Produktentstehungsprozess
Kern- und Teilprozesse AIIT
Kern- und Teilprozesse AIIT
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Lernkarten
Was ist Industriellen Informationstechnik? (0)
- multidisziplinär
- Anwendung von Methoden der Informatik zur Lösung, Fertigung Montage
- sowie Erfassung von Prozessen entlang der gesamten virtuellen Produktentstehung
Was ist ein Prozess? (0)
- bezeichnet Ablauf von Aktivitäten, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen
- kann in Phasen und Teilschritte eines Vorganges unterteilt werden
- Phase kann weiter logisch zergliedert werden
- Prozesswiederholung mit Iteration
- parallele Phasen können abgebildet werden
WFMC:
Kausale Abfolge von Aktivitäten, die einen oder mehrer Inputs benötigt, um unter Verwendung betrieblicher Ressourcen und Informationen ein Ergebnis von Wert für eine Kundengruppe zu erzeugen
Was ist ein Unternehmensprozess?
- (Prozess) zur Realisierung und Aufrechterhaltung unternehmerischer Aufgaben und des laufenden Geschäfts
- Prozess/Aktivität kann gestartet/beendet werden und beinhaltet In- und Output
- Einzelaktivitäten stehen in einem logischen Zusammenhang und sind inhaltlich abgeschlossen
Was ist die Produktentstehung?
- Vorgang von der Idee bis zum fertigen Produkt
- Tätigkeiten des Ingenieurs die das Produkt und sein Umfeld (Produktion, Distrubution, Nutzung, Recycling) betreffen
- Phase des PLZ, an deren Ende Produktdefinition feststeht (Produktstruktur, Stückliste, Dokumentation, Konfiguration)
Die Produktentstehung als Prozess
- Produktplanung, Produktentwicklung und Arbeitsvorbereitung der Produktion bis Produktionsanlauf
- Produktherstellung = operative Serienfabrikation (das Produzieren)
- Wertschöpfungsprozesse werden unter Prozessgesichtspunkten zusammengefasst
Die Produktentstehung als Unternehmensprozess
- Folge von Aktivitäten, die zur Entwicklung eines Produktes von der ersten Idee bis zur Freigabe für die Fertigung notwending sind
- Umfasst neben dem Produktentwicklungsprozess auch den Produktherstellungsprozess
Tätigkeiten in einem PEP?
(direkt / indirekt)
direkt
- Entwerfen
- Modellieren
- Berechnen
- Simulieren
- Änderungen durchführen
- Stücklisten erstellen
indirekt
- Information suchen
- Kommunikation
- Dokumentation
- Archivieren
Anforderungen an die Entwicklungsmethodik
- Unterstützung problemorientierten Vorgehens
- Branchenunabhängigkeit
- Interdisziplinär/interkulturell
- Intuitionsfördernd
- lehr-und lernbar
- Nachvolliehbarkeit der Lösung
Ziele der Entwicklungsmethodik
- Einsparung von Zeit/Kosten
- Erleichterung der Arbeit
- Erhöhung der Qualität und des Innovationsgrades
- Vermeidung von Fehlern
- Verstärkung der Motivation
- Unterstützung der Nachhaltigkeit
Entwicklungsmethodik (PE nach VDI Richtlinie 2221)
- Zusammenstellen aller Forderungen und Wünsche und Formulieren einer Anforderungsliste
