PP501
BM Prüfung Buch PP501 AKAD
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Lernkarten
Begriff Sozialwissenschaft
Erforschen das Verhalten und Zusammenleben von Menschen in der Gesellschaft.
Psychologie
Psychologie ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen. Sie untersucht, wie Menschen denken, fühlen und handeln und versucht, die Ursachen dafür zu erklären.
Alltagspsychologie
Alltagspsychologie erklärt menschliches Verhalten aufgrund persönlicher Erfahrungen und subjektiver Einschätzungen.
Merkmale:
- persönliche Erfahrungen
- nicht wissenschaftlich überprüfbar
- subjektiv
wissenschaftliche Psychologie
Wissenschaftliche Psychologie erforscht menschliches Erleben und Verhalten systematisch, objektiv und mit wissenschaftlichen Methoden.
Merkmale:
- methodisch erforscht und begründet
- systematisch
- objektiv
überprüfbar
Ziele der Psychologie
- Beschreiben: Verhalten und Erleben beobachten und genau Erfassen
- Erklären: Ursachen und Zusammenhänge für Verhalten und Erleben herausfinden
- Vorhersagen: Aufgrund vorhandener Erkenntnisse zukünftige Verhalten abzuschätzen
- Verändern: Verhalten oder Erleben gezielt beeinflussen oder verbessern
Welt- und Menschenbild
Das Weltbild beschreibt die individuelle oder gesellschaftliche Vorstellung davon, wie die Welt aufgebaut ist und wie sie funktioniert.
Das Menschenbild ist die Gesamtheit der Vorstellungen darüber, wie der Mensch ist, wie er denkt, handelt, erlebt und sich verhält.
Humanistisches Welt- und Menschenbild
Das humanistische Menschenbild sieht den Menschen als einzigartiges, wertvolles und grundsätzlich entwicklungsfähiges Wesen, das nach Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung strebt.
Rationalistisches Menschenbild
Das rationalistische Menschenbild betrachtet den Menschen als vernunftbegabtes Wesen, das mithilfe seines Verstandes und logischen Denkens Entscheidungen treffen und Erkenntnisse gewinnen kann.
Materialistisches Menschenbild
Das materialistische Menschenbild geht davon aus, dass der Mensch vor allem durch körperliche, biologische und materielle Vorgänge bestimmt wird. Denken, Gefühle und Verhalten werden auf körperliche Prozesse, insbesondere im Gehirn, zurückgeführt.
Misanthropisches Menschenbild
Das misanthropische Menschenbild betrachtet den Menschen grundsätzlich negativ. Der Mensch gilt als eher egoistisch, eigennützig, aggressiv oder schlecht und muss deshalb durch Regeln und gesellschaftliche Ordnung begrenzt werden.
Interdisziplinarität
Interdisziplinarität bedeutet, dass verschiedene Wissenschaftsbereiche zusammenarbeiten, um ein Thema oder Problem aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu untersuchen.
Empirische Methoden em
Empirische Methoden sind wissenschaftliche Methoden, bei denen Erkenntnisse durch systematische Beobachtung, Messung und Erfahrung gewonnen und überprüft werden.
Beobachtung
Bei der Beobachtung wird das Verhalten von Menschen systematisch wahrgenommen, erfasst und ausgewertet, ohne oder mit gezieltem Eingreifen.
Experiment
Beim Experiment wird unter kontrollierten Bedingungen gezielt eine Einflussgrösse verändert, um deren Wirkung auf das Verhalten oder Erleben zu untersuchen.
Befragung
Bei der Befragung werden Personen mündlich oder schriftlich Fragen gestellt, um Informationen über ihre Meinungen, Einstellungen, Erfahrungen oder ihr Erleben zu erhalten.
Soziometrie
Die Soziometrie untersucht die sozialen Beziehungen innerhalb einer Gruppe, zum Beispiel Sympathien, Ablehnungen oder die Stellung einzelner Gruppenmitglieder.
Psychologische Tests
Psychologische Tests sind standardisierte Verfahren, mit denen bestimmte psychische Merkmale oder Fähigkeiten gemessen und miteinander verglichen werden.
