PP501

BM Prüfung Buch PP501 AKAD

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J. C.
Diese Lernkarten beleuchten grundlegende Zusammenhänge zwischen menschlichem Verhalten, psychologischen Prozessen und biologischen Grundlagen wie Gehirn und Nervensystem. Sie erläutern Theorien der Aggressionsforschung, Motivation, Emotionen sowie Methoden der Psychologie und Geisteswissenschaften, um Erleben und Handeln zu verstehen. Studierende und Interessierte profitieren von fundierten Einblicken in zentrale psychologische Konzepte und empirische Untersuchungsmethoden.
Karten
36
Lernende
0
Sprache
Deutsch
Kategorie
Philosophie
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
28.08.2026 / 28.08.2026

Lernkarten

Begriff Sozialwissenschaft 

Erforschen das Verhalten und Zusammenleben von Menschen in der Gesellschaft.

Psychologie

Psychologie ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen. Sie untersucht, wie Menschen denken, fühlen und handeln und versucht, die Ursachen dafür zu erklären.

Alltagspsychologie

Alltagspsychologie erklärt menschliches Verhalten aufgrund persönlicher Erfahrungen und subjektiver Einschätzungen.

 

Merkmale:

- persönliche Erfahrungen

- nicht wissenschaftlich überprüfbar

- subjektiv 

 

wissenschaftliche Psychologie 

Wissenschaftliche Psychologie erforscht menschliches Erleben und Verhalten systematisch, objektiv und mit wissenschaftlichen Methoden.

 

Merkmale:

- methodisch erforscht und begründet

- systematisch

- objektiv

überprüfbar 

Ziele der Psychologie 

  1. Beschreiben: Verhalten und Erleben beobachten und genau Erfassen
  2. Erklären: Ursachen und Zusammenhänge für Verhalten und Erleben herausfinden
  3. Vorhersagen: Aufgrund vorhandener Erkenntnisse zukünftige Verhalten abzuschätzen
  4. Verändern: Verhalten oder Erleben gezielt beeinflussen oder verbessern

Welt- und Menschenbild 

Das Weltbild beschreibt die individuelle oder gesellschaftliche Vorstellung davon, wie die Welt aufgebaut ist und wie sie funktioniert.

Das Menschenbild ist die Gesamtheit der Vorstellungen darüber, wie der Mensch ist, wie er denkt, handelt, erlebt und sich verhält.

Humanistisches Welt- und Menschenbild 

Das humanistische Menschenbild sieht den Menschen als einzigartiges, wertvolles und grundsätzlich entwicklungsfähiges Wesen, das nach Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung strebt.

Rationalistisches Menschenbild 

Das rationalistische Menschenbild betrachtet den Menschen als vernunftbegabtes Wesen, das mithilfe seines Verstandes und logischen Denkens Entscheidungen treffen und Erkenntnisse gewinnen kann.

Materialistisches Menschenbild 

Das materialistische Menschenbild geht davon aus, dass der Mensch vor allem durch körperliche, biologische und materielle Vorgänge bestimmt wird. Denken, Gefühle und Verhalten werden auf körperliche Prozesse, insbesondere im Gehirn, zurückgeführt.

Misanthropisches Menschenbild 

Das misanthropische Menschenbild betrachtet den Menschen grundsätzlich negativ. Der Mensch gilt als eher egoistisch, eigennützig, aggressiv oder schlecht und muss deshalb durch Regeln und gesellschaftliche Ordnung begrenzt werden.

Interdisziplinarität

Interdisziplinarität bedeutet, dass verschiedene Wissenschaftsbereiche zusammenarbeiten, um ein Thema oder Problem aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu untersuchen.

Empirische Methoden em

Empirische Methoden sind wissenschaftliche Methoden, bei denen Erkenntnisse durch systematische Beobachtung, Messung und Erfahrung gewonnen und überprüft werden.

 

Beobachtung

Bei der Beobachtung wird das Verhalten von Menschen systematisch wahrgenommen, erfasst und ausgewertet, ohne oder mit gezieltem Eingreifen.

Experiment

Beim Experiment wird unter kontrollierten Bedingungen gezielt eine Einflussgrösse verändert, um deren Wirkung auf das Verhalten oder Erleben zu untersuchen.

Befragung 

Bei der Befragung werden Personen mündlich oder schriftlich Fragen gestellt, um Informationen über ihre Meinungen, Einstellungen, Erfahrungen oder ihr Erleben zu erhalten.

