PM

Projektmanagement

Projektmanagement


D. M.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Projektmanagement (PM) auf Universitätsniveau, mit Fokus auf Aufwandsschätzung, Risikomanagement und Methoden wie CoCoMo oder FPA. Sie behandeln Themen wie Projektleitung, Kommunikation, Bewertung und Problemlösung, wobei auch spezifische Techniken wie die Prozentsatzmethode oder die Risikoprioritätszahl (RPZ) vertieft werden. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Praktiker, die sich mit der Planung und Steuerung von Projekten auseinandersetzen und dabei fundierte Schätzungen sowie Risikobewältigungstechniken anwenden möchten.
Flashcards
79
Students
9
Language
German
Category
Technology
Level
University
Created / Updated
17.11.2015 / 14.11.2023

Flashcards

Was ist ein Projekt?

Entwicklungstätigkeit, die 

•    klar definiert und abgegrenzt ist, 
•    einmalig ist und sich in dieser Form nicht wiederholt, 
•    lösbar sein muss,
•    innovativ/risikoreich ist, 
•    sich zeitlich abgrenzen lässt, 
•    sich kostenmäßig berechnen oder abschätzen lässt, 
•    sich aufgrund ihrer Komplexität nicht durch bereits vorhandene Betriebsinstanzen lösen lässt, 
•    mit anderen Tätigkeiten und Bereichen um begrenzte Ressourcen konkurriert

gelber Kasten: Vorhaben, das im Wesentlichen durch Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist

Projektradar (Was ist Arbeitsauftrag, was ist unmöglich, was ist Projekt?)

Arbeitsauftrag: zeitliche Abgrenzung, erkenntlich lösbar, inhaltlich abgegrenzt, Kosten berechenbar

Unmöglich: zeitliche Abgrenzung, einmalige Aufgabenstellung, hohe Komplexität, innovativ/risikoreich, Konkurrenz um Ressourcen

Projekt: alle Bereiche gefüllt, nicht bis zum Ende

Was ist ein Software-Projekt (IT-Projekt)?

IT-Projekte beschäftigen sich mit der Entwicklung von Informations- und Kommunikationssystemen

-    ein oder mehrere Auftragnehmer
-    Entwicklung, Weiterentwicklung oder Migration
-    Consulting, Prozessverbesserung, Infrastruktur

es sind temporäre Organisationsformen innerhalb des sozio-technischen Systems „Unternehmung“ und haben identische Eigenschaften wie Projekt

Charakterisitika von großen Projekten?

-    Mindestens zwei Unternehmen beteiligt sodass Lenkungsgremium als Kontrollinstrument erforderlich ist
-    Projektbudget größer als Jahresumsatz des ausführenden Unternehmens
-    Scheitern des Projekts ist erhebliches Unternehmensrisiko
-    Projektdauer übersteigt ein Jahr deutlich
-    Zahl und Komplexität der Vorgänge sehr groß -> Untergliederung in Teilprojekte
-    Eigene Projektgesellschaft mit Organisationsstruktur sowie Führungs- und Entscheidungsstruktur 

 

Was ist Projektmanagement?

Gesamtheit von Führungsaufgaben, Führungsorganisation, Führungstechniken, Führungsmitteln für die Initiierung, Definition, Planung, Steuerung und Abschluss von Projekten

Teilgebiet des Software-Engineering

Ablauf des Projektmanagements? (Grafik)

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Projektmanagement im Umfeld (Grafik, keine Frage)

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Magisches Teufelsquadrat, welche Ecken?

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Kommunikationskanal

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Vier Seiten einer Nachricht?

vier Seiten: TALK

-    Sachinformationen (Tatsache) -> was teilt der Sender explizit mit?
o    Kriterien: Wahrheit, Relevanz, Vollständigkeit
o    Sollte inhaltlich und rhetorisch gut vorbereitet sein
-    Selbstkundgabe (Ausdruck) -> wie fühlt sich der Sender?
o    Sollte explizit sein (Ich-Botschaft), oft aber implizit (man sollte..)
-    Appell (Lenkung) -> was will der Sender beim Empfänger bewirken?
o    Oft gepaart mit Beziehungshinweis (damit sie mal was tun)
o    Appell-Ohr sollte gerade bei Führungskräften ausgeprägt sein (was will mir mein Mitarbeiter sagen?)
-    Beziehungshinweis (Kontakt) -> wie steht der Sender zum Empfänger?
o    Implizit
o    Nicht-sprachlich: Tonfall, Mimik
o    Viele Empfänger sehr sensibel und überempfindlich

Non-verbale Kommunikation muss ausgewogen dekodiert werden können, der Appell darf nicht zu dominant sein (vier Ohren und zwei Augen)

Wie löst man Teufelskreise auf?

