Polymere

Zusammenfassung

Zusammenfassung


M. H.
Diese Lernkarten behandeln die Eigenschaften und Verhaltensweisen von Polymeren auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Themen wie Kristallisation, Verformungsverhalten, thermische Analyse und die Auswirkungen von Molekülstruktur auf Eigenschaften wie Erweichungstemperatur. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Materialwissenschaften oder Ingenieurwesen, die ein tiefes Verständnis der Werkstoffeigenschaften und deren Anwendungen benötigen.
Karten
87
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Technik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
29.07.2014 / 29.07.2014

Lernkarten

Was ist ein Polymerwerkstoff?

Werkstoff, die im wesentlichen aus makromolekularen organischen Verbindungen bestehen, synthetisch oder durch Umwandlung von Naturprodukten

was ist ein Makromolekühl

- besteht aus vielen, gleichen Grundbausteinen

- Molmassen 10^4 bis 10^7

- lineare Makromoleküle streben Knäulgestalt an, Substituenten seitlich angebunden

- Verzweigungen, Vernetzungen mgl.

- werden durch chem. oder phys. Bindkräfte zusammengehalten
 

Arten der Synthese

- Polymerisation

- Polyaddition

- Polykondensation

Polymerisation

Polymeraufbau unter Aufspaltung Doppelbindung zu freien Valenzen

meist unter Einsatz von Kat

ohne Nebenprodukte

z.B. Polystyren, Polyethylen, PVC, Polyacrylnitril, Plexiglas

Styrol zu polystyrol oder radikalisches Styren zu ataktischem Polystyren

Anwendung: Schaumstoff, Wärmeisolierungen

Polyaddition

Polymeraufbau unter Entstehung von stabilen Zwischenprodukten ohne Aufspaltung von nierdermolekularen Verbindungen

z.B. Polyurethan, Epoxidharze

PU: aus Hexan 1-6 diisocyanat und Butan-1,4-diol

Anwendung:Amaturen, Damenstrümpfe, Seile, Behölter, Fallschirme

Polykondensation

Polymeraufbau unter Freiwerden von niedermolekularen Verbindungen

z.B. Polyester, Polyamide, Polycarbonat

PC aus Bisphenol + Phosgen

Anwendung: CDs, Mehrweg- Getränkeflaschen

Molekulare Architektur

bestimmt Eigenschaften von Kunststoffen: biegsam, fest, elastisch, spröde

Anordnung Monomere: Homopolymere nur A:   AAAAA

Copolymere, alternierend A+B: ABABAB

copolymere, statistisch A+B: AABABBBBAAAA

Blockpolymere A+B: AAAABBBB

Kettenstrucktur: linerar, verzweigt, Dentrimer, netzwerkartig

Überstrucktur und Dimensionen von Polymeren

amorph: Thermoplast, Durolast, teilkristallin Thermoplast, kristallin

→zunehmende Ordnung

eigenschaften von Polymeren

- niedrige Dichte

- Flexibilität/ Festigkeit

- niedrige Verareitungstemp.

- niedrige Leitfähigkeit

- teilweise transparent

- hohe chem. Beständigkeit gegen Säuren, Laugen, Salze(oft in LM löslich)

- Permeation und Diffusion in Gasen

- Recycling mgl.

Monomer

enthält ungesättigte Bindungen oder reaktionsfähige Endgruppen

Strukturelement

kleinste, ständig wiederkehrende Einheit

Polymerisationsgrad n

Zahl Monomere bei gleichartigen Grundbausteinen bzw. der Strukturelemente bei ungleichartigen Grundbausteinen

Grunfbaustein

dem Monomeren entsprechende Einheit im Makromolekül

Ablau der Polymerisation

- Aktivierugsenergie muss überschritten werden

- Geschwindigkeit: dc/dt = k(1-c)^n

c...Anteilumgesetzter Monomere

k... Geschwindigkeitskonstante

n...Reaktionsordung

- Reaktionschritte: 1. Startreaktion, 2. Wachstumsreaktion, 3. Abbruchreaktion

- wichtigste Reaktionsarten: radikalische und ionische Polym.

