Projektmanagement
Vorlesung Projektmanagement, 4. Semester Studiengang Wirtschaftsinformatik
Vorlesung Projektmanagement, 4. Semester Studiengang Wirtschaftsinformatik
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Flashcards
Was ist ein Projekt? - Definition
Ein Projekt ist ein Vorhaben, das im Wesentlichen durch Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist, wie z.B.:
- Zielvorgabe
- zeitliche, personelle oder andere Begrenzungen
- projektspezifische Organisation
Wodurch unterscheiden sich Tagesgeschäft, Sonderaufgaben und Projekte in Ihren Kriterien ?
Projekt Kriterium: Neuartig, einmalig.
Bedeutung für die Projektpraxis ?
- gute Vorbereitung notwendig. Das verlangt ausreichend Zeit für Auftragsklärung, Planung und Aufstellen der Projektorganisation.
- Nicht alle Risiken sind vorhersehbar, Etablieren von Risikiomanagement ist von hoher Bedeutung.
- Verschiedene Interessengruppen sind berücksichtigt worden, d.h. Stakeholder-Management ist erforderlich
Projekt Kriterium: Zielvorgabe
Bedeutung für die Projektpraxis?
- Ein schriftlicher Projektauftrag liegt vor, sobald die Zielsetzung verbindlich und eindeutig beschrieben ist.
- Vereinbarung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer nötig
Projekt Kriterium: Zeitlich, finanziel und personell begrenzt
Bedeutung für die Projektpraxis?
- definierten Projektstart und definiertes Projektende mit Projektplanung
- Projektbudget und des Verfügbarkeit ist verhandelt worden
- Personelle Ressourcen sind geplant und Verfügbarkeit gesichert
Projekt Kriterium: Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben
Bedeutung für die Projektpraxis?
- Nicht-Ziele definiert um Projektumfang zu klären
- Interpretationsspielräume werden eingeschränkt
- Doppelarbeit vermieden
Projekt Kriterium: Organisation
Bedeutung für die Projektpraxis?
- Defintion Auftraggeber und Auftragnehmer
- Rollen im Projekt sind beschrieben
- Beteiligten im Projekt kennen ihre Rollen
- Wichtigsten Prozesse für die Zusammenarbeit sind definiert
Projekt Kriterium: Komplexe Aufgabenstellung
Bedeutung für die Projektpraxis?
- Unterschiedliche Fachkompetenzen und Erfahrungen werden benötigt
- Teamarbeit erforderlich
- Projektplanung stellt Umfang dar und löst Komplexität auf
Projekt Klassifikation Teil 1
Leitfragen zur Einordnung von Projekten in Dimension und Projektart
- Welche Stellung hat der Auftraggeber (intern/extern)?
- Welchen Beitrag leistet das Projekt bspw. zu Profilierung/Positionierung des Unternehmens?
- Was ist Inhalt bzw. Gegenstand des Projekts?
- Wie bekannt ist der Zweck bzw. die Anwendung und wie bekannt sind die Mittel bzw. Technologien?
- Wie hoch ist die sozial-kommunikative/fachlich-inhaltliche Kompelxität?
Projekt Klassifikation Teil 2
Leitfragen zur Einordnung von Projekten in Dimensionen und -arten
- Welche Befugnisse hat der Projektleiter?
- Wie wird das Projekt gesteuert?
- Woher kommen u.a. Auftraggeber, Projektmitarbeiter und Subcontractors? In welchem Projektumfeld wird das Projekt realisiert?
- Wieviele Mitarbeiter arbeiten im Projekt? Wie hoch ist der Entwicklungsaufwand? Wie lange dauert das Projekt? Wie hoch ist das Projektbudet?
- In welcher Rolle tritt das Projekt gegenüber anderen Beteiligten auf?
Defintion Projektmanagement.
Gesamtheit von Führungs-
- aufgaben
- organisation
- techniken
- mitteln
für die Initialisierung, Definition, Planung, Steuerung und den Abschluss von Projekten.
Defintion Multiprojektmanagement
Multiprojektmanagement ist die übergreifende Planung, Überwachung, Koordination und Steuerung mehrerer Projekte einer Organsiationseinheit
Sobald mehrere Projekte in einer Organisationseinheit gleichzeitig durchgeführt werden, hat dessen Leitung die Aufgabe des Multiprojektmanagements.
