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T. A.
Diese Lernkarten bieten eine umfassende Übersicht über die Einzeltieruntersuchung von Schweinen auf universitärem Niveau. Sie konzentrieren sich auf die Anamnese, die Besichtigung der Körperdecke, Hautkrankheiten und das Verhalten der Tiere. Die Karteikarten behandeln auch die Schweinehaltung und die Untersuchung von Sauen, wobei sie sich auf die Palpation, die körperliche Untersuchung und die Bewertung des Ernährungszustands konzentrieren. Diese Lernkarten sind besonders nützlich für Tiermedizinstudenten und Veterinäre, die ihre Kenntnisse in der Schweinegesundheit vertiefen möchten.
Karten
33
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
08.02.2016 / 01.06.2024

Lernkarten

001 - Allgemein

Wie ist der normale Ablauf einer Untersuchung?

Normaler Ablauf

  • Anamnese (Vorbericht)
  • Signalement
  • Allgemeine klinische Untersuchung (Allgemeinzustand, P, A, T)
  • Spezielle klinische Untersuchung (nach Organsystemen gegliedert)
  • Weiterführende Untersuchungen, Probenentnahme, (Arzneimittelapplikation)

002 - Allgemein

Ablauf einer Schweinuntersuchung

Aböauf einer Schweineunteruschung

  • Bestandsanamnese
  • Besichtigung der Schweinehaltung
  • Einzeltieruntersuchung
  • Signalement (Nutzungs-, Alters-, Gewichtsgruppen der zu untersuchenden Tiere)
  • Adspektion beim Einzeltier
  • restliche allgemeine klinische Untersuchung
  • Spezielle klinische Untersuchungen (Organsysteme)
  • Weiterführende Untersuchungen, Probenentnahme, (Arzneimittelapplikation)
    • erst Adspektion, dann Auskultation und Palpation

003 - Bestandsuntersuchung

Warum besucht man einen Schweinebestand?

Tierarzt besucht einen Schweinebestand, um…

  • ein Gesundheitskonzept in einem unbekannten Betrieb zu erstellen (beinhaltet Prophylaxe- und Therapiepläne).
  • bereits bestehende Behandlungsmaßnahen in einem bekannten Betrieb zu überprüfen und ggf. neue Schwerpunkte je nach Problembereich zu setzen.
  • neue Krankheitsbilder zu untersuchen, erkennen und richtig zu behandeln.

004 - Bestandsunteruchung

Was ist das Ziel einer langfristigen Bestandsbetreuung?

langfristige Bestandsbetreuung anstreben:

  • Vorbeugen besser als Heilen
  • frühzeitiges Erkennen, bevor es zur klinischen Ausprägung einer Krankheit kommt
  • die einzelnen Faktoren der Faktorenkrankheiten bekämpfen
  • Infektionsketten erkennen und unterbrechen
  • Qualitätssicherung gewährleisten (die Gesundheit ist der Motor der Produktivität)
    • Diagnose zum Vorhandensein / Freisein spezifischer Erkrankungen (Seuchen, Zuchttierverkauf, Produktionskette)

005 - Anamnese (Vorbericht)

Allgemeine Einteilung

Allgemeine Einteilung

  1. Verlauf im Bestand
  2. Vorbehandlungen
  3. Epidemiologie (eingrenzung der Einschleppungsmöglichkeiten)
  4. Fütterung & Wasserversorgung
  5. Produktionsdaten

006 - Anamnese (Vorbericht)

Verlauf im Bestand

Verlauf im Bestand:

  • Anlass des Besuches
  • mit welcher Betriebsform hat man es zu tun, welche Ziele verfolgt der Besitzer?
  • Einzeltier, Gruppe oder ganzer Bestand betroffen?
  • welche Alters- und Nutzungsgruppe?
  • welche Symptome?
  • seit wann und welche Entwicklung?
  • Umgebung / verwandte Tiere auch betroffen?
  • Morbidität und Mortalität nach Altersklassen und Zeit
  • zeitlicher Zusammenhang zu:
    • Wechsel der Betreuungsperson
    • Änderung des Betriebsablaufes
    • Stallumbauten
    • Umstallung, Umgruppierung, Futterumstellung
  • frühere Befunde (Labor, Sektionen, Futter, Klima, Beanstandungen (Schlachtung)

