Rechtsmed.

Klausur 09.12

Klausur 09.12


Daniel Krings
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die rechtsmedizinische Untersuchung von Schussverletzungen und anderen Gewalteinwirkungen. Sie behandeln die Bedeutung von Blutspuren, Hautverletzungen und verschiedenen Arten von Gewalt, einschließlich scharfer und stumpfer Gewalt. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Medizin, da sie detaillierte Informationen über die Feststellung von Gewalteinwirkungen, die Interpretation von Verletzungen und die Rekonstruktion von Tatabläufen liefern.
Karten
40
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
30.11.2013 / 01.12.2013

Lernkarten

§ 159 StPO

Todesermittlungsverfahren

Anhaltspunkte des nicht natürlichen Todes

Sofortige Anzeige bei der StA

§ 33 RiStBV

Vorausetzung

§ 87 StPO

Leichschau / Leichenöffnung

Öffnung von 2 Ärtzen

StA kann Teilnehmen

§ 89 StPO

Öffnungen der Körperhöhlen

Kopf / Bauch / Brusthöhle

Ziel der Leichenschau / Öffnung

  • Feststellung des Todes
  • Feststellung der Todesart
  • Feststellung des Todeszeitpunktes
  • Feststellung der Todesursache

§ 10 FBG / § 12 FBG

Pflicht zur Leichenschau

 

Vor der Bestattung = Leichenschau

Wollen wissen wann die Person gestorben ist

Nicht natürlicher Tod

  • Selbsttötung
  • Unfall
  • Fremde Hand

 

Die Lehre von dem Tod

Befasst sich mit dem:

  • Sterben
  • Erscheinungsformen
  • Folgen
  • Leichenveränderung

Sterben ist der Vorgang (Argonie) = Todeskampf

Phasen des Sterbens

Dauer kann variieren

In der Agonie kommt es zum Nachlassen der Stoffwechselprozesse bis hin Ausfall lebenwichtiger Organe

Rückschlüsse auf Verletzungen vor Todeseintritt möglich

 

Klinischer Tod

Stillstand von Kreislauf und Atmung

Pulslosigkeit, Blässe, Ausfall von Reflexen, Muskelerschlaffung

Hirntod

Aussetzen aller Hirnfuktionen

Bewusstlosigkeit, fehlende Hirnstammreflexe

Das Leben endet mit dem Indivdualtot

Biologischer Tod

Aussetzung aller Körperfunktionen durch Zelltod

Scheintod

Unterste Leistungsgrenze der lebenerhaltenden Funktionssysteme

Vitale Reaktionen

Erscheinungen / Verletzungen

  • Lebzeit eingetreten
  • Nach Todeseintritt noch nachweisbar

 

  • Verbluten (aktive Blutung)
  • Heilungsreaktion (Wundschorf)
  • Emoblien (Verschleppung von Stoffen Blutbahn)
  • Aspiration (Einatmen von Blut)

Todeszeichen

Nach Eintritt des Todes durch Einflüsse:

  • Innere Einflüsse = Ursachen
  • Äußere Enflüsse = Temp, Bekleidung, Wetter

 

Unsichere Todeszeichen (primär)

  • Bewusstlosigkeit, HK Stillstand, Blässe

Sichere Todeszeichen (sekundäre)

  • Leichenflecken, Leichenstarre, Fäulnis

I. Frühe Leichenerscheinung:

Totenflecken / Leichenstarre

Allgemein:

  • Entstehung -> Zusammenbrechen HK System
  • Blut zirkuliert nicht mehr
  • Blut läuft der Schwerkraft nach
  • Auflege / Komprimierungsstellen / Blut wird verdrängt

Sonstiges:

  • Kälte verzögert / wärme beschleunigt
  • Stimmen Leichenflecken mit Fundort überein?
  • Zunächst klein -> Später Großflächig
  • Punktförmige Flecken (dunkelblau / violett)
  • Platzen kleiner Blutgefäße

Zeiten:

  • 20min    ->  Erste Totenflecken sichtbar
  • 1-2 St.   ->  Druck / Aufliegestelle ausgeprägt
  • 6-8 St.   ->  TF vollständig ausgebildet
  • 2-6 St.   ->  TF vollständig umschlagbar
  • 6-14 St. ->  TF unvollständig umschlagbar
  • ca. 6 St  ->  TF vollständig wegdrückbar
  • 10-36 St. -> TF unvollständig weddrückbar

Farbgebungen:

