Propädeutik Schwein - Station 3
• Bewegungsapparat • Nervensystem • Applikation von Arzneimitteln • Probenentnahme
• Bewegungsapparat • Nervensystem • Applikation von Arzneimitteln • Probenentnahme
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Flashcards
001 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Einteilung
001 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Einteilung
- Adspektion des ruhenden Tieres
- Adspektion des stehenden Tieres
- Adspektion im Gang
- Adspektion der Klauen und Gelenke
- weiterführende Untersuchungen
- Diagnostik der Myopathiformen
002 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Allgemein
002 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Allgemein
- immer erst im Anschluss an die Allgemeine Untersuchung unter Vermeidung von Unruhe und Schmerzen
- Indikation bei Zuchtsauen / Deckebern, Bestandsproblemen
- Lahmheiten sind bei ca. 25% der Sauen Abgangsursache
- anamnestische Abklärung angeborener Defekte
- wichtig: Lahmheit von Lähmung unterscheiden
- Bewegungsapp. vs. Nervensystem
- Lokalisation
- welche Gliedmaße
- Lahmheitstyp
- Lahmheitsgrad
- gering-, mittel-, hochgradig
- systematisch vorgehen
- erst vorn, dann hinten (links und rechts)
- immer von distal nach proximal
003 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Adspektion des Ruhenden Tieres
003 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Adspektion des Ruhenden Tieres
- Schweine liegen den größten Teil des Tages, schlafen in der Seitenlage, nehmen im wachen Zustand die Brustlage ein und stehen auf, sobald sie auf etwas aufmerksam geworden sind
- hundesitzige Stellung bei Lahmheiten und auch bei Herz-Kreislauf- und Atemwegsbeschwerden über einen längeren Zeitraum
- auf Schmerzäußerungen achten
- Umfangsvermehrungen, Zusammenhangstrennungen, abnormale Stellungen / Winkelungen (Hinweise auf Brüche etc.)
004 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Adspektion des stehenden Tieres
004 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Adspektion des stehenden Tieres
- Adspektion auf trockenem, ebenem Platz bei gutem Licht
- das Auffußen auf den Karpalgelenken mit unterstellten Gliedmaßen unter Aufstützen des Kopfes ist als pathologisch anzusehen
- von vorn, hinten und von der Seite betrachten, gerade um Asymmetrien erkennen zu können und nichts zu übersehen
- Stellung der Rumpfpartien, des Kopfes und der Gliedmaßen zueinander beurteilen und auf die Rückenwölbung achten
- bei den Beinen auf Winkelung und Stellung achten, sowie auf Entlastungsstellungen bzw. Hin- und Hertrippeln
- ein Bein bzw. beide Beine betroffen
- auf Verletzungen, Zusammenhangstrennungen, Zittern, Entzündungsparameter (Wärme, Rötung, Schmerz, Schwellung, Funktionsverlust) achten
005 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Adspektion im Gang
005 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Adspektion im Gang
- Nickbewegung des Kopfes im Gang ist bei der Belastung der gesunden Gliedmaße deutlicher ausgeprägt als bei der Belastung der kranken Gliedmaße
- Gliedmaßenführung erfolgt parallel zur Körperachse
- auf Pendelbewegung der kaudalen Rumpfpartie achten
- auf Steilstellung bei Schmerzen im Bereich des Beckens achten
- Fußen und Stützen der Klauen, sowie Sohlen- und Ballenbelastung beachten
- Hangbeinlahmheit
- Schrittlänge meist verkürzt
- tritt v.a. bei schmerzhaften Prozessen im proximalen Gliedmaßenbereich auf
- Arthritiden und schmerzhafte Zustände in den proximalen Gelenken
- Stützbeinlahmheit
- bei schmerzhaften Prozessen im Klauenbereich und in den distalen Gelenken
- gemischte Lahmheit am häufigsten
006 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Adspektion und Palpation der Klauen
006 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Adspektion und Palpation der Klauen
- Sohle und vorderes Ballendrittel werden physiologischerweise belastet
- Durchtrittigkeit
- vermehrtes Fußen auf dem Ballen
- -> Sohlenerkrankungen
- Zehenspitzengang
- -> Ballenverletzungen oder Arthritiden im Knie- oder Hüftbereich (z.B. Epiphysiolysis)
- der tägliche Hornzuwachs beträgt etwa 0,3 mm
- der Abrieb sollte etwa genauso groß sein, um ein abnormes Längenwachstum („Stallklauen“) zu vermeiden
- Klauenpflege am besten bei jeder Abferkelung machen
- Afterklauenabrisse v.a. bei Sauen in Gruppenhaltung
- Horndefekte
- Hornspalten (senkrecht)
