Proteine

therapeutische Proteine

therapeutische Proteine


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Herstellung, Indikation und Wirkmechanismen von Proteinen und deren Anwendungen in der medizinischen Behandlung. Sie decken Themen wie die Herstellung von Proteinen, ihre Indikationen, Wirkmechanismen und die Behandlung von Patienten ab. Diese Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute im Bereich der Biologie, die sich mit der Anwendung und Forschung von Proteinen in der Medizin beschäftigen.
Flashcards
87
Students
2
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
15.07.2016 / 24.08.2018

Flashcards

Abatacept (Orencia®)

- Indikation: Immunsuppressivum

o zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis in Kombination mit Methotrexat bei Patienten, die auf andere DMARDs inkl. Methotrexat und andere TNFα-Inhibitoren nicht ansprechen
o Polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis (in Kombination mit Methotrexat)
• alle 4 Wochen Applikation ca 10 mg/kg KG als Infusion über 30 Minuten (Durchstechflaschen mit 250 mg Abatacept zur Rekonstitution einer Infusionslösung)

- Wirkmechanismus: Fusionsprotein aus der extrazellulären Domäne des cytotoxischen T- Lymphozyten-Antigens-4 (CTLA-4) mit dem FC-Teil eines IgG1-Antikörpers -> lösliches CTLA-4 => bindet an B7-Moleküle auf Antigen-präsentierenden Zellen und blockiert deren Interaktion mit CD28 => verringert die Aktivierung von T-Zellen

- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen

Actrapid® (von Novo Nordisk), INN-Name: Insulin human rDNS

Humaninsulin

- Indikation: bei insulinpflichtigem Diabetes

o als Injektionslösung 40 I.E./ml oder 100 I.E./ml
o in Durchstechflaschen oder in verschiedenen
o Fertigpens (Penfill®, NovoLet®, InnoLet®)
o Ampullen à 3 ml (= 300 I.E.)
o eine I.E. entspricht 0,035 mg wasserfreiem Insulin
o klare, farblose, wässrige Lösung
o Anwendung subcutan (s.c.)
o Lagerung bei 2-8°C (Kühlschrank)
o zugelassen Oktober 2002

- Wirkmechanismus: Normalinsulin

- Herstellung: hergestellt in Saccharomyces cerevisiae

Adalimumab (Humira®)

- Indikation: Immunsuppressivum

• eine Fertigspritze enthält 40 mg Adalimumab in 0,8 ml Lösung
• Anwendung:
o Behandlung der mäßigen bis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis bei erwachsenen Patienten, die nur unzureichend auf krankheitsmodifizierende Antirheumatika einschließlich Methotrexat angesprochen haben
o Morbus Crohn
• Kombination (Weiterführung der Therapie) mit Methotrexat wird empfohlen
• Dosierung: alle 2 Wochen 40 mg s.c.
• 2 Fertigspritzen 2.093,75 € = 25.125 € pro Jahr

- Wirkmechanismus: TNF-α-Antikörper -> bindet und neutralisiert dessen Wirkung (TNFα aktiviert NFκB, welches proinflammatroische Gene aktiviert)

- Herstellung: produziert in CHO-Zellen -> humaner AK

lim: Immunsystem

u: Mensch

mab: monokl. Antikörper

Agalsidase alfa (Replagal®)

- Indikation:
• zugelassen zur Dauerbehandlung von Patienten mit bestätigtem Fabry-Syndrom (Enzymdefekt der alpha-Galaktosidase ->fehlender Abbau von Glykosphingolipiden -> Akkumulation im Gewebe & Blutgefäßwände -> Zelltod, Symptome: Akroparästhesien [brennende Schmerzen and Händen und Füßen] etc., Diagnose durch PCR & Genanalysen)
• in stationärer Behandlung alle 2 Wochen als 40-minütige Infusion mit 0,2 mg/kg KG über 40 Minuten
• u.U. starke allergische Reaktionen (Frösteln, Gesichtsrötung, Pyrexie, Engegefühl im Brustkorb)
• UAWs behandelbar durch Gabe von NSARs oder Antihistaminika
• Bildung von Antikörpern (ADA's = Anti Drug Antibodys)
• Orphan drug Status

- Wirkmechanismus: identisch mit humaner α-Galactosidase => spaltet α-Galactose von Oligosacchariden und Sphingolipiden ab

- Herstellung: in einer humanen Fibroblast-Zelllinie -> das endogene humane Protein wird exprimiert, kein Transgen (selten der Fall!)

GA-Technologie: statt in eine Zelle ein humanes, exprimierbares Gen einzuklonieren, integriert man vor das endogene Gen von Interesse einen starken viralen Promotor, der dadurch das Gen in der humanen Zelllinie aktiviert, was normalerweise in der Zelllinie stumm wäre.