007 - Anamnese (Vorbericht)

Definitionen von:

  • perakut
  • akut
  • subakut
  • chronisch

007 - Anamnese (Vorbericht)

Definitionen von:

  • perakut = einige Stunden bis 2 Tage
  • akut = 3 bis 14 Tage
  • subakut = 2 bis 4 Wochen
  • chronisch = ab 4 Wochen

008 - Anamnese (Vorbericht)

Vorbehandlungen

008 - Anamnese (Vorbericht)

Vorbehandlungen:

  • medikamentös (was in welcher Dosierung von wem an wen, AM-Vormischung)
  • Parasitenbehandlungen, Impfprophylaxe. Futterzusätze
  • Aufbewahrung der Medikamente und Impfstoffe
  • Stallbucheintragungen vorhanden? (Einsparungen an Prophylaxemaßnahmen, Verwendung unbekannter Arzneimittel)

009 - Anamnese (Vorbericht)

Epidemiologie (Eingrenzung der Einschleppungsmöglichkeiten)

009 - Anamnese (Vorbericht)

Epidemiologie (Eingrenzung der Einschleppungsmöglichkeiten)

  • Bestandshygiene (Reinigung, Desinfektion, Nagerbekämpfung)
  • Herkunftsbestände, Transportmittel, zugekaufte Schweine, Tier- und Personenverkehr
  • bei Zukauf hohes Infektionsrisiko
    • mit / ohne Quarantäne?
    • eine oder mehrere Herkünfte?
    • aus der Region oder Europa?
    • Rein-Raus oder kontinuierliche Belegung?
  • Stallbelegung (abteilweise oder stallweise Rein-Raus, kontinuierliche Belegung)
  • Produktionsrhythmus
  • Krankenbuchten, Quarantäneställe
  • Belegung mittels Deckeber / Herkunft des Spermas bei künstlicher Besamung
  • Haltung:
    • Produktionsbereiche
    • Bodenform, Einstreu, Spielzeug
    • Einzel- / Gruppenaufstallung
    • Absetz-, Umstallungs-, Verkaufszeitpunkte
  • aktuelle Seuchenlage und Schweinedichte der Region, Entfernung zum nächsten Bestand, Schlachthof, Tierkörperbeseitigungsanlage, Kläranlage
  • Verladestellen (wie Laderampen) der Schweine desinfizierbar?
  • Zootechnische Maßnahmen (siehe auch Tierschutzgesetz)
    • Instrumentarium und Hygiene
    • Eisengabe (oral / Injektion)
    • Kürzen (Kupieren) des Schwanzes (bis einschließlich 3. Lebenstag)
    • Abschleifen der Eckzähne und Kastration (bis einschließlich 7. Lebenstag)
    • Ohrmarken einziehen (bis zum Absetzen) > betriebsspezifische Ohrmarken
  • Impfprophylaxe
    • Bestandsimpfung oder reproduktionsbezogene Impfung
    • bei Sauen v.a.: Parvovirose, Rotlauf
    • bei Ferkeln v.a.: Mycoplasma hyopneumoniae, PCV 2

010 - Anamnese (Vorbericht)

Fütterung

010 - Anamnese (Vorbericht)

Fütterung

  • Was, an wen, wie?
  • Rationsberechnungen und Zusammensetzungen überprüfen
  • Änderung in Herkunft oder Charge von Futtermitteln?
  • Fütterungstechnik, Wasserversorgung (Kolienterotoxämie, Kochsalzvergiftung)
  • Speiseabfälle (KSP, ASP), Futterarzneimittel, Importfutter
  • Bei verschiedenen Fütterungstypen gibt es eine vorgeschriebene Anzahl an Futterplätzen für Tiere
    • restriktive Fütterung: 1 : 1
    • tagesrationierte Fütterung: 2 : 1
    • ad libitum, trocken: 4 : 1
    • Bei der Abruffütterung und der Fütterung mit Breifutterautomaten sind spezielle Tier-Fressplatzverhältnisse nicht vorgeschrieben.
  • ca. 1 kg Futter je 25 kg Körpergewicht