- Hornklüfte (quer über den Hornschuh)
- Verkrümmungen
- Kronsaumdefekte
- Blasen, Aphthen (MKS), Panaritium (Haut am Kronsaumübergang entzündet), Quetschungen durch zu große Spaltenbreite und Hängenbleiben in den Spalten
007 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Adspektion und Palpation der Geleke
007 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Adspektion und Palpation der Geleke
- bei der Haut auf haarlose Stellen, Dekubitus (Liegeschwielen), Abszesse, Schleimbeutel und sonstige Veränderungen achten
- Gelenke auf Entzündungsparameter (Schwellung (Tumor), Rötung (Rubor), Wärme (Calor), Schmerz (Dolor), Funktionsverlust (Functio laesa)) palpieren
- Füllungszustände der Gelenke werden im Allgemeinen beurteilt, indem bei der Palpation Gelenkspalten bzw. Gelenksaussackungen ertastet werden (am besten mit dem Daumennagel)
- Klauengelenk
- bei abgebeugter Klaue ist im Bereich des Proc. extensorius (dorsal) der Gelenkspalt palpierbar
- Kron- und Fesselgelenk
- an seitlichen Bandhöckern orientieren, dann ist der Gelenkspalt bei Beugung eventuell von kranial fühlbar
- Karpalgelenk
- der proximale Gelenkspalt ist auf Höhe der oberen Konturlinie des Os accessorium laterodorsal palpierbar und der mediale und distale Gelenkspalt auf Höhe der unteren Konturlinie
- Ellenbogengelenk
- Ellenbogengelenk beidhändig umfassen, sodass die Daumen lateral liegen; bei vermehrter Füllung ist in der Fossa supracoronoidea lateralis eine Fluktuation fühlbar
- Schultergelenk
- nicht zugänglich
- Tarsalgelenk
- mit der einen Hand werden die lateralen und medialen Malleoli aufgesucht und mit der anderen Hand beiderseits oberhalb des Fersenbeinhöckers auf den Recessus caudalis des Gelenks gedrückt
- -> Fluktuation beurteilen
- Kniegelenk
- Aufsuchen des Lig. rectum patellae über die Crista tibiae und die Tuberositas tibiae mit dem Mittelfinger und dann mit den anderen Fingern medial und lateral vom Band den Gelenkspalt palpieren
- Hüftgelenk
- eine Palpation ist höchstens beim Saugferkel möglich, aber man kann unter Narkose eine Krepitationsprüfung nach Epiphyseolysis capitis femoris durchführen (Tier in Seitenlage, rotierende Bewegungen mit dem Oberschenkel -> Krepitationsgeräusche)
008 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
weiterführende Untersuchungen
008 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
weiterführende Untersuchungen
- Blut, Serum, Harn, Futter, Sonographie, Röntgen, Sonden, Untersuchung von Gelenkpunktaten, Hautgeschabsel
- Gelenkspunktat am narkotisierten Tier, indem die Stelle freigeschert, rasiert und desinfiziert wird und dann der Gelenkspalt ertastet und punktiert wird
009 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Diagnostik der Myopathieformen - Typen der Myopathie
009 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Diagnostik der Myopathieformen - Typen der Myopathie
- Belastungsmyopathie oder auch MHS (malignes Hyperthermie Syndrom)
- Zucht auf Fleischreichtum führte zu guter Fleischfülle, aber schlechtere Fleischqualität und letztendlich zu stressempfindlichen Schweinen (v.a. Pietrain)
- Genetisch determinierte Stoffwechselerkrankung der Skelettmuskulaur; autosomal-rezessiver Erbgang
- Punktmutation des Ryanodin-Rezeptors-Gens
-> Fehlfunktion des Ca-Kanals der Skelettmuskulatur
-> kompensatorisch beschleunigte anaerobe Glykogenolyse bei Stress oder Belastung
-> erhöhter Anfall an Protonen und Laktat führen zu einer metabolischen Azidose und zu einer Lactacidämie
-> Auswirkungen auf den Herz-Kreislauf-Apparat und Schädigung der Zellorganellen
-> Laktat wird nicht mehr genügend abgebaut
-> Elektrolytverschiebung
-> herabgesetzte Kontraktilität von Herz- und Gefäßmuskulatur
-> kardiogener Schock
-> Tod - führt bei Schlachtung zu PSE-Fleisch
- pale, soft, exsudative
- blass, weich, wässrig
- Muskeldystrophie bei Vitamin-E- bzw. Selenmangel
- traumatische Myopathien
- v.a. Adduktorenmuskulatur bei gebärenden Sauen
010 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Diagnostik der Myopathieformen - Diagnostik
010 Bewegungsapparat (Lahmheitsuntersuchung)
Diagnostik der Myopathieformen - Diagnostik
- Um Myopathien zu diagnostizieren, kann eine Blutprobe labortechnisch untersucht werden. Der Quotient aus den Gehalten der beiden Enzyme Creatininkinase (CK) und Aspartat-Amino-Transferase (AST) liefert hierbei wichtige Hinweise auf die Ursache.