Agalsidase beta (Fabrazyme®)

- Indikation:

• im Durchstechflachen als als Pulver zur Herstellung eines Konzentrats
• zugelassen zur Dauerbehandlung von Patienten mit bestätigtem Fabry-Syndrom (Enzymdefekt der alpha-Galaktosidase ->fehlender Abbau von Glykosphingolipiden -> Akkumulation im Gewebe & Blutgefäßwände -> Zelltod, Symptome: Akroparästhesien [brennende Schmerzen and Händen und Füßen] etc., Diagnose durch PCR & Genanalysen)

• in stationärer Behandlung alle 2 Wochen als Infusion mit 1 mg/kg KG und
einer Infusionsrate von anfänglich 0,25 mg/min
• u.U. starke allergische Reaktionen (Frösteln, Gesichtsrötung, Dyspnoe,
Engegefühl im Hals und Brustkorb, Juckreiz, Nesselsucht)
• UAWs behandelbar durch Gabe von NSARs oder Antihistaminika
• Orphan drug Status

- Wirkmechanismus: identisch mit humaner α-Galactosidase => spaltet α-Galactose von Oligosacchariden und Sphingolipiden ab

- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen

Aldesleukin

Krebstherapeutikum:

- Indikation:

- Wirkmechanismus:

• alpha Interferon -> Derivat des IL-2 (Ala1 fehlt, Cys125Ser)

•IL-2 aktiviert B-, T- und NK-Zellen: immunstimulierend!

- Herstellung:

inkompatibel mit 0,9% NaCl

Alemtuzumab (Lemtrada/Mabcampath)

- Indikation: Immunsuppressivum des spezifischen Immunsystems

Lemtrada: Therapie zur hochaktiven, schubförmig remittierend verlaufenden Multiplen Sklerose bei austherapierten Patienten, wird dennoch off label für die untengenannten Leukämien verwendet

1 mg = 888€ (Neu in dieser Indikation in EU zugelassen 2013)

Dosierung: 

- im 1. Jahr: 12 mg/Tag an 5 aufeinanderfolgenden Tagen

- im 2. Jahr: 12 mg/Tag an 3 aufeinanderfolgenden Tagen

=> insgesamt "nur" 2000€ Gesamtkosten auf 85000€ hoch

Mabcampath: eigentlich Anti-Tumor-Wirkstoff bei chronischen B-Zell-Leukämien (90% der Leukämien, dennoch Orphan Disease 3-5/100.000), bei Chronischer Lymphatischer Leukämie (CLL) und Non-Hodgkin-Lymphomen

1 mg = 21€ (schon vorher auf dem Markt, jetzt vor einiger Zeit vom Markt genommen, damit es in den USA nicht off label für MS verwendet wird)

für Krebs: 10 mg/ml (30 mg pro Vial) -> 3 mg Tag 1, 10 mg Tag 2, 30mg Tag 3 iv Infusion, danach Erhaltungsdosis 3x wöchentlich 30 mg

- Wirkmechanismus: bindet an CD52 (auch CAMPATH 1-Antigen genannt, ziemlich spezifisch für Lymphozyten) auf reifen B-Zellen und T-Zellen, veringert die Zahl reaktiver Lymphozyten durch NK-vermittelte ADCC (Antikörper vermittelte zell-abhängige Zytotoxizität) Lyse der Tumorzellen und reifen B- und T-Zellen und CDC (Komplement-abhängige Zytotoxizität)

- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen, monoklonaler humanisierter AK

tu: tumor

zu: humanisiert

Alipogentiparvovec (Glybera): Eigenschaften, Herstellung, Indikation, Dosierung

• Wirkstoff: Alipogentiparvovec (AMT-011, AAV1-LPLS447X)
• replikationsinkompetentes Virus vom AAV1-Serotyp, AAV2-ITRs
• 1 Durchstechflasche enthält 1 mL mit 3x1012 Genomkopien (gc) des Vektors
• Dosierung 1x1012 gc/kg KG (12 Mio. Viruspartikel -> 70 kg -> 24 Vials -> 1 Behandlung 1,3 Mio. Euro
• Indikation: familiäre Lipoproteinlipase-Defizienz (LPLD) bei Patienten mitschweren und multiplen Pankreatitis-Schüben trotz fettarmer Diät
• Anwendung nur nach positivem Gentest auf LPLD und bei Patienten mit >5% LPL im Plasma
• Applikation intramuskulär -> wird nach Produktion in Blutbahn sekretiert
• zwischen 3 Tage bis 12 Wochen nach Behandlung wird eine immunsuppressive Therapie empfohlen (z.B. Ciclosporin 3 mg/kg/Tag)-> Antigenität in hohen Dosen zu beachten
• Zulassung "unter außergewöhnlichen Umständen"

Alteplase (Actilyse®)

glykosylierter vollständiger Gewebe-Plasminogen-Aktivator (Tissue-type plasminogen activator, tPA)

Fibrinolytikum

- Indikation: zur fibrinolytischen Therapie bei akutem Herzinfarkt, akuter massiver Lungenembolie und akutem ischämischem Schlaganfall

• Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
• Beginn der Therapie so früh wie möglich
o "90-Minutenschema", max. 100 mg:
15 mg als Bolus i.v.
50 mg als i.v.-Infusion über 30 min
35 mg als i.v. Infusion über 60 min
• Plasmahalbwertszeit dominant t1/2α 4-5 min, terminal t1/2β ~40 min
• signifikante Senkung der 30-Tage-Sterblichkeit
• Nebenwirkungen (u.a.): erhöhtes Blutungsrisiko

- Wirkmechanismus:  spezifische Bindung an Fibrin (also an Thromben), dadurch 100- bis 1000-fach erhöhte Affinität zu Plasminogen -> wandelt Plasminogen in Plasmin um

- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen, da glykosyliert

Anakinra, r-metHuIL-1ra (Kineret®)

Interleukin-1-Rezeptorantagonist (IL1)

- Indikation:
• Anwendung: zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (Colitis ulcerosa, Psoriasis, Morbus Crohn) in Kombination mit Methotrexat (damit weniger AK gegen Biologicals entstehen)
• Applikation 100 mg (!) pro 0,67 ml 1x tägl. s.c.
• Bioverfügbarkeit 95%

- Wirkmechanismus: : r-metHuIL-1ra neutralisiert die biologische Aktivität von IL-1α und IL-1β durch kompetititve
Inhibition am IL-1R

- Herstellung: hergestellt in E. coli

Antithrombin alfa ( Antithrombin III, ATryn®)

- Indikation: Prophylaxe einer venösen Thromboembolie bei chirurgischen Eingriffen an erwachsenen Patienten mit erblich bedingtem Antithrombinmangel

- Wirkmechanismus: Hemmung von Thrombin => Hemmung der Blutgerinnung

- Herstellung: produziert in der Milch transgener Ziegen (1-4 g/L), jüber transgene Mikroinjektion

Antithrombin alfa (ATryn®)

- Indikation: erblicher ATIII-Mangel

- Wirkmechanismus: Rekombinantes ATIII, gleicht ATIII Mangle aus

- Herstellung: produziert in der Milch transgener Ziegen (1-4 g/L)

Asparaginase

- Indikation: Akute Lymphatische Leukämie (ALL)

- Wirkmechanismus:

• Spaltet L-Asparagin (Asn) zu Asparaginsäure (Asp) und NH3→ Blut verarmt an Asn.
•Bestimmte Tumorzellen können kein Asn synthetisieren → sind auf exogenes Asn angwiesen.

a) Human rekombinante Asparaginase

b) Pegaspargase: mit Bernsteinsäureanhydrid und Polyethylenglykolmonomethylester umgesetzte Asparginase → wird von Immunsystem schlechter erkannt; 6-fach längere HWZ

- Herstellung:

Becaplermin

Obsolet, da Tumorerkrankungen ↑ !!!!

Platelet derived growth factor subunit b (PDGF-B)

- Indikation: bei tiefen, neuropathischen, chronischen o. diabetischen Ulcera 

- Wirkmechanismus: bindet an PDGF-Rezeptor (Tyrosinkinase-Rezeptor) -> Dimerisation, Autophosphorylierung -> Aktivierung Signalwege zur Heilung des Gewebes

- Herstellung: Saccharomyces cerevisiae

Belimumab (Benlysta®)

- Indikation:
• indiziert als Zusatztherapie bei erwachsenen Patienten mit aktivem, Autoantikörper-positiven systemischen Lupus erythematodes (SLE), die trotz Standardtherapie eine hohe Krankheitsaktivität (z.B. positiver Test auf Anti-
dsDNA-Antikörper) aufweisen
• Vials mit 120 bzw. 400 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung: appliziert als 1-stündige Infusion an Tagen 0, 14, 28 und dann alle 4 Wochen
• Überprüfung des Therapieerfolgs nach 6 Monaten
• zum Teil Überempfindlichkeits- und Infusionsreaktionen, die schwer und tödlich sein können

- Wirkmechanismus: humaner, monoklonaler IgG1-Antikörper gegen BLyS = BAFF (B cell-activating factor) -> TI-2 Antigene regen B-Zellen durch Quervernetzung der BZR dazu an, IgM-AK zu bilden -> aktivierte Dendritische Zelle bindet an Antigen, wo B-Zelle dran ist und setzt Zytokin BAFF frei, woraufhin ein Klassenwechsel zu IgG-AK vollzogen wird

=> Belimumab blockiert BAFF und folglich den Klassenwechsel

- Herstellung: hergestellt in NS0-Zellen (humane Zelllinie)

li: Immunsystem

u: Mensch

Bevacizumab (Avastin®)

- Indikation: 

o in Kombination mit 5-Fluorouracil-basierter Chemotherapie als First-line-Therapie des metastasiertem Kolon- und Rektumkarzinom
o in Kombination mit Paclitaxel als First-line-Therapie des metastasiertem Mammakarzinom
o zusätzlich zu Cisplatin als First-line-Therapie des inoperablen, fortgeschrittenen, metastasierten, rezidivierendem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom
o in Kombination mit Interferon-alfa-2a als First-line-Therapie des fortgeschrittenen und/oder metastasierten Nierenzellkarzinoms

off label: bei diabetischem Makulaödem und Altersbedingte Feuchte Makuladegeneration, da viel günstiger (5€/mg) DMÖ: durch Blutzucker ↑ werden Netzhautgefäße beschädigt -> diabethische Rethinopathie -> durch VEGF werden Neubildung von Gefäßen gefördert -> wächst in den Glaskörper ein -> Exsudate -> Makulaschädigung

• Dosierung:
o als 60-90-minütige i.v.-Infusion mit 5-15 mg/m2 KO Bevacizumab alle 2-3 Wochen je nach therapierter Krankheit

- Wirkmechanismus: monoklonaler, humanisierter IgG1-Antikörper gegen VEGF -> bindet an lösl. VEGF und verhindert die Bindugn von VEGF an seine Rezeptoren auf der Oberfläche der Endothelzellen

- Herstellung: produziert in CHO-Zellen

ci: kardiovaskulär

zu: humanisiert

Bivalirudin (Angiox®)

- Indikation: zur Prophylaxe ischämischer Komplikationen bei Patienten, die sich einer perkutanen Koronarintervention unterziehen
• Applikation als Bolus i.v., danach Infusion mindestens für die Dauer des Eingriffs, danach maximal weitere 4 Stunden

• Therapie kontrolliert über aPTT: aktivierte partielle Thromboplastinzeit
• kein bekannter Hirudin-Inhibitor verfügbar

- Wirkmechanismus: Hirudin (ursprünglich Protein aus Blutegel Hirudo medicinalis entnommen)

• bildet 1:1 Komplex mit Thrombin (direkter Thrombin-Antagonist)
• keine Affinität zu Faktor Xa
• Wirkung unabhängig von ATIII
• Thrombin aktiviert auch FV, FVII, FVIII, FXI. FXIII (verstärkt dadurch die
Gerinnungskaskade)

- Herstellung: synthetisches 20mer: FPRPGGGGNGDFEEIPEEYL

Certolizumab pegol (Cimicoia®)

- Indikation: Immunsuppressivum

Morbus Crohn
• für subcutane Applikation

- Wirkmechanismus: pegyliertes Fab-Fragment eines humanisierten TNFα-Antikörpers -> 

- Herstellung: hergestellt in E. coli

li: Immunsystem

zu: humanisiert

Cervarix®

- Indikation:  Impfung gegen Humane Papillomviren, Impfschema: nach 0, 1 und  6 Monate bei Mädchen 12-17 Jahre (lt. STIKO-Empfehlung) => Prävention prämaligner Läsionen der Zervix und von Zervixkarzinomen

- Wirkmechanismus: enthält je 20 μg des L1-Proteins von HPV-16 und HPV 18 (sind in 50% aller Zervixkarzinome)

Impfstoff gegen humane Papillomviren

Serotypen: nur HPV 16,18

Hergestellt in: • Vektor: rekombinantes Baculovirus
• Wirtszelle: Hi-5 Rix4446-Zellen aus Trichoplusia ni (insektenzellen)

Adjuvanz: Aluminiumsalz und Lipid

Indikation: anogenitale Karzinome (Cervix-, Vulva-, Vaginal und Analkarzinome) und mit ihnen assoziierte Läsionen, im ggs. zu Gardasil NICHT gegen Genitalwarzen und Laryngopapillome

 5,5 Jahre geschützt

drei Intramuskuläre Injektionen nach 0,1 und 6 Monaten

Empfohlene Altersgruppe: 9-25 J.

ca. 100€ pro Dosis

Cetuximab (Erbitux®)

Krebstherapeutikum

- Indikation: in Kombination mit Irinotecan bei EGFR-überexprimierendem, metastasiertem Dickdarmkrebs bei Patienten, die gegen Monotherapie mit Irinotecan refraktär sind
o als Monotherapie bei EGFR-überexprimierendem, metastasiertem Dickdarmkrebs bei Patienten, die eine Behandlung mit Irinotecan/Oxaliplatin nicht vertragen
• Dosierung:
o initial 400 mg/m2 KO als 2-stündige Infusion
o wöchentliche Erhaltungsdosen von 250 mg/m2 KO über 1 Stunde
o Vorbehandlung mit einem H1-Antihistaminikum wird empfohlen

NW: Hautausschläge -> Die, die Hautausschläge haben, da wirkt die Therapie meist auch gut -> Korrelation

nur 15% der Kolonkarzinom-Erkrankten sprechen auf Cetuximab an, da ca. 40% eine RAS-Mutation vorweisen und die anderen wahrscheinlich andere Mutationen wie z.B. Raf => insgesamt 85% Non-Responder

- Wirkmechanismus:

• chimärer monoklonaler IgG1-Antikörper gegen EGFR (HER1)
• kompetiert um Bindung von EGF oder TGFα am EGFR
• verminderte Aktivität des Rezeptors; führt zu vermindertem Wachstum und vermehrter Apoptose; außerdem auch Verminderung der Expression von Matrix-Metalloproteinasen und VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor)

- Herstellung:

tu: tumor

xi: chimär

Conestat alfa (Ruconest)

- Indikation: bei akuten Angioödem-Anfällen bei der Erbkrankheit hereditäres Angioödem => C1-Inhibitoren fehlen => überaktives Komplementsystem=> überall spontane Ödembildung weil die Komplementfaktoren C3a und C5a Anaphylotoxine sind und unter Anderem eine Vasodilatation in Gefäßen und eine Erhöhung der Kapillardurchlässigkeit bewirken, wodurch dann Plasma ins Gewebe austreten kann -> Ödeme

- Wirkmechanismus: rekombinanter C1-Esterase-Inhibitor => Supplemenation

- Herstellung:

• Testung auf IgE-Antikörper gegen Kaninchenepithel (Hautschuppen) wird empfohlen
• hergestellt in der Milch transgener Kaninchen

Darbepoetin-alfa (Aranesp®)

- Indikation:

o Behandlung der Anämie infolge chronischer Nierenerkrankung (renale Anämie) bei Dialysepatienten
o Behandlung der symptomatischen renalen Anämie bei noch nicht dialysepflichtigen Patienten
o Vorbeugung und Behandlung der Anämie bei erwachsenen Patienten mit soliden Tumoren, die eine Platin-haltige Chemotherapie erhalten, die häufig eine Anämie verursacht (Cisplatin: 75 mg/m2/Zyklus, Carboplatin: 350 mg/m2/Zyklus)
o Behandl. der Anämie bei erwachsenen Patienten mit multiplem Myelom, niedrig-malignem Non-Hodgkin-Lymphom oder chronisch- lymphatischer Leukämie, die einen relativen Erythropoetinmangel aufweisen und eine antitumorale Therie erhalten.
o Steigerung der Menge an Eigenblut bei Patienten in einem Eigenblutspendeprogramm

• Halbwertszeit 21 h
• geliefert in Fertigspritzen, subkutan appliziert

- Wirkmechanismus: Erythropoetin mit 5 statt 3 N-Glycane, NESP = Novel Erythropoiesis Stimulating Protein

- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen wegen der Glykosylierungen

Dornase alfa:(Pulmozyme®)

- Indikation: Cystische Fibrose bei Patienten, die älter als 5 Jahre, sind und deren forcierte Vitalkapazität (FCV), mehr als 40% des Normalwertes beträgt, erreichbare Konzentration von Dornase im Sputum: 3 μg/ml, prkatisch keine systemische Resorption

• klare, farblose Lösung
• in Kunststoff-Ampulle für Düsen-Vernebler
• pro Ampulle 2500 E. (= 2,5 mg Dornase)
• Anwendung einmal täglich

- Wirkmechanismus:  DNAse I spaltet DNA => Spinnbarkeit ↑ =>Mukus wird dünnflüssiger => besser abtransportierbar => weniger Infektionen

- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen => muss  in Säugerzellen hergestellt werden wg. den Zuckerketten

Eculizumab (Solaris)

- Indikation: paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH)

- Wirkmechanismus: AK, der an C5 des Komplementsystems bindet und dieses neutralisiert (blockiert), wodurch die Erythrocytenlyse verhindert wird

- Herstellung

Epoetin-alfa (rHuEPO, Eprex®, Erypo®)

- Indikation:

o Anämie bei chronischem Nierenversagen bei Kindern und Erwachsenen unter Hämodialysebehandlung
o schwere symptomatische renale Anämie bei Erwachsenen mit NI, die noch nicht dialysepflichtig sind.
o chemotherapie-assoziierte Anämie: Behandlung der Anämie und Reduktion des Transfusionsbedarfs bei Erwachsenen mit soliden Tumoren, malignen Lymphomen und multiplem Myelom, die eine Chemotherapie erhalten und bei denen das Risiko einer Transfusion aufgrund des Allgemeinzustandes besteht.
o Zur Steigerung der autologen Blutgewinnung bei Patienten, die an einem Spendeprogramm zur Vermeidung von Fremdblutkonserven teilnehmen
o Zur Reduktion von Fremdblut kann ERYPO vor einem großen orthopädischen Eingriff bei Erwachsenen ohne Eisenmangel angewendet werden, bei denen ein hohes Risiko von Transfusionskomplikationen zu erwarten ist.

o i.v. nur bei Dialysepatienten (Kurzzeit-Infusion)
o bei anderen Patienten ist s.c.-Applikation zu bevorzugen
o Ziel der Therapie ist ein Anstieg des Hämatokrit um ca. 0,5% pro Woche
o (auf ~110 g/l Hämoglobin) (Korrekturphase), danach Erhaltungsphase
o FDA-Warnung: Hämoglobin-Werte von 100-120 g/l sollten nicht überschritten werden (Gefahr kardiovaskulärer Komplikationen)

- Wirkmechanismus: fördert die Erythrozyten-Bildung

- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen: wegen der N- und O-Glykosylierungen

Eptacog alfa (NovoSeven®)

Human-coagulation-factor VII (Faktor VII)

- Indikation:

• Anwendung:
o Behandlung und Prophylaxe von Blutungen in Zusammenhang mit chirurgischen oder invasiven Eingriffen bei
bei Patienten mit Hemmkörpern gegen FVIII oder FIX
bei Patienten mit angeborenem FVII-Mangel
• Applikation i.v. als Bolus 90 µg/kg KG
• Therapie konkreter Blutungen über mehrere Stunden oder Tage

- Wirkmechanismus: vollständiger, aktivierter FVII (FVIIa) -> Faktor VII aktiviert extrinsischen Blutgerinnungsweg

- Herstellung: hergestellt in BHK-Zellen (Baby Hamster Kidney Cells)
• Fermentation in FCS (fetales Kalbserum), aber ohne Zusatz von humanen Serumkomponenten
• proteolytische Aktivierung (Spaltung in die Zweikettenform) während der Produktreinigung

Eptotermin alpha (Osigraft)

Bone morphogenetic protein 7 (BMP7)

- Indikation: Behandlung traumatisch bedingter Schienbeinbrüche mit Pseudoarthritisbildung (nicht ausreichende Knochenheilung)

- Wirkmechanismus: regt Neubildung der Knochen an, osteokonduktiv -> Bildung eines Leitgerüsts zur Erleichterung neuen Knochenwachstums

- Herstellung: CHO-Zellen

Etanercept (Enbrel®)

- Indikation:

• 25 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
• Anwendungen:
Rheumatoide Arthritis (als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat)
progressive Psoriasis-Arthritis
Plaque-Psoriasis
Morbus Bechterew
• Halbwertszeit 115 Stunden
• Applikation zweimal wöchentlich s.c.
• im allgemeinen gut verträglich, aber einige Fälle schwerwiegender
Infektionen und Sepsis

- Wirkmechanismus: Rekombinantes TNFα-Rezeptor-Fusionsprotein: Kunstprotein; Dimer eines chimären Proteins aus einem Molekül des löslichen TNFα-Rezeptors (p75) und einem Molekül IgG1-Fc => "fängt"  TNFα ab, damit es nicht an seinen endogenen Rezeptor binden und seine Wirkung entfalten kann -> antizytokine, antiinflammatorische Wirkung

- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen

Exenatide (Byetta®)

- Indikation: 

in Kombination mit Metformin oder Sulfonylharnstoffen bei Typ-2-Diabetikern, die mit der maximalen Dosis oraler Antidiabetika nur unzureichend eingestellt werden können
• Injektionslösung für s.c.-Applikation (5 µg bzw. 10 µg)
• Applikation 2x täglich vor den Hauptmahlzeiten
• Bioverfügbarkeit 93-97%, Halbwertszeit 2,4 h
• Ausscheidung über Nieren, kein Abbau über DPP-4 (Dipeptidyl-Peptidase-4)
• UAW: Übelkeit, Erbrechen, Hypoglykämie (in Kombination mit Sulfonylharnstoffen)
• geringe Gewichtsreduktion

- Wirkmechanismus: zu 50% mit GLP-1 homolog => stimuliert in den β-Zellen der Bauchspeicheldrüse die Insulin-Ausschüttung. Reduktion der Ausschüttung des Insulin-Gegenspielers Glucagon unmittelbar blutzuckersenkend. Es wird im Körper langsamer abgebaut als humanes GLP-1 und ist deshalb länger wirksam.

- Herstellung: biotechnologisch hergestellt,  Exendin-4 ursprünglich aus dem Speichel einer nordamerikanischen Krustenechse

Hirudin

Protein aus dem Blutegel Hirudo medicinalis

• Therapie kontrolliert über aPTT: aktivierte partielle Thromboplastinzeit (Für den Test wird im Labor zuvor ungerinnbar gemachtes Citratblut verwendet. Die Blutgerinnung wird durch Zugabe von Phospholipiden (sog. partielle Thromboplastine), Calciumionen und oberflächenaktiven Substanzen (Aktivatoren, z. B. Kaolin) in Gang gesetzt und die Zeit bis zum Eintreten der Gerinnselbildung gemessen)
• kein bekannter Hirudin-Inhibitor verfügbar 

• bildet 1:1 Komplex mit Thrombin (direkter Thrombin-Antagonist)
• keine Affinität zu Faktor Xa
• Wirkung unabhängig von ATIII
• Thrombin aktiviert auch FV, FVII, FVIII, FXI. FXIII (verstärkt dadurch die Gerinnungskaskade)

Faktor VIII (Recombinate®, Advate®)

- Indikation: Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Hämophilie A

• Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung 200, 500, 1000 I.E. (entspr. 80, 150, 300 µg)
• Applikation i.v.
• Dosierung und Dauer der Therapie abhängig vom Schweregrad der Erkrankung (siehe Fachinformation)
• Faustregel: 1 I.E./kg KG erhöht die FVIII-Aktivität im Plasma um 1,5-2,5%

- Wirkmechanismus: Supplementation -> Gerinnungskaskade wieder intakt

- Herstellung:

• hergestellt in CHO-Zellen
• Koexpression mit humanem vWF
• Fermentation in serumfreiem Medium, aber unter Zusatz boviner Wachstumsfaktoren und Stabilisatoren (Recombinate®)
• Advate® ist prozesstechnische Weiterentwicklung von Recombinate®

Filgrastim (Neupogen)

Granulozyten-Kolonie-Stimulierender Faktor (G-CSF)

- Indikation: Neutropenie infolge myeloablativer Therapie (Vernichtung aller blutbildenden Zellen des Patienten) => Verkürzung der Dauer neutropenischen Fiebers (n. Fieber ist lebensgefährlich, betrifft Neutrophile, die fressende Phagozyten sind)

- zur Mobilisierung peripherer Blutstammzellen bei gesunden Spendern vor einer allogenen Stammzelltransplantation (=> Verstärkte Bildung von Blasten => so viel, dass es absichtlich ins Blut geschwämmt wird und dort dann Afiltriert wird für die Spende)

- Wirkmechanismus: rekombinanter Granulozyten-Wachstumsfaktor, verstärkt die Bildung reifer Granulozyten aus Vorläuferzellen

- Herstellung: E. Coli. obwohl es eigentlich O-glykosyliert

Flublok®

- Indikation: Impfung gegen saisonale Influenza, jeweils 45 μg HA pro Impfdosis

- Wirkmechanismus: rekombinanter, trivalenter Influenza-Impfstoff, Hämagglutinin (HA) von H1N1, H3N2 und B

- Herstellung: 

• hergestellt in Sf9-Zelllinie (expressSF+®) aus Spodoptera fugiperda
• Expressionssystem schnell an saisonale Influenza-Stämme anpassbar
• keine Produktion in Hühner-Eiern => geeignet für Hühnereiweiß-Allergiker
• keine Anzucht kompletter Influenza-Viren
• skalierbar

Glucagon (GlucaGen® HypoKit)

- Indikation: : Behandlung schwerer hypoglykämischer Reaktionen, die bei der
Insulintherapie diabetischer Patienten auftreten können

- Wirkmechanismus: Glucagonhydrochlorid => Glucagon ist der Gegenspieler zu Insulin

- wird in den α-Zellen im Pankreas gebildet, ist ein Peptid

- wird proteolytisch aus Proglucagon herausgeschnitten (29 AS)

- stimuliert die hepatische Glucose-Produktion- und Abgabe

=> erhöhte Glykogenolyse und Glukoneogenese

- Herstellung: hergestellt in Saccharomyces cerevisiae

Idursulfase (Elaprase®)

- Indikation: zur Langzeittherapie bei Patienten mit gesicherter Diagnose einer Mukopolysaccharidose II (MPS II , Hunter-Syndrom, Morbus Hunter). Lysosomale Speicherkrankheit, X-chromosomal vererbt
• 525 Aminosäuren, humane Glykosylierung
• Konzentrat 2 mg/ml zur Herstellung einer Infusionslösung
• 3-stündige Infusion wöchentlich 0,5 mg/kg KG
• Orphan drug Status

- Wirkmechanismus: Supplementation des fehlenden Enzyms

- Herstellung: humane α-L-Idursulfase (Irudonat-2-Sulfatase) produziert in einer humanen Zelllinie

Imiglucerase (Cerezyme)

- Indikation: Einsatz bei Morbus Gaucher als lebenslange Enzymersatztherapie, da bei der Krankheit die Beta-Glucocerebrosidase defekt ist und somit eine Akkumulation von Glucocerebrosid  in Gewebemakrophagen erfolgt, die daraufhin anschwellen und typische "Gaucher-Zellen" bilden. Früher nur Milzentfernung möglich, welche sich 25x vergrößert bei der Krankheit

Einteilung in nicht-neuronopathischen (Ausbruch der Krankheit in jedem Alter möglich! Milzvergrößerung, Anämie, gelbbraune Pigmentstörungen auf der Haut, ...) und der chronisch-neuronopathischen (Ausbruch in den ersten 2-3 Lebensmonaten, Gedeihstörungen, progrediente Hirnschädigung)

• Dosierung: individuell, anfangs 60 U/kg KG alle 2 Wochen als Infusion
• geschätzte Therapiekosten:
o Dosierung 15 U/kg = 181.000 € pro Jahr
o Dosierung 60 U/kg = 632.000 € pro Jahr
o Dosierung 30 U/kg über 40 Jahre = 12,6 Mio €
o 5000 Patienten mit Dosierung 15 U/kg = 905 Mio €

- Wirkmechanismus: Supplementation

- Herstellung: wird in CHO Zellen hergestellt, weshalb es eigentlich den komplexen Glykosylierungstyp aufweist, aber als Targeting wird dieser so lange enzymatisch abgebaut, bis Mannose endständig ist. Dieses kann wiederum von Makrophagen erkannt werden, wodurch die Imiglucerase dann in die Zelle aufgenommen wird und somit an sein Zielort gelangt.