- bifunktionelle Monomere: polymerisieren zu Thermoplasten

- tri- o. mehrfunktionelle Monomere polymerisieren zu netzartigen Polymeren

- Aktivatoren, Initiatoren lösen Startreaktion aus

- Regler beenden Wachstumsreaktion

- Einstellen der Molmasse Verhältnis Startgewicht zu Wachtumsgeschw., Zahl der Aktivatoren

Radikalische Polymerisation

- wichtigste Polymerisationsart

- Aktivatoren bilden unter Reaktionsbedingungen Radikale, die Doppelbindungen der Monomere aufbrechen

- Bsp. R-O-O-R ⇔ R-O• + •O-R

- Kettenabbruch durch Radikalkombination

ionische Polymerisation

- Aktivator is Ion (ungesättigte Ringe brechen Doppel-/Dreifachbindung auf)

- Abbruchreaktion durch Verunreinigung oder Regler

- anionische oder kationische Polymerisation mgl.

Polymerisationsverfahren

- Substanzpolymerisation

mit reinen Monomeren

gewöhnlich strke Erwärmung

breite Molmassenverteilung

sehr reines Polymerisat

PS, PMMA PE- LD(Hochdruckpolyethylen)

- Lösungspolymerisation

in Lösungsmitteln (Verdünnung) bei Siedetemp. des LM

Herstellung von Lacken und Klebstoffen

- Fällungsp.

Spezialfall LM-Polym. Polsmer nicht löslich→fällt aus

PVC, PAN

- Suspensions- und Perlp.

in Dispergiermittel zu feinverteilten perlförmigen Polymeren

monomere in H2O dispergieren

Größen 0,01..1mm

Polymer nicht sehr rein

- Emulsionspolymerisation

in Dispergiermittel, Monomere dispergieren zu Tröpfchen

stabilisiert durch Emulgatoren

ordnen sich zu Micellen→ im Zentrum durch Aktivatoren ausgelöste Polymerisation der Monomere

hohe Molmassen: PVAC, PVC, ABS, SB

Homo- und Copolymerisation

- Homop. nur eine Monomerart, symmetrisch oder unsymmetrisch Kopf- kopf- Bindung: CH2-CH-CH-CH2

Kopf-Schwanz-Bindung CH2-CH-CH2-CH; bei PV- verb. überwiegend Kopf-Schwanz

- Copolymerisation, mehrere Monomerarten, statistisch, alternierend, Blöcke, homogene Kette mit gestopften Seitenketten

  Zeil: Eigenschaften gezielt verändern

Ablauf Polykondensation

Reaktion mehrfunktioneller Moleküle uner Abspaltung niedermolek. Nebenprodukte (meis H2O)

- bifunktionelle Monomere ergeben unvernetzte Makromoleküle (Thermoplasten)

- ist endotherm, durch Abstellen der Wärmezufuhr angehalten, enge Molmassenverteilung

- PF, PA, PBT, PET, PC, SI

 

Ablauf Polyaddition

Moleküle mit 2 reaktiven Endgruppen (bifunktionelle Moleküle) reagieren mit Molekülen, die ebenfalls 2 reaktive Endgruppen besitzen

- reaktive Endgruppen: H, OH, COH, COOH, NH2, CONH2, NCO, CHOCH2

- keine abspaltung von Nebenprodukten

- EP, PUR

- keine C-C Hauptkette, C, O, N, in Hauptkette

 

Einteilung der Polymere

- Thermoplasten

lineare oder verzweigte Moleküle

könnenwiederholt geschmolzen oder gelöst werden

bei RT: weich bis zäh oder hart, spröde

- Elastomere:

weitmaschige Vernetzung, nicht schmelzbar, nicht löslich, quellbar, kautschukelastischer Zustand

über Quellung Grad der Vernetzung bestimmbar: quellt stark wenig vernetzt

-Duromere(- plasten):

starke Vernetzung, nicht mehr quellbar, mit zunehmender Vernetzung Werkstoff härter und spröder

 

Kristallisation von Thermoplasten

Makrom. können sich bei regelmäßigem und linearem Kettenaufbau in Teilbereichen an einander legen, teilkrisalline Thermoplasten

amorphe Thermoplasten

unregelmäßiger Aufbau der Makromoleküle, Knäulstruktur, transparent (organisches Glas)