- Enzymkonzentration im jeweiligen Gewebe
- Weiße Fasern
- CK +++
- AST +
- CK/AST >100
- Rote Fasern
- CK ++
- AST +
- CK/AST > 20-50
- Leber
- CK -
- AST ++
- CK/AST < 20
- rote + weiße Fasern
- CK ++
- AST ++
- CK/AST ca. 50
- Weiße Fasern
- Einteilung der Myopathien
- latente Belastungsmyopathie
- > 2.000 U/L
- CK/AST > 50
- akute Belastungsmyopathie
- > 2.000 U/L
- CK/AST > 50
- Rückenmuskelnekrose
- > 10.000 U/L
- CK/AST > 100
- Hepatose
- < 2.000 U/L
- CK/AST < 20
- Vit.E/Se-Mangel
- > 2.000 U/L
- CK/AST 20-50
- latente Belastungsmyopathie
011 Nervensystem
Einteilung
011 Nervensystem
Einteilung
- Sensorium
- Motorik
- Untersuchung
012 Nervensystem
Sensorium
012 Nervensystem
Sensorium
- Reizaufnahme und Verarbeitung der Reize bis hin zur Handlungsintention
- Anteilnahme an der Umgebung
- Generelle soziale und räumliche Orientierung
- Prüfung durch Umweltänderungen oder soziale Manipulation
- Appetenz, soziales Kontakt- und Fluchtverhalten, Lautäußerungen
- Störungen
- herabgesetzte / verzögerte Reaktionen
- Apathie, Somnolenz, Stupor, Koma
- Spezielle sensorische Funktionen
- Sehfähigkeit, Oberflächen- und Tiefensensibilität
- Reflexe
- z.B. Lidschlussreflex, Nasenscheidewandreflex, Zwischenklauenreflex, Panniculusreflex
- Störungen
- Blindheit, Sensibilitätsverlust, Reflexlosigkeit
013 Nervensystem
Motorik
013 Nervensystem
Motorik
- Ausführung von Handlungsintentionen
- zunächst abgrenzen von:
- Erkrankungen des passiven Bewegungsapparates
- Erkrankungen der Muskulatur (Blutchemie CK/AST)
--> Prüfung durch Auftreiben, Aufheben und durch den Muskeltonus
- Motorische Ausfallserscheinungen
- Paralyse
= vollständige Lähmung der motorischen Nerven eines Körperteils - Parese
= unvollständige Lähmung- Mono- (eine Gliedmaße)
- Tetra- (4 Gliedmaßen)
- Hemi- (nur links oder nur rechts)
- Paraparese (nur vorn oder nur hinten)
- Ataxie
- Bewegungsinkoordination
- Aphonie
- Stimmlosigkeit
- Dysmetrie
- zerebelläre Ataxie
- Paralyse
- Motorische Reizerscheinungen
- klonische Krämpfe
= zunehmende Spontanerregung antagonistischer Muskeln „Schüttelkrampf“- z.B. Ferkelzittern
- tonische Krämpfe
= lang andauernde Kontraktion synergistischer Muskeln- z.B. Tetanus
- Trismus
- Kiefersperre
- Opisthotonus
= Überstreckung der Rückenmuskulatur -> „Sternengucker“ - Nystagmus
- Myoklonien
- klonische Krämpfe
- Motorische Fehlleistungen
- Zwangsbewegungen oder Zwangshandlungen
- spontanes Speicheln
014 Nervensystem
Untersuchung
014 Nervensystem
Untersuchung
- Feststellung des Grades und Lokalisation neurologischer Störungen
- Anamnese
- Alter und Anzahl betroffener Tiere
- vorhergehende Erkrankungen
- Kopfschiefhaltung beobachtet?