-    zirkuläre Betrachtungsweise
-    von reagierenden Opfer zum agierenden Täter werden (aussteigen)
-    auf Sachinhalte eingehen
-    Beziehungshinweise und Selbstkundgaben erkennen
-    Appelle herauslesen
-    Aktiv zuhören
-    Anerkennung signalisieren
-    Gegenseitige Wertschätzung

Vor der Reaktion prüfen, ob sich das Verhalten des Anderen nicht anders deuten lässt, als man es bisher getan hat

In einem Meta-Gespräch über Teufelskreis austauschen
-    Senkrechte Kommunikation im Konflikt (äußere Reaktion)
-    Waagerechte Kommunikation im Meta-Gespräch (auch innere Beweggründe erkennen)

Wie verhindert man Teufelskreise?

-    Gespräche fordern
-    Aktiv zuhören – Feedback geben
-    Ich-Botschaften mit Erklärung liefern
o    Ich bin ärgerlich, weil ich mich übergangen fühle
-    Offene Fragen stellen
o    Was meinen sie mit arbeitsfrei? Statt wollen sie blaumachen?
-    Kommunikationssperren vermeiden
o    Nicht predigen, nicht verhören, nicht ablenken, nicht ausweichen

 

Was ist ein Team?

-    Gruppe aus 3-15 Personen
-    Trifft sich in regelmäßigen Abständen
-    Besteht über längeren aber endlichen Zeitraum (Projektdauer)
-    Hat eindeutige, gemeinsame Ziele
-    Leistungsorientiert
-    Organisiert seine Prozesse selbst
-    Klare Regeln
-    Bestimmte Entscheidungsbefugnisse
-    Kontrolliert sich in hohem Maße selbst
-    Entwickelt ein Klima gegenseitigen Vertrauens und Unterstützung
Gruppe: zeitlich unbegrenzte Zusammenarbeit mehrerer Personen mit klar geregelter Aufgabenzuordnung in Bezug auf den Prozess und das Ziel

 

Merkmale von Team-Arbeit? Vorteile, Nachteile?

Gemeinsame aus mehreren Teilaufgaben bestehende Arbeitsaufgabe

-    Wir-Gefühl
-    Rollenverteilung
-    Unmittelbare Zusammenarbeit
-    Gemeinsame Werte, Ziele, Spielregeln
-    Mehrere Personen
-    Zeitliche Dauer

Vorteile:

-    Leistungen erbringen die einzeln nicht möglich sind
-    Mehr Motivation und höhere Identifikation mit Projektzielen durch emotionale Faktoren (Kontakt, Solidarität)
-    Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven, kollektive Kontrolle
-    Tragfähigere Entscheidungen, mehr Kontinuität
-    Mehrere Arten von Geschicklichkeit und verschiedenes Sachwissen
-    Nutzung von Synergien, Arbeitserleichterung
-    Risiko des Einzelnen auf Gruppe verteilt

Nachteile:

-    Höherer Kommunikations- und Koordinationsaufwand
-    Verantwortung schlechter zuzuordnen, Mitläufer
-    Überzogener Optimismus
-    Langsame Entscheidungsfindung bis Entscheidungslosigkeit
-    Möglichkeit von Konflikten (Konkurrenz, Rivalität)
-    Gefahr der Selbst- und Gruppenzensur und Mobbing

Phasen der Teambildung

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Bedürnishierarchie Maslow

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Aspekte der Projektplanung (bezüglich Aufbauplanung)

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Was ist die Projekt-Aufbauorganisation?