Güterkriterien wissenschaftlicher Arbeit
Gütekriterien zeigen, wie zuverlässig und wissenschaftlich hochwertig eine Untersuchung ist.
Objektivität
Das Ergebnis ist unabhängig von der Person, die die Untersuchung durchführt oder auswertet
Reliabilität – Zuverlässigkeit
Eine Untersuchung misst zuverlässig und genau. Bei einer Wiederholung unter gleichen Bedingungen sollte ein ähnliches Ergebnis entstehen.
Validität – Gültigkeit
Die Untersuchung misst wirklich das, was sie messen soll.
Geisteswissenschaftliche Methoden
Geisteswissenschaftliche Methoden versuchen, das Erleben, Denken und Handeln eines Menschen zu verstehen und zu deuten. Im Gegensatz zu empirischen Methoden steht weniger das Messen, sondern das Verstehen und Interpretieren im Mittelpunkt.
Hermeneutik
Hermeneutik bedeutet, Texte, Aussagen oder menschliches Verhalten zu verstehen und zu interpretieren, indem man deren Bedeutung und Zusammenhang untersucht.
Dialektik
Dialektik bedeutet, gegensätzliche Meinungen oder Standpunkte miteinander zu vergleichen und zu diskutieren, um daraus eine neue oder bessere Erkenntnis zu gewinnen.
Phänomenologie
Phänomenologie untersucht, wie ein Mensch etwas subjektiv erlebt und wahrnimmt, ohne dieses Erlebnis sofort zu bewerten oder zu erklären.
Schulen und Lehrmeinungen der Psychologie
Tiefenpsychologie → Das Unbewusste beeinflusst unser Verhalten.
Behaviorismus → Verhalten wird durch Umwelt und Lernen geprägt.
Kognitive Psychologie → Denken und Informationsverarbeitung beeinflussen Verhalten.
Humanistische Psychologie → Mensch strebt nach Entwicklung und Selbstverwirklichung.
Systemische Psychologie → Verhalten entsteht im Zusammenhang mit Beziehungen und sozialen Systemen.
Gestaltpsychologie → Der Mensch nimmt Dinge als Ganzheit wahr.
Biologische Psychologie → Gehirn, Nervensystem, Hormone und Gene beeinflussen Erleben und Verhalten.
Wichtigste Begründer & Vertreter psychologischer Schulen
Tiefenpsychologie → Sigmund Freud
Behaviorismus → John B. Watson & B. F. Skinner
Kognitive Psychologie → Ulric Neisser & Jean Piaget
Humanistische Psychologie → Abraham Maslow & Carl Rogers
Systemische Psychologie → Paul Watzlawick
Gestaltpsychologie → Max Wertheimer
Biologische Psychologie → Donald O. Hebb
Biologische Grundlagen der Wahrnehmung und des Gehirns
Wahrnehmung
Wahrnehmung ist die Aufnahme, Verarbeitung und Interpretation von Reizen aus der Umwelt oder dem eigenen Körper.
Sinnesorgane und Reize
Unsere Sinnesorgane nehmen Reize auf
Nervensystem
Das Nervensystem überträgt Informationen zwischen Körper und Gehirn.
Zentrales Nervensystem (ZNS) → Gehirn + Rückenmark
Peripheres Nervensystem (PNS) → Nerven ausserhalb von Gehirn und RückenmarkNervenzellen – Neuronen
Neuronen sind die Grundbausteine des Nervensystems. Sie nehmen Informationen auf, verarbeiten sie und leiten sie weiter.
Dendriten → nehmen Signale auf
Zellkörper → verarbeitet
Axon → leitet weiter
Synapse → überträgt Signal zur nächsten ZelleGehirn
Das Gehirn verarbeitet die eintreffenden Informationen und steuert unser Denken, Fühlen, Wahrnehmen und Verhalten.
