präoperative Patientenevaluation

zur Vorlesung vom 12.05.2016

zur Vorlesung vom 12.05.2016


Z. S.
Diese Lernkarten bieten eine umfassende Übersicht über die präoperative Patientenevaluation auf Universitätsniveau. Sie decken wichtige Aspekte wie die Diagnostik, die Bewertung von Risikofaktoren und die Vorbereitung von Patienten für verschiedene Eingriffe ab. Besonders relevant sind Themen wie Echokardiographie, Anästhesie und die Bewertung der Leistungsfähigkeit. Medizinstudenten und Ärzte profitieren von diesen Karteikarten, um sich auf die präoperative Evaluation vorzubereiten und die Sicherheit ihrer Patienten zu gewährleisten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
03.06.2016 / 06.06.2016

Lernkarten

Voraussetzungen für den Erwerb des Facharztes in Anästhesie (3)

  1. 60 Monate Weiterbildung zuzuüglich
  2. 48 Monate Anästhesiologie
    • 18 Monate ambulant
    • 12 Monate können aus ener anderen Richtung angerechnet werden
  3. 12 Monate Intensivmedizin
    • 6 Monate können aus Intensivmedizin einer anderen Richtung angerechnet werden

Warum ist die anästhesiebedingte Mortalität in den letzten Jahren gestiegen?

nicht aufgrund eines Qualitätsverlustes, sondern da immer mehr Hochrisikopatienten operiert werden

Hochrisikopatienten in der Anästhesie (3)

  • alte Menschen
  • multimorbide Menschen
  • Gebärende

häufigste Ursachen einer anästhesiebdingten Letalität (3)

  • Atemwegsmanagement (abfallend)
  • kardiovaskuläre Ereignisse (ansteigend)
  • Equipement (abfallend)

Das perioperative Risiko ergibt sich aus

  • Vorkerkrankungen des Patienten
  • Dinrglichkeit des Eingriffes
  • kardialem Stress

Klausur: Während der OP besteht i.d.R immer ein Missverhältnis zwischen

Sauerstoffangebot und -bedarf.

  • Anstieg von Troponin T
  • Myokardinfakrt
  • Herztod

Abkürzung: ASA

American Society of Anesthesiologists

Def.: ASA-Klassifikation

Einteilung von Patienten nach ihrem perioperativen, letalen Risiko

Def.: moribund

todgeweiht, sterbend

mittleres operationsbedingtes kardiales Risiko bei Prostatachirurgie, da

viele Enzyme freigesetzt werden, die die Blutgerinnung fördern

Revise Cardiac Index nach Lee

  • Risikofaktoren (6)

Index, der verschiedene kardiale Risikofaktoren miteinander kombiniert und somit das kardiale Gesamtrisiko bestimmt

präoperative Evaluation

  • Was muss immer gemacht werden? (3)

  1. perioperatives Risiko abschätzen → ASA und Index nach Lee
  2. Anamnese
  3. allg. körperliche Untersuchung

präoperative Evaluation: anästhesiologische Anamnese (5)

  1. Leistungsfähigkeit, Vitalfunktionen → MET
  2. Vorerkrankungen
  3. Konsumgewohnheiten: Rauchen, Alkohol, illegale Drogen
  4. medikamentöse Dauerthreapie
  5. Komplikationen bei vorherigen Eingriffen oder OPs

Def.: MET

  • metabolisches Äquivalent (metabolic equivalent of task)
  • Sauerstoffverbrauch pro kg KG

präoperative Evaluation: allgemeine körperliche Untersuchung

  • obligat (1.-2.)
  • fakultativ (3.-4.)