Soziometrie 

Die Soziometrie untersucht die sozialen Beziehungen innerhalb einer Gruppe, zum Beispiel Sympathien, Ablehnungen oder die Stellung einzelner Gruppenmitglieder.

Psychologische Tests

Psychologische Tests sind standardisierte Verfahren, mit denen bestimmte psychische Merkmale oder Fähigkeiten gemessen und miteinander verglichen werden.

Güterkriterien wissenschaftlicher Arbeit 

Gütekriterien zeigen, wie zuverlässig und wissenschaftlich hochwertig eine Untersuchung ist.
 

  1.  Objektivität

    Das Ergebnis ist unabhängig von der Person, die die Untersuchung durchführt oder auswertet

  2. Reliabilität – Zuverlässigkeit

    Eine Untersuchung misst zuverlässig und genau. Bei einer Wiederholung unter gleichen Bedingungen sollte ein ähnliches Ergebnis entstehen.

  3. Validität – Gültigkeit

    Die Untersuchung misst wirklich das, was sie messen soll.

Geisteswissenschaftliche Methoden 

Geisteswissenschaftliche Methoden versuchen, das Erleben, Denken und Handeln eines Menschen zu verstehen und zu deuten. Im Gegensatz zu empirischen Methoden steht weniger das Messen, sondern das Verstehen und Interpretieren im Mittelpunkt.

  1. Hermeneutik

    Hermeneutik bedeutet, Texte, Aussagen oder menschliches Verhalten zu verstehen und zu interpretieren, indem man deren Bedeutung und Zusammenhang untersucht.

  2. Dialektik

    Dialektik bedeutet, gegensätzliche Meinungen oder Standpunkte miteinander zu vergleichen und zu diskutieren, um daraus eine neue oder bessere Erkenntnis zu gewinnen.

  3. Phänomenologie

    Phänomenologie untersucht, wie ein Mensch etwas subjektiv erlebt und wahrnimmt, ohne dieses Erlebnis sofort zu bewerten oder zu erklären.

Schulen und Lehrmeinungen der Psychologie 

Tiefenpsychologie → Das Unbewusste beeinflusst unser Verhalten.
Behaviorismus → Verhalten wird durch Umwelt und Lernen geprägt.
Kognitive PsychologieDenken und Informationsverarbeitung beeinflussen Verhalten.
Humanistische Psychologie → Mensch strebt nach Entwicklung und Selbstverwirklichung.
Systemische Psychologie → Verhalten entsteht im Zusammenhang mit Beziehungen und sozialen Systemen.
Gestaltpsychologie → Der Mensch nimmt Dinge als Ganzheit wahr.
Biologische PsychologieGehirn, Nervensystem, Hormone und Gene beeinflussen Erleben und Verhalten.

Wichtigste Begründer & Vertreter psychologischer Schulen 

TiefenpsychologieSigmund Freud
BehaviorismusJohn B. Watson & B. F. Skinner
Kognitive PsychologieUlric Neisser & Jean Piaget
Humanistische PsychologieAbraham Maslow & Carl Rogers
Systemische PsychologiePaul Watzlawick
GestaltpsychologieMax Wertheimer
Biologische PsychologieDonald O. Hebb

Biologische Grundlagen der Wahrnehmung und des Gehirns 

  1. Wahrnehmung

    Wahrnehmung ist die Aufnahme, Verarbeitung und Interpretation von Reizen aus der Umwelt oder dem eigenen Körper.

  2. Sinnesorgane und Reize

    Unsere Sinnesorgane nehmen Reize auf

  3. Nervensystem

    Das Nervensystem überträgt Informationen zwischen Körper und Gehirn.

    Zentrales Nervensystem (ZNS) → Gehirn + Rückenmark
    Peripheres Nervensystem (PNS) → Nerven ausserhalb von Gehirn und Rückenmark

  4. Nervenzellen – Neuronen

    Neuronen sind die Grundbausteine des Nervensystems. Sie nehmen Informationen auf, verarbeiten sie und leiten sie weiter.

    Dendriten → nehmen Signale auf
    Zellkörper → verarbeitet
    Axon → leitet weiter
    Synapse → überträgt Signal zur nächsten Zelle

  5. Gehirn

    Das Gehirn verarbeitet die eintreffenden Informationen und steuert unser Denken, Fühlen, Wahrnehmen und Verhalten.

