungen
- Besonders stark werden Zähne gefärbt, die sich beim Zahnwechsel bilden
Wirkung von Antibiotika
Antibiotika richtet sich gegen folgende bakteriellen Vorgänge
- Zellwandsynthese
- Funktionalität der Zellmembran
- Nukleinsäuresynthese
- Translation
- Stoffwechselvorgänge wie die Folsäuresynthese
Verschiedene Wirkstoffe
- Aminoglykoside
- zur behandlung bakterieller Infektionskrankheiten
- nicht oral als Tablette sondern als Injenktion, Augen-, Ohrentropfen oder Creme
- wirkt bakterizid
- binden an die 20s-Unterheit bakterieller Ribosomen und induzieren dort Fehlablesungen, kommt zur Bildung von Proteinen mit fehlerhafter Aminosäure-Sequenz
- Beta-Lactam Antibiotika
- bakterielle Zellwandsynthese (Aufbau der Zellwand bei Bakterien, Pilzen und Pflanzen) hemmen und zur Behandlung von bakterieller Infektionskrankheiten eingesetzt
- Wenn Zellwand nicht mehr oder nicht mehr ausreichend vorhanden ist, kann Wasser in Zellinnere einströmen, Bakterium schwillt an und Plasmalemma zerreisst, ist nicht elastisch
- wirkt bakteriostatisch oder bakterizid
- Polypeptid-Antibiotika
- zur Behandlung von Infektionskrankheiten, welche durch Bakterien ausgelöst wurden
- ausschliesslich bei äusseren Infektionen verwendent wie haut, Aug, Ohr oder Rachen
- Tetrazykline
- verhindert die Anlagerung der Aminoacyl-t-RNA an 30S-Untereinheit der bakteriellen Ribosomen
- kommt im Rahmen der Proteinsynthese zum Abbruch der Peptidkette
- Wird gegen Akne und periorale Dermatitis eingesetzt
- Sulfonamid-Antibiotika
- interferieren mit Folsäure-Stoffwechsel der BAkterien
- besetzen den relevanten Enzymen die Bindungsstelle für p-Aminobenzoesäure und bewirken so eine Blockade bei Bildung von Tetrahydrofolsäure
- Nitroimidazole
- in sensiblen Bakterien angereichert und gehen in Stoffwechsel der Bakterien ein
- Durch Reduktion der Nitrogruppen der Nitroimidazole entstehen Hydrosylamingruppen, welche Komplexbildung mit bakteriellen DNA eingehen und dabei Abbrüche des DNA-stranges bewirken
- Chloramphenicol
- Wirkstoff verhindert Translation der mRNA in Aminosäuren
- Aufbau von Eiweissen und WAchstum der Krankheitserreger gehemmt
Applikationsformen
- Per Oral
- Parenteral (i.v)
- Salben/Cremen
- Sirup
Was muss bei der Verabreichung beachtet werden
WErden Antibiotika nicht richtig angewendet, kann die Infektion häufig nicht gestoppt werden und kann grösseren Schaden anrichten. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass die Bakterien gegen das Antibiotika resistenz werden. Dies bedeutet, dass das Antibiotika nicht mehr wirken kann, wel die Bakterien gelernt haben sich vor ihm zu schützen
- 5R Regeln beachten
- Antibiotika nur nach ärztlicher Verschreibung anwenden
- Verschriebene Dosierung einhalten
- Einnahmedauer genau beachten und auch bei BEsserung nicht zu früh absetzen = Resistenzbildung
- Packungsbeilage gründlich durchlesen
- Bei Fragen oder Unsicherheiten Arzt oder Apotheker ansprechen
- Nicht verbrauchte Antibiotika in Apo bringen
- Antibiotika nicht an andere Personen weitergeben
- Vorgeschriebene Abstände zwischen den Einnahmen muss eingehalten werden.
- Mit Wasser einnehmen, es wird empfohlen ein ganzes Glas Wasser zu trinken, zwischen Milchprodukten und Antibiotika 2h warten
- Genauer Einnahmezeitpunkt
- Wechselwirkungen
Pflegerische Massnahmen bei multiresistenten Keimen
- Betonen der korrekten Händehygiene bei allen PP und Mitarbeitern
- Kontrollieren der Besucher/Angehörigen, um Patienten mit verminderter Abwehr zu schützen
- Einzelzimmer mit eigenem BAd
- Veranlassen einer Isolation/Umkehrisolation
- Auf sterile verhältnisse/Technken achten
- Tägliches Reinigen von Wunden/Leitungszugägnen
- Schutzschürze/Schutzkittel
- bei speziellen Isolierungsmassnahmen, vor dem Ausziehen hygienische Händedesinfektion
- Mund-Nasenschutz
- Bei Atemwegsinfektion der Mitarbeiter = Patientenschutz
- im Rahmen spezieller Isolierungsmassnahmen
- Endotracheales Absauchen, Influenza = Mitarbeiterschutz
- Schutzbrille
- Wenn Gefahr besteht, dass sich Tröpfchen/Aerosole bilden
- Hygienische Händedesinfektion
- Vor und nach der Tätigkeit am Patient
- Immer wenn eine Berührung mit potenziell infektiösem Material erfolgt ist
- Nach jedem direktem Kontakt mit Patienten bei speziellen Isolations-Massnahmen
- Nach ausziehen von Handschuhen und vor dem Ausziehen des Schutzkittels
- Schutzhandschuhe
- Bei Kontakt mit potenziell infektösem Material zum Mitarbeiterschutz
- Vor Berühren von Schleimhäuten und nicht intakter Haut
- Im Rahmen spezieller Isolationsmassnahmen
- Begrenzt sind Schutzhandschuhe desinfektionsfähig -> Händedesi nach ausziehen
- Flächendesinfektion
- Desinfektion der Arbeitsfläche vor dem Richten einer sterilen Arbeitsfläche
- Desinfektion aller Flächen bei Kontamination mit potenziell infektiösem Material -> 70% Alk und Einmaltuch für kleine Flächen
Besonders beachten bei MRSA
- sorgfältige Händedesinfektion
- Korrekter Gebrauch von Schutzhandschuhen und Mundnasenschutz
- Vorn geschlossener Schutzkittel auch für Angehörige
- Routinemässige tägliche Flächendesinfektion
- Bettwäschewechsel täglich
- Korrekter Umgang mit Schmutzwäsche, Abfall, Essgeschirr
- Schlussdesinfektion als Wischdesinfektion
- Möglichst nicht transportieren -> wenn möglich nur Transportliege benutzen danach desinfizieren (kein Bett nehmen)
- Patientenzimmer möglichst selten betreten
- Pflegeinstrumente im Zimmer lassen und desinfizieren
- Gegenstände die aus dem Zimmer entwendet werden, vor dem abstellen mit Teralin abreiben
- Patient erst nach 3 negativen Konttrollen aus der Isolationspflege entlassen
- Angehörige über Hygienemassnahmen informieren