Hierarchisch geordnete Projektorganisation mit z.B. Weisungsrechten, Zuständigkeiten oder Berichtspflichten (gelber Kasten). Typische Darstellungsform: Organigramm

Warum Organisation?

-    Große Projekte können nur von großen Gruppen bearbeitet werden
-    Koordination der Gruppenmitglieder nötig
-    Zielgerichtetes Arbeiten erfordert ab gewisser Größe eine Organisation, welche sowohl statistische Aspekte (Kommunikation, Autorität) als auch zeitliche Beziehungen (Abläufe) berücksichtigt

 

Was ist Aufbauorganisation?

-    Hierarchische Struktur eines Unternehmens (Betrieb, Abteilung, Projekt) bezüglich der vier Aspekte Autorität (vertikale Differenzierung), Kommunikation (vertikale Integration), Spezialisierung (horizontale Differenzierung), Koordination (horizontale Integration)
-    Zeitliche Beziehungen in der Ablauforganisation beschrieben

 

Nenne die 5 grundsätzlichen Autoritätsebenen in Unternehmungen 

-    Topmanagement (strategische Spitze)
o    Verantwortlich für Unternehmung als Ganzes
o    Vorgabe der Unternehmensziele und Visionen
o    Vertretung der Unternehmung nach außen
-    Mittleres Management
o    Gestaltung einzelner Arbeitsabläufe
o    Führung und Koordination der Mitarbeiter
-    Ausführende (betr. Kern)
o    Sachbearbeitung
-    Hilfsstab
o    Unterstützung außerhalb der Kernaufgaben (Presse)
-    Technostab
o    Standardisierung, Ausbildung

Aufgaben erfordern Verantwortung und Kompetenz, Verantwortung umfasst Autorität und Kompetenz (gelber Kasten)

Nenne die grundsätzlichen Fragen der Kommunikation (vertikale Integration)

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Spezialisierung (Horizontale Differenzierung, Kompetenz)

 

-    Unterteilung der Arbeit in elementare Schritte
-    Ausführung jedes Schritts durch spezialisierte Mitarbeiter

 

Koordination (Horizontale Integration)

-    Gegenseitige Abstimmung
-    Persönliche Weisung
-    Standardisierung (Arbeitsprozesse, Arbeitsprodukte, Mitarbeiterqualifikation)

 

Unternehmensaufbau: Funktionsorientierte Organisation (Linienorganisation)

Vorteile:

-    Fördert Spezialisierung
-    Fördert gegenseitigen Austausch innerhalb der Qualifikationen
-    Ermöglicht innerhalb der Qualifikation Aufstiegsmöglichkeiten

Nachteile:

-    Abteilungsdenken läuft orthogonal zu Projekten
-    Es fehlt ein eingebauter Mechanismus zur Koordinierung des Arbeitsablaufes
-    Für Projekte werden zusätzliche Koordinationsinstrumente benötigt
-    Es werden mehr Führungskräfte benötigt

Unternehmensaufbau: Produkt/Branchenorientierte Organisation

Vorteile:

-    Stärkere Identifizierung mit Märkten/Produkten
-    Einfachere Leistungsbeurteilung
-    Projekt- und Linienorganisation fallen stärker zusammen
-    Weniger Führungskräfte erforderlich
Nachteile:

-    Weniger Know-How Austausch über Märkte hinweg
-    Spezialisten fühlen sich von ihrem Chef leichter missverstanden
-    Spezialisten können nicht so gut genutzt werden, da sie fest einer Branche zugeordnet sind
-    Ggf. mehr Personal erforderlich

Unternehmensaufbau: Reine Projektorganisation

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Unternehmensaufbau: Matrixorganisation

-    Funktionsorientierte Strukturen implizieren komplizierte Arbeitsabläufe
-    Markt/Produkt/Projekt-orientierte Strukturen verhindern Kontakte unter den Spezialisten
-    Matrixstruktur behält beide Gruppierungsalternativen bei
-    Es entsteht eine doppelte Führungsstruktur
-    Prinzip der Alleinverantwortung wird aufgegeben
-    Zwei Varianten:
o    Permanent (Zuordnung stabil)
o    Projektorientiert -> Projektteams
-    Probleme
o    Unklare Führungszuständigkeiten
o    Ggf. tägl. Umrüstzeiten der Mitarbeiter
o    Engpässe bei nicht koordinierten Einzel-Projektplänen
-    Weiterentwicklung: Multi-Matrixorganisationen

