Produktionstechnik I Vorlesung 6/7
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Flashcards
In welche Bereiche gliedert sich die Arbeitsvorbereitung?
Arbeitsplanung
- Methodenplanung, Investitionsplanung, Materialplanung
- Kostenplanung, Planungsvorbereitung, Qualitätssicherung
- Fertigungsplanerstellung, Betriebsmittelplanung, NC-Planung,
- Stücklistenverarbeitung
Arbeitssteuerung
- Kernaufgaben: Produktionsprogrammplanung, Produktionsbedarfsplanung, Eigenfertigungsplanung und –steuerung, Fremdbezugsplanung und –steuerung
- Querschnittsaufgaben: Auftragskoordination, Lagerwesen, PPS-Controlling
Welche Planungsmethoden gibt es für die Arbeitsplanerstellung? Wann werden diese angewendet? Welches Planungsprinzip basiert auf der jeweiligen Methode?
- Neuplanung
- Wann: Neuerstellung
- Prinzip: Generieringsprinzip
- Ähnlichkeitsplanung
- Wann: Neuerstellung
- Prinzip: Ähnlichkeitsprinzip
- Variantenplanung
- Wann: Neuerstellung
- Prinzip: Variantenprinzip
- Änderungsplanung
- Wann: Ändern
- Prinzip: Ähnlichkeitsprinzip/Variantenprinzip
- Wiederholplanung
- Wann: Wiederholen
- Prinzip: Generieringsprinzip/Ähnlichkeitsprinzip/Variantenprinzip
Welche Ziele werden mit der Einführung von Arbeitsplanungssystemen verfolgt?
- Planungsdaten
- Gewährleistung der Datenqualität
- Sicherstellung der Datenkonsistenz
- Planungsergebnisse
- Verbesserung der Planungsqualität
- Ermittlung reproduzierbarer Vorgabezeiten
- Planungstätigkeiten
- Rationalisierung der Arbeitsplanerstellung
- Verringerung der Durchlaufzeiten in der AV
- Sicherung des Planungswissens
- Erhöhung der Flexibilität
Was sind die wesentlichen Kenngrößen bei der Gestaltung von Arbeitsplanungssystemen?
- Planungsmethode
- Planungsfunktionen
- Bearbeitungsverfahren
- Teilespektrum
- Automatisierungsgrad
- Beschreibung der Bearbeitungsaufgabe
Welche Informationen sind für ein Arbeitsplanungssystem erforderlich?
- Produktmodell
- Prozessmodell
- Betriebsmittelmodell
Nennen Sie die Bestandteile der Arbeitsablaufplanung
- Kostenplaung/Kalkulation
- Planung von Fertigung und Montage
- Prüfplanung
- Fertigungs und Prüfmittelplanung
Was sind Betriebsmittel und wie lassen sich diese einteilen?
Betriebsmittel sind nach VDI-Richtline 2815 „Anlagen, Geräte und Einrichtungen, die zur betrieblichen Leistungserstellung dienen“.
Einteilung:
- Ver- und Endsorgungsanlagen
- Fertigungsmittel
- Mess- und Prüfmittel
- Fördermittel
- Lagermittel
- Mittel der Organisation
- Innenausstattung
- sonstige Hilfsmittel
Die Planung welcher Betriebsmittel (VDI‐Richtlinie 2815) erfolgt innerhalb der Arbeitsablaufplanung? Definieren Sie diese und nennen Sie je drei Beispiele!
1. Fertigungsmittel
Mittel zur direkten oder indirekten Form-, Substanz- oder Fertigungszustandsänderung mechanischer bzw. chemisch-physikalischer Art.
Beispiele :Werkzeugmaschinen, Werkzeuge, Vorrichtungen und Formwerkzeuge
2. Mess- und Prüfmittel
Mittel, die bei der Durchführung von Fertigungsaufgaben zum Prüfen von Maßhaltigkeit, Funktion, Beschaffenheit und besonderen Eigenschaften dienen.
Beispiele: Koordinatenmessanlagen, Mess- und Prüfautomaten, Messschieber und Fühlerlehre
Was sind Werkzeuge und wie lassen sich diese gliedern bzw. klassifizieren?
Werkzeuge sind Fertigungsmittel, die unmittelbar auf ein Material einwirken, zur Form- oder Substanzveränderung mechanischer oder physikalisch-chemischer Art.
Gliederung nach unterschiedlichen Kriterien möglich:
- Fertigungsverfahren (Beispiel: DIN 8580)
- Bauformen
- Konstruktionsmerkmale
Was sind Vorrichtungen? Nennen Sie Funktionen von Vorrichtungen!
Vorrichtungen sind Fertigungsmittel, welche die Lage eines Materials zum Werkzeug bestimmen und bis zur Beendigung der Bearbeitung sichern.
