Qualitätsmanagement

Studienbrief aus Lehrgang Energiemanagement, Uni Koblenz-Landau

Studienbrief aus Lehrgang Energiemanagement, Uni Koblenz-Landau


O. R.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Qualitätsmanagement auf Universitätsniveau. Sie decken Themen wie ISO-Normen, Prozessmanagement, Fehleranalyse, und Qualitätsverbesserung ab. Die Karteikarten sind ideal für Studierende und Fachkräfte, die sich mit Qualitätsstandards, Fehlerbehebung, und kontinuierlicher Verbesserung in Unternehmen auseinandersetzen.
Karten
104
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Technik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
26.08.2013 / 28.02.2018

Flashcards

Produkt

  • [ISO 9000, 3.4.2]
  • "Ergebnis eines Prozesses".
  • := Produkt + Dienstleistung

    Klassifizierung von Qualität

    • Transzendente Qualität
    • Produktbezogene – quantitativ bestimmbar
    • Anwenderbezogene – Problem?
    • Prozessbezogene – Einhalten von Spezifikationen
    • Preis-Nutzen-bezogene — Relevanz

      Kundenorientierung

      • Management von Qualität ➡ Unternehmen dazu zu befähigen, das zu tun, was der Kunde sich wünscht.

        Qualitätsmerkmal

        • Immer inhärentes Merkmal, das sich auf entsprechende Anforderungen bezieht; nie zugeordnetes Merkmal

          Anforderung

          • [3.1.2]
          • "Erfordernisse oder Erwartungen;
          • – vorausgesetzt, erwartet
          • – festgelegt
          • – verpflichtend"

            Kano-Modell

            • Basis-Merkmal – (implizites) Merkma
            • Leistungs-Merkmal – bewusst
            • Begeisterungs-Merkmal
            • Unerhebliches Merkmal
            • Rückweisungs-Merkmal

              Güte

              • (∉ ISO 9000)
              • Wertende Aussage über einen zu erfüllenden Zweck
              • Auch zur Festlegung von Anspruchsklassen verwendet, zB Hotel-"Sterne"

                Beschaffenheit

                • (∉ ISO 9000)
                • Weitgehend wertfreie Beschreibung einer Eigenschaft (dick/dünn, hell/dunkel, S/M/L); oft messbar, zB Kleidergrösse

                  Gütezeichen, Gütesiegel, Qualitätssiegel, Qualitätslabel

                  • Besondere Gebrauchsqualität oder besonderer Komfort.
                  • Von allgemein anerkannten Organisationen definiert und verliehen.

                    Prüfzeichen, Prüfsiegel

                    • Eher sicherheitsrelevante Eigenschaften.
                    • Vergabe unterliegt keinen gesetzlichen Regelungen.

                      CE-Kennzeichnung

                      • Hinweise auf erfüllte DIN-Normen an Produkte; können auch als Gütesiegel aufgefasst werden

                        Fehler

                        • [3.6.2]
                        • "Nichterfüllung einer Anforderung"

                          Massnahmen bei Fehlern

                          • – Vermeidung von Fehlern (Vorbeugungsmaßnahmen [3.6.4])
                          • – Fehlerbeseitigung bzw. Reaktion auf Fehler (Korrekturmaßnahmen [3.6.5]) und
                          • – Fehleranalyse und Lernen aus Fehlern.

                            Mangel

                            • [3.6.3]
                            • "Nichterfüllung einer Anforderung in Bezug auf einen beabsichtigten oder festgelegten Gebrauch"
                            • ➡ nicht-inhärentes Merkmal.
                            • Unterscheidung von Fehler und Mangel!

                              Kunde

                              • [3.3.5]
                              • "Organisation oder Person, die ein Produkt [oder eine Dienstleistung] empfängt"

                                Kundengruppen, Stakeholders

                                • – eigentliche „externe“ Kunden: Käufer, Anwender, Nutzer
                                • – Öffentlichkeit
                                • – Eigentümer/Investoren/Aktionäre, Einzelpersonen oder Gruppen
                                • – Systempartner
                                • – Interne Kunden
                                • ★ Alle Kundengruppen zusammen definieren die umfassende Qualität von Produkt/Angebot/Organisation.