011 - Anamnese (Vorbericht)

Wasserversorgung

011 - Anamnese (Vorbericht)

Wasserversorgung:

  • 1 Tränke für 12 Tiere bei Gruppenhaltung
  • ständig zur freien Verfügung
  • räumlich getrennt und verschieden hoch
  • Trockenfutter und Stalltemperatur beeinflussen Wasseraufnahme
  • Flussraten
    • > 500 ml/min für Absatzferkel
    • > 700-1000 ml/min für Mastschweine und tragende Sauen
    • > 1,5 – 2 l/min für laktierende Sauen
  • ca. 2 l je 25 kg KG (Sau/Eber: 10 – 15 l; Sauen säugend: 15 l /Sau + 1,5 l /Ferkel)

012 - Anamnese (Vorbericht)

Produktionsdaten

012 - Anamnese (Vorbericht)

Produktionsdaten

  • Betriebsführung auf Kleincomputern („Sauenplaner“)
  • Aufzeichnungen über Produktionsergebnisse sollten zur Beurteilung der Betriebssituation herangezogen werden
  • besser: an den Sauen gezählte Ferkelzahl + Gleichmäßigkeit von Mastgruppen
    • Geb. Ferkel / Wurf: 12 – 15
    • Totgeb. Ferkel / Wurf: max. 2
    • Abges. Ferkel / Wurf: mind. 10
    • Würfe / Sau / Jahr: 2,2 – 2,5
    • Ferkel / Sau / Jahr: mind. 25
    • Ferkelverl. Saugferkelbereich: unter 10 %
    • Verl. im Flatdeck: max. 3 %
    • Verluste in der Mast: max. 3 %
    • Umrauscher: unter 10 %
    • Aborte: unter 2 %
    • Tageszunahmen in der Mast: 750 – 900g / Tag
    • Futterverwertung: 1:2,4 – 1:3 kg/kg

013 - Besichtigung der Schweinehaltung

Allgemein & Einteilung

013 - Besichtigung der Schweinehaltung

Allgemein & Einteilung

  • den gesamten Bestand mit einbeziehen, auch „gesunde Schweine“
  • im Abferkelstall beginnen, dann Sauen (Deckzentrum, Wartestall), dann Flatdeck und Mast (wegen PRRSV)
  • Betriebsform (z.B. Ferkelerzeugung, Maststall, Jungsauenaufzucht etc.)
  1. Ruheverhalten (Liegeverhalten) -> möglichst von außen durchs Fenster beurteilen
  2. Auftreiben beim Zurückgehen
  3. Besatzdichte (Buchtengröße) > situationsgerechtes Gruppenverhalten
  4. Krankenbuchten
  5. Sauberkeit und Hygiene

014 - Besichtigung der Schweinehaltung

Ruheverhalten (Liegeverhalten)

014 - Besichtigung der Schweinehaltung

Ruheverhalten (Liegeverhalten)

  • -> möglichst von außen durchs Fenster beurteilen
  • aneinandergereiht mit Körperkontakt
  • Haufenbildung
  • alleine liegend
  • Liegen auf dem Gesäuge

015 - Besichtigung der Schweinehaltung

Auftreiben beim Zurückgehen

015 - Besichtigung der Schweinehaltung

Auftreiben beim Zurückgehen

  • Altersklassen
  • Kümmerer
  • Krankheitsanzeichen: Niesen, Husten, Durchfall, Ernährungszustand, Auseinanderwachsen

016 - Besichtigung der Schweinehaltung

Sauberkeit und Hygiene

016 - Besichtigung der Schweinehaltung

Sauberkeit und Hygiene

  • Verschmutzung
  • Futterreste
  • Kotbeschaffenheit
  • Tränken / Futterautomaten