    Grosshirn → Denken, Wahrnehmung, Sprache, Gedächtnis, bewusste Bewegungen
    Kleinhirn → Koordination, Gleichgewicht und Feinmotorik
    Hirnstamm → lebenswichtige Funktionen wie Atmung und Herzschlag

Sinne 

Sinne nehmen über Sinnesorgane Reize aus der Umwelt oder dem Körper auf, wandeln sie in Nervenimpulse um und leiten sie an das Gehirn weiter. Dort werden sie verarbeitet und als Wahrnehmung interpretiert.

 

Reiz - Sinnesorgan - Nervenimpuls - Gehirn - Wahrnehmung

 

Sinnesorgane 

Sinnesorgane nehmen Reize auf, wandeln sie in Nervenimpulse um und leiten diese an das Gehirn weiter.

Gehirnnerven

Hirnnerven verbinden das Gehirn vor allem mit Sinnesorganen, Muskeln und Organen im Kopf- und Halsbereich. Es gibt 12 Hirnnervenpaare.

Nervensysteme des Menschen 

Das Nervensystem nimmt Informationen auf, verarbeitet sie und steuert die Reaktionen des Körpers.

  1. Zentrales Nervensystem (ZNS): Infos verarbeiten und koordinieren
  2. Peripheres Nervensystem (PNS): Verbindet ZNS mit restlichen Körper.

    Somatisches Nervensystem→ steuert vor allem willkürliche Bewegungen und übermittelt Sinnesinformationen. 

    Vegetatives / autonomes Nervensystem

    → steuert unbewusste Körperfunktionen, z. B. Herzschlag, Atmung und Verdauung.

Emotion

Eine Emotion ist ein Gefühlszustand, der durch eine bestimmte Situation oder einen Reiz ausgelöst wird und mit körperlichen Reaktionen, Gedanken und einem bestimmten Verhalten verbunden ist.

Motivation 

Motivation ist der innere Antrieb, der dazu führt, dass ein Mensch ein bestimmtes Verhalten beginnt, aufrechterhält und auf ein Ziel ausrichtet.

Motivatoren

Motivatoren sind Anreize oder Faktoren, die Motivation auslösen oder verstärken. Sie können von innen oder von aussen kommen.

Aggresion. Wie entstehen Aggression 

Aggression ist ein Verhalten, das darauf ausgerichtet ist, anderen Menschen, sich selbst oder Gegenständen Schaden zuzufügen.

 

Aggressionen können verschiedene Ursachen haben:

  • Biologische Faktoren → Gene, Hormone und Vorgänge im Gehirn können aggressives Verhalten beeinflussen.
  • Frustration → Wird ein Ziel verhindert oder ein Bedürfnis nicht erfüllt, kann Frustration entstehen, die Aggression begünstigt.
  • Lernen → Aggressives Verhalten kann durch Beobachtung und Nachahmung gelernt werden.
  • Belohnung/Verstärkung → Hat aggressives Verhalten Erfolg, kann es häufiger gezeigt werden.
  • Umwelt und Situation → Stress, Konflikte, Provokationen oder Gruppendruck können Aggression fördern.

 

Theorien der Aggressionsforschung 

Triebmodell → Aggression ist angeboren.
Charaktertheorie → Aggression hängt mit der Persönlichkeit zusammen.
FrustrationstheorieFrustration kann Aggression auslösen.
Lerntheorie → Aggression wird durch Beobachtung und Verstärkung gelernt.
Sozialpsychologisches Modellsoziale Situationen und andere Menschen beeinflussen Aggression.

Triebmodell 

Sigmund Freud

Aggresion entsteht durch angeborenen inneren Trieb. Aggressive Energie baut sich auf und sucht nach Entladung 

Charaktertheorie

Aggressives Verhalten wird durch Charaktereigenschaften beeinflusst. 

Frustrationstheorie 

Wird ein Mensch daran gehindert, ein Ziel zu erreichen entsteht Frustration

Lerntheoretisches Modell 

Aggression wird gelernt, besonders durch Beobachtung und Nachahmung anderer Menschen. Wird aggressives Verhalten belohnt, wird es eher wiederholt.

Sozialpsychologisches Modell 

Aggression entsteht durch das Zusammenspiel von Person und sozialer Situation, z. B. Gruppendruck, soziale Normen, Provokation oder Konflikte.

Lernen