Cellulosebasis Werkstoffe

- Baumwolle, Flachs, Hanf, Holz, Sroh

- Struktur: Strukturelement aus 2 Glukosemolekülen, hydroxylgruppen

- wegen starker H-Brücken ist Cellulose nicht formbar

- interessante Werkstoffgruppen: Celluloseester: Celluloseacetat, C- propionaat, C- acetobutyrat

- Besonderheiten: alle 3 amorph, thermoplastisch

enthalten Weichmacher

glasklar

hohe Zähigkeit

geringe elek.stat Aufladung

große Wasseraufnahme

nicht lebensmittelecht

Anwendug: Brillengestelle, Fahrzeugleuchten, Werkzeuggriffe, Spielwaren

Proteinbasis Werkstoffe

- aus Milcheiweiß (Casein)

- 2 alpha Aminosäuremoleküle

- Eiweißbausteine durch Vernetzungsreaktion: Umsetzung der Aminogruppe mit Formaldehyd

- Kunsthorn (mit Weichmachern): Knöpfe, Spangen, Caseinwolle
 

Polyolefine Werkstoffe

- Polymere aus kohlenwasserstoffen der Formel CnH2n mit Doppelbindung

- teilkristaline Thermoplasten, gute chem. Beständigkeit, elek. Isolatoren

- wichtigste Kunstoffgruppe

- Bsp. PE, PP, Polybutyln(PB), PVC, PS, Polymethylmethacrylat PMMA, POM, PC, PA, PES

Polyethylen PE

Herstellung:

Hochdruckverfahren, Polymersisation von Ethylen bei 200bar, 200°C

Niederdruckverfahren, Polymerisation durch Einleiten von Ethylen in Aufschwemmung von metallorgan. Mischkat.

Verbreiterung Eigenschaftsspektrum über Metallocenkatalyse

Eigenschaften:

unpolar

teilkristalliner Thermoplast, milchig weiß

elek. stat. Aufladbar

beständig gegen verdünnte Säuren und Laugen

nicht beständig gegen Oxitationsmittel, Kohlenwasserstoffe, Strahlenbelastung

gasdurchlässig

lebensmittelecht

leicht klebbar, verschweißbar

mit Erhöhung der Kristallinität: steigt Dichte, Wärmeformbeständigkeit, Steifigkeit, Festigkeit

Anwendung: breit gefächert

Maschinenbau

E-Technik

Bauwesen

Spielzeug

Polypropylen (PP)

- Herstellung

niederdruck-Fällungs-Polymerisation von Propen mit Zieglerkatalysatoren

- Eigenschaften

unpolar, lebensmittelecht

hohe Steifigkeit, Härte, Festigkeit

niedrige Kerbschlagzähigkeit,

neigt zur Oxitation

beständig gegen schwache Säuren

nicht beständig gegen Oxidationsmittel und KW

schlechtklebbar, gut verschweißbar

Anwendung:

Maschinen-/Fahrzeugbau

Haushalt, E-Technik

Bauwesen

 

Polybuten PB

Herstellung: Polymerisation von Buten 1 mit Zieglerkat

Eigenschaften: ähnlich wie PP, PE aber höhere Spannungsrissbeständigkeit, Zeitstandfestigkeit

Anwendung: Behälterauskleidung, Warmwasserleitungen, Kabelummantelung

Polyvinylchlorid PVC

Herstellung: Emulsions- Suspensions- oder Fällungspolymerisation von Vinyl-Chlorid

Eigenschaften: polar, vorwiegend amorph

gute chem. Beständigkeit, nicht beständig gegen polare Lösungsmittel

schwer entflammbar, rußend

verschweißbar, geringe Neigung zur Spannungsrissbildung

Anwendung: sehr weite Beriche: Kunstleder bis spritzgussteil, extrusionsprofil

Verbessung der Eigenschaften durch Compountieren

 

Polystyrol PS

Herstellung: durch Anlagern von Ethylen an Benzol und Dehydrierung überwiegend Fällungspolym.