017 - Einzeltieruntersuchung

Allgemein & Unterteilung

017 - Einzeltieruntersuchung

Allgemein & Unterteilung

  • Stichproben (auch „Gesunde“)
  • verschiedene Altersstufen, Nutzungsgruppen
  • neu zugekaufte Tiere
  • keine „ausrangierten“ Tiere oder Kümmerer
  1. (Anamnese)
  2. Signalement
  3. Adspektion
  4. Umgang mit dem Schwein und Zwangsmaßnahmen
  5. Adspektion der Körperdecke

018 - Einzeltieruntersuchung

Signalement

018 - Einzeltieruntersuchung

Signalement

  • angeborene Kennzeichen (weniger wichtig):
    • Rasse (Masthybride)
    • Geschlecht (Eber, Sau, kastr. Eber, Kryptorchide, Zwitter)
    • Pigmentierung
    • Haarlosigkeit
    • Missbildungen -> Hinweis auf Prädispositionen
  • erworbene Kennzeichen:
    • Ohrmarken
    • Tätowierungen
    • Alter
    • Nutzungsgruppe
    • Gewicht
    • Ernährungs-, Entwicklungszustand
    • Narben
    • Farbmarkierungen (Fettstift oder Viehzeichenspray)

 

019 - Einzeltieruntersuchung

Signalement - Nutzungsgruppen mit Alter und Gewicht

019 - Einzeltieruntersuchung

Signalement - Nutzungsgruppen mit Alter und Gewicht

  • Saugferkel
    • 1 Tag - 4 Wochen
    • 1,2 - 8 kg
  • Absetzferkel
    • 4 - 12 Wochen
    • 8 - 30 kg
  • Vormastschwein
    • 12 - 20 Wochen
    • 30 - 50 kg
  • Endmastschwein
    • 21 - 30 Wochen
    • 50 - 125 kg
  • Jungsau
    • 7 - 12 Monate
    • 125 - 180 kg
  • Altsau / Eber
    • >1 Jahr
    • > 180 kg
  • Kümmerer
    • kleiner
    • längere Borsten
    • größerer Kopf mit großen Ohren

020 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion - Einteilung

020 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion - Einteilung

  • Verhalten (beurteilung vom Abteilgang aus)
  • Körperhaltung
  • Ernährungszustand
  • Entwicklungszustand (Vergleich mit Tieren derselben Altersgruppe)
  • Atmung

021 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion - Verhalten

021 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion - Verhalten

  • ruhig und aufmerksam
  • bei Betreten des Stalls: Aufspringen mit „Wuff!“
  • neugieriges Annähern und Beknabbern
  • Vergleich zu Tieren derselben Bucht und der Nachbarbucht
  • Abwehrverhalten: Schreien, Schlagen, Beißen
  • Verhaltensreduktion
  • Verhaltenssteigerung

 

022 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion - Verhalten - Verhaltensreduktion

022 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion - Verhalten - Verhaltensreduktion

  • Absondern von Stallgefährten
  • schnelles Niederlegen nach erfolgtem Auftreiben
  • auffallend ruhiges Verhalten selbst gegenüber stallfremden Personen
  • matt, teilnahmslos, apathisch
  • Somnolenz
    • ggr. Verminderung des Bewusstseins
  • Stupor/Sopor
    • mgr. Verminderung des Bewusstseins
    • durch Schmerzstimuli noch erweckbar
  • Koma
    • hgr. Verminderung des Bewusstseins
    • nicht mehr erweckbar

023 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion - Verhalten - Verhaltenssteigerung

023 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion - Verhalten - Verhaltenssteigerung

  • übererregbar
    • Vergiftungen, ZNS
  • schreckhaft, Abwehrreaktionen
  • Trippeln, Flucht
  • Exzitation, Aggressivität
  • Schreien
    • Schmerzen
    • Wassermangel
  • Zähneknirschen
    • Schmerz

