Teil A


Ulrich Hinze
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Einblick in das Produktlebenszyklusmanagement (PLM) und konzentrieren sich auf Kapazitätsmanagement, Verwertung und Kreislaufwirtschaft. Sie behandeln Themen wie die Implementierung von Vermeidungsorientierten Produktnutzungskonzepten (VPNK), die Strategien zur Kapazitätsanpassung und die verschiedenen Recovery-Optionen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachkräfte in der Betriebswirtschaftslehre, die sich mit nachhaltigen Produktstrategien und Kreislaufmanagement auseinandersetzen möchten.
Flashcards
18
Students
5
Language
German
Category
Micro-Economics
Created / Updated
03.08.2013 / 05.04.2016

Flashcards

K3 Nach welchen Kriterien kann man sich für eine recovery Option entscheiden?

  • Produktaufbau
    • Art und Anzahl der Komponenten
    • Art der Verbindung der Komponenten
  • Alter und Zustand des Produktes
    • Nutzungsdauer und -intensität
    • Funktionstüchtigkeit Produkt/Komponenten
    • Zeitwert des Produktes
    • Anfallstelle

K3 Welche Lücken können bei der Kreislaufschließung entstehen? Erkläre diese und nenne Ansätze zur Lösung!

  • Kollektionsgap
    • fehlende Rückführsysteme -> gesetzliche Implementierung, freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie
    • Rückgabeverhalten Konsumenten nicht kreislaufgerecht -> Anreize für Konsumenten schaffen, auf individuelle Kosten/Nutzen-Abwägung ausrichten
  • Reduktionsgap
    • materielle Umwandlung des Abfalls nicht möglich wegen
      • stofflicher Qualität
      • Demontierbarkeit
      • Inhomogenität
    • Lösungen
      • Downcycling
      • Sortierung, separate Reduktion
      • Produktentwicklung anpassen
  • Induktionsgap
    • Sekundärrohstoffe im Wettbewerb zu Primärrohstoffen
    • geringer preislicher Vorsprung vs. schlechtere Qualität -> gesetzliche Rücklauf-/Verwertungsquoten (Push), Imageverbesserung oder Subventionierung (Pull)
    • bei langlebigen Gütern zeitlicher Gap -> Baukasten-Konstruktion, Gleichteile, Weiterverwendung (neue Einsatzgebiete)

K3 Welche Aufgabenbereiche umfasst das Kreislaufmanagement?

Produkt Return Management

  • Gewährleistung Rückfluss der gebrauchten Objekte -> Behebung Kollektionsgap

Remanufacturing Operational Issues

  • Überwindung technischer und wirtschaftlicher Probleme bei der Bearbeitung der gesammelten Objekte -> Behebung Reduktionsgap

Remanufactured Products Market Development

  • Entwicklung von Absatzkanälen für Sekundärprodukte -> Behebung Induktionsgap

K4 Wie kann man kreislaufgerechte Produktkonzepte klassifizieren?

  • gemäß abfallwirtschaftlicher Kategorien
    • Vermeidung
    • Verwertung
    • Beseitigung

-> Vermeidung und Verwertung sind zentral für umweltgerechte Produktinnovationen

 

  • gemäß Kreislaufphasen
    • Produktion
    • Konsumtion
    • Reduktion

-> oft Produktion und Reduktion im Fokus, aber Konsumtion hat oft hohes Potential (s. vermeidungsorientierte PNK)

K4 Was ist das Ziel und die Strategie von Vermeidungsorientierten PNK?

Ziel: Verringerung der Herstellungsmengen von Produkten (und bei der Herstellung eingesetzter Ressourcen(anfallender Emissionen)

Strategie: Erhöhung und bessere Ausschöpfung des möglichen Nutzungspotentials in der Konsumtion

K4 In welche Stoßrichtungen kann man VPNK einteilen? Nenne jeweils ein Beispiel.

  • Lebensdauerausweitung (L-Konzepte) -> langlebige Glühbirnen
  • Produktnutzungsverlängerung (P-Konzepte) -> zeitloses Produktdesign
  • Ausdehnung der Nutzungsintervalle (N) -> Multifunktionsgeräte
  • Schaffung neuer Nutzungsintervalle (N) -> Car-Sharing
  • Steigerung der Nutzungsintensität (I) -> Mitfahrgelegenheit

K4 Definiere oder beschreibe die  Begriffe Kapazität, quantitative Kap., qualitative Kap., Kapazitätsauslastung!

Kapazität= Leistungsvermögen einer wirtschaftlichen oder technischen Einheit in einem Zeitabschnitt

quantitative Kapazität (Cmax), maximale Nutzungszeit (tmax), maximale Leistungsintensität (dmax), Anzahl gleicher Aggregate (mmax) -> Cmax= tmax * dmax * mmax

qualitative Kapazität: Vermögen, bestimmte Leistungsvarianten hervorzubringen

Kapazitätsauslastung: tatsächlich genutzte Kapazität

K4 Was ist das 8-Felder-Schema?

Schema zur Ermittlung von möglichen Kapazitätsanpassungen -> alle 3 Komponenten der Kapazitätsformel können sowohl hinsichtliche Gesamtkapazität als auch genutzte Kapazität erhöht werden; qualitative Kapazität und deren Auslastung ebenfalls (z.B. durch zusätzliche Funktionen/Nutzungen des Produkts)

 

K4 Was versucht man hinsichtlich der Kapazität bei der VPNK zu erreichen? Welche Faktoren müssen zur Erreichung verändert werden? Erkläre die Gedankenkette!

Zielsetzung: Reduzierung von mmax (Benötigte Produktanzahl)

damit in Verbindung auch Reduzierung der Anzahl genutzter Produkte mfakt

wenn Gesamtleistung gleich bleiben soll, müssen tfakt, dfakt, qfakt (3 Stoßrichtungen) erhöht werden

dadurch müssen auch tmax, dmax und qmax (nochmal 3 Stoßrichtungen) erhöht werden

K4 Welche Probleme gibt es bei der Implementierung von VPNK, wie lassen sie sich beheben?

Problem: herrschende Konsummuster

  • dauerhafter, intensiver Konsum ist nur selten zu beobachten
  • Nutzungsgewohnheiten bei langlebigen Produkten nur langsam zu ändern
  • Eigentumswunsch -> überdimensionierte Nutzungskapazitäten
  • Serviceleistungen statt Kauf oft nicht akzeptiert
  • schnelle Veralterung durch Trends und Innovationen

Lösungen:

  • geplante Obszoleszenz zur Erhöhung des Absatzes
  • Service- statt Produktverkauf
  • proaktive Vermarktung langlebiger Produkte
  • Öko-Leasing

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