Phytomedizin 2
Kakau
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Lernkarten
Krankheit: jede Abweichung vom normalen Verlauf der Lebensvorgänge bei Pflanze, Tier und Mensch, die mit einer Schwächung des betreffenden Organismus oder seiner Teile verbunden ist und unter Umständen zum Tod führen kann. Schaderreger/-organismus: Sammelbegriff für die (biotischen) Ursachen wirtschaftlicher Schäden an Nutzpflanzen, Nutzpflanzenbeständen und Erntegütern. Neben Mikroorganismen und Viren als Erreger von Krankheiten zählen dazu im weiteren Sinn auch Schadtiere und Schadpflanzen. Parasit: Organismus, der an oder in einem Wirt lebt, Energie und Substanzen für Wachstum und Entwicklung ohne eine gleichwertige Gegenleistung von ihm bezieht. Pathogen: krankheitsverursachender Organismus oder Virus Pathogenität: genetisch fixierte Fähigkeit eines Pathogen, eine Erkrankung auszulösen. Pathogenese: Entstehung und Verlauf einer Erkrankung; die Prozessfolge im Verlaufe einer Krankheitsentwicklung vom Initialkontakt zwischen einem Pathogen und seinem Wirt, im Allgemeinen bis zur Entstehung neuer Vermehrungseinheiten Aggressivität: die Fähigkeit eines Organismus, eine Pflanze (einen anderen Organismus) zu befallen, anzugreifen, ihren (seinen) Widerstand zu überwinden, sie (ihn) für seine Zwecke (insbesondere hinsichtlich seiner Ernährung) zu nutzen und sich in oder auf ihr (ihm) zu vermehren Virulenz: Fähigkeit von Erregergenotypen, Sorten mit definierten Resistenzgenen zu befallen und sich an ihnen zu vermehren. Virulenz bezeichnet also die Fähigkeit, genetisch definierte Resistenz zu überwinden. Erregergenotypen, die dazu nicht in der Lage sind, werden als avirulent bezeichnet. Symptom: sichtbare Veränderungen an Pflanzen, die durch Schadorganismen verursacht wurden Syndrom: Gruppe verschiedener, aber zusammengehöriger Symptome, die ein Krankheitsbild charakterisieren
abiotisch bedingte Pflanzenbeschädigungen werden durch Umwelteinflüsse verursacht -> Witterung (Kälte, Hitze, Trockenheit, Nässe, Wind, Hagel/Eis, Sonneneinstrahlung), Nährstoffmangel/-überschuss (Stickstoffüberschuss, Kali-/Stickstoffmangel, Kalimangel, Phosphormangel, pH-Wert), toxische Stoffe in der Luft (SO2, NOx, HF, NH3), toxische Stoffe im Boden (Schwermetalle, Salze, Herbizide), Agrartechniken (direkt durch Verletzungen, Verätzungen, indirekt durch Bodenverdichtungen, Strohverteilung/-einarbeitung, Versalzung) biotische bedingte Pflanzenbeschädigungen gehen von der belebten Umwelt aus -> Viren/Viroide, Bakterien, Pilze, Athropoden, Nematoden, Schnecken, Wirbeltiere, Unkräuter
1) Farbveränderungen -> Gelbverzwergungs-Virus (BYDV) 2) mechanische Gewebezerstörungen -> Schabefraß durch Schnecken 3) Nass-/Trockenfäulen -> Knollennassfäule (Erwinia spp.) 4) Formveränderungen -> PLRV (Potato Leaf Roll Virus) 5) sichtbare Schaderreger -> Braunrost 6) Maiswurzelbohrer? Stengel durchfressen 7) maiszynsler? blatt und pflanzenfras oberhalb
Durch suboptimale nährstoffzufuhr ist die vitalität der pflanzen nicht gewährleistet und das immunsystem ist geschwächt und antastbar