  1. Auskulation Herz, Lunge
  2. Inspektion der Mundhöhle → Zeichen nach Mallampati
  3. Palpation Leber, Schilddrüse
  4. Beurteilung der Wirbelsäule

Zeitpunkt der Prämedikationsvisite

  • bei ambulanten Eingriffen:
  • bei stationären Eingriffen:
  • allg: Regel:

 

  • bei ambulanten Eingriffen: Aufklärung am OP-Tag möglich
  • bei stationären Eingriffen: Aufklärung muss bis zum Vorabend des OP-Tages erfolgen
  • allg: Regel: Zwischen Prämedikationsvisite und OP dürfen nicht mehr als 6 Wochen vergehen

präoperative Evaluation: erweiterte Diagnostik (7)

  1. Labordiagnostik
  2. 12-Kanal-EKG
  3. Röntgen-Thx
  4. Echokardiographie
  5. Ergometrie
  6. Dobuatmin-Stress-Echokardiographie und Adenosin-Myokard-Szintigraphie
  7. Sonographie der Halsgefäße
  8. LuFu

präoperative Evaluation: erweiterte Diagnostik

Labordiagnostik

  • kein routinemäßiges Laborscreening
  • laborchemische Gerinnungsdiagnostik nur bei entsprechender Medikamentenanamnese oder klinischem Verdacht
    • bei rückenmarksnaher oder peripherer Regionalanästhesie immer: aPTT, INR, Throbozyten
      • Ausnahme: Geburtshilfe bei negativer Blutungs- und Schwangerschaftsanamnese

präoperative Evaluation: erweiterte Diagnostik

12-Kanal-EKG empfohlen bei

  • kardial asymptomatische Patienten mit mehr als einem kardialen Risikofaktor
  • Patienten mit klinischen Symptomen

präoperative Evaluation: erweiterte Diagnostik

Röntgen-Thx empfohlen bei (2)

  • asymptomatischen Patienten mit V.a. OP bzw. anästhesierelevanten Befund
  • symptomatische Patienten mit akut oder neu aufgetretenden Symptomen (nicht: stabile Erkrankung)

präoperative Evaluation: erweiterte Diagnostik

Indikationen zur Echokardiographie (4)

  • Patienten mit neu aufgetretener Dyspnoe unklarer Genese

  • Patienten mit bekannter Herzinsuffizienz und Symptomverschlechterung innerhalb der letzten 12 Monate

  • Vor Eingriffen mit einem mittleren oder hohen Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen bei Patienten mit nicht vorbeirannten oder bislang nicht abgeklärten Herzgeräuschen auch bei normaler Belastbarkeit

  • Ein neu aufgetretenes Herzgeräusch muss immer Präoperativ abgeklärt werden!

     

präoperative Evaluation: erweiterte Diagnostik

Welche Eingriffe dürfen bei Patienten mit akut symptomatischen Herzerkrankungen durchgeführt werden?

 

Nur Notfall-OPs - elektive Eingriffe müssen verschoben werden.

präoperative Evaluation: erweiterte Diagnostik

Ergometrie

  • Nutzen
  • 4 MET =
  • CAVE

 

  • gibt Aufschluss darüber, wie der Patient auf eine Narkose reagiert: Ischämiediagnostik
  • 4 MET = 100W
  • CAVE. Wertigkeit limitiert, wenn durch mangelnde Fitness keine ausreichende Frequenzausbelastung erreicht werden kann

Abkürzung: DSE

Dobutamin-Stress-Echokardiographie

präoperative Evaluation: erweiterte Diagnostik

Indikationen zur Sonographie der Halsgefäße (4)

  • Apoplex
  • Pat. mit transitorischer ischämischer Attacke innerhalb der letzten 3 Monate
  • Stenosen nur bei Veränderung der klinischen Symptomatik
  • Pat. vor großen arteriellen gefäßchirurgischen Eingriffen

präoperative Evaluation: erweiterte Diagnostik

LuFu-Indikation (1)

  • nur bei Pat. mit neu aufgetretenen bzw. V.a. akut symptomatische pulmonale Erkrankung zur Schweregradeinschätzung und Therapiekontrolle

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