                                Prozess vs. Verfahren

                                • "Satz von in Wechselbeziehung [..] stehenden Tätigkeiten, der Eingaben in Ergebnisse umwandelt".
                                • Umwandlung, die Wert hinzufügt
                                • ➡ Was.
                                • "Festgelegte Art und Weise, eine Tätigkeit oder einen Prozess auszuführen"
                                • ➡ Wie.

                                  Nutzen von Prozessen (2)

                                  • Mit Kundennutzen – vom Kunden wahrgenommen; Vorteil am Markt
                                  • Mit Unternehmensnutzen – vom Kunden kaum / nicht wahrgenommen; kann Marktstellung des Unternehmens langfristig verbessern

                                    Arten von Prozessen (4)

                                    • Kernprozess — Kundenprodukt / -leistung
                                    • Hebelprozess — Positioniert Unternehmen am Markt, strategisch
                                    • Opportunistischer Prozess — Bietet Chance/Opportunity (± SWOT) für den Kunden
                                    • Unterstützender Prozess — Oft Kostentreiber, Kundenzufriedenheit; Indirekter Nutzen

                                      Prozessfähigkeit, Streuung

                                      • Fähigkeit des Prozesses, das geforderte Ergebnis zu produzieren.
                                      • = Lage und Streuung relevanter Merkmalsausprägungen ist ex-ante (vorher) bekannt, Qualitätsmerkmalausprägungen streuen nur zufällig, nicht systematisch ➡ innerhalb von Grenzwerten / Toleranzen.

                                      Beherrschter Prozess && Fähiger Prozess

                                      • Mittelwerte und Streuung eines Merkmals liegen über alle Messperioden im Toleranzbereich.

                                        6-Sigma

                                        • Merkmal eines Teils / Werkstücks mit Wahrscheinlichkeit 99,63 % (± dreifache Standardabweichung Sigma = 6-Sigma) im vorgegebenen Toleranzbereich.

                                          Beherrschter Prozess&& Nichtfähiger Prozess

                                          • Mittelwerte eines Merkmals über alle Perioden im Toleranzbereich, Streuung nicht.

                                            Nicht beherrschter Prozess

                                            • Es gibt Perioden, in denen der Mittelwert ausserhalb des Toleranzbereichs liegt.

                                              Qualitätsfähigkeit

                                              • (DIN 55350-11)
                                              • "Eignung einer Organisation zur Realisierung einer Einheit, die Qualitätsforderung an diese Einheit zu erfüllen."
                                              • Ergebnis von Prozessen ist für einen bestimmten Zweck/Nutzen brauchbar.

                                                Planung

                                                • – Systematisches Suchen und Festlegen von Zielen
                                                • – Vorbereiten von Aufgaben, deren Durchführung zum Erreichen der Ziele erforderlich ist.

                                                  Planungsarten

                                                  • – Zielplanung
                                                  • – Aufgabenplanung
                                                  • – Mittelplanung (Material, Personal, Betriebsmittel)
                                                  • – Ablaufplanung (Planung des Zusammenwirkens der Mittel)

                                                    Steuerung

                                                    • Gewährleistet
                                                    • – Durchführung der Aufgaben in der geplanten Weise
                                                    • – entsprechende Reaktion bei Auftreten von Störungen.

