FHNW 2. Semester


S. Ö.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Identifikation und Bewältigung von Projektrisiken, mit Fokus auf Softwareprojekte. Sie beleuchten Beispiele für Risiken wie fehlende Dokumentation, mangelnde Qualifikation der Projektmitarbeiter und die Unterschätzung der Komplexität. Die Karteikarten erklären Methoden zur Risikoanalyse und -bewältigung, sowie die Bedeutung von Richtlinien und Methoden für den Projekterfolg. Projektmanager und IT-Fachleute profitieren von diesen Lernkarten, um Risiken frühzeitig zu erkennen und effektiv zu managen.
Karten
13
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Informatik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
30.05.2013 / 13.05.2022

Lernkarten

Definition Projekterfolg

Ein Projekterfolg liegt dann vor, wenn die vom ARbeitgeber gewünschten System-Resultate mit den vorgesehenen Mitteln innerhalb der vorgegebenen Zeit in der geforderten Qualität erreicht werden.

Definition Projektrisiko

Gemäss Lehrer wird unter Projektrisiko die Höhe des Schadens verstanden, den ein Unternehmen erleidet, wenn die Projektziele nicht erreicht werden.

Einflussfaktoren möglicher Risiken

1. Restriktionen ( Umwelt / Technik / IT-Vorgaben)

2. Projektbedingungen ( Zeit / Budget / Projektmngmt )

3. Anwenderbedingungen (soziales Verhalten / Verfügbarkeit)

4. Produktbedingungen ( Modularität  / Komplexität )

5. Firmenbedingungen ( Leitbild / Richtlinien / IT-Umfeld)

6. Entwicklungsbedingungen ( Entw. Basis / Prüfverfahren )

 

1-5 Beispiele für Risiken

1. Die „prometheische“ Selbstüberschätzung
- Ziele viel zu hoch
- verliert frühzeitig die Motivation
- keine klare Rangordnung

2. Man weiss nicht, was man eigentlich will
- Unklarheit der Zielsetzung
- Gefahr, Unvereinbares unter einen Hut bringen zu wollen

3. Unrealistische Leistungszusage in der Vorprojektphase
- Hard Seller von IT-Projekten

4. Unterschätzen der Komplexität der Aufgabenstellung
- Versuch, anschliessend neue Lösungsansätze dem bestehenden Konzept Aufzudrücken

5. Fehlende Normen und Standards für Analyse und Programmierung
- fehlende Kalkulationsunterlagen

6-10 Beispiele für Risiken

6. Mangelnde bzw. fehlende Dokumentation des abzulösenden Systems
-bei Wunsch, in Teilbereichen auf bestehende Aspekte aufzusetzen

7. Ungenügend strukturierte Projektorganisation
- unklare Aufgabenzuweisungen
- uneinheitliche / unklare Ergebnispräsentation

8. Qualifikation der Projektmitarbeiter
- ausreichende Fachkenntnisse werden stillschweigend erwartet
- fachliche Verständnisschwierigkeiten führen zu Vertrauen-/Akzeptanzhürden

9. Die Illusion des Maurerdreisatzes
-Eine Verdoppelung der Projektmitarbeiter führt nicht zu einer Halbierung der Projektlaufzeit.

10. Fehlende Motivation des Projektteams
-einengender Methodenzwang
-lange Laufzeiten beeinträchtigen die Euphorie der Fachpromotoren

11-15 Beispiele für Risiken

11. Mangelnde Standfestigkeit gegenüber dem Erwartungsdruck des Anwenders
-Zusagen zu übertriebenen Erwartungshaltung führen zu Nichteinhaltung des Projekts

12. Diskontinuität in der Projektdetaillierung
- verschiede Projektmitarbeiter können verschiedene Detaillierungsstufen wählen, was zu Diskontinuitäten der Subsysteme führen kann

13. Nichteinfrieren der Projektspezifikation
- oft in Prototyping anzutreffen
- Wege eines Change-Managements sind einzuhalten

14. Nichteinhalten des festgelegten Phasenplans
- Eintritt in eine neue Phase ohne Abschluss (Abnahme des Ergebnisses) der Vorphase

15. Wider den Methodenzwang
- „kreativ“ denkende Programmierer können die vorgegebenen Methoden umgehen
- Methoden werden lieber diskutiert, als angewandt
 

16-20 Beispiele für Risiken

16. Fehlende Software-Werkzeuge
-Tools werden oft zu Unrecht übertrieben kritisiert und abgelehnt

17. Mangelhaftes Datendesign
- das Datendesign wird evtl. mehrere Generationen der Software überdauern

18. Unterschätzen der softwaretechnischen Sicherheitsaspekte
- Fehlen einer nachvollziehbaren Qualitätsscherung

19. Nicht verbindlich festgelegte Abnahmeprozedere
- wiederholtes Problem der Kommunikation zwischen Anwender und Entwickler

20. Fehlender Durchgriff auf die Organisationsentwicklung
-Effizienzsteigerungen bzw. Erweiterungen der Dienstleistungen erfordern Anpassungen in Auf- und Ablauforganisation

Risikoanalyse

- risiken erkannt man nicht automatisch. Sie müssen aktiv identifiziert und diskutiert werden.

- Risikoanalyse muss zu beginn erfolgen. Aber während dem Projektverlauf ist ein Risiko-Review durchzuführen.

Analyse potentieller Probleme (APP)

1. Suche nach potentiellen Problemen

2. Gewichtung der potentiellen Probleme hinsichltich ihrer Eintrittswahrscheinlchkeit und Tragweite

3. Identifikation und Umgehung wahrscheinlicher Ursachen

4. Massnahmen zur Schadensminimierung definieren, falls die Ursachen nicht umgangen werden können.

Projektmanagement kann zum Projekterfolg beitragen

- dedizierte Meeting zu Risikoidentifikation

- erkennbare Risiken bereits im Projektauftrag erwähnen

- korrekte Aufbereitung von Entscheidungsunterlagen

Einfluss vom Projektumfeld

-Auftraggeber

-Sponsoren

-künftige Anwender

Projektmethoden

Vorgehensart

Systemdenken

Richtlinien zur Dokumentation

Projekttools

Softwareinstrumente wie MS-Projekt

e-Collaboration oder Sharepoint

Lernen