  • Blauviolett = Normal
  • hellrot = CO Vergiftung, Kälte
  • Blassrosa = Blutverlust, tiefes Gewässer

Kriminalistische Bedeutung: Hinweise

  • Körperhaltung zum Todeszeitpunkt
  • Lageveränderung / Hypothesenbildung
  • Beschaffenheit der Aufliegeflächen
  • Bekleidungszustand -> Aussparrung
  • Todesursache
  • Todeszeitbestimmung

II. Frühe Leichenerscheinungen

Vertrocknungen

Allgemein:

  • Entstehnung durch Wasserabgabe des Gewebes
  • Vertrocknung: Bindehäute / Schleimhäute

Sonstiges:

  • Abhängig von Temp / Luftfeuchtigkeit / Luft
  • Rotbraune Verfärbung / Festigung Gewebes
  • Abgrenzung Vital / postmortal = Schwierig
  • Ausbildung ist verbessert sich nach länger Todeszeit

Kriminalistische Bedeutung:

  • Rückschlüsse auf einwirkende Gewalt

II. Frühe Leichenerscheinung

Abkühlung

Allgemein:

  • Soffwechselprozesse enden
  • Wärmeproduktion erlischt
  • Körpertemperatur passt sich der Umgebung an

Sonstiges:

  • Normale Körpertemperatur 37 Grad
  • Köperinnere hält Wärme länger (Messung Rektal)
  • Abhängig: Statur, Kleidung, Wetter

Temperaturmessung:

  • Zunächst keine Abkühlung ca. 2 St.
  • Abfall dann 1 Grad pro Stunde
  • Doku: Anzahl der Personen / Wärmequellen

Kriminalistische Bedeutung:

  • Hinweis auf Todeszeitbestimmung

Späte Leichenerscheinung

Fäulnis / Verwesung

Entstehung nach Todeseintritt (Selbstauflösung)

Fäulnisbakterien gelangen insbesondere durch den Darm in den Körper

  • Grünfärbung der Haut -> Beginn rechter Unterbauch
  • Autreiben des Leichnams durch Gasentwicklung
  • Ausbildung von Fäulnisblasen
  • Ablösung von Haut, Nägeln, Haaren

Sonstiges:

  • Wärme / Feuchtigkeit / Fettleibigkeit = Schneller
  • Kälte / Trockenheit / Fliegengewicht = verzögern

 

Todeszeitbestimmung

Umgebungsbediungen + Leichenveränderung

= Zeitlichen Zusammenhang mit dem Todeseintritt bringen

Kriminalstische Bedeutung:

  • Feststellung der Todeszeit
  • Leichenliegezeit
  • Zeugenermittlung (Alibi)

Schätzung:

  • Leichenveränderung
  • Temp
  • Medz. Befunde
  • Kriminalistische Ermittlungen

I. Stumpfe Gewalt

Verletzungsformen

Kollision: Gegenstand vs. Körper

Folgen sind Abhängig von:

  • Kinetischer Energie
  • Beschaffenheit des Instruments
  • Einwirkungsfläche / Gewicht
  • Oberflächenstruktur Körperregion

Mögl. Todesursachen:

  • Zertrümmerung lebenswichtiger Organe
  • Schädelinnenblutung
  • innere/äußere Verblutung
  • Ersticken nach Blutaspiration

II. Sumpfe Gewalt

Äußere Verletzungen

1.Hautabschürfung:

  • kantige / flächenhafte Gewalteinwirkung
  • Schürfrichtung (Richtung der Gewalteinwirkung) Wundseite
  • Geformte Abschürfungen (Abdruck des Instruments)

Krim. Bedeutung:

  • Richtung der Gewalteinwirkung
  • Häufigkeit der Gewalteinwirkung
  • Form des Gegenstands / Tatwerkzeug
  • Möglichkeit  zur Rekonstruktion

2.Hautunterblutungen:

  • Hämatome / Blutergüsse / blaue Flecke oder Veilchen
  • Stärkere Gewalteinwirkung zerreißt Gefäße durch Gewebequetschung
  • Positivabdruck (Hammer, Kühlergrill, Stock ect)
  • Farbe = Blau / Später Grün

Krim. Bedeutung:

  • Alterbestimmung
  • vitale / postmortale Entstehung

3.Hautablederung:

  • entsteht meistens beim Überfahren
  • Massive direkte Gewalteinwirkung
  • Bildung einer Wundtasche = massive Einblutung

4.Hautwunden:

  • Einwirkung sumpfer Gewalt / Quetchungen / Zerrung / Dehnung
  • Widerstandskraft der Haut überschritten
  • Riss & Quetschwunden (Platzwunden)