Lösliche N-Verbindungen, Assimilatgehalte, Zellgröße, Interzellularräume und Bestandesdichte steigen, Zellwände, Lignifizierung, Verkieselung, Kutinisierung und Seneszenz sinken -> es erhöht sich die Anfälligkeit gegen bestimmte Schadorganismen (Blattkrankheiten), wie etwa Roste, Echter Mehltau
Halmbruchkrankheit, Blattläuse, Blattkrankheiten: Rostpilze, Blatt- und Spelzenbräune, Septoria Blattdürre, Echter Mehltau
niedriger pH-Wert: pilzliche Schaderreger: Kohlhernie, Fusarien hoher pH-Wert: bakterielle Schaderreger: Kartoffelschorf
Kälte, Hagel, Trockenheit, Nässe, Verdichtung
Boden: Schwermetalle, Salze, Herbizide Luft: SO2, NOx, HF, NH3
Direkt durch Verletzungen oder Verätzungen, indirekt durch Bodenverdichtungen, Versalzung und Strohverteilung/-einarbeitung
Abiotisch bedingte Pflanzenbeschädigungen werden durch die unbelebte Umwelt, also Umwelteinflüsse, verursacht, unter denen Winterungsereignisse die bedeutendsten sind. Kennzeichnend ist die meist geringe direkte Beeinflussbarkeit durch den Menschen. Abiotisch verursachte Schäden sind nicht übertragbar und können, abgesehen von Totalschäden, selbst heilen, wenn der Schadfaktor nicht mehr wirksam ist.
obligate Parasiten haben eine biotrophe Ernährungsweise sind für ihre Entwicklung zwingend auf einen Wirt angewiesen, zum Beispiel Viren, Mehltaupilze, phytophage Nematoden, Insekten
nicht obligate Parasiten (fakultative Parasiten) ernähren sich wie die obligaten Parasiten von lebendem Gewebe, können sich aber auch bei saprophytischer Lebensweise weiterentwickeln; Ernährungsweise Perthotrophie: nach Infektion Abtötung der Wirtszellen und damit erst weitere Besiedlung möglich
Parasiten, die sich von lebenden Zellen des Wirts ernähren, nennt man biotroph, Parasiten, die die Zellen des Wirtes abtöten, um sich von ihnen zu ernähren, nennt man perthotroph
Obligate Saprophyten leben von abgestorbenem Gewebe -> Zersetzer, niemals Parasiten und töten die Pflanze nicht, weil sie nur von abgestorbenem Material leben, Ernährungsweise Nekrotrophie ? schädigen die Pflanze nicht, weil das Material schon tot war
Viroide sind infektiöse Moleküle, also Schaderreger, die sich von Viren unterscheiden, indem sie nur eine einzelsträngige RNA haben, so klein sind, dass sie kein Protein kodieren können und 150-400 Nukleotide haben -> nackte Erbsubstanz ohne Proteinhülle, sie sind mechanisch und/oder durch Insekten mit beißend-kauenden Mundwerkzeugen und durch Blattläuse übertragbar
Viren bestehen aus Proteinen, Nukleinsäuren, Lipiden, Polyaminen und Metallionen. Die Proteine haben als Proteinhülle (Kapsid, Untereinheiten Kapsomere) eine Schutzfunktion für die Nukleinsäure, Bindungsfunktion mit Wirtsrezeptoren und auch Enzymaktivitäten für Virusreplikation. Die Nukleinsäuren dienen der Speicherung genetischer Information in Form von DNA oder RNA als Einzel- oder Doppelstrang. Die Lipide befinden sich in der Hülle, die Polyamine sind an die RNS gebunden und die Metallionen bestimmen die Stabilität. Viren können kugelförmig, stäbchenförmig, fadenförmig oder bazilliförmig sein.
Viren haben keinen Zellkern, keine Zellwand, sind nicht im Lichtmikroskop sichtbar und wachsen nicht auf künstlichem Nährböden, sie enthalten DNA oder RNA, halten sich intrazellulär auf, haben keinen eigenen Stoffwechsel und sind obligate Krankheitserreger