Infliximab (Remicade)

- Indikation: starkes Immunsuppressivum, zugelassen u.a. zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis => keine Heilung, aber starkes zurückfahren der Symptomatik
o schwere Rheumatoide Arthritis (in Kombination mit Methotrexat)
o Morbus Crohn
o Colitis ulcerosa
o Morbus Bechterew
o Psoriasis-Arthritis
o nur einsetzen, wenn unzureichende Wirkung von DMARDs
• Applikation i.v. über 2 Stunden; anfangs 0-2-6 Wochen, danach alle 8 Wochen (Erhaltungstherapie); 2 Stunden Überwachung nach der Infusion
• nur in Kombination mit Methotrexat (Reduktion von Antikörperbildung)
• Gefahr lebensbedrohlicher Infektionen (Tuberkulose!)

- Wirkmechanismus:  TNF-α-Antikörper -> bindet und neutralisiert dessen Wirkung (TNFα aktiviert NFκB, welches proinflammatroische Gene aktiviert)

- Herstellung: produziert in Maus-Myelomazellen (SP2/0) in kontinuierlicher Kultur -> Hybridoma-Technik: chimärer monoklonaler AK

li: Immunsystem

xi: chimärer AK

Insulin aspart (NovoRapid®, Novo Nordisk)

- Indikation: insulinpflichtiger Diabetes Mellitus

• als Injektionslösung in Durchstechflaschen oder Patronen für Pens oder in Fertigpens (FlexPen®)
• 100 E/ml (entspricht 3,5 mg/ml Insulin aspart)
• klare, farblose, wässrige Lösung
• Applikation unmittelbar vor einer Mahlzeit (5-15 min)
• i.d.R. kombiniert mit einem Basalinsulin oder oralen Antidiabetika
• Lagerung bei 2-8°C (Kühlschrank)
• erstmals zugelassen April 1996

- Wirkmechanismus: kurzwirksam

Austausch nur einer Aminosäure in der B-Kette, was die Bildung von Hexameren erschwert

- Herstellung: hergestellt in Saccharomyces cerevisiae

Insulin degludec

- Indikation:

• 1 ml Injektionslösung enthält 3,66 mg Insulin degludec (100 E) entsprechend 100 I.E. Humaninsulin
• angeboten in Fertigpen à 300 I.E.
• häufigste Nebenwirkung: Reaktionen an der Einstichstelle
• Anwendung einmal täglich
• Lagerung bei 2-8°C (Kühlschrank)
• zugelassen Januar 2013

- Wirkmechanismus: langwirksam

 Prinzip: Entfernen des C-terminalen Threonins der B-Kette, stattdessen anhängen einer Glutaminsäure, die wiederum mit einer Hexadecandionsäure verestert ist
• durch die Fettsäure werden zwei Effekte erzielt:
o Hexamere werden durch hydrophobe Interaktionen stabilisiert und Monomere langsam und gleichmäßig freigesetzt
o im Blut zirkulierende Monomere werden an Albumin gebunden und dadraus ebenfalls langsam freigesetzt
• dadurch wird eine gleichmäßige und lang anhaltende Freisetzung erreicht

- Herstellung: hergestellt in Saccharomyces cerevisiae

Insulin detemir (Levemir®, Novo Nordisk)

- Indikation: insulinpflichtiger Diabetes Mellitus

o 1 ml Injektionslösung enthält 14,2 mg Insulindetemir (100 E) entsprechend 100 I.E. Humaninsulin
o angeboten u.a. in Fertigpens (PenFill®, FlexPen®)
o Applikation 1-2mal täglich
o häufigste Nebenwirkung: Reaktionen an der Einstichstelle
o Lagerung bei 2-8°C (Kühlschrank)
o zugelassen Juni 2004

- Wirkmechanismus: langwirksam

• Prinzip: Entfernen des C-terminalen Threonins der B-Kette, stattdessen anhängen einer Myristinsäure an Lysin in Position B29: Albuminbindung↑, Absorptionsgeschwindigkeit ↓
• durch die Fettsäure werden zwei Effekte erzielt:
o Hexamere werden durch hydrophobe Interaktionen stabilisiert und Monomere langsam und gleichmäßig freigesetzt
o im Blut zirkulierende Monomere werden an Albumin gebunden und dadraus ebenfalls langsam freigesetzt
• dadurch wird eine gleichmäßige und lang anhaltende Freisetzung erreicht

- Herstellung: hergestellt in Saccharomyces cerevisiae (Hefen)

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