Darstellung:

  • Wundrand
  • Wundtiefe
  • Wundwinkel
  • Sonderform = Bisswunde

Krim Bedeutung:

  • Rückschlüsse Tatwerkzeug
  • Richtung der Einwirkung

 

 

 

III. Stumpfe Gewalt

Innere Verletzungen

1.Gefäß / Organverletzung

  • Direkte Stoß / Quetschungen
  • Indirekte Zug / Schleuderung
  • Sind nicht umbedingt äußerlich ersichtlich
  • Gefäße / Organe können zerreißen -> Blutung
  • Bauchtrauma -> Riss / Platzen / Schwellung

2.Knochenbrüche:

  • Lochbruch = kleine Auftefffläche
  • Terrassenbuch = schräge Auftrefffläche
  • Globusbuch = große Auftreffläche

Krim. Bedeutung:

  • Reihenfolge der Gewalteinwirkung

3. Verletzungen im Schädelinneren

  • Gehirnerschüttung =  keine Nachweisbaren Verl.
  • Hirnprellung = Nachweisbare Schädigung Hirngewebes
  • Hirnquetschung = Kann zum Hirntot führen

4. Sturzverletzungen

Hutkrempenregel: Unterscheidung Sturz / Schlag

  • Gilt vorrängig für ebenerdige Stürze
  • Über Hutkrempe = Schlag
  • Unter Hutkrempe = Sturz

I. Scharfe Gewalt

Allgemein

Scharfe Gewalt = Scharfes Werkzeug

Verletzungen sind abhängig:

  • Werkzeugart (Schärfe)
  • Fläche des Auftreffens
  • Entwicklungsmechanismen

Unterscheidung zwischen

  • Stich
  • Schnitt
  • Hiebverletzungen

Todesursachen:

  • Verbluten
  • Luft oder Fettembolie
  • Blutaspiration
  • Spätfolgen = Entzündungen / Infektionen

II. Scharfe Gewalt

Stichverletzungen

Lange, schmale Gegenstände

Einstichwunde / Stichkanal / Aufstichöffnung

Merkmale:

  • Meist tiefer als Lang
  • Glatte Wundränder
  • fehlende Gewebsbrüche
  • Vertrocknungen am Wundrand
  • Spitzer Wundwinkel

Beachte:

  • Länge Stichöffnung = nicht zwingend Rückschlüsse über Klingenbreite
  • Länge des Stichkanals = nicht zwingend Klingenlänge

III. Scharfe Gewalt

Schnittverletzungen

Schneidende Werkzeuge = Verletzung durch Zug / Druck

Meist Tangential getroffen

Merkmale:

  • Meist länger als tief
  • glatte Wundränder
  • Spitze Wundwinkel
  • Keine Gewebsbrüche

Pulsaderschnitte

  • Handgelenke / Unterarm Innenseite

Halsschnitte:

  • Klaffende Wunde wegen Halsmuskulatur
  • Zurücksinkender Kopf

 

 

IV. Scharfe Gewalt

Hiebverletzung

Mit Wucht geführte Scharfe / halbscharfe Werkzeuge

Schwere der Verletzung abhängig vom Gewicht

Merkmale:

  • glatt aber tiefe Schnittverletzunge
  • klaffende Wunde
  • unregelmäßige Wundränder

I. Ersticken

Allgemein

Tod durch mangelnde Sauerstoffversorgung

Zu wenig Sauerstoff im Organismus

II. Ersticken

Erstickungsformen

Asphyxie:

  • Behinderung der Ausatmung
  • CO2 Anreicherung im Blut (Einklemmen)

Hypoxie:

  • Störung des Gasaustausches im Inneren
  • Keine Behinderung Ausatmung

Inneres Ersticken:

  • Gestörter Sauerstofftransport
  • Gestörte Sauerstoffverwertung
  • Blut / Atemgift

Äußeres Ersticken:

  • Verhindert Aufnahme von Sauerstoff

III. Ersticken

Erstickungsablauf

1. Stadium:

  • Atemnot
  • Blaufärbung
  • Bewusstlosigkeit

2. Stadium

  • Ausatmungskrampf
  • Stauungsblutung

3. Stadium

  • Blutdruckanstieg
  • langsamer Puls
  • Dann sinkender Blutdruck
  • Urin / Kotabgang

