Physiologie - 4. Gastrointestinal-System

Verdauungssystem: - Mundhöhle - Rachen - Speiseröhre - Magen - Dünndarm - Dickdarm - Bauchspeicheldrüse - Leber - Gallenblase

Verdauungssystem: - Mundhöhle - Rachen - Speiseröhre - Magen - Dünndarm - Dickdarm - Bauchspeicheldrüse - Leber - Gallenblase

Helen Singh Johal
Study

Helen Singh Johal
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Physiologie des gastrointestinalen Systems, einschließlich makroskopischer und mikroskopischer Aspekte, Topografie, Funktionen und der Rolle verschiedener Zellen. Sie decken Themen wie die Resorption von Nährstoffen, die Bildung von Drüsen und die Bedeutung von Organen wie Leber, Bauchspeicheldrüse und Magen ab. Medizinstudenten und Fachkräfte profitieren von diesen Karteikarten, um ihr Verständnis der Verdauungsprozesse und der anatomischen Strukturen zu vertiefen.
Flashcards
18
Students
8
Language
German
Category
Medical
Level
Other
Created / Updated
09.02.2014 / 24.12.2025

Flashcards

Aufgaben des Verdauungssystems

Deckung des Stoff- und Energiebedarfs des Körpers

  • Nahrungsaufnahme
  • Zerkleinerung
  • Verdauung
  • Resorption der Nährstoffe
  • Ausscheidung nicht verwertbarer Stoffe

Schluckakt

  • Mund:
    • Druck der Zunge an den Gaumen und Zungenbewegungen befördern die Nahrung zum Rachen
  • Rachen:
    • Schluckreflex durch zerkleinerte Nahrung an der hinteren Rachenwand
    • Mundverschluss durch Zunge und Lippen
    • Verschluss der Nase durch Zäpfchen des Gaumensegels (Uvula)
    • Anheben des Kehlkopfes nach vorne oben
    • Erweiterung der oberen Speiseröhrenöffnung
    • Reflex zum Anhalten des Atems
  • Speiseröhre:
    • peristaltischer Weitertransport
    • Muskulatur des Mageneingangs (Cardia) erschlafft, Eintritt in den Magen

Organe des Verdauungssystems

  • Mundhöhle (Cavum oris)
  • Rachen (Pharynx)
  • Speiseröhre (Ösophagus)
  • Magen (lat. Ventriculus, gr. Gaster)
  • Dünndarm (Intestinum tenue)
  • Dickdarm (Intestinum crassum)
  • Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
  • Leber (Hepar)
  • Gallenblase

Wandaufbau

Wandaufbau im gesamten Verdauungssystem relativ gleich.

Schichten von innen nach aussen:

  • Mucosa: innerste Schicht, Schleimhaut mit eigener dünner Muskelschicht
  • Submucosa: Verschiebeschicht, Bindegewebsschicht
    • Blut- und Lymphgefässe
    • Meissner-Plexus (Plexus submucosus): Nervengeflecht zur Versorgung der Mucosa
  • Muscularis: Muskelschicht
    • innere Ringschicht
    • Auerbach-Plexus (Plexus myentericus): Nervengeflecht zur Steuerung der peristaltischen Bewegungen
    • äussere Längsschicht: im oberen Drittel der Speiseröhre quergestreift, Rest glatt
  • Adventitia: Verbindungsschicht, meist Bindegewebe mit Bauchfell (Serosa)

Mundhöhle

Cavum oris, Beginn des Verdauungskanals

Topografie:

  • vorne: Lippen
  • hinten: Rachen
  • lateral: Wangen, Zahnreihen
  • oben: Gaumen (Palatum durum / molle)
  • unten: Mundboden

Makroskopie:

  • Mundschleimhaut
  • Speicheldrüsen
  • Zähne
  • Zunge (lat. Lingua, gr. Glossa)
  • Zungenmandel (Tonsilla lingualis): auf dem Zungengrund
  • Gaumenmandeln (Tonsillae palatinae): zwischen dem vorderen und hinteren Gaumenbogen

Mikroskopie:

  • Lippen: haar- und drüsenloses, dünnes verhorntes Epithel, stark durchblutet
  • Mundschleimhaut: unverhorntes Plattenepithel mit kleinen Speicheldrüsen

Speicheldrüsen

Makroskopie:

  • Unterkieferdrüse (Glandula submandibularis):
    mündet unter der Zunge neben dem Zungenbändchen
  • Unterzungendrüse (Glandula sublingualis):
    mündet unter der Zunge neben dem Zungenbändchen
  • Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis):
    mündet in der Mitte der oberen Wangeninnenfläche

Funktion:

  • exokrine Drüsen, produzieren serös-mukösen Schleim aus Wasser, Schleimstoffen, Kalksalzen
  • bilden Enzym Ptyalin (Speichel-Amylase): spaltet Kohlenhydrate in Zweifachzucker (Disaccharide)

Zähne

Topografie:

  • in den Zahnalveolen des Ober- bzw. Unterkiefers verankert

Makroskopie:

  • Kindergebiss: die 20 mittleren Zähne
  • Erwachsenengebiss: 32 Zähne, ab dem 6. bis 7. Lebensjahr
  • 2 Schneidezähne (Dentes incisivi)
  • 1 Eckzahn (Dens caninus)
  • 2 Backenzähne (Dentes praemolares)
  • 3 Mahlzähne (Dentes molares)

Mikroskopie:

  • gesamter Zahn
    • Pulpahöhle: kanalartiger Hohlraum im Zahn mit Blutgefässen, Lymphgefässen und Nerven
    • Zahnbein (Dentin): knochenähnliches Gewebe, Hauptmasse des Zahnes
  • Zahnwurzel:
    • Zahnzement: dünne knochenähnliche Schicht
    • Wurzelhaut und Haltebänder: aus Bindegewebe, befestigen den Zahn im Kiefer
  • Zahnhals:
    • Zahnfleisch (Gingiva): Schleimhautbindegewebe und Schleimhautepithel
  • Zahnkrone:
    • Zahnschmelz: härteste Substanz des menschlichen Körpers

Zunge

Topografie:

  • hinten: Zungenbein
  • unten: Mundboden

Mikroskopie:

  • quergestreifte willkürliche Muskulatur
  • Schleimhaut mit mehrschichtigem Plattenepithel
  • Zungenpapillen mit Geschmacksknospen

Funktion:

  • Geschmackssinnesorgan
  • Schutzfunktion durch Tast-, Schmerz- und Temperaturwahrnehmung
  • Nahrungszerkleinerung
  • Nahrungstransport
  • Mundhöhlenverschluss beim Schluckakt
  • Reinigung der Mundhöhle
  • Sprechhilfe

Speiseröhre

Topografie:

  • im Mittelfellraum (Mediastinum)
  • oben: Rachen
  • unten: Magen
  • vorne: Aorta, Luftröhre

Makroskopie:

  • Länge 20 bis 25 cm
  • 3 Engstellen:
    • Kehlkopfenge
    • Aortenenge: auf Höhe der Luftröhrengabelung (Bifurkation)
    • Zwerchfellenge: beim Zwerchfelldurchtritt

Magen

Topografie:

  • im linken Oberbauch
  • 10. bis 12. Brustwirbel bis 1. bis 3. Lendenwirbel
  • oben: linke Zwerchfellkuppel, Leber
  • unten: Dünndarm

Makroskopie:

  • Magenmund (Cardia): Mageneingang durchs Zwerchfell
  • Magenblase (Fