Kakau


Felix Klare
Diese Lernkarten bieten einen universitären Einblick in die Phytomedizin, mit Fokus auf Viren, Parasiten und Pflanzenpathogene. Sie behandeln Aufbau, Ernährungsweise und Symptome von Schadorganismen, sowie abiotische und biotische Schadfaktoren. Ideal für Studierende der Biologie, die sich mit Pflanzenkrankheiten und deren Ursachen vertraut machen möchten.
Karten
18
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
15.01.2013 / 23.10.2024

Lernkarten

Definieren Sie die Begriffe Krankheit, Schadorganismus, Parasit, Pathogen, Pathogenität, Pathogenese, Aggressivität, Virulenz, Symptom, Syndrom

Krankheit: jede Abweichung vom normalen Verlauf der Lebensvorgänge bei Pflanze, Tier und Mensch, die mit einer Schwächung des betreffenden Organismus oder seiner Teile verbunden ist und unter Umständen zum Tod führen kann. Schaderreger/-organismus: Sammelbegriff für die (biotischen) Ursachen wirtschaftlicher Schäden an Nutzpflanzen, Nutzpflanzenbeständen und Erntegütern. Neben Mikroorganismen und Viren als Erreger von Krankheiten zählen dazu im weiteren Sinn auch Schadtiere und Schadpflanzen. Parasit: Organismus, der an oder in einem Wirt lebt, Energie und Substanzen für Wachstum und Entwicklung ohne eine gleichwertige Gegenleistung von ihm bezieht. Pathogen: krankheitsverursachender Organismus oder Virus Pathogenität: genetisch fixierte Fähigkeit eines Pathogen, eine Erkrankung auszulösen. Pathogenese: Entstehung und Verlauf einer Erkrankung; die Prozessfolge im Verlaufe einer Krankheitsentwicklung vom Initialkontakt zwischen einem Pathogen und seinem Wirt, im Allgemeinen bis zur Entstehung neuer Vermehrungseinheiten Aggressivität: die Fähigkeit eines Organismus, eine Pflanze (einen anderen Organismus) zu befallen, anzugreifen, ihren (seinen) Widerstand zu überwinden, sie (ihn) für seine Zwecke (insbesondere hinsichtlich seiner Ernährung) zu nutzen und sich in oder auf ihr (ihm) zu vermehren Virulenz: Fähigkeit von Erregergenotypen, Sorten mit definierten Resistenzgenen zu befallen und sich an ihnen zu vermehren. Virulenz bezeichnet also die Fähigkeit, genetisch definierte Resistenz zu überwinden. Erregergenotypen, die dazu nicht in der Lage sind, werden als avirulent bezeichnet. Symptom: sichtbare Veränderungen an Pflanzen, die durch Schadorganismen verursacht wurden Syndrom: Gruppe verschiedener, aber zusammengehöriger Symptome, die ein Krankheitsbild charakterisieren

Was versteht man unter abiotischen und biotischen Schadursachen?

abiotisch bedingte Pflanzenbeschädigungen werden durch Umwelteinflüsse verursacht -> Witterung (Kälte, Hitze, Trockenheit, Nässe, Wind, Hagel/Eis, Sonneneinstrahlung), Nährstoffmangel/-überschuss (Stickstoffüberschuss, Kali-/Stickstoffmangel, Kalimangel, Phosphormangel, pH-Wert), toxische Stoffe in der Luft (SO2, NOx, HF, NH3), toxische Stoffe im Boden (Schwermetalle, Salze, Herbizide), Agrartechniken (direkt durch Verletzungen, Verätzungen, indirekt durch Bodenverdichtungen, Strohverteilung/-einarbeitung, Versalzung) biotische bedingte Pflanzenbeschädigungen gehen von der belebten Umwelt aus -> Viren/Viroide, Bakterien, Pilze, Athropoden, Nematoden, Schnecken, Wirbeltiere, Unkräuter

Nennen Sie fünf Kategorien von Symptomausprägungen mit jeweils einem Schadorganismus, der diese verursacht.

1) Farbveränderungen -> Gelbverzwergungs-Virus (BYDV) 2) mechanische Gewebezerstörungen -> Schabefraß durch Schnecken 3) Nass-/Trockenfäulen -> Knollennassfäule (Erwinia spp.) 4) Formveränderungen -> PLRV (Potato Leaf Roll Virus) 5) sichtbare Schaderreger -> Braunrost 6) Maiswurzelbohrer? Stengel durchfressen 7) maiszynsler? blatt und pflanzenfras oberhalb

Auf welche Weise beeinflussen Nährstoffmangel oder –überschuss das Auftreten von Pflanzenkrankheiten?

Durch suboptimale nährstoffzufuhr ist die vitalität der pflanzen nicht gewährleistet und das immunsystem ist geschwächt und antastbar

Welche Auswirkungen kann Stickstoffüberschuss auf Pflanzen und Pflanzenbestände haben?

Lösliche N-Verbindungen, Assimilatgehalte, Zellgröße, Interzellularräume und Bestandesdichte steigen, Zellwände, Lignifizierung, Verkieselung, Kutinisierung und Seneszenz sinken -> es erhöht sich die Anfälligkeit gegen bestimmte Schadorganismen (Blattkrankheiten), wie etwa Roste, Echter Mehltau

Welche Schadorganismen werden durch Stickstoffüberschuss gefördert?

Halmbruchkrankheit, Blattläuse, Blattkrankheiten: Rostpilze, Blatt- und Spelzenbräune, Septoria Blattdürre, Echter Mehltau

Nennen Sie Schadorganismen die durch einen hohen bzw. niedrigen pH-Wert beeinflusst werden.

niedriger pH-Wert: pilzliche Schaderreger: Kohlhernie, Fusarien hoher pH-Wert: bakterielle Schaderreger: Kartoffelschorf

Nennen Sie fünf verschiedene abiotische Schadfaktoren.

Kälte, Hagel, Trockenheit, Nässe, Verdichtung

Nennen Sie toxische Stoffe, die das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen können.

Boden: Schwermetalle, Salze, Herbizide Luft: SO2, NOx, HF, NH3

Beschreiben Sie, wie agrar- und kulturtechnische Maßnahmen das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen können.

Direkt durch Verletzungen oder Verätzungen, indirekt durch Bodenverdichtungen, Versalzung und Strohverteilung/-einarbeitung

Durch welche Eigenschaften sind abiotische Schadfaktoren gekennzeichnet?

Abiotisch bedingte Pflanzenbeschädigungen werden durch die unbelebte Umwelt, also Umwelteinflüsse, verursacht, unter denen Winterungsereignisse die bedeutendsten sind. Kennzeichnend ist die meist geringe direkte Beeinflussbarkeit durch den Menschen. Abiotisch verursachte Schäden sind nicht übertragbar und können, abgesehen von Totalschäden, selbst heilen, wenn der Schadfaktor nicht mehr wirksam ist.

Was ist ein obligater Parasit? Nennen Sie drei Gruppen von Krankheitserregern, die als obligate Parasiten gelten.

obligate Parasiten haben eine biotrophe Ernährungsweise sind für ihre Entwicklung zwingend auf einen Wirt angewiesen, zum Beispiel Viren, Mehltaupilze, phytophage Nematoden, Insekten

Worin unterscheiden sich obligate Parasiten von nicht obligaten (fakultativen) Parasiten?

nicht obligate Parasiten (fakultative Parasiten) ernähren sich wie die obligaten Parasiten von lebendem Gewebe, können sich aber auch bei saprophytischer Lebensweise weiterentwickeln; Ernährungsweise Perthotrophie: nach Infektion Abtötung der Wirtszellen und damit erst weitere Besiedlung möglich

Was versteht man bei Krankheitserregern unter einer biotrophen und pertotrophen Ernährungsweise?

Parasiten, die sich von lebenden Zellen des Wirts ernähren, nennt man biotroph, Parasiten, die die Zellen des Wirtes abtöten, um sich von ihnen zu ernähren, nennt man perthotroph

Wodurch sind obligate Saprophyten gekennzeichnet und auf welche Weise schädigen Sie Pflanzen?

Obligate Saprophyten leben von abgestorbenem Gewebe -> Zersetzer, niemals Parasiten und töten die Pflanze nicht, weil sie nur von abgestorbenem Material leben, Ernährungsweise Nekrotrophie ? schädigen die Pflanze nicht, weil das Material schon tot war

Was ist ein Viroid und durch welche Merkmale ist es gekennzeichnet?

Viroide sind infektiöse Moleküle, also Schaderreger, die sich von Viren unterscheiden, indem sie nur eine einzelsträngige RNA haben, so klein sind, dass sie kein Protein kodieren können und 150-400 Nukleotide haben -> nackte Erbsubstanz ohne Proteinhülle, sie sind mechanisch und/oder durch Insekten mit beißend-kauenden Mundwerkzeugen und durch Blattläuse übertragbar

Wie sind Viren aufgebaut?

Viren bestehen aus Proteinen, Nukleinsäuren, Lipiden, Polyaminen und Metallionen. Die Proteine haben als Proteinhülle (Kapsid, Untereinheiten Kapsomere) eine Schutzfunktion für die Nukleinsäure, Bindungsfunktion mit Wirtsrezeptoren und auch Enzymaktivitäten für Virusreplikation. Die Nukleinsäuren dienen der Speicherung genetischer Information in Form von DNA oder RNA als Einzel- oder Doppelstrang. Die Lipide befinden sich in der Hülle, die Polyamine sind an die RNS gebunden und die Metallionen bestimmen die Stabilität. Viren können kugelförmig, stäbchenförmig, fadenförmig oder bazilliförmig sein.

Durch welche Merkmale zeichnen sich Viren aus?

Viren haben keinen Zellkern, keine Zellwand, sind nicht im Lichtmikroskop sichtbar und wachsen nicht auf künstlichem Nährböden, sie enthalten DNA oder RNA, halten sich intrazellulär auf, haben keinen eigenen Stoffwechsel und sind obligate Krankheitserreger

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