Funktionen: Werkstück bzw. Werkzeug
- aufnehmen
- führen
- positionieren
- steuern
Gliedern Sie Vorrichtungen nach Ausführungsformen und nennen Sie signifikante Merkmale der Ausführungsformen!
1. Standardvorrichtung
- unabhängig von der Aufgabenstellung
- festgelegter Anwendungsbereich
- keine Eigenfertigung
2. Baukastenvorrichtung
- Aufbau aus standardisierten Bauelementen
- vollständige Demontage nach dem Einsatz
- keine Fertigung
3. Spezialvorrichtung
- an bestimmte Aufgabenstellung angepasst
- begrenzte Möglichkeiten der Zerlegung
- Herstellung einschließlich Konstruktion, Fertigung und Montage
Welche Planungsaufgaben umfasst die Prüfmittelplanung?
Planung
- der Verwendung
- der Eigenschaften
- der Anforderungen
- der Spezifikation und
- des Einsatzfeldes
von Prüfmitteln als Teil der Fertigungsplanung sowie deren Beschaffung bzw. Fertigung.
Welche Aufgaben haben Geometrieprozessor, NC‐Prozessor, Preprozessor und Postprozessor in grafisch‐interaktiven NC‐Programmiersystemen?
- Geometrieprozessor: setzt eine CAD-systemspezifische Modelldarstellung in ein standardisiertes Datenaustauschformat um
- NC-Prozessor: wandelt die Beschreibungen des Datenaustauschformates in die systemspezifische Darstellung des NC-Programmiersystems um.
- Preprozessor: generiert maschinenunabhängige Daten, mit Hilfe von Programmbausteinen zur Verarbeitung geometrischer und technologischer Daten
- Postprozessor: passt das maschinenneutrale Format an die Erfordernisse einer bestimmten Werkzeugmaschine an
Nennen Sie Merkmale der werkstattorientierten Programmierung (WOP)?
- An den spanenden Fertigungsverfahren orientierte Programmiermethode mit einheitlichen Dialogen
- Graphisch-interaktive Eingabe ohne Kenntnis einer Programmiersprache
- Graphische Simulation des Bearbeitungsprozesses
- Optimierung / Änderung von Programmen in gleicher Methode wie Neuprogammierung
- Einheitliches System für Werkstatt und Arbeitsvorbereitung
- Modul zur Verwaltung und Übertragung von Daten (Werkzeuge, Spannmittel, Programme)
- Wirkungsvollerer Einsatz des Facharbeiters als bei numerisch gesteuerten Fertigungseinrichtungen
Nennen Sie Vor‐ und Nachteile der manuellen und der maschinellen Programmierverfahren für Industrieroboter!
Manuelle Programmierverfahren (Playback oder Teach-In)
Vorteile:
- leicht erlernbar, geringere Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Rechners
Nachteile:
- großer Speicherplatzbedarf beim Playback-V erfahren, schlechte Korrekturmöglichkeiten, schlechte Dokumentation, direkte Programmierung, damit erhöhte Kosten durch Stillsetzen der Anlage
Maschinelle Programmierverfahren (Programmieren mit Programmiersprachen)
Vorteile:
- gute Dokumentation, relativ einfache Beschreibung komplexer logischer Abläufe, einfache Korrekturmöglichkeiten, maschinenferne (indirekte) Programmierung
Nachteile:
- Vorkentnisse sind nötig, höhere Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Rechners
Erläutern Sie die Vorgehensweise bei der ressourcenorientierten Prozesskostenrechnung und beschreiben Sie die einzelnen Schritte!
Beschreibung alternativer Prozessketten
- Ermitteln der Prozessketten der zur Auswahl stehenden alternativen Verfahren. Neben dem eigentlichen Herstellungsprozess sind auch die vor- und nachgelagerten Prozesse zu berücksichtigen. Identifizieren jener Prozesse, deren Kosten durch die Verfahrensentscheidung beeinflusst werden.
Ermittlung produkt- und verfahrensspezifischer Kostentreiber
- Bestimmen der Kostentreiber für jeden der identifizierten Prozesse.Dabei handelt es sich um technisch-organisatorische Produktparameter (z.B. Toleranzen, Oberflächengüte) oder um verfahrensspezifische Parameter (z.B. Schnitt- oder Vorschubgeschwindigkeit)
Ermittlung der ressourcenspezifischen Prozesskosten
- Herleiten des funktionellen Zusammenhangs zwischen Kostentreiber und Ressourcenverzehr (z.B. Maschinennutzungszeit = Fräserweg / Vorschubgeschwindigkeit). Ermitteln der Kostenfunktion (Kostensatz) für jede genutzte Ressource (z.B. Personal, Betriebsmittel, EDV) aus den angefallenen Kosten früherer Abrechnungsperioden. Zu beachten ist, dass nur diejenigen Kostenarten Berücksichtigung finden, die durch die Verfahrensentscheidung beeinflusst werden (bspw. keine kalkulatorischen Abschreibungen)
Kostenvergleich
- Vergleichen der Summe der ermittelten Prozesskosten der alternativenProzessketten
Definieren Sie den Begriff „Arbeitsplanung“!