024 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion - Körperhaltung

024 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion - Körperhaltung

  • physiologisch: belastet alle 4 Gliedmaßen gleichmäßig
  • Abweichungen:
    • WS: Kyphose (Aufwölbung des Rückens)
    • WS: Lordose (Einkrümmung des Rückens)
    • WS: Scoliose (S-Form)
    • Zwangsseitenlage (z.B. E. coli-Septikämie, Aujeszkysche Krankheit, Hypoglykämie)
    • Brustlage bei herzkranken Schweinen (Entlastung des Brustraums)
    • Hundesitz (bei zunehmenden Beschwerden des H/K-Apparates, Entlastung der Atmung)
    • Karpalbeugehaltung (Lungenentlastung)
    • Stehen während des Säugens
    • Brust-Bauch-Lage

025 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion - Ernährungszustand

025 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion - Ernährungszustand

  • Vergleich mit Buchtnachbarn
  • Body Condition Score bei Sauen
  • Einsinken der Augäpfel bei Dehydrierung

 

026 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion - Atmung

026 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion - Atmung

  • Atemfrequenz
    • Tachypnoe, Bradypnoe, Dyspnoe
  • Atemtyp
    • costo-abdominal
  • wenn abdominale Betonung, Hinweis auf exspiratorische Dyspnoe
  • wenn costale Betonung, Hinweis auf inspiratorische Dyspnoe

027 - Einzeltieruntersuchung

Umgang mit dem Schwein und Zwangsmaßnahmen

027 - Einzeltieruntersuchung

Umgang mit dem Schwein und Zwangsmaßnahmen

  • Kontaktaufnahme
    • ruhig auftreten
    • seitlich am Körper stehen
    • mit Bewegungen mitgehen (evtl. Schwanz anfassen)
    • Scheuern am Rücken oder Gesäuge massieren
  • Vorsicht bei Sprungebern und ferkelführenden Sauen
  • Aufnehmen von Schweinen
    • niemals den Brustkorb von Ferkeln umfassen (Reflex), sondern am besten an den Hintergliedmaßen
  • Klopfen und Streicheln wird mit Ausweichen oder Flucht beantwortet
  • Führbrett /Treibbrett bringt Ruhe
  • Fixation
    • Oberkieferschlinge (Zurückdrängen verhindern, Spielraum verringern) aus Draht (z.T. rohrgeführt)
    • -> Zug nach kraniodorsal (siehe Abbildung im Kapitel „Probenentnahme“)

028 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion/Palpation der Körperdecke - Einteilung

028 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion/Palpation der Körperdecke - Einteilung

  1. Haarkleid
  2. Haut
  3. Körperöffnungen
  4. Palpation

029 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion/Palpation der Körperdecke - Haarkleid

029 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion/Palpation der Körperdecke - Haarkleid

  • physiologisch
    • glatt, anliegend, matt glänzend, unversehrt, geschlossen
  • Haarwechsel nur schwach ausgeprägt
  • längere, wellige, dichtere Borsten
    • Winter, Auslauf, Kälte, Kümmerer
  • Scheuerstellen, Juckreiz
  • Borstenausfall
    • Parasiten
  • braungelbe Verfärbung
    • Seitenlage, Harn

030 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion/Palpation der Körperdecke - Haut

030 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion/Palpation der Körperdecke - Haut

