Rechtsmed.
Klausur 09.12
Klausur 09.12
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Lernkarten
§ 159 StPO
Todesermittlungsverfahren
Anhaltspunkte des nicht natürlichen Todes
Sofortige Anzeige bei der StA
§ 33 RiStBV
Vorausetzung
§ 87 StPO
Leichschau / Leichenöffnung
Öffnung von 2 Ärtzen
StA kann Teilnehmen
§ 89 StPO
Öffnungen der Körperhöhlen
Kopf / Bauch / Brusthöhle
Ziel der Leichenschau / Öffnung
- Feststellung des Todes
- Feststellung der Todesart
- Feststellung des Todeszeitpunktes
- Feststellung der Todesursache
§ 10 FBG / § 12 FBG
Pflicht zur Leichenschau
Vor der Bestattung = Leichenschau
Wollen wissen wann die Person gestorben ist
Nicht natürlicher Tod
- Selbsttötung
- Unfall
- Fremde Hand
Die Lehre von dem Tod
Befasst sich mit dem:
- Sterben
- Erscheinungsformen
- Folgen
- Leichenveränderung
Sterben ist der Vorgang (Argonie) = Todeskampf
Phasen des Sterbens
Dauer kann variieren
In der Agonie kommt es zum Nachlassen der Stoffwechselprozesse bis hin Ausfall lebenwichtiger Organe
Rückschlüsse auf Verletzungen vor Todeseintritt möglich
Klinischer Tod
Stillstand von Kreislauf und Atmung
Pulslosigkeit, Blässe, Ausfall von Reflexen, Muskelerschlaffung
Hirntod
Aussetzen aller Hirnfuktionen
Bewusstlosigkeit, fehlende Hirnstammreflexe
Das Leben endet mit dem Indivdualtot
Biologischer Tod
Aussetzung aller Körperfunktionen durch Zelltod
Scheintod
Unterste Leistungsgrenze der lebenerhaltenden Funktionssysteme
Vitale Reaktionen
Erscheinungen / Verletzungen
- Lebzeit eingetreten
- Nach Todeseintritt noch nachweisbar
- Verbluten (aktive Blutung)
- Heilungsreaktion (Wundschorf)
- Emoblien (Verschleppung von Stoffen Blutbahn)
- Aspiration (Einatmen von Blut)
Todeszeichen
Nach Eintritt des Todes durch Einflüsse:
- Innere Einflüsse = Ursachen
- Äußere Enflüsse = Temp, Bekleidung, Wetter
Unsichere Todeszeichen (primär)
- Bewusstlosigkeit, HK Stillstand, Blässe
Sichere Todeszeichen (sekundäre)
- Leichenflecken, Leichenstarre, Fäulnis
I. Frühe Leichenerscheinung:
Totenflecken / Leichenstarre
Allgemein:
- Entstehung -> Zusammenbrechen HK System
- Blut zirkuliert nicht mehr
- Blut läuft der Schwerkraft nach
- Auflege / Komprimierungsstellen / Blut wird verdrängt
Sonstiges:
- Kälte verzögert / wärme beschleunigt
- Stimmen Leichenflecken mit Fundort überein?
- Zunächst klein -> Später Großflächig
- Punktförmige Flecken (dunkelblau / violett)
- Platzen kleiner Blutgefäße
Zeiten:
- 20min -> Erste Totenflecken sichtbar
- 1-2 St. -> Druck / Aufliegestelle ausgeprägt
- 6-8 St. -> TF vollständig ausgebildet
- 2-6 St. -> TF vollständig umschlagbar
- 6-14 St. -> TF unvollständig umschlagbar
- ca. 6 St -> TF vollständig wegdrückbar
- 10-36 St. -> TF unvollständig weddrückbar
Farbgebungen:
- Blauviolett = Normal
- hellrot = CO Vergiftung, Kälte
- Blassrosa = Blutverlust, tiefes Gewässer
Kriminalistische Bedeutung: Hinweise
- Körperhaltung zum Todeszeitpunkt
- Lageveränderung / Hypothesenbildung
- Beschaffenheit der Aufliegeflächen
- Bekleidungszustand -> Aussparrung
- Todesursache
- Todeszeitbestimmung
II. Frühe Leichenerscheinungen
Vertrocknungen
Allgemein:
- Entstehnung durch Wasserabgabe des Gewebes
- Vertrocknung: Bindehäute / Schleimhäute
Sonstiges:
- Abhängig von Temp / Luftfeuchtigkeit / Luft
- Rotbraune Verfärbung / Festigung Gewebes
- Abgrenzung Vital / postmortal = Schwierig
- Ausbildung ist verbessert sich nach länger Todeszeit
Kriminalistische Bedeutung:
- Rückschlüsse auf einwirkende Gewalt
II. Frühe Leichenerscheinung
Abkühlung
Allgemein:
- Soffwechselprozesse enden
- Wärmeproduktion erlischt
- Körpertemperatur passt sich der Umgebung an
Sonstiges:
- Normale Körpertemperatur 37 Grad
- Köperinnere hält Wärme länger (Messung Rektal)
- Abhängig: Statur, Kleidung, Wetter
Temperaturmessung:
- Zunächst keine Abkühlung ca. 2 St.
- Abfall dann 1 Grad pro Stunde
- Doku: Anzahl der Personen / Wärmequellen
Kriminalistische Bedeutung:
- Hinweis auf Todeszeitbestimmung
Späte Leichenerscheinung
Fäulnis / Verwesung
Entstehung nach Todeseintritt (Selbstauflösung)
Fäulnisbakterien gelangen insbesondere durch den Darm in den Körper
- Grünfärbung der Haut -> Beginn rechter Unterbauch
- Autreiben des Leichnams durch Gasentwicklung
- Ausbildung von Fäulnisblasen
- Ablösung von Haut, Nägeln, Haaren
Sonstiges:
- Wärme / Feuchtigkeit / Fettleibigkeit = Schneller
- Kälte / Trockenheit / Fliegengewicht = verzögern
Todeszeitbestimmung
Umgebungsbediungen + Leichenveränderung
= Zeitlichen Zusammenhang mit dem Todeseintritt bringen
Kriminalstische Bedeutung:
- Feststellung der Todeszeit
- Leichenliegezeit
- Zeugenermittlung (Alibi)
Schätzung:
- Leichenveränderung
- Temp
- Medz. Befunde
- Kriminalistische Ermittlungen
I. Stumpfe Gewalt
Verletzungsformen
Kollision: Gegenstand vs. Körper
Folgen sind Abhängig von:
- Kinetischer Energie
- Beschaffenheit des Instruments
- Einwirkungsfläche / Gewicht
- Oberflächenstruktur Körperregion
Mögl. Todesursachen:
- Zertrümmerung lebenswichtiger Organe
- Schädelinnenblutung
- innere/äußere Verblutung
- Ersticken nach Blutaspiration
II. Sumpfe Gewalt
Äußere Verletzungen
1.Hautabschürfung:
- kantige / flächenhafte Gewalteinwirkung
- Schürfrichtung (Richtung der Gewalteinwirkung) Wundseite
- Geformte Abschürfungen (Abdruck des Instruments)
Krim. Bedeutung:
- Richtung der Gewalteinwirkung
- Häufigkeit der Gewalteinwirkung
- Form des Gegenstands / Tatwerkzeug
- Möglichkeit zur Rekonstruktion
2.Hautunterblutungen:
- Hämatome / Blutergüsse / blaue Flecke oder Veilchen
- Stärkere Gewalteinwirkung zerreißt Gefäße durch Gewebequetschung
- Positivabdruck (Hammer, Kühlergrill, Stock ect)
- Farbe = Blau / Später Grün
Krim. Bedeutung:
- Alterbestimmung
- vitale / postmortale Entstehung
3.Hautablederung:
- entsteht meistens beim Überfahren
- Massive direkte Gewalteinwirkung
- Bildung einer Wundtasche = massive Einblutung
4.Hautwunden:
- Einwirkung sumpfer Gewalt / Quetchungen / Zerrung / Dehnung
- Widerstandskraft der Haut überschritten
- Riss & Quetschwunden (Platzwunden)
Darstellung:
- Wundrand
- Wundtiefe
- Wundwinkel
- Sonderform = Bisswunde
Krim Bedeutung:
- Rückschlüsse Tatwerkzeug
- Richtung der Einwirkung
III. Stumpfe Gewalt
Innere Verletzungen
1.Gefäß / Organverletzung
- Direkte Stoß / Quetschungen
- Indirekte Zug / Schleuderung
- Sind nicht umbedingt äußerlich ersichtlich
- Gefäße / Organe können zerreißen -> Blutung
- Bauchtrauma -> Riss / Platzen / Schwellung
2.Knochenbrüche:
- Lochbruch = kleine Auftefffläche
- Terrassenbuch = schräge Auftrefffläche
- Globusbuch = große Auftreffläche
Krim. Bedeutung:
- Reihenfolge der Gewalteinwirkung
3. Verletzungen im Schädelinneren
- Gehirnerschüttung = keine Nachweisbaren Verl.
- Hirnprellung = Nachweisbare Schädigung Hirngewebes
- Hirnquetschung = Kann zum Hirntot führen
4. Sturzverletzungen
Hutkrempenregel: Unterscheidung Sturz / Schlag
- Gilt vorrängig für ebenerdige Stürze
- Über Hutkrempe = Schlag
- Unter Hutkrempe = Sturz
I. Scharfe Gewalt
Allgemein
Scharfe Gewalt = Scharfes Werkzeug
Verletzungen sind abhängig:
- Werkzeugart (Schärfe)
- Fläche des Auftreffens
- Entwicklungsmechanismen
Unterscheidung zwischen
- Stich
- Schnitt
- Hiebverletzungen
Todesursachen:
- Verbluten
- Luft oder Fettembolie
- Blutaspiration
- Spätfolgen = Entzündungen / Infektionen
II. Scharfe Gewalt
Stichverletzungen
Lange, schmale Gegenstände
Einstichwunde / Stichkanal / Aufstichöffnung
Merkmale:
- Meist tiefer als Lang
- Glatte Wundränder
- fehlende Gewebsbrüche
- Vertrocknungen am Wundrand
- Spitzer Wundwinkel
Beachte:
- Länge Stichöffnung = nicht zwingend Rückschlüsse über Klingenbreite
- Länge des Stichkanals = nicht zwingend Klingenlänge
III. Scharfe Gewalt
Schnittverletzungen
Schneidende Werkzeuge = Verletzung durch Zug / Druck
Meist Tangential getroffen
Merkmale:
- Meist länger als tief
- glatte Wundränder
- Spitze Wundwinkel
- Keine Gewebsbrüche
Pulsaderschnitte
- Handgelenke / Unterarm Innenseite
Halsschnitte:
- Klaffende Wunde wegen Halsmuskulatur
- Zurücksinkender Kopf
IV. Scharfe Gewalt
Hiebverletzung
Mit Wucht geführte Scharfe / halbscharfe Werkzeuge
Schwere der Verletzung abhängig vom Gewicht
Merkmale:
- glatt aber tiefe Schnittverletzunge
- klaffende Wunde
- unregelmäßige Wundränder
I. Ersticken
Allgemein
Tod durch mangelnde Sauerstoffversorgung
Zu wenig Sauerstoff im Organismus
II. Ersticken
Erstickungsformen
Asphyxie:
- Behinderung der Ausatmung
- CO2 Anreicherung im Blut (Einklemmen)
Hypoxie:
- Störung des Gasaustausches im Inneren
- Keine Behinderung Ausatmung
Inneres Ersticken:
- Gestörter Sauerstofftransport
- Gestörte Sauerstoffverwertung
- Blut / Atemgift
Äußeres Ersticken:
- Verhindert Aufnahme von Sauerstoff
III. Ersticken
Erstickungsablauf
1. Stadium:
- Atemnot
- Blaufärbung
- Bewusstlosigkeit
2. Stadium
- Ausatmungskrampf
- Stauungsblutung
3. Stadium
- Blutdruckanstieg
- langsamer Puls
- Dann sinkender Blutdruck
- Urin / Kotabgang
4. Stadium
- Atempause
5. Stadium
- Schnappatmung
- Schlaffe Muskulatur
- Reflexlosigkeit
Reanimation bis zu 10-15 min. möglich
IV. Ersticken
Erstickungsanzeichen
Äußerer Befund
- Blaufärbung, ungenügend Sauerstoffsättigung
- Dunsung (Gesicht bei erhängen)
- Sauungsblutungen
- dunkel-violette Leichenflecken
Innerer Befund:
- Hirnschwellung
- Blutfüllung in inneren Organen
- aufgeblähte Lunge
- Erweiterung der rechten Herzhälfte
- dunkelrotes Blut in Organen
V. Ersticken
Erstickungsarten
Arten der Strangulation
Erhängen (Um den Hals)
- typisch = Knoten im Nacken, Körper hängt frei
- Atyptisch = Sitzen, Liegen
Erdrosseln (Um den Hals, nicht durch Eigengewicht)
- Kompression um den Hals
- Schaumpils durch Erstickungskrämpfe
- Drosselmarke = Rückschluss auf Werkzeug
Erwürgen (Mit einer oder beiden Händen)
- Selbst nicht möglich
- Würgemale / Hämatome
- Kratzspuren und Abwehrverletzungen
- Schaumpils
Ertrinken
- Fundort selten = Tatort
- typisch = Kampf gegen ertrinken
- atypisch = Körper unter Wasser
I. Schuss
Vorgang
- Schlagbolzen bringt Zündsatz zur Detonation
- Pulver verbrennt + Ausdruck = Schuss in Beweg.
- Schmauchwolke entsteht
- Anrieb am Projektill auf dem Weg durch den Lauf
- Weitere Schmauchwolken verlassen den Lauf
- Schmutzring beim Auftreffen auf Primärziel
II. Schuss
Spuren
Schussspurenrückstände
- Pulver
- Geschossteile
- Schmauch in der Nähe
- Veränderung des getroffenen Obj.
III. Schuss
Todesursachen
- Verbluten
- Organzerstörung
- Schocktod
IV. Schuss
Ablauf
- Geschoss trifft Haut
- Haut Wird gedehnt bis sie reißt
- Haut wird wird durch Geschoss geschürft
- Kleine Einrisse möglich
V. Schuss
Schussarten
Durchschuss = Ein - Ausschuss (Kein Projektill im Körper
Steckschuss = Einschuss (Projektill im Körper)
Streifschuss = Tangentiale Verletzung
Tangentialschluss = Schusskanal direkt unter der Haut
Prellschuss = Trifft auf die Haut, dringend nicht ein
Querschläger = Flugbahn abgelenkt danach Eintritt Kör.
Winkelschuss = Ablenkung den Schuss im Körper
Könleinscher Schädelschuss = Schädel am Sack
VI. Schuss
Einschusszeichen
- Schmutz / Abstreifring
- Schürfsaum / Kontusionring
- Schutzteilchen (Textil / Holz)
- Pulvereinsprengungen
- Schmauchablagerungen
VII. Schuss
Ausschusszeichen
- Trichterförmige Erweiterung
- Wieder herstellbarer Gewebedefekt
VIII. Schuss
Schussentfernung
Beschreibt den Abstand zwischen Körper und Waffe
Absoluter Nahschuss
- Aufgesetzer Schuss
- Andreaskreuz
Nährer realtiver Nahschuss
- Pistole = 15-20 cm
- Langwaffe = 60-100 cm
- Scmauchablagerungen am Einschussloch
Weiterer realtiver Nahschuss
- Pistole = 80cm
- Langwaffe = bis ca. 3000cm
- Pulvereinsperung
Fernschuss
- Pistole über 80 cm
- Langwaffe über 3000cm
- Keine Nahschusszeichen
IX. Schuss
Rekonstrution
Spuren
- Situationsspur
- Formspur
- Substanzspur
- Gegenstandsspur
Untersuchungsziele:
- Bestimmung Ein und Ausschuss
- Schussentfernung
- Schussrichtung
- Standort
X. Schuss
Suizit - Tötung
Selbstmord
- Nahschussanzeichen
- Entkleidung der Schussstelle
- Blut und Schmauchspuren an der Schusshand
- Einschüsse an der erreichbaren Körperpartie
Tötung durch Dritte:
- Waffe nicht mehr am Tatort
- Mehrere Einschüsse
- fehlende Nahschussanzeichen