- Störung des Vestibularapparates -> Otitis media et interna
- Verhaltensabweichungen
- Kreislaufen
- Lahmheit oder Lähmung
- Adspektion in fremder Umgebung
- Sehprobleme
- Stellreflexe testen
- bei unsauberer Beinstellung
- -> Test: Beugen der Klaue (Propriozeptoren)
- Haltung
- normal, Kopfschiefhaltung, Zittern, Festliegen)
- Gang
- normal, Kreislaufen, Ataxie
- Hinweise auf Traumen
015 Applikation von Arzneimitteln
(Haupt)Methoden
015 Applikation von Arzneimitteln
(Haupt)Methoden
- auf die äußere Haut
- Baden, Sprühverfahren, Spot-on-Verfahren
- intranasale Applikation (wird abgeschluckt), Nasenspray, Spülung der Nasenhöhlen
- peroral
- Injektionen
016 Applikation von Arzneimitteln
peroral
016 Applikation von Arzneimitteln
peroral
- Futter und Trinkwasser
- auf Rezept des Tierarztes werden Arzneimittelvormischungen im Futtermittelwerk mit dem Mischfuttermittel vermischt und als Fütterungsarzneimittel an den Landwirt abgegeben
- oder Oral Anzuwendende Fertigarzneimittel (OAF) werden vom Landwirt selbst in die Rationen gemischt
- Pillen mit Arterienklemme eingeben
- Pasten auf harten Gaumen streichen
- Flüssigkeiten hinter Zungenwulst
017 Applikation von Arzneimitteln
Injektionen
017 Applikation von Arzneimitteln
Injektionen
- intravenös
- Ohrvenen: in flachem Winkel wird in die gestaute Vene eingestochen, sollte die Injektionslösung die Vene anschwellen lassen, sucht man sich eine andere Vene
- durch vorheriges Klatschen aufs Ohr, treten die Venen deutlicher hervor (Hyperämie)
- im Notfall auch V. cava cranialis oder V. jugularis externa möglich
- intramuskulär
- Einstich seitlich am Hals in die Halsmuskulatur in Höhe des oberen Ohrgrundes, direkt kaudal des Ohrgrundes
- senkrecht zur Körperoberfläche stechen
- Kanülen für ältere Mastschweine, Zuchttiere und Minipigs müssen hierfür bis zu 100 mm lang sein
- subcutan
- bei Saugferkeln in die Kniefalte
- bei Mastschweinen ist es die gleiche Stelle wie bei der intramuskulären Injektion, bloß dass senkrecht zum Boden eingestochen wird (tangential zur Körperoberfläche)
- intraabdominal
- Einstichstelle paramedian zwischen den beiden letzten Zitzenpaaren
- in kraniomedialer Richtung stechen
- Cave: Punktion der Blase möglich
- intracardial
- im Rahmen der Euthanasie erfolgt die intracardiale Injektion an der linken Brustwand, wo der Herzspitzenstoß am deutlichsten spürbar ist, also am Ende der deutlich sichtbaren Ellbogenfalte
- in kraniomedialer Richtung stechen
- intratesticulär
- nur zur Kastration anwendbar
- extra-, subdural
018 Probenentnahme
Allgemein & Arten von Probem
018 Probenentnahme
Allgemein & Arten von Probem
- wichtig vorneweg: Probengefäße immer vollständig beschriften:
- Tieridentifikation
- Probenart
- Tierarzt und Datum
- Vorbericht
- erwünschte Untersuchungen
- Arten der Probem
- Kotprobe
- Hautgeschabsel
- Tupferprobe
- Nasentupfer
- Lungenspülprobe (Lavage)
- Uterustupferprobe
- Harnprobe
- Blutentnahme
019 Probenentnahme
Kotprobe; Hautgeschabsel; Tupferprobe; Nasentupfer; Lungenspülprobe; Uterustupferprobe
019 Probenentnahme
Kotprobe; Hautgeschabsel; Tupferprobe; Nasentupfer; Lungenspülprobe; Uterustupferprobe
- Kotprobe
- mit behandschuhtem Finger frisch aus dem Rektum entnehmen, mittels Tupfer beim Ferkel
- Hautgeschabsel
- Indikation bei Staphylococcus-hyicus-Infektion (Ferkelruß) und Räude (Sarcoptes-Milben)
- mit Skalpell bis es blutet schaben, um auch tiefere Hautschichten zu erreichen
- bei Räude am Ohrgrund (meist Narkose nötig)
- Tupferprobe
- bei Wunden im Übergang von gesundem zu erkranktem Gewebe
- Nasentupfer