 

Abwandlung der Matrix-Org: Autrags-Projektorganisation

-    Projekte haben Budget und beauftragen vorhandene Organisationseinheiten bzgl. der einzelnen Arbeitspakete
-    Nicht Mitarbeiter sondern Aufträge in der Matrix

Projektaufbau

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Lenkungsausschuss Aufgaben, Definition?

-    Übergeordnetes Gremium, an das der Projektleiter berichtet und das ihm als Entscheidungs- und Eskalationsgremium zur Verfügung steht
-    Adressat für Reviews und Audits
-    Vertritt Auftraggeberinteressen
-    Trifft wesentliche Entscheidungen im Projektverlauf
o    Erteilung des Auftrags, Stellung des Budgets
o    Definition der Projektziele, Abnahme der Ergebnisse
o    Prüfung der Statusberichte
o    Entscheidung über Änderungsanträge und bei Konflikten
o    Unterstützung und Beratung des Projektleiters
-    Besetzung
o    Auftraggeber 
o    Auftragnehmer
o    Verantwortungsträger aus Benutzerkreisen
o    Ggf. Verantwortliche der einzelnen Organisationsbereiche

 

Fachausschuss Aufgaben, Definition?

-    Unterstützt Beratung und Schulung der Projektleiter (und Mitarbeiter)
-    Standardisierung
o    Organisationsweites Vorgehensmodell
o    Auswahl und Beschreibung der Methoden
o    Vorgabe von Formularen
o    Programmierrichtlinien
o    Dokumentationsrichtlinien
-    Keine Entscheidungsbefugnis
-    Steht direkt unter der IT-Leitung

 

(Teil-)Projektleiter Aufgaben, Definition?

-    Führungsperson
-    Voraussetzung: Entscheidungsautorität, Überzeugungskraft, Verhandlungsgeschick
-    Aufgaben
o    Klärung der Projektzielsetzung
o    Erstellung des Projektauftrags und Abstimmung mit Auftraggeber
o    Beschaffung von Ressourcen
o    Bildung des Teams
o    Durchführungsverantwortung (Projektplanung, Überwachung, Steuerung)
o    Führung und Motivation des Projektteams
o    Sicherstellung der Projektkommunikation
o    Vertretungs des Projektes nach innen und außen
o    Abschlusspräsentation

 

Was zeichnet eine funktionsorientierte Projektplanung aus?

 Zur Förderung der Spezialisierung können insbesondere in größeren Projekten funktionsorientierte Projektleiter eingesetzt werden
• Insbesondere für markt- produkt- oder projektorientierte Aufbaustrukturen interessant
• Beispiele:
– Projektleiter Qualitätssicherung in einer auf Projektbasis organisierten
Software-Abteilung
– Projektleiter Methodenstandardisierung

Definition Projektdokumentation?

-    Gesamtheit aller relevanten Dokumente, die in oder aus einem Projekt entstehen, Verwendung und Anwendung finden oder anderen Bezug zum Projekt haben

 

Organisation eines Kleinprojekts

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Definition Projekthandbuch

Dokumentation aller Projektunterlagen

-    Projektziele und Projektbeschreibung
-    Projektorganisation und Vorgehensmodell
-    Aktuelle Aufwandsschätzung
-    Aktuelle Ablaufpläne und Meilensteine
-    Anzuwendende Methoden
-    Zu erstellende Dokumente

Definition Projekttagebuch

-    Historie aller entscheidungsrelevanten Vorgänge und Sachverhalte
-    Projektstatusberichte

 

Definition Ereignisbibliothek

-    Gesamtdokumentation aller Arbeitsergebnisse
-    Papier oder Internet
-    Versionsverwaltet

 

Was ist Schätzen?

-    Produkt-Umfang bzw. Projekt-Aufwand
-    Projektlaufzeit

Alles andere ist Sache der detaillierten Projektplanung

Study