Grosshirn → Denken, Wahrnehmung, Sprache, Gedächtnis, bewusste Bewegungen
Kleinhirn → Koordination, Gleichgewicht und Feinmotorik
Hirnstamm → lebenswichtige Funktionen wie Atmung und Herzschlag
Sinne
Sinne nehmen über Sinnesorgane Reize aus der Umwelt oder dem Körper auf, wandeln sie in Nervenimpulse um und leiten sie an das Gehirn weiter. Dort werden sie verarbeitet und als Wahrnehmung interpretiert.
Reiz - Sinnesorgan - Nervenimpuls - Gehirn - Wahrnehmung
Sinnesorgane
Sinnesorgane nehmen Reize auf, wandeln sie in Nervenimpulse um und leiten diese an das Gehirn weiter.
Gehirnnerven
Hirnnerven verbinden das Gehirn vor allem mit Sinnesorganen, Muskeln und Organen im Kopf- und Halsbereich. Es gibt 12 Hirnnervenpaare.
Nervensysteme des Menschen
Das Nervensystem nimmt Informationen auf, verarbeitet sie und steuert die Reaktionen des Körpers.
- Zentrales Nervensystem (ZNS): Infos verarbeiten und koordinieren
- Peripheres Nervensystem (PNS): Verbindet ZNS mit restlichen Körper.
Somatisches Nervensystem→ steuert vor allem willkürliche Bewegungen und übermittelt Sinnesinformationen.
Vegetatives / autonomes Nervensystem
→ steuert unbewusste Körperfunktionen, z. B. Herzschlag, Atmung und Verdauung.
Emotion
Eine Emotion ist ein Gefühlszustand, der durch eine bestimmte Situation oder einen Reiz ausgelöst wird und mit körperlichen Reaktionen, Gedanken und einem bestimmten Verhalten verbunden ist.
Motivation
Motivation ist der innere Antrieb, der dazu führt, dass ein Mensch ein bestimmtes Verhalten beginnt, aufrechterhält und auf ein Ziel ausrichtet.
Motivatoren
Motivatoren sind Anreize oder Faktoren, die Motivation auslösen oder verstärken. Sie können von innen oder von aussen kommen.
Aggresion. Wie entstehen Aggression
Aggression ist ein Verhalten, das darauf ausgerichtet ist, anderen Menschen, sich selbst oder Gegenständen Schaden zuzufügen.
Aggressionen können verschiedene Ursachen haben:
- Biologische Faktoren → Gene, Hormone und Vorgänge im Gehirn können aggressives Verhalten beeinflussen.
- Frustration → Wird ein Ziel verhindert oder ein Bedürfnis nicht erfüllt, kann Frustration entstehen, die Aggression begünstigt.
- Lernen → Aggressives Verhalten kann durch Beobachtung und Nachahmung gelernt werden.
- Belohnung/Verstärkung → Hat aggressives Verhalten Erfolg, kann es häufiger gezeigt werden.
- Umwelt und Situation → Stress, Konflikte, Provokationen oder Gruppendruck können Aggression fördern.
Theorien der Aggressionsforschung
Triebmodell → Aggression ist angeboren.
Charaktertheorie → Aggression hängt mit der Persönlichkeit zusammen.
Frustrationstheorie → Frustration kann Aggression auslösen.
Lerntheorie → Aggression wird durch Beobachtung und Verstärkung gelernt.
Sozialpsychologisches Modell → soziale Situationen und andere Menschen beeinflussen Aggression.
Triebmodell
Sigmund Freud
Aggresion entsteht durch angeborenen inneren Trieb. Aggressive Energie baut sich auf und sucht nach Entladung
Charaktertheorie
Aggressives Verhalten wird durch Charaktereigenschaften beeinflusst.
Frustrationstheorie
Wird ein Mensch daran gehindert, ein Ziel zu erreichen entsteht Frustration
Lerntheoretisches Modell
Aggression wird gelernt, besonders durch Beobachtung und Nachahmung anderer Menschen. Wird aggressives Verhalten belohnt, wird es eher wiederholt.
Sozialpsychologisches Modell
Aggression entsteht durch das Zusammenspiel von Person und sozialer Situation, z. B. Gruppendruck, soziale Normen, Provokation oder Konflikte.