  • physiologisch
    • glatt, glänzend, hellrosa
  • Abweichungen
    • faltig, exsikkotisch, verdickt, dys-, hyperkeratotisch, schuppig, borkig, verschmutzt, Verletzungen
  • Blässe
    • Anämie (z.B. Magengeschwür bei Sauen, Schock)
  • Zyanose
    • Blaufärbung durch verminderte Sauerstoffkapazität des Blutes (HKInsuffizienz, Sepsis)
      • v.a. an Ohren, Rüssel
  • Erythem
    • Hyperämie (z.B. Sonnenbrand)
      • örtliche Erweiterung der Kapillaren
  • Ikterus (prä-, intra-, posthepatisch)
  • Efflorezenzen
    • Makula, Papula, Nodus, Urtika, Vesikula, Bulla, Pustula, Cystis
  • Erosion, Exkoriation, Rhaghaden
  • Umfangsvermehrungen
    • Stauungsödeme, tox. Ödeme (E. coli), Abszesse
  • Auflagerungen
    • Squama (Schmutz), Crusta
  • Petechien
    • = punktförmige Hautblutungen, z.B. KSP
  • Ekchymosen
    • flächenhafte Hautblutungen
      • vom Gefäß in die Haut
  • Juckreiz (z.B. Räude)
  • diffus, fokal (herdförmig), multifokal, disseminiert
  • Ohrrandnekrosen, Schwanzbeißen, Flankenbeißen, Ohrenbeißen

031 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion/Palpation der Körperdecke - Hautkrankheiten

031 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion/Palpation der Körperdecke - Hautkrankheiten

  • parasitär
    • Räudemilben
      • Anfangsstadium: Papeln im Inguinalbereich
    • Schweinelaus
      • makrosk. sichtbar, Nissen, Vektor
    • Zwergfadenwurm (Strongyloides suis)
      • hochrote, flohstichartige Quaddeln, Juckreiz, Blässe
  • bakteriell
    • Pechräude
      • Exsudative Epidermitis, abgestoßenes Epithel und Exsudat
    • Rotlauf
      • Backsteinblattern / septikämische Form
      • Aktinomykose (Knoten im Gesäugekomplex)
  • viral
    • Schweinepest
      • Zyanosen der Haut, multifokale Hyperämie und Hämorrhagien
    • Schweinepocken, PDNS (Porcines Dermatitis und Nephropathie Syndrom
      • meist durch PCV2
      • -> Petechien / Ekchymosen v.a. im Perianalbereich, Blässe
  • alimentär
    • Parakeratose
      • mangelhafte Verhornung durch Zinkmangel
      • > klebrige, panzerartig eintrocknende Borken, v.a. Gliedmaßen + Juckreiz
  • angeboren
    • Pityriasis rosea
      • konfluierende, rötliche Flecken
      • v.a. im Bauchbereich
      • > nicht infektiös

032 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion/Palpation der Körperdecke - Körperöffnungen (Allgemein und Speziell)

032 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion/Palpation der Körperdecke - Körperöffnungen (Allgemein und Speziell)

  • Nasenausfluss (serös, seromukös, purulent)
  • Augenausfluss (medialer Augenwinkel, Sekretspuren, Sekretrinnen), Konjunktivitis
  • asymmetrische („schiefe“) Nase -> Progressive Rhinitis atrophicans
  • Lidödem (E. coli)
  • • Aphthen (Klauensaum, Ballen, Zitzen der Sau) -> Hinweis auf MKS
  • Mund
    • Erbrechen
      • beim Schock bei Sauen; blutiges Erbrechen beim Magengeschwür
    • Schäumen
      • Herz-Kreislauf-Schwäche
    • Speicheln
      • zentralnervöse Erkrankung, z.B. Aujeszkysche Krankheit
  • Vulva
    • Ausfluss (serös, seromukös, purulent)
    • Harngriess
    • Blut
  • Anus
    • kotverschmiert
    • Farbe des Kots
    • Blutbeimengungen

033 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion/Palpation der Körperdecke - Palpation

033 - Einzeltieruntersuchung

Adspektion/Palpation der Körperdecke - Palpation

  • -> auf die 5 Kardinalsymptome der Entzündung achten
  • Hauttemperatur (Entzündung, Hyperthermie, Wärmeregulation)
  • Elastizität
  • Juckreiz (Pruritus)
  • Schwellungen
    • Eindrückbarkeit (Ödem)
    • Knistern (Emphysem)
    • Fluktuation > Flüssigkeit (Abszess, Hämatom, vermehrte Gelenksflüssigkeit)
    • Schmerzhaftigkeit

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