Mögliche Aufgaben:
- Abstimmung der Projekte mit projektübergreifenden Managementaufgaben (z.B. Qualitätsmanagement)
- Lösung von Ressourcenkonflikten
- Koordination von Abhängigkeiten
- Identifizierung von Synergieeffekten (Faktoren die sich gegenseitig fördern)
Definition Portfolio-Management
- Verbindung zur Linienorganisation
- entscheidet über Lebenszyklus von Produkten, Dienstleistungen und Investitionsgütern welche den Geschäftsprozess beeinflussen
Das Portfolio-Management ist eine permanente Aufgabe, die die Gesamtheit von Führungsaufgaben, -organisation, -techniken und –mitteln für die übergreifende Planung und Steuerung von Projektportfolios einer Organisation oder eines Teils der Organisation umfasst.
Zu den Methoden des Portfoliomanagements gehören die Zusammenstellung, Strukturierung und Kennzahlenbestimmung von Portfolios, die Bewertung und Priorisierung der Investitionen sowie die Simulation möglicher Portfolios.
Defintion Programm-Management
Instrument zur Durchführung strategischer Änderungen.
zeitlich befristete Managementaufgabe, welche die gestaltende Planung, übergreifende Leitung und Controlling einer definierten Menge zusammengehöriger Projekte umfasst, die einem gemeinsamen, übergreifenden Ziel dienen.
Projekterfolg vs. Projektmanagementerfolg
Projekterfolg:
- Erfüllung vereinbarter Leistungen in angeforderter Qualität und Quantität, im Rahmen des finanziellen und terminlichen Rahmens
- Stakeholder, Auftraggeber, Kunden, Projektmitarbeiter mit den Ergebnissen zufrieden sein
Projektmanagementerfolg:
- effektive und effiziente Einsatz von Methoden und Instrumenten des Projektmanagements
- die erforderlichen Projektmanagement Aktivitäten müssen definiert und umgesetzt werden
Anwendung von Projektmanagement - Aufbau - Ablauf
1. Definition (grobe Überlegung)
- Projektidee
- Ressourcenzuteilung
- Umfeldanalyse
2. Planung
- detaillierte Anforderungen
- Kostenplan
- Terminplanung
3. Steuerung (Das eigentliche Projekt/ Vorgehen)
- Sofortmaßnahmen
- Analyse-Abweichungen
- Dokumentation
4. Abschluss
- Analyse des Geschehens
- Entlastung Projektorganisation
- Endvergleich
Kritische Fehler im Projektmanagement
- Die Ausgangssituation wird ungenügend analysiert
- Ziele sind unklar definiert
- "Lieblingslösungen" statt objektiver Suche nach Alternativen
- Verantwortlichkeiten nicht vollständig abgestimmt
- Qualifiziertes Personal und Arbeitsmittel fehlen
- Fehlender oder nicht kompetenter Auftraggeber
- Probleme ignorieren oder aussitzen
- Risiken werden unterschätzt
- Improvisation statt systematischer Organisation
- Fehler aus alten Projekten wiederholen
Definition Projektziel
Gesamtheit von Einzelzielen die durch das Projekt erreicht werden.
Zieldefiniton:
- quantitative und qualitative Festlegung des Projektinhalts und der einzuhaltenden Realisierungsbedingungen
Das magische Dreieck:
Leistung
Kosten Zeit
Die drei Parameter konkurrieren während des gesamten Projektverlaufs untereinander.
Anforderungen an Projektziele
Das SMART - Prinzip
Spezifisch
- Ziele müssen eindeutig definiert sein
Messbar
- Ziele müssen messbar sein
Akezeptiert
- Ziele müssen vom Empfänger akzeptiert werden
Realisierbar
- Ziele müssen erreichbar sein
Terminierbar
- bis wann das Ziel erreicht sein muss
Das richtige Ziel (lösungsneutral):
S specific
M measurable
A accepted
R realistic
T timely
P positively stated
U understood
R relevant
E ethical
C challenging
L legal
E environmentally sound
A agreed
R recorded
Funktionen von Zielen im Projektmanagement
- Kontrollfunktion
- Orientierungsfunktion
- Verbindungsfunktion (Wir Gefühl)
- Selektionsfunktion (Unterstützung bei Entscheidungsfindung)
Gruppen von Zielen
Ergebnisziele (die erwarteten Ergebnisse eines Projektes)
- Finanzziele (Rentabilität)
- Leistungsziele (Qualität)
- Sozialziele (Zufriedenheit)
- Ökologische Ziele (Rohstoffziele)
Vorgehensziele (Ziele für Projektprozesse, Vorgehensweise im Projektverlauf)
- Projektrahmenziele (Dauer)
- Projektdurchführungsziele (Organisation)
Systemanalyse
Die Systemanalyse hilft bei der Analyse des Gesatltungsspielraums des Projektes.