- Schwein dazu mit der Schlinge fixieren, dann den sterilen Tupfer ohne Kontamination in kaudomedialer Richtung einführen und mit kreisenden Bewegungen (bis es blutet) Nasensekret gewinnen
- Lungenspülprobe (Lavage)
- mit einem Einmalkatheter wird bei einem narkotisierten Schwein tief in die Trachea eingegangen und eine gewisse Menge Flüssigkeit (NaCl) eingegeben, sodass die zurückfließende Lungenspülprobe für den Erregernachweis aufgefangen werden kann
- Uterustupferprobe
- Cervixtupfer nach Kilian und Verwendung eines Röhrenspekulums nach Götze
020 Probenentnahme
Harnprobe
020 Probenentnahme
Harnprobe
- Harngewinnung
- Spontanharn kann nach Auftreiben gut getränkter Tiere gewonnen werden
- Mittelstrahlharn nehmen
- Blasenpunktion beim Ferkel
- Ferkel an Hinterbeinen hochheben
- medial in Höhe des vorletzten Zitzenpaares
- in kraniodorsaler Richtung einstechen
- Harnentnahme mittels Katheter
- unter Sichtkontrolle (Spreizspekulum) bei der Sau auch möglich
- Diverticulum suburethrale beachten
- Spontanharn kann nach Auftreiben gut getränkter Tiere gewonnen werden
- Harnuntersuchung
- Makroskopische Untersuchung
- Farbe (hellgelb, klar), Konsistenz, Geruch, Beimengungen, Trübungen
- Keimgehalt
- Nitritprobe (wird durch coliforme Bakterien im Harn verstoffwechselt)
- Eintauchnährböden
- pH-Wert
- Teststreifen
- sollte leicht sauer sein (5 bis 7)
- wenn der pH- Wert zu alkalisch ist, können sich einige Keime (wie z.B. E. coli) leichter vermehren
-> Zystitiden (Blasenentzündung)
- Blutbeimengungen, Proteingehalt
- Sediment im Harn
- Epithelzellen, Erythrozyten, Leukozyten, Zylinder, Kristalle -> kalkhaltige Beimengungen im Harn von Sauen (sog. Harngriess; z.B. Struvitsteine)
- Zuckergehalt
- Makroskopische Untersuchung
021 Probenentnahme
Blutentnahme
021 Probenentnahme
Blutentnahme
- Die Blutprobenentnahme ist für das Tier sehr stressig und sollte möglichst schnell vonstatten gehen.
- Entnahme aus der Vena jugularis externa
- eine Person fixiert das Schwein, die andere nimmt die Blutprobe (Gehörschutz nötig)
- Fixierung des Schweins mithilfe der Oberkieferschlinge, dabei wird der Kopf des Schweins soweit angehoben, dass der Hals gerade und gestreckt verläuft
- Blutentnahme immer auf der rechten Seite des Schweins
-> da links z.B. der N. phrenicus, N. laryngeus recurrens sinister, N. vagus sinister oder die Speiseröhre getroffen werden könnte - Einstich mit aufgesetzter Kanüle auf der Spritze
- bei älteren Mastschweinen oder Zuchttieren sind bis zu 100 mm lange Kanülen notwendig
- Die Einstichstelle liegt in der Drosselrinne auf der gedachten Linie zwischen dem Vorderrand des Schultergelenks und der Spitze des Brustbeins. Indem man den Mittelfinger auf die Spitze des Brustbeins und den Daumen auf das Schultergelenk legt, landet der Zeigefinger an der gewünschten Stelle in der Drosselrinne (rechte Hand).
- Die Stichrichtung ist dorso-medio-caudal, also in Richtung Schwanzwurzel des Schweins.
- Nach dem Stich durch die Haut sollte schon aspiriert werden, sodass unter langsamem Vorschieben der Kanüle die Vene getroffen werden kann.
- Trifft man sie nicht, zieht man die Kanüle bis knapp unter die Einstichstelle zurück und fährt mit leicht veränderter Stichrichtung fort.
- Entnahme aus der Vena cava cranialis
- vor allem für Ferkel geeignet
- Kanülen bis 40mm
- das Ferkel wird in Rückenlage gebracht und von einer Hilfsperson so fixiert, dass die Halsregion straff und gerade gestreckt liegt und dass die Vordergliedmaßen nach kaudal gezogen werden
- die Einstichstelle liegt links oder rechts dicht neben der Spitze des Sternums in Höhe der ersten Rippe; es wird in leicht medialer Stichrichtung senkrecht eingestochen
- vor allem für Ferkel geeignet