Produktionslogistik

Fragen zum Thema Produktionslogistik

Fragen zum Thema Produktionslogistik


Chris Baier
Diese Lernkarten behandeln die Planung und Bewertung von Logistik-, Materialfluss- und Fördermittelsystemen auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Kriterien wie Kosten, Flexibilität, Informationsfluss und Systemvergleiche, wobei Methoden wie Nutzwertanalyse und Kostenvergleichsrechnung im Mittelpunkt stehen. Besonders hilfreich sind sie für Studierende und Fachkräfte, die fundierte Entscheidungen in der Produktionslogistik treffen müssen.
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Langue
Allemand
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
30.01.2014 / 28.11.2020

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Welche 2 Arten von Fördermitteln gibt es?

- Stetigförderer (Förderband)

- Unstetigförderer (Gabelstapler)

Welche 4 Phasen durchlaufen Unstetigförderer?

- Lastaufnahme

- Lastfahrt

- Lastabgabe

- Leerfahrt

Wie wird Logistik definiert?

  • Logistik ist die wissenschaftliche Lehre von Planung, Gestaltung, Ausführung, Steuerung und Kontrolle der Material- und Informationsflüsse in Systemen und basiert auf Technik, Informatik und BWL/VWL

Was sind die 7-R der Logistik?

- die richtige Menge

- die richtigen Objekte

- am richtigen Ort

- zum richtigen Zeitpunkt

- mit den richtigen Informationen

- in der richtigen Qualität

- zu den richtigen (minimalen) Kosten

Welche ausgeführten (operativen) Funktionen sind bei der Logistik zu unterscheiden?

  1. Material- und Güterfluss

o   Fördern / Transportieren

  1. Umschlagen
  2. Lagern
  3. Kommissionieren
  4. Verpacken
  5. Handhaben
  1. Daten- und Informationsfluss

o   Erfassen

o   Übertragen

o   Verarbeiten

o   Speichern

o   Ausgeben

  1. Führungsfunktionen

o   Planen

o   Gestalten

o   Bewerten

o   Entscheiden

o   Kontrollieren

Überwachen

Nennen Sie Gestaltungsaspekte (Organisationsaspekte) zum Logistik-Management!

JIT (just-in-time)

JIS (just-in-sequence)

LP (Lean Production)

KVP (kontinuierlicher Verbesserungsprozess)

TQM (Total Quality Management)

Reengineering

SCM (Supply Chain Management)

FIFO (first in-first out)

TPS (Toyota Production System)

One Piece Flow

Null-Fehler-Strategie

Pull-Prinzip (verbrauchende Stelle „zieht” benötigtes Material nach)

(Gegenteil: Push-Prinzip)

Was sind die 3 Wettbewerbsfaktoren?

- Preis

- Termin

-Qualität

Was gehört zur Logistikleistung?

  • Liefertreue
  • Lieferzeit
  • Lieferfähigkeit
  • Lieferqualität
  • Flexibilität
  • Informationsbereitschaft

Woraus bestehen die Logistikkosten und wie viel können diese vom Preis ausmachen?

  1. Lenkungskosten

(Planen, Steuern, Organisation)

  1. Ausführungskosten

(Transport und Umschlag)

  1. Lagerkosten

(technische Lagersysteme, Lage und Aufenthalt, gewolltes oder ungewolltes Liegen)

  1. Kapitalbindungskosten

(Zinsen)

 

Anteil der Logistikkosten am Einkaufspreis eines Produkts:

·         Untere Grenze: 5–10% bei technischen Präzisionsgeräten

·         Vielfach üblich sind 20-30%

·         Kann bei über 50% liegen

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum hat Logistik heute eine größere Bedeutung als vor 30 oder 50 Jahren?

  • Globalisierung / Öffnung der Märkte

- Zusammenwachsen der Märkte

- Mehr Konkurrenz

  • Konzentrationsprozesse

·         Reduzierung der Anzahl der Unternehmen

·         Reduzierung der Produktionsstandorte

  • Effizientere Transportsysteme
  • Vermehrter Warenaustausch (national wie international)
  • Schnelllebigere Produkte
  • Kurze Lieferzeiten (nur möglich bei kurzen Durchlaufzeiten)
  • Hoher Wohlstand / mehr Kaufkraft

- Produkte mit mehr Logistikaufwand werden gekauft

  • Hohe Variantenvielfalt

 

Was sind die 3 Logistikleitlinien?