4. Stadium

  • Atempause

5. Stadium

  • Schnappatmung
  • Schlaffe Muskulatur
  • Reflexlosigkeit

Reanimation bis zu 10-15 min. möglich

IV. Ersticken

Erstickungsanzeichen

Äußerer Befund

  • Blaufärbung, ungenügend Sauerstoffsättigung
  • Dunsung (Gesicht bei erhängen)
  • Sauungsblutungen
  • dunkel-violette Leichenflecken

Innerer Befund:

  • Hirnschwellung
  • Blutfüllung in inneren Organen
  • aufgeblähte Lunge
  • Erweiterung der rechten Herzhälfte
  • dunkelrotes Blut in Organen

V. Ersticken

Erstickungsarten

Arten der Strangulation

Erhängen (Um den Hals)

  • typisch = Knoten im Nacken, Körper hängt frei
  • Atyptisch = Sitzen, Liegen

Erdrosseln (Um den Hals, nicht durch Eigengewicht)

  • Kompression um den Hals
  • Schaumpils durch Erstickungskrämpfe
  • Drosselmarke = Rückschluss auf Werkzeug

Erwürgen (Mit einer oder beiden Händen)

  • Selbst nicht möglich
  • Würgemale / Hämatome
  • Kratzspuren und Abwehrverletzungen
  • Schaumpils

 

Ertrinken

  • Fundort selten = Tatort
  • typisch = Kampf gegen ertrinken
  • atypisch = Körper unter Wasser

I. Schuss

Vorgang

  1. Schlagbolzen bringt Zündsatz zur Detonation
  2. Pulver verbrennt + Ausdruck = Schuss in Beweg.
  3. Schmauchwolke entsteht
  4. Anrieb am Projektill auf dem Weg durch den Lauf
  5. Weitere Schmauchwolken verlassen den Lauf
  6. Schmutzring beim Auftreffen auf Primärziel

II. Schuss

Spuren

Schussspurenrückstände

  • Pulver
  • Geschossteile
  • Schmauch in der Nähe
  • Veränderung des getroffenen Obj.

III. Schuss

Todesursachen

  • Verbluten
  • Organzerstörung
  • Schocktod

 

IV. Schuss

Ablauf

  1. Geschoss trifft Haut
  2. Haut Wird gedehnt bis sie reißt
  3. Haut wird wird durch Geschoss geschürft
  4. Kleine Einrisse möglich

V. Schuss

Schussarten

Durchschuss = Ein - Ausschuss (Kein Projektill im Körper

Steckschuss = Einschuss (Projektill im Körper)

Streifschuss = Tangentiale Verletzung

Tangentialschluss = Schusskanal direkt unter der Haut

Prellschuss = Trifft auf die Haut, dringend nicht ein

Querschläger = Flugbahn abgelenkt danach Eintritt Kör.

Winkelschuss = Ablenkung den Schuss im Körper

Könleinscher Schädelschuss = Schädel am Sack

VI. Schuss

Einschusszeichen

  • Schmutz / Abstreifring
  • Schürfsaum / Kontusionring
  • Schutzteilchen (Textil / Holz)
  • Pulvereinsprengungen
  • Schmauchablagerungen

VII. Schuss

Ausschusszeichen

  • Trichterförmige Erweiterung
  • Wieder herstellbarer Gewebedefekt

VIII. Schuss

Schussentfernung

Beschreibt den Abstand zwischen Körper und Waffe

Absoluter Nahschuss

  • Aufgesetzer Schuss
  • Andreaskreuz

Nährer realtiver Nahschuss

  • Pistole = 15-20 cm
  • Langwaffe = 60-100 cm
  • Scmauchablagerungen am Einschussloch

Weiterer realtiver Nahschuss

  • Pistole = 80cm
  • Langwaffe = bis ca. 3000cm
  • Pulvereinsperung

Fernschuss

  • Pistole über 80 cm
  • Langwaffe über 3000cm
  • Keine Nahschusszeichen

IX. Schuss

Rekonstrution

Spuren

  • Situationsspur
  • Formspur
  • Substanzspur
  • Gegenstandsspur

Untersuchungsziele:

  • Bestimmung Ein und Ausschuss
  • Schussentfernung
  • Schussrichtung
  • Standort

X. Schuss

Suizit - Tötung

Selbstmord

  • Nahschussanzeichen
  • Entkleidung der Schussstelle
  • Blut und Schmauchspuren an der Schusshand
  • Einschüsse an der erreichbaren Körperpartie

Tötung durch Dritte:

  • Waffe nicht mehr am Tatort
  • Mehrere Einschüsse
  • fehlende Nahschussanzeichen

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