                                                      Funktionales Management von Qualität (Vorgehen)

                                                      • 1. Qualitätspolitik (oberste Managementebene)
                                                      • 2. Messbare Qualitätsziele
                                                      • 3. Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele
                                                      • 4. Qualitätslenkung — Maßnahmen sichergestellt
                                                      • 5. Qualitäts(zu)sicherung — Maßnahmen in Bezug auf die angestrebten Ziele überprüfen
                                                      • 6. Qualitätsverbesserung — kontinuierliche Verbesserungen ➡ Erhöhung von Effektivität und Effizienz

                                                        Aufgaben Qualitätsmanagementbeauftragter (6)

                                                        • – Leitungsmitglied der obersten Leitung.
                                                        • – Sicherstellung der Konformität mit den Forderungen der ISO 9001:2008
                                                        • – Unterstützung aller Unternehmensbereiche bei Erstellung von QM-Dokumentationen
                                                        • – Aufdecken von Mängeln / Unterstützung bei Beseitigung
                                                        • – Berichterstattung an GL
                                                        • – Vorbereitung und Begleitung von Zertifizierungen

                                                          Qualitätskosten (Def.)

                                                          • Kosten, die entstehen durch
                                                          • – die Gewährleistung zufriedenstellender Qualität
                                                          • – das Schaffen von Vertrauen, dass die Qualitätsforderungen erfüllt werden
                                                          • – Verluste infolge des Nichterreichens zufriedenstellender Qualität.

                                                            Qualitätskosten (Gliederung)

                                                            Operative Qualitätskosten

                                                            • Fehlerverhütungskosten
                                                              • Prüfkosten
                                                              • Beurteilungskosten
                                                            • Fehlerkosten
                                                              • Interne Fehlerkosten
                                                              • Externe Fehlerkosten

                                                            Kosten für Darlegung von QM-System

                                                            Fehlerkosten

                                                            • Nichterfüllung von Qualitätsforderungen

                                                              Interne Fehlerkosten

                                                              • Kosten und Verluste durch Fehlleistungen; entdeckt bevor Produkt am Markt abgeliefert.
                                                              • – Ausschuss
                                                              • – Nacharbeit, Reparatur
                                                              • – Wiederholprüfung
                                                              • – Problemuntersuchung
                                                              • – Wertminderung
                                                              • – etc.

                                                                Externe Fehlerkosten

                                                                • Fallen nach der Auslieferung des Produktes an den Käufer an:
                                                                • – Bearbeitung von Kundenreklamationen
                                                                • – Retouren
                                                                • – Ersatzteillieferungen
                                                                • – Kulanz- und Garantieleistungen.
                                                                • + Auswirkungen der Kunden(un)zufriedenheit (Kundenabwanderung, schlechte Mundpropaganda)

                                                                  Produkthaftungsrecht

                                                                  • ⊂ Deliktsrecht ➡ Recht der unerlaubten Handlung.
                                                                  • Beweislastumkehr.
                                                                  • Geschädigte müssen drei Punkte vortragen:
                                                                  • – Handlung des Produzenten (fehlerhaftes Produkt) und Schaden beim Verbraucher
                                                                  • – Kausalität zwischen Fehler und Schaden
                                                                  • – Schuldhaftes Handeln.

                                                                    Beweislastumkehr

                                                                    • Unterstellt, dass das Unternehmen den Fehler schuldhaft in das Produkt hinein- und das mit diesem Fehler behaftete Produkt in Verkehr gebracht hat.

                                                                      Produkthaftungsgesetz

                                                                      • Gefährdungshaftung alleine dadurch, dass fehlerbehaftetes Produkt in Verkehr gebracht.
                                                                      • Geschädigter kann gegen ihm beliebiges Unternehmen aus der Lieferkette vorgehen

                                                                        Produkthaftung im Strafrecht

                                                                        • Führungskräfte des Unternehmens strafrechtlich belangt wegen
                                                                        • – Körperverletzung durch aktives Tun (= Herstellen eines Produktes), oder
                                                                        • – Nichthandeln (= fehlerbehaftetes Produkt nicht vom Markt genommen).

                                                                          Aufbau QM-System

                                                                          • – Struktur / Aufbauorganisation
                                                                          • – Ablauforganisation
                                                                          • – Instrumente/Tools/Hilfsmittel

                                                                            Study