zur Vorlesung vom 25.05.2016


Z. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Präventionsstrategien und zukünftige Herausforderungen in der Allgemeinmedizin. Sie behandeln verschiedene Präventionsformen wie Primär-, Sekundär-, Tertiär- und Quartärprävention, sowie Screening-Maßnahmen und deren Nutzen. Der Fokus liegt auf der Risikoevaluation, Entscheidungsfindung und der Bedeutung von Früherkennungsmaßnahmen für Patienten. Medizinstudenten und Ärzte profitieren von diesen Karteikarten, um ihr Verständnis für präventive Gesundheitsversorgung zu vertiefen und effektive Maßnahmen zur Krankheitsverhütung zu erlernen.
Karten
19
Lernende
0
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
01.06.2016 / 01.06.2016

Lernkarten

Präventionsformen

Primärprävention

  • Def.
  • Beispiele

 

  • Maßnahmen, die das Auftreten einer Krankheit verhindern, in dem sie die Ursachen beseitigen oder verringern

    • Impfungen

    • Kondome

    • Trinkwasserhygiene

    • Vermeidung von Übergewicht

Präventionsformen

Sekundärprävention

  • Def.
  • Beispiele

  • Maßnahmen, die eine bereits begonnene Krankheit erkennen, bevor Symptome auftreten und das Fortschreiten verhindern oder abbremsen sollen

    • Krebsfrüherkennung

    • Gestationsdiabetes - Screening

Präventionsformen

Tertiärprävention

  • Def.
  • Beispiele

  • Maßnahmen, die nach Auftreten einer Krankheit die weitere Verschlechterung verhindern oder abbremsen bzw. die Häufigkeit von Komplikationen reduzieren sollen

    • ASS, ß-Blocker, Statine bei Z.n. Herzinfarkt

    • Blutverdünnung nach Apoplex bei VHF

Präventionsformen

Quartiärprävention

  • Def.
  • Beispiele

  • Begriff wurde neu eingeführt, um das Bewusstsein für eine Überversorgung mit Gesundheitsleistungen zu schaffen und diese zu verhindern, da sie für den Patienten auch potentiell schädlich sein können

    • Antibiotika vermeiden bei viralen Infekten

    • Bildgebung bei unkomplizierten Rückenschmerzen.

Nutzen von Früherkennungsmaßnahmen

Die Lebenszeit mit guter Lebensqualität zu verlängern.

Def.: präklinische Phase

Krankheit hat bereits begonne, aber es sind noch keine Symptome aufgetreten.

Def.: falschnegatives Intervall

Krankheit hat bereits begonnen oder steht kurz vor dem Beginn, aber das Screening besitzt zu diesem Zeitpunkt keine ausreichende Spezifität zur Erkennbarkeit

Def.: lead-time

Zeitraum zwischen Diagnose durch Früherkennung und Symptomen

Def.: Nutzen des Screening

Zeitraum, um den der Tod aufgeschoben werden kann

Früherkennungsmaßnahmen sind nur sinnvoll, wenn

ein Zusammenhang zwischen Tod und Erkrankung besteht

Grafik zum Prinzip des Screenings

10 Voraussetzungen wurden von der WHO für Screenings bestimmt:

  1. wichtiges Gesundheitsproblem in der Bevölkerung
  2. akzeptierte Therapie für die Krankheit

  3. Möglichkeiten zur Diagnostik und Therapie

  4. in einem frühen Stadium erkennen, damit die Therapie das Fortschreiten beeinflussen kann

  5. zuverlässige Sensitivität und Spezifität

  6. Tests sollten für die Bevölkerung akzeptabel

  7. Es muss vorher bekannt sein, was zu erwarten ist, wenn kein Screening durchgeführt werde würde.

  8. welchen Patienten dieses Screening angeboten werden sollte

  9. Kosten und Nutzen ökonomisch ausgeglichen

  10. Regelmäßigkeit des Screenings muss vorhanden sein

Beispiel Darmkrebsscreening:

Zwei Verfahen mit vor und Nachteilen

  • Okkultbluttest
    • jedes Jahr ab dem 50. Lebensjahr
    • hohes Risiko falsch-positiver Ergebnisse
    • zur Absicherung sollte im nächsten Schritt nach einem positiven Ergebnis die Koloskopie erfolgen
  • Koloskopie
    • alle 10 Jahre ab dem 50. Lebensjahr
    • bessere Aussagekraft
    • höhere Risiken
    • kann die Entstehung von Darmkrebs durch Polypentfernung vorzeitig verhindern

Entscheidungsfindungen

Entscheidungsfindungen

Def.: paternalistisches Modell

  • Informationen fließen vom Arzt zum Patienten. Es wird nur soweit aufgeklärt, wie gesetzlich vorgeschrieben ist

  • Der Arzt wägt alleine für den Patienten ab, welche Behandlung sinnvoll ist oder nicht

Entscheidungsformen

De.: Informationsmodell

  • Patient ist (vorab) informiert und stellt Rückfragen

  • Der Patient trifft alleine und selbstständig eine Entscheidung

Entscheidungsfindungen

Def.: partizipative Entscheidungsfindung

  • Das Gesamtpaket wird berücksichtigt, sowohl aus medizinischer als auch aus persönlicher Sichtweise wird eine Entscheidung getroffen

  • Patient trägt Mitverantwortung und ist sich über Risiken bewusst

Def.: ARRIBA

Computerprogramm zur Risikoevaluation des einzelnen Patienten einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden gegenüber der Gesamtbevölkerung basierend auf statistischen Daten.

ARRIBA-Schema

A – Aufgaben gemeinsam definieren

R – Risiko subjektiv besprechen

R – Risiko objektiv messen

I – Information des Patienten über Präventionsmöglichkeiten

B – Bewertung der Möglichkeiten

A – Absprache über weiteres Vorgehen

Lernen