Was ist Recht und wozu dient das Recht?


V. K.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Grundlagen der Rechtskunde für Mittelschüler. Sie erklären zentrale Begriffe wie Recht, Regel, Verhaltensregel und Ethik, sowie die Unterschiede zwischen Privatrecht und öffentlichem Recht. Die Karteikarten helfen Schülern, die Grundsätze des Rechts zu verstehen, Konflikte zu lösen und Verhaltensregeln zu erklären. Sie eignen sich für Schüler, die die Grundlagen des Rechtsystems und ethische Prinzipien kennenlernen möchten.
Flashcards
11
Students
7
Language
German
Category
Micro-Economics
Created / Updated
17.07.2013 / 13.05.2025

Flashcards

Wie heissen die Regeln, die Konflikte verhindern sollen? Erklären Sie in ein bis zwei Sätzen

Verhaltensregeln. Sie legen Rechte und Pflichten fest. Wenn jeder weiss, was er zu tun hat, können Konflikte vermieden werden. Bsp. Bei Rot an der Ampel anhalten

Wie heissen die Regeln, die Konflikte lösen sollen? Erklären Sie ebenfalls in ein bis zwei Sätzen.

Verfahrensregeln. Wenn es trotz Verhaltensregeln zu Streit kommt, legen die Verfahrensregeln fest, wie der Streit zu schlicten ist. Auf diese Weise wird ein Konflikteskalation bzw. Selbstjustiz verhindert. Bsp. Busse bei Nichtbeachten des Rotlichts

Recht setzt dem Verhalten des Einzelnen oft Schranken, indem es Verhaltensregeln aufstellt, um die Freiräume der anderen zu schützen. So erst ist ei tolerantes und geordnetes Zusmmenleben möglich. Lesen Sie den Artikel 684 Absatz 1 ZGB und erklären Sie in diesem Zusammenhang die Bestimmung mit eigenen Worten.

Da ich nicht auf der Welt bin, muss ich deshalb darauf achten, dass ich damit meine Nachbarn nicht übermässig störe, sonst würden diese wiederum in ihrer Freiheit eingeschränkt.

Unsere Rechtsordung verbietet Delikte wie Rau, Mord und Vergewaltigung. Ein Räuber, ein Mörder oder ein Vergewaltiger wird mit Zuchthaus beschtraft. Wir behaupten: Auch wenn das Recht von einem Tag auf den anderen abgeschafft würde, wüden solche Delike wohl nur mässig zunehmen. Unsere Begründung: Neben dem Recht gibt es noch drei andere Arten von Regeln, die uns solche Delikte verbieten.

Welche drei Arten von Regeln meinen wir?

1. Sitte

2. Brauch

3. Moral

In welchen Punkten unterscheiden sich Recht und Sitte

Recht ist erzwingbar und zieht bei Zuwiderhandlung eine staatliche Bestrafung nach sich. Sitte ist ein Gebot, dessen Verletzung lediglich soziale Sanktionen wie etwa "nicht mehr gegrüsst werden" nach sich zieht.

In welchen Punkten unterscheiden sich Recht und Ethik?

Regeln des Rechts sind Gebote und Verbote, welche sich auf äusseres Verhalten beiehten und i.d.R. für jedermann gleich gelten. Ethik ist eine innere Einstellug, die jedes Individuum für sich ausmachen muss.

Artikel 2 des Zivilgesetzbuches besagt, dass jedermann in der Ausübung seiner Rechte und in der Erfüllung seiner Pflichten nach Treu und Glauben, das heisst nach dem Prinzip der Fairness zu handeln habe. inwiefern besteht hier ein Zusammenhang mit der goldenen Grundregeln der Ethik? Erklären Sie in vollständigen Sätzen.

Die goldene Grundregeln der Ethik besagt, dass man sich so zu verhalten habe, wie man selber gerne behandelt würde. ZGB 2 enthält eine Verpflichtung sich offen, erlich und fair zu verhalten. Ausserdem wird verhindert, dass Personen, die ein ihnen zustehndes Recht auf unanständige oder stossende Weise missbrauchen, vor Gericht Recht bekommen. Dieser moralische Hingergrund von ZGB 2 kommt der genanten ethischen Grundregeln nahe. 

Das Recht wird laufend den geänderten Umständen und Anforderungen angepasst, ist also dem Wandel der eit ebeneso unterworfen wie die übrigen Verhaltensregeln. Ziel ist dabei der Wunsch, gerechtes Recht zu schaffen. Wann wird Recht als "gerecht" empfunden?

Wenn sich das Recht weitgehend mit den in einer Gesellschaft vorherrschenden Moralvorstellungen deckt. In einem sochen Fall werden Verhaltensregeln automatisch besser akzepiert und befolgt. 

Was ist ein Vergleich? Erklären sie in zwei Sätzen.

Wenn sich die Parteien vertraglich über den Streitgegenstand einigen. Dies kann in einem Gerichtsverfahren (gerichtlicher Vertrag) oder privat (aussergerichtlicher Vertrag) erfolgen. Auf diese Weise kann ein Urteil, das in der Regel nur eine Seite begünstigt, vermieden werden.

Worin unterscheidet sich Privatrecht vom öffentlichen Recht? Nennen Sie drei Punkte.

1. Öffentliches Recht ist immer zwingend, Privatrecht kann auch diespositiver Natur sein

2. Öffentliches Recht wird i.d.R. von Amtes wegen angewandt, Privatrecht nur, wenn dies mindestens eine Partei verlangt.

3. Im Privatrecht sind die Parteien einander gleichgestellt (Koordinationsprinzip), im öffentlichen Recht existiert ei Unterordnungsverhältnis (Subordinationsprinzip)

Oft hört man den Ausspruch "Wo kein Kläger, da kein Richter". Was bedeutet dies? Gilt dieser Grundsatz uneingeschränkt im ganzen Recht? Erklären Sie in ein bis zwei Sätzen.

Es bedeutet, dass das Gericht nicht von sich aus tätig wird, sondern eine Partei ein Gerichtsverfahren durch eine Klage oder ein Gesuch in Gang setzen muss. Dies gilt grundsätzlch im ganzen Privatrecht, jedoch nur in Ausnahmefällen im öffenltichen Recht, etwa bei den Angragsdelikten im Strafrecht, welche nur im Fall eines Strafantrags des Opfers verflgt werden (z.B. Tätlichkeit, Beschimpfung). Im übrigen Strafrecht sowie im ganzen restlichen öffentlichen Recht gilt der genannte Grundsatz nicht.

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