Produktionsautomatisierung TU Dresden
Dies sind die genannten Schwerpunkte aus der Vorlesung von Prof. Nestler
Dies sind die genannten Schwerpunkte aus der Vorlesung von Prof. Nestler
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Lernkarten
Zählen Sie Unternehmensfunktionen auf, die von der Produktionsautomatisierung beeinflusst werden!
- wirkt generell in allen Unternehmensfunktionen
- Gesamtfunktion eines Unternehmens --> Teilfunktionen
- Verknüpfung der Funktionen zu Abläufen --> Energie-, Material- und Informationsflüsse
- wirkt in der Unternehmensfunktion "Produktion"
- zusätzlich alle Tätigkeiten und Dienstleistungen für Herstellprozesse der Produktion
- ganzheitliche Sicht --> alle Leistungsprozesse
- Produktion beinhaltet: Entwicklung/Konstruktion, Arbeitsvorbereitung, Materialwirtschaft, Produktionsplanung
und -steuerung, Quallitätässicherung, Betriebsmittelbau, Teilefertigung (Produktionsprozess), Monatge,
Instandhaltung)
Nennen Sie Einflüsse des Marktes auf den Produktentwicklungsprozess!
- kürzere Produktlebenszyklen
- Stärkere Konkurrenz
- höhere Individualisierung
- Innovationsdruck
Geben Sie in Stichworten die Lösungsmöglichkeiten fr die Beschleunigung des Produktionsentwicklungsprozesses!
- Parallelisierung von Prozessen, Silmutaneous Engineering, Simultaneous Process Engineering
- Zeitverkürzung von Einzelprozessen
Geben Sie in Stichworten die Verwendung der Modellarten an!
- Design-/Konzept-/Anschauungs-/Kommunikationsmodelle
- für Designerüberprüfung (Ästhetik)
- für Entscheidungsprozesse im Vorstand
- für Kommunikation mit Kunden und/oder Zulieferern
- Funktions- und Ergonomiemodell
- für Funktionstests (Durchströmverhalten, Montierbarkeit, Fertigbarkeit)
- für Öffentlichkeitsarbeit (Messen, Prospekte)
- Fertigungsmodell
- für Erzeugnisprototypen
- für Gießmodelle (Dauer- und verlorene Formen, letzteres für Feinguss)
Nennen Sie Datenquellen zum RPD!
- CAD-System (meist 3D-Konstruktion)
- Digitalisieren / Reverse Engineering vorhandener physischer Objekte
- Verarbeitung / Aufarbeitung von Bilddaten
- Computer-Kernspintomographie, Photogrammetrie, 2D-Zeichnungen, Handskizzen
- externe Konstruktion --> STL-Schnittstelle
Beschreiben Sie das Grundprinzip der RP-Verfahren in Stichworten!
4 Prozessschritte:
1. Rechnerinterner Datensatz:
- geschlossenes 3D-Modell
- Umwandlung rechnerinterner Darstellung (RID) in Datenformat STL
- Übergabe an das Fertigungssystem --> STL-Datenschnittstelle
2. Datenaufbereitung/Fertigungsvorbereitung
- Einlesen der Daten im STL-Format
- Prüfen auf Umsetzungsfehler und Beseitigung (Lücken, Überlappungen, falsche Orientierung)
- evtl. Generierung erforderlicher Stützstruktur
- Umformung der Daten entsprechend Fertigungssystem
- Slicen, automatisches Zerlegen in Schichten (Schichtdicke, Schichtinformationen)
- Infos bereitstellen für die Fertigung --> Generieren der Bauprozessinformation
3. Generative Fertigung - Bauprozess
- Übernahme der Fertigungsinformation (geom. Daten, Anlagespezif. Zusatzinformationen)
- Wirkprinzip: Nutzung verfahrensabhängiger chem./phys. Effekte und Energiequellen
- Wirkstelle: WST / WZ - Auftragen und Behandeln von formlosen Rohmaterial
- Wirkvorgang: schichteweises Erzeugen + evtl. Hilfsstrukturen (Support)
- Steuerrechner steuert pro Schicht das WZ (Konturpolygonzug,...)
- Erzeugung von "Grünteilen"
4. Finishen und Nachbearbeiten der Teile
- Entfernen überflüssigen Roh- und Stützmaterials
- Nachhärten der Teile (je nach Verfahren)
- Oberflächenbearbeitung der Teile (mech. Bearbeitung, Lackieren,..)
- Ergebnis: auslieferbare Modelle, Werkstücke, Werkzeuge
Beschreiben Sie in Stichworten das Wirkprinzip des Selective Laser Sintering!
- Nutzung eines phys. Effekts
- Aufschmelzen pulverförmigen Materials oder Komponenten (Binder, niedrigschmelzende Legierung) durch Wärmezufuhr
- Verbindung der Pulverpartikel beim Erkalten/Erstarren
- Wärmezufuhr durch CO2-Laser
- Generierung von Objekten durch schichtweises Aufbringen und Aufschmelzen von Pulver
- Aufheizen von Arbeitskammer bis knapp unter die Schmelztemperatur (Laseerleistung verringert, Verzug der Bau-
teile verringert)
- Füllen der Arbeitskammer mit Schutzgas (N2)
- Material: Polystyrol, Polyamid, Croning-Sand, Bronze- und Stahlpulver
Beschreiben Sie in Stichworten das Wirkprinzip des Fused deposition Modelling!