  • Fließprinzip
  • Ganzheitliche Betrachtungsweise (Prozesskettenbetrachtung)
  • Markt- und Kundenorientierung

Was sind die für die Realisierung eines Logistiksystems notwendigen 5M?

  1. Material

·         Materialdisposition

·         Materialwirtschaft

  1. Mitarbeiter

·         HR (Human Resources)

  1. Maschinen

·         Automatisierung

·         Förder- und Lagertechnik

  1. Methoden

·         Organisatorische Lösungen (z.B. JIT)

5.      Moneten

·         Kapitalbereitstellung

Welcher Interessenkonflikt ergibt sich bei der Logistik als Managementaufgabe?

Interessenkonflikt besteht daraus dass einerseits hohen Beständen und dadurch schnellen Lieferzeiten konkurrieren mit hohen Lager- und Kapitalbindungskosten. Die Managementaufgabe der Logistik besteht genau darin den Gesamtprozess zu sehen und zu analysieren

Wie setzen sich die Lagerkosten zusammen?

Kapitalbindungskosten                             10%                     vom Wert des gelagerten Gutes

Kosten Lagersystem                                  10-20%                ≙ Lagerkostenfaktor

Lagerkostenfaktor                                     20-30%                Lagerhaltungssatz

Wie wird die Materialflussplanung definiert?

Materialfluss ist die Verkettung aller Vorgänge beim Gewinnen, Be- und Verarbeitung sowie bei der Verteilung von stofflichen Gütern innerhalb festgelegter Bereiche / Systemen.

Womit beschäftigt sich die Materialflussplanung?

·         Innerbetrieblichen Systemen für

·         Transport

·         Lagerung

·         Umschlag

·         Verteilung

·         Handling

·         Außerbetrieblichen Transportsystemen bei

·         Der Beschaffung vom Lieferanten

·         Der Verteilung zum Kunden

Was sind die typischen Betrachtungsbereiche für Logistik- bzw. Materialflussuntersuchungen?

Stufe 1: Externer Bereich (Standortplanung)

Stufe 2: Betriebsinterner Bereich (Werksplanung)

Stufe 3: Gebäudeinterner Bereich (Bereichsplanung)

Stufe 4: Arbeitsplatzinterner Bereich (Arbeitsplatzplanung)

In welche 6 Grundvorgänge lassen sich die Betrachtungsbereiche der Materialflussuntersuchung zerlegen?

  • Produktion/Bearbeitung/Verarbeitung
  • Kontrolle/Prüfen
  • Fördern/Transportieren
  • Handhaben
  • Lagern (geplantes Liegen)
  • Aufenthalt (ungeplantes Liegen)

Was sind die Aufgaben und Ziele von MF-Untersuchungen?

- Neuplanung

- Umplanung

- Erweiterungsplanung

- Verkleinerungsplanung

- Rationalisierungsplanung 

  • Neue Maschinen / Anlagen / Verfahren
  • Änderung von Produktionsmengen

Was ist bei einer Umplanung zu beachten?

  • Lange Durchlaufzeiten
  • Hohe Rüstaufwände
  • Erkennbare Engpässe (mangelnde Ressourcen)
  • Hohe Bestände
  • Änderungen im Produktionsprogramm / neue Produkte
  • Änderung von Randbedingungen
  • Unfälle / Schadenshäufungen
  • Entlastung der menschlichen Arbeitskraft
  • Sicherheitsanforderungen
  • Neue Produktionsanlage
  • Nachfrageänderung (gestiegen / gesunken)
  • Terminprobleme
  • Outsourcing / Insourcing

Was fällt unter die dispositive Entscheidungsebene?

Die Softwarebezogen Steuerung und Organisation.

Was fällt unter die operative Realisierungsebene(Shopfloor)?

Die Hardwarebezogene Steuerung von mechanischer Fördertechnik.

Was sind die Grundsatzfragen bei MF-Untersuchungen?

Warum?

Siehe Anlässe für MF-Untersuchungen

Was ist das geplante Ziel?

Was?

Objekt(e): Art / Eigenschaften

Wohin?

Von wo nach wo?

Bewegung: Weg / Richtung

Wie viel?

Menge

Wann?

Zeitpunkt(e)

Zeitdauer

Häufigkeiten

Wodurch?

Womit?

Förder- / Lager - /Umschlags- / Handhabungs- / Verpackungs- / Lade- / Förderhilfsmittel / Personen

Wie?

Organisation

Methoden

 

Nennen Sie Arten von Materialflussmodellen!

Abstrakt

- mathematische

-analytische

- digitale Simulationen

- Bildlich verbale

 

materielle

- künstliche

- natürliche

Welche MF-Grundstrukturen gibt es?

- linear

- konvergierend (zB Endmontage, Automobilindustrie)

- divergierend (zB Erdölraffinerie)

- zusätzlich noch kombinierte und heterogene Strukturen

Wozu dient die Materialflussrechnung?

Zur Dimensionierung von Förderern, sodass diese die vorgebebene Aufgabe ausführen können.

Was ist bei der Materialflussrechnung im Hinblick auf die Streckenlänge zu beachten?

Bei längeren Strecken ist die Beschleunigungs- und Bremsphase vernachlässigbar.

Die Transportarbeit errechnet sich durch Transportmenge*Transportweg.

Die Transportleistung ist die Transportarbeit/Transportzeit.

Wie funktioniert die Materialflussrechnung für Unstetigförderer?

Arbeitsspiel 4 Schritte

·         Lastaufnahme (aktiv oder passiv)

·         Lastfahrt

·         Lastabgabe (aktiv oder passiv)

·         Leerfahrt

Summe dieser Zeitanteile= Spielzeit Tspiel

 

Spielzeitberechnung:

Analyse des Arbeitsspiels (Ermittlung der einzelnen Bewegungszeiten)

Tspiel = TAufnahme + TAbgabe +2*TFahr A B

Was besagt das Fördern nach dem Blockstreckenprinzip?

Blockstrecke zum Beispiel bei Eisenbahnen (zur Kolisionsprüfung) pro Blockstrecke darf sich nur ein Zug (1 Objekt) aufhalten. Einfahrt nur in frei gewordenen Blockstreckenabschnitt ist zulässig.

Wie ist die Taktzeit definiert?

Taktzeit eines Förderers ist die Zeit zwischen Fahrtfreigabe der vorfahrenden Ladeeinheit bis zur Fahrtfreigabe der nachfolgenden Ladeeinheit

Wodurch wird die LEistungsfähigkeit eines Knotenelements beeinflusst?

1.      Technische Auslegung (Geometrie, Geschwindigkeits- und Beschleunigungswerte)

2.      Organisation des Knotens (Abfertigung-/Steuerstrategie)

3.      Zeitliche Verteilung der Eingangsströme

Was sind die Organisationsprinzipien der Materialbereitstellung?

  • Bring-Prinzip (Push)
    • Die „verbrauchende“ Stelle wird beliefert sobald Vormaterial bereitsteht:= vorherige Stelle bringt Material
    • Vorteil für Lieferant, der Empfänger (Kunde) kann Menge und Zeitpunkt nicht bestimmen
  • Hol-Prinzip (Pull)
    • Die verbrauchende Stelle holt/zieht Vormaterial entsprechend dem eigenen Bedarf
    • Vorteil für Kunde/Empfänger, kann Menge und Zeitpunkt bestimmen
    • Nachteil für Versender, Bevorratung erforderlich

Was ist Just-in-time?

Idealfall der Bestandsminimalen Zulieferung von Teilen, Anlieferung und „Verbrauch“ müssen so koordiniert werden, dass kein (oder minimales) Vorproduktlager erforderlich.

 

Für JIT ist hoher technischer und organisatorischer Aufwand erforderlich:

  • Schnelles Informationssystem
  • Koordination der Fertigungssteuerung zwischen Lieferant und Verbraucher
  • Qualitätsmanagementsystem für Lieferanten
  • Reaktionsfähiger und schneller Transport und Anliefersystem
  • Hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit aller Teilsysteme

Wofür ist die JIT-Fertigung und JIT-Anlieferung am besten geeignet?

  • Teure Teile
  • Große Teile
  • Variantenreiche Teile

Wo wird JIT häufig angewandt?

  • Montage, besonders Endmontage

(hier in den letzten Fertigungsstufen sind Teile/Baugruppen weitgehend veredelt, d.h. hohe Kapitalbindung)

  • Fließsystem mit definierter Durchlaufzeit und definierter fester Reihenfolge, z.B. Auto-Endmontage
  • Leitprodukt, z.B. Autokarosserie, dem die zugehörigen Baugruppen entsprechend dem Bedarf zugeführt werden

Was ist Just-in-Sequence?

Auslieferung in exakt der Fertigungs-/Montagereihen reihenfolgesynchronen Produktion.

Auslieferung und Verbrauch exakt aufeinander abgestimmt bzw. Anlieferungsreihenfolge.

Beschreiben SIe das Kanban-Prinzip bzw. die Kanban-Steuerung!

Realisiert das Zieh-(Pull-)prinzip

Die teileverbrauchende Stelle [Kunde/Senke] fordert bei Bedarf Teile von teileerzeugender (-bevorratender) Stelle [Lieferant/Quelle] an.

 

Kanban: japanisch := Zettel/Karte/Schild

Einführung eines speziellen Informationsträgers (sog. Kanban-Karten), der die Nachlieferung auslöst

Häufig angewandt:

Mehrstufige Serienfertigung/-montagen mit geringen Bedarfsschwankungen der Kanbangesteuerten Teile

Einfaches Prinzip

  • Ohne jegliche übergeordnete Verwaltung
  • Ohne EDV-Steuerung

 

  1. Ein-Behälter-System

Behälter z.B. 90% leer, Kanban-Karte an Lieferstelle senden, damit nächster voller Behälter früh genug nachgeliefert werden kann

  1. Zwei-Behälter-System

2 Behälter an Verbrauchsstelle, 1. Behälter leer, dann leeren Behälter an Lieferstelle senden, damit nächster voller Behälter früh genug ankommt

 

Kanban-Prinzip anwendbar ohne jegliche übergeordnete Steuerung, trotzdem ist es ein ganz einfaches System.

Wie wird die Fördermittelzeit unterteilt?

 

 

 

Wie ist der Zeitnutzungsgrad definiert? Was gibt es für Probleme bei der Ermittlung der zeitlichen Belastung des Fördermittels?

Zeitnutzungsgrad ht =

Nutzungshauptzeit

Fördermittelzeit

 

Bei der Ermittlung der zeitlichen Belastung eines Fördermittels gibt es oft folgende Probleme:

 

  • Zeitabhängige Vorgänge sind in der Regel mit einer Streuung behaftet (stochastische Einflüsse)
  • Für die Beobachtung zeitabhängiger Vorgänge und die Zeiterfassung sind arbeitsrechtliche Bestimmungen zu beachten

Welche Rolle spielt Felxibilität bei der industriellen Planung?

 

Wer kennt die Anforderungen?

Basis:  Hypothesen über die zukünftige Entwicklung

Da keiner die zukünftige Entwicklung genau kennt / voraussagen kann, ist die Flexibilität von Lösungen wichtiger als „die optimale Lösung“ für die Planungsvorgaben umzusetzen.

 

Was bedeutet Flexibilität?

Anpassungsfähigkeit an neue/geänderte Anforderungen

  • Verschiedene Produkte (Typwechsel) -> kurze Rüstzeiten
  • Stückzahlenflexibilität bzgl. Losgröße
  • Stückzahlenflexibilität bzgl. Teileabmessung
  • Ortsbewegliche Maschinen
  • Einfacher bedienbar (fast jeder Mitarbeiter kann die Maschine bedienen)
  • Durchsatzleistung
  • Qualität z. B. Oberflächenqualität
  • Erweiterbarkeit der Anlage (stufenweiser Ausbau)

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