Eigenschaften: amorph, glasklar, steif, hart, spröde

guter elek. Widerstand, physiolgisch unbedenklich, verklebbar, verschweißbar

Anwendung: Verpackungsindustrie, Leuchtmittel, e-Technik, Haushalt

Polymethylmethacrylat PMMA

Herstellung: Mehrstufensynthese aus Aceton + HCN oder Isobutylen, oder radikalische Polymerisation

Eigenschaften: amorph, glasklar mit ohem OF- Glanz, optisch hochwertig, hart und spröde, weitgehend kratzfest

Anwendung: Optik, Haushalt, Fahrzeug(Leuchten, Verglasung), Bauwessen, E-technik, Werbetechnik

Polyoxymethylen POM

Herstellung: Polymerisation von Formaldeyhyd

Eigenschaften: hochkristallin, hohe härte, Steifigkeit, Festigkeit

gutes Gleit- und Abreibverhalten, schlecht verklebbar

Anwendungen: Feinwerktechnik, Laufräder, Lager, Gletelemente, Möbelindustrie

Polycarbonat PC

Herstellung: durch Polykondensation Aceton + Phenol

Eigenschaften: gute Isoliereigenschaften, Wärmeformbeständigkeit (bis 130°C), weitgehend amorph, transparent, physiologisch unbedenklich

Anwendung: E- Technik, Optik, Feinwerktechnik, Haushaltsartikel

Polyamid PA

Herstellung: 2 Ausgangstoffe über Polykondensation z.b. Diamin + Dicarbonsäure

Eigenschaften: gute Festigkeit, hohe Zähigkeit, gute Gleiteigenschaften, Verschleißwiederstand

kaum elektrostat. nicht beständig gegen Mineralsäuren, starke Laugen,

verklebbar, verschweißbar, teilkristallin

Anwendung: vielseitiger Konstruktionswerkstoff, Maschinenbauelemente, Medizintechnik, Sanitärtechnik, Möbelindustrie, Etechnik

Polyeter PET

Herstellung: Polykondensation aus Dicarbonsäure mit Diolen

Eigenschaften: gute Maßhaltigkeit, hohe Zeitstandfestigkeit, gute Gleit- und Verschleißverhalten, amorph und teilkristallin. PBT: hochkristallin

Anwendung: Feinwerktechnik, Gleitlager, Zahnräder, Haushaltsgeräte, Folien

Duromere Werkstoffe

- Netzwerke

- nach Kettenbildung noch vernetzungsstellen durch Doppelbindungen oder seitenständige reaktive Gruppen vorhanden

- Vernetzungsreaktion meist stufenweise: erst thermoplastisches oder flüssiges Vorprodukt, nach Zugabe Reaktionsfähigersubstanzen in Wärme vernetzt

- Form irreversible

- Vernetzung führt zu höherer Festigkeit, höherem Emodul, höherer Härte und therm. stabilität im Vgl zu Thermoplasten

- Duroplast meist gefüllt oder verstärkt

- in hausgehärtetem zustand unlöslich und unschmelzbar

 

was ist ein Blend?

durch Mischen unterschiedlicher Harze, oder durch Mischen von Harzen mit Thermoplasten oder Elastomeren gezielte Verbesserung bestimmter Eigenschaften

Phenoplaste PF

Pheno-Formaldehydharz

Polykondensation mit Phenol und Formaldehyd

Eigenschaften:  meist gefüllt mit: Holzmehl, Zellstoff, Baumwollfasern, gewebeschnitzel, Mineralfasern →Erhöht Kerbschlagzähigkeit,  Glimmer verbessert elek. Isoliereigenschaften

Anwendung: ETechnik, Haushaltsgeräte, Bauwesen, Bürogeräte und - maschinen

 

Aminoplaste

Herstellung: Polykondensation der Komponenten (Melamin-Formaldehyd)

Eigenschaften: gefüllt mit Holzmehl, mineralischenKurzfaser, Gesteinsmehl, Zellstoff → erhöhte Wärmeformbeständigkeit, verbesserte elek. Isoliereigenschaften

Anwendung: E-Technik, Haushaltsgeräte, Sanitätgegenstände, Küchenmöbel

Lernen