- Schmelzen des erwärmten "Drahtes", der mit einer Führungs-/Extrudierdüse positioniert wird
- verbindet sich mit vorhergehender Schicht und erkaltet
- Schmelzort: Führungsdüse im Extrusionskopf
- Arbeitstemperatur: 50-85°C
- Drahtstärke: Durchmesser 1,8 mm
- Material: ABS, PC, Elastomer, Feinwachsguss
- Stützkontur über 2. Rolle
Beschreiben Sie in Stichworten das Wirkprinzip des Laminated Object Manufacturing!
- Heißkleben einer Papier-/Materialbahn auf die Bauplattform oder vorhergehende Schicht
- Heißaufkleber aktiviert durch beheizte Rollen
- konturgetreues Zerteilen der Papier-/Materialbahn durch Laserstrahl/Cutter, Restmaterial zerteilt in quadratisches
Grundmuster
- CO2-Laser (25-50W, Durchmesser: 0,2-0,25 mm)
- Material: Papier, Kunststoff, Keramikmaterial beschichtet mit Heißkleber
Beschreiben Sie in Stichworten das Wirkprinzip des Multi Jet Modelling!
- Aufschmelzen des Thermopolymers in der Anlage (90°C)
- Tröpfchen schichtweise auftragen, erkaltet bei Raumtemperatur
- Prinzip wie Tintenstrahldrucker, 352 Düsen verfahren parallel
- Material: Thermopolymer aus Wachsbasis
Nennen Sie die Elemente der NC-Maschinen, mit denen die Automatisierung verwirklicht wird (steuerbar und regelbar)!
- NC-Achsen
- Antriebe (Hauptantrieb (Hauptspindel/Arbeitsspindel), Vorschubantrieb (Vorschubantrieb/-bewegung)
- Weg-/Winkelmessrichtung (direkt/indirekt, inkremental/absolut)
- NCM: System von Lagerregelkreisen und Steuerketten (Lageregelung)
- WZ-Revolver
Listen Sie die Softwarearten in einer NC auf, geben Sie mit Stichworten die jeweiligen Funktionen an und charakterisieren Sie den Begriff Echtzeit unter dem Blickwinkel der NC!
MMC (Man-Machine-Communication)
- MMC-Betriebssystem, Verwaltung Maschinendaten, Diagnose, Fehlersuche, Hinweistexte, WZ_Datenverwaltung,
Korrekturdaten WZ, Nullpunkt, Verschleißdaten, Datengenerieung und -auswertung...
NC-Kern (NCK - Numerical Control Kernel)
- Aufbereitung Führungsgrößenwerte für die Lageregelkreise, Geschwindigkeits-/ Beschleunigungsvorsteuerung,
Rückbegrenzung, Interpolation, Aufteilung der Bewegung auf die einzelnen Achsen, Weitegabe der Lageregelung an die Antriebsmodule
SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung)
- zyklische Abarbeitung des gesamten SPS-Programms (die gesamte Anweisungsfolge wird dauernd bearbeitet,
unabhängig davon, ob sich Zustände an den Eingängen ändern)
Echtzeit
- wenn Programme ohne spürbare Verzögerung arbeiten
- jedoch in vorher definiertem Zeitintervall
- Prioritäten werden beim Ablauf der Prozesse einbezogen
Nennen Sie die Gründe für die Wahl eines Operativen Führpunktes!
- zur Beschreibung der Bearbeitungsoperation
- fährt direkt an der Kontur des Werkstücks entlang
- bezieht geometrische Informationen (Werkzeugabmessungen, Korrekturwerte) mit ein
- Verfahrweg des Maschinenführpunktes wird durch ein NC-Programm berechnet
Welche standardisierten Datenschnittstellen kennen Sie? Erläutern Sie die Problematik der Datenschnittstellen für CAD/CAM!
- IGES - US Standard
- SET - Französischer Standard
- VDAFS - Version 1 als DIN, Version 2 als VDI-Richtlinie
- STEP - Internationaler Standard ISO 10303
- Indutriestandards (DXF, DWG, STL)
- Native Schnittstellen (CATIA VS, SolidEdge, SolidWorks, ProEngineer...)
- Problematik:
- große Zahl unterschiedllicher CAD-Systeme (nicht unbedingt miteinander kompatibel, unausweichlilch
aufgrund großer Unternehmensstrukturen bzw. Zulieferer, Aufgabenklassen,...)
- Kosten beim CAD-Datenaustausch (Schnittstellenkosten, Änderung in native Datenformate, verschiedene
Systeme --> zeitaufwendig)
Welche Aufgaben hat das DNC-System?
- DNC - District Numerical Control (Werkstattsteuerung)
- Aufgaben: Verwaltung und zeitgerechte Verteilung von Steuerinformationen an mehreren Steuerungen [VDI 3424]
- Datenaustausch mit WZM und weiterer automatisierter Fertigungseinrichtungen
- Rückübertragung korrigierter NC-Programme, NC-Programmvergleiche
Erläutern Sie das Wesen der Werkstattsteuerung!
- Gesamtheit von Prozessen, Maßnahmen und Mitteln, die zur Auftragsabwicklung von Fertigungsabläufen in der
Produktion unter bestimmten Zielstellungen eingesetzt werden
- alle Funktionen lassen sich in Leitständen realisieren, wobei der Mensch als die oberste Instanz in den von ihm zu
überwachenden Ablauf eingreift
Bennenen Sie typische Störgrößen (Werkstattsteuerung)!
- fehlendes Material
- fehlende Dokumente (Arbeitsplan, Arbeitsskizze...)
- Maschinenauswahl, fehlende Komponenten (Werzeuge, Betriebsmittel,...)
- Ausfall Personal
- fehlende Bauteile
- fehlende NC-Programme