Welche Maßnahmen umfasst die Arbeitsplanung?
Arbeitsplanung umfasst alle einmalig auftretenden Planungmaßnahmen, wie die fertigungs- und ablaufgerechte Gestaltung der Arbeitsgegenstände und Betriebsmittel, die Festlegung der Arbeitsverfahren, -methoden und –bedingungen sowie die Bereitstellung der Menschen und Betriebsmittel unter ständiger Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit.
Was sind die Inhalte der Planungsvorbereitung?
1. konstruktionsorientierte Aufgabengebiete.
direke Maßnahmen:
- Kontrolle der Konstruktionsergebnisse
- Anstoßen konstruktiver Änderungen
präventive Maßnahmen
- Konstruktionsberatung
- Ausarbeitung von Konstruktionsempfehlungen
2. Arbeitsplanungsorientierte Aufgabengebiete
- Bereitstellen der erforderlichen Eingangsinformationen
- Suche nach ähnlichen Teilen und Wiederholteilen
- erste Planungstätigkeiten, wie Auswahl des Rohmaterials
- Auslösung der Betriebsmittelkonstruktion und -planung
- grundlegende Entscheidungen
Was sind die wichtigsten Aufgaben der Arbeítsplanerstellung?
- Rohteilbestimmung
- Fertigungsverfahrenauswahl
- Prozessfolgeermittlung
- Maschinenauswahl
- Auswahl von Vorrichtungen und Werkzeugen
- Vorgabezeitermittlung
Ordnen Sie die Arbeitsvorbereitung in die betriebliche Struktur ein und nennen Sie die Aufgaben innerhalb der Arbeitsvorbereitung!
- Bindeglied zwischen Konstruktion und Fertigung
- Arbeitsplanung und Arbeitssteuerung
Welche grundlegenden Informationen sind für die Arbeitsplanerstellung erforderlich?
- Stücklisten mit Mengenangaben
- Konstruktionszeichnung
- Information über zur Verfügung stehende Arbeitsplätze und Fertigungsverfahren
Definieren Sie den Begriff „Fertigen“ nach DIN 8580!
Fertigen ist das schrittweise Verändern der Form und / oder der Stoffeigenschaften eines Körpers oder Stoffes, so dass dieser von einem Rohzustand in einen Fertigzustand überführt wird. Die einzelnen Schritte zum Fertigzustand werden als Arbeitsvorgang bzw. Fertigungsschritt bezeichnet.
Nennen Sie die Klassifikationsmöglichkeiten von Bauteilen. Nennen Sie für jeden Klasse jeweils zwei Beispiele!
- Fertigungszustand
- Rohteile, Fertigteile
- Größe
- Großteile, Kleinteile
- Räumliche Gestalt
- Rotationsteile, Flachteile
- Fertigungstechnisches Verfahren
- Gussteile, Sinterteile, Massivteile
- Nach Art und Umfang der vorhandenen Fertigungsunterlagen
- Ähnlichkeitsteile,Wiederholteile
Warum werden Strukturstücklisten in eine Produkstruktur nach Dispositionsstufen überführt?
Dies dient dazu, aus dem bekannten Bedarf an einem übergeordneten Teil den Bedarf an einem untergeordneten Teil zu berechnen. So können die Bedarfe pro Teil unabhängig von ihrer Fertigungsstufe gemeinsam disponiert werden.
Welche Kriterien sind bei der Bestimmung der erforderlichen Rohteile zu beachten?
- Technologische Kriterien (Werkstoff, Gestalt, Oberfläche)
- Wirtschaftliche Kriterien (Beschaffungskosten, Bearbeitungskosten)
- Zeitliche Kriterien (Beschaffungszeit)
Nennen Sie die Einflußgrößen bei der Maschinenauswahl! Geben Sie je ein Beispiel an.
- Werkstückdaten (Werkstoff, max. Abmessungen)
- Maschinendaten (Leistung, Abmessungen des Arbeitsraums)
- Aktuelle Prozessfolge (Vorgänger/Nachfolgerprozess, technologische Zwangsfolge)
- Auftragsdaten (Losgröße, Optimierungskriterium)
Welche Möglichkeiten bestehen zur Planung der Vorgabezeiten?
- Schätzen
- Zeitaufnahmen nach Methoden von REFA
- Berechnung mittels Formeln
- Multimomentverfahren
Was sind die Inhalte der Operationsplanung?
- Spannmittelplanung
- Operationsbestimmung
- Werkzeugbestimmung
- Schnittstrategiebestimmung
- Optimierung der Schnittwerte
- Optimierung der Operationsreihenfolge
Was wird im Prüfplan festgelegt?
Der Prüfplan legt fest, welches Bauteil, zu welchem Zeitpunkt mit welchem Prüfgerät auf welche Weise zu prüfen ist.