- Lösungsneutrale Beschreibung der wesentlichen Anforderungen und deren Zusammenhänge in Form von Funktionen und Funktionsstruktur
- Prinziplösungen für Teilfunktionen werden miteinander kombiniert und stellen ein Konzept bzw. eine prinzipielle Lösung dar
- Aufteilung des gesamten Systems in kleinere Einheiten (Module), die sich leicht im Gesamtsystem austauschen lassen
- Gestalten der einzelnen maßgebenden Module führt zu Vorentwürfen, Bauteile und Baugruppen sind erkennbar
- Entwerfen des gesamten Produktes unter Berücksichtigung der Vorentwürfe
- Produktdokumentation mit Zeichnungen, Stücklisten und technischen Beschreibungen
- sehr undetailliert
- nur auf die Entwicklung neuer Produkte ausgerichtet (in der Praxis Weiterentwicklung)
- Anforderungsmanagement und Produktabsicherung werden nicht berücksichtigt
Fazit: unvollständig, aber ein nützlicher Einstieg
Entwicklungsmethodiken (Axiomatic Design)
- Analog zum Vorgehen in Mathematik und klassischer Mechanik
- auf Grundlage einer Systems von Axiomen
Entwicklungsmethodiken (Failure Mode and Effects Analysis)
Identifikation des Fehlers bereits während des Entwurfs
vorsorgende Fehlerverhütung statt Fehlerbewältigung
Vermeiden von Kontroll- und Fehlerfolgekosten, und Wiederholung von Designmängel
Entwicklungsmethodiken (Integrierte Produktentwicklung)
Gesamtheitlicher Rahmen von Mehtoden und Werkzeuge zur Unterützung des PEP
- PEP im Wechselspiel mit Umfeld (Markt, Prozessen)
- Markt spiegelt die Aktivitäten eines Unternehmen ausgehend von der Aufnahme der Bedürfnisse bis hin zum Verkauf des Produktes wieder
- unter Prozessen werden alle notwendigen Prozesse zur Herstellung des Produktes verstanden
Entwicklungsmethodiken (Quality Function Deployment)
- Methode der Qualitätssicherung
- Ziel: die Konzeption, die Erstellung und der Verkauf von Produkten und Dienstleistungen, die der Kunde wirklich wünscht
- bezieht dabei alle Unternehmensbereiche in die Qualitätsverantwortung mit ein
Entwicklungsmethodiken (Six Sigma)
Systematisches Vorgehen zur Prozessverbesserung, indem jeder Geschäftsprozess als eine mathematische Funktion beschrieben wird
Entwicklungsmethodiken (Systems Engineering)
- interdisziplinärer Ansatz
- Ziel: erfolgreich Systeme bestehend aus verschiedenen Partialmodellen zu realisieren
- integriert die verschiedenen Disziplinen (Mechanik, Elektronik, Software)
- bildet ein strukturierten Entwicklungsprozess vom Konzept über Produktions- und Betriebsphasen (INCOSE-SIMILAR)
Entwicklungsmethodiken (V-Prozess)
- V-Modell beschreibt sehr genau alle Prozesse vor und nach dem eigentlichen Entwurf eines Produktes
- V-Modell für alle Arten von Produkten anwendbar --> beschreibt keinen domänenspezifischen Entwurf
Fazit:
- V-Modell bildet eine sehr gute Grundlage für die Planung aller Prozesse vor und nach dem domänen-spezifischen Entwurf
- um die Lücke zu füllen, können andere Vorgehensweisen (wie die VDI 2221) zum Einsatz kommen
Welche Kern- und Teilprozesse eines PEP gibt es?
- Anforderungsgestaltung
- Entwurfskonzept
- Auslegungsberechnung
- Konstruktion
- Absicherung/Nachberechnung
- Testen
- Produktionsplanung
Kern/Teilprozesse (Inhalte der Anforderungsgestaltung)
- Aus (Markt-)Studien und Kundenfeedback ergibt sich ein Bedarf für innovatives Produkt
- Anforderung an das Produkt müssen zusammengestellt, erfasst und gewichtet werden
- Widersprüche müssen identifiziert umd gelöst werden
- Liste der Anforderung müssen im Verlauf des PEP iterativ weiterentwickelt und überprüft werden
Kern/ Teilprozesse (Auslegungsberechnung)
- Auslegung und Simulationen anhand konzeptioneller Modelle
- Berechnung benötigt aufwändiges aussagekräftiges Modell
- die Berechnung erfolgt über das Variieren weniger vordefinierter Parameter zur Auslegung kritischer Größen
- Auswahl von Prinzipien, Materialien und die Geometriegestaltung sind das Ergebnis
Kern/Teilprozesse (Entwurftskonzept)
- mehrere Konzepte als Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung entstehen aus den Anforderung
- entscheidend ist eine möglichst große Brandbreite an Lösungsvarianten bzw. -alternativen
Kern/Teilprozesse (Konstruktion)
- dient der geometrischen Festlegung und der Gestaltung von Produktdetails
- Produktstruktur und Topologie des Produktes werden festgelegt
- Stückliste wird genegiert
Kern/Teilprozesse (Absicherung, Nachrechnen)
- erfogt meist auf geometrischer Ebene
- Detaillierte Modelle mit hohem Reifegrad werden mit Hilfe virtueller Werkzeuge abgesichert
- Validierung positiv --> Freigabeprozess
- nicht positiv --> Modelle werden samt Problembeschreibung in frühere Prozessphasen zurückgeführt
Kern/Teilprozesse (Testen)
- Aufbau eines physischen Prototypen
- physischer Prototyp wird in seinem praktischen Anwendungsfall nach vordefinierten Regeln getestet
- Testroutinen müssen detailliert geplant sein, um ein möglischst intensives Nutzen der kostspieligen Prototypen zu gewährleiten
- Anpassung der Eigenschaften des Produktes werden auf Basis der gewonnen Erkenntnisse
Was ist Meilenstein?
- Erreichen eines bedeutenden Projektziels
- Projektziele werden vor Beginn eines Projektes definiert
- Erreichen der gesetzten Teilziele wird in einer Meilensteinsitzung überprüft
- Häufig ist das Bestehen eines Meilenstein bzw. das " Go" aus der Meilensteinsitzung Bedingung für den Eintritt in die nächste Projektphase und die Freigabe der Mittel
Kern/Teilprozesse (Produktionsplanung)
- Produktfertigung und Montage werden simuliert und geplant auf Basis von Konstruktionsmodellen
- Alternativen und Anpassung innerhalb des Produktionsprozess können mit geringen Kosten digital geprüft werden
- Anhand von Simulationen können potenzielle Schwachstellen antizipiert und geeignete Gegenmaßnahmen vorbereitet werden
- Produktionsplanung muss bereits in frühen Phasen des PEP berücksichtigt werden
Meilenstein Deliverables
- Projektbericht
- Kompatibilitätsabgleich
- Kostenkontrolle
- Gewichtsstrategie
Wirkung von Meilenstein
- Erfolg hängt von Planen/Erreichen der Meilensteine ab
- vollständige, funktionale und robuste Absicherung von Prozessschritten während des gesamten Entwicklungsprozesses
- Robuste Prozesse sind wichtig, damit Meilensteine auch unter unerwarteten Belastungen erbracht werden können
- Mechanismen der Fehlervorbeugung, -erkennung und -behebung sind notwendig
- begleitende Aspekte einer operativen Prozessgestaltung (z.B. Datenaustausch) müssen berücksichtigt werden
Trends in der Produktentwicklung (Nachhaltigkeit)
ökologisch
- Nutzung von recyclingfähigen oder biologisch abbaubaren Werkstoffen
- Effiziensteigerung von Antriebstechnologien
- Einsatz alternativer Energien
ökonomisch
- Verstärkte Kundenorientierung bei der Anforderungsanalyse
- Kostenprognosen schon in frühen Phasen der Produktentstehung
- Gegenüberstellung von Gewinn und Verlust mithilfe von Life Cycle Costing
sozial
- Sicherstellung von Akzeptanz bei Mitarbeitern und Kunden
- Aufbau einer Produktphilosopie bzw. eines Images
- erkennen von Trends