Mögliche Dimensionen:
- Organisation
- Produkte
- Prozesse
- geographisch
- IT-Systeme
Häufig als BubbleChart dargestellt.
Defintion Projektauftrag
Der Projektauftrag zur Durchführung eines Projekts oder einer Phase, der mindestens folgende Punkte enthält: Zielsetzung, erwartete Ergebnisse, Randbedingungen, Verantwortlichkeiten, geplante Ressourcen, übereinstimmende Willensbekundungen des Auftraggebers und des Projektverantwortlichen.
Defintion Projektinhalt
Projektinhalt ist die Gesamtheit der Produkte und Dienstleistungen, die durch die Aufgabenstellung eines Projekts als Ergebnis am Ende vorliegen müssen.
Der Projektinhalt wird in der Leistungsbeschreibung festgelegt.
Bei der Leistungsbeschreibung sind zwei verschiedene Aspekte zu unterscheiden:
- Der Leistungsumfang (Technische und funktionale Anforderungen, Nutzerumgebung)
- Die Lieferobjekte (Produkt-Bestandteile, Produkt-Dokumentation)
Definiton Lasten und Pflichtenheft
Ein Lastenheft ist die vom Auftraggeber festgelegte Gesamtheit der Forderungen an die Lieferungen und Leistungen eines Auftragnehmers innerhalb eines Projektauftrags.
Ein Pflichtenheft ist das vom Auftragnehmer erarbeitete Realisierungsvorgaben auf der Basis des vom Auftraggeber vorgegebenen Lastenheftes.
Stakeholder Analyse
Eine systematische Stakeholderanalyse umfasst folgende Schritte:
1. Identifizieren
2. Infos sammeln
- Erwartungen + Befürchtungen
- subjektive Sichtweisen
3. Bewerten / Gewichten
4. Aktionsplanung
- partizipativ / diskursiv / repressiv / restriktiv
5. Einplanung ins Projekt
- Projektkommunikation
- Phasenmodell, Vorprojekt ...
6. Monitoring
Risiko Management
Risiken sind mögliche ungeplante Ereignisse oder Situationen mit negativen Auswirkungen auf das Projektergebnis. Es gibt kein Projekt ohne Risiken. Risikio Managemnt ist ein dynamischer Prozess vom Projektstart bis zum Projektende.
Risikien werden durch zwei Eigenschaften determiniert:
- Eintrittswahrscheinlichkeit (gering / eher gering / eher hoch / hoch)
- Tragweite (gering / eher gering / eher hoch / hoch)
Risikobewertung/ Risikomaßnahmen
Dabei werden die Auswirkungen auf die Erfolgsfaktoren eines Projektes auf das Ergebnis, die Termine und die Kosten dargestellt.
Mögliche Maßnahmen:
- Präventiv Maßnahmen, welche die Wahrscheinlichkeit des Eintretens vermindern sollen
- Korrektiv Maßnahmen, welche die Tragweite beim Eintreten mindern sollen
Projektorganisation
Projektkoordination / Einflussprojektorganisation:
- Der Projektverantwortliche übernimmt Berichterstattung / Koordination und unterbreitet Lösungsvorschläge in Zusammenarbeit mit den zuständigen Linienstellen. Projektentscheidungen trifft der Vorgesetzte. Verankerung im Organigramm oft als Stabstelle (z.B. als Assistenz der Geschäftsführung): keine Personalverantwortung und keine Weisungsbefugnis.
- Stabstelle unter Unternehmensleitung
Autonomes Projekt:
- sind temporäre Organisationseinheiten. Fach-, Prozess-, Finanz- und Personalverantwortung liegen beim Projektleiter.
- Es kommen dazu Projektleitung und darunter die Mitarbeiter
Matrixorganisation:
- Die Prozessverantwortung („richtiger Ablauf“) liegt bei der Projektleitung, die Fachverantwortung verbleibt bei den Fachvorgesetzten. Mitarbeiter aus Fachabteilungen sind temporär und zu einem gewissen Prozentsatz dem Team zugeordnet.
- Es kommen dazu Lenkungsausschuss und Projektleitung
Rollen im Projekt
Der Projektleiter...
...gestaltet den Projektablauf, steuert die Aktivitäten, pflegt sein Team und vertritt die Projektarbeit gegenüber anderen (Leitung und Steuerung).
Der Teilprojektleiter...
...Übernimmt für einen Teilaufgabenbereich die Verantwortung. Welche Aufgaben/Kompetenzen etc. vom PL auf den TPL übertragen werden, ist frei definierbar.
Der Projektmitarbeiter...
...wird aus der Fachabteilung entsandt, erledigt die übernommenen Arbeitspakete, vertritt seine Fachabteilung und koordiniert sich mit den Teamkollegen (Ausführung).
Der Projektauftraggeber...
...verantwortet den Sinn des Projektes und den Einsatz der Ressourcen bzw. die Kosten, schlichtet im Streitfall (Initiierung und Lenkung).
Gremien im Projekt
Das Entscheidungsgremium (fallweise: Lenkungsausschuss)...
...ist ein Zusammenschluss verschiedenster Linien- und Projektfunktionen (z.B. Geschäftsführung, Abteilungsleiter, Projektleiter), um besonders weittragende und projektübergreifende Entscheidungen zu treffen.
Das Review-Board / Review-Team...
...ist ein Zusammenschluss verschiedenster Linien- und Projektfunktionen (z.B. Team/Gruppenleiter, Abteilungsleiter), um die Zwischenergebnisse (Lieferobjekte) zu inhaltlich zu prüfen.
Das Projektoffice..
...ist eine Team zur Unterstützung der Projektleitung bei den administrativen Aufgaben.
Prozessorganisation
- definiert die Vorgehnsweise zur Erzeugung der Projektergebnisse
- unterstüzt bei der Strukturierung und Unterteilung der Aktivitäten im Projekt
Prozessbegriffe
Phase:
- Entwicklungsstufe eines Projekts, ergibt sich aus der Unterteilung des Projekts in Projektabschnitte
Aktivität/Arbeitspaket:
- Ergibt sich aus der Zerlegung der Entwicklungsaufgabe in kleinere Pakete
Meilenstein:
- Ausgezeichneter Zeitpunkt im Projektablauf, zu dem vordefinierte Arbeitsergebnisse vorliegen müssen
Phasenmodell
Vorteile:
- mehr Überblick
- Gute Standortbestimmung
- Leichter Planungseinstieg
- Verkraftbare Zeitspanne
- Motivation: man erkennt bereits Geleistetes
- die Kommunikation mit dem Umfeld wird unterstützt
- Standardisierung wird erleichtert
- Orientierung am Vorgehensmodell bzw. Zusammenfassung mehrere VGMs
Start - Phase 1 - Meilenstein - Phase 2 - Meilenstein - Ende
Innerhalb von Phase 1 und 2 jeweils mit mehreren Aktivitäten (1.1, 1.2, ...)
Wasserfallmodell
Ein sequenzielles Vorgehensmodell, das die Entwicklung anhand aufeinanderfolgender Phasen organisiert.
- Anforderungen
- Entwurf
- Implementation
- Überprüfung
- Wartung
Es gibt Rückkoplungen zu den benachbarten Phasen.
Vergleich sequentiell zu iterativ-inkrementellen Vorgehensmodellen
Die Entscheidung, ob ein sequentielles oder iterativ/inkrementelles Vorgehen für ein konkretes Projekt das bessere ist, ist von verschiedenen Einflussfaktoren abhängig.
Die wichtigsten Entscheidungskriterien sind dabei die…
- technische Komplexität
- Komplexität der Anforderungen
- Höhe des Projektaufwands
Alle drei Faktoren wirken direkt auf die Projektrisiken. Je höher die o.g. Faktoren und damit die Risiken bewertet werden, umso eher ist die Entscheidung zu Gunsten des iterativ/inkrementellen Vorgehens zu fällen.
Sequentielle Vorgehen = Wasserfallmodell (Phase für Phase abgearbeitet)
Probleme sequentielles Vorgehen
- Anforderungen müssen sehr früh im Detail lim Projekt vorhanden sein
- Probleme im Laufe des Projektes können nur schwer berücksichtigt werden
- Projektfortschritt sehr vage
Vermeidung der Probleme des sequentiellen Vorgehens durch iterativ-inkrementelles Vorgehen
- Einteilung der umzusetztenden Funktionalitäten in kleine Ausbaustufen
- Umsetzung der Stufen in Iterationen
- frühzeitige und regelmäßige Tests
Es ist ein Kreislauf, der wie folgt aufgebaut sein kann:
- Anforderungen definieren
- Testszenarien definieren
- Design (Lösung konzipieren)
- Implementierung (Lösung entwickeln)
- Test (Erfolg messen)
- Plannung aktualisieren (und wieder bei 1. anfangen)
In jedem Durchlauf finden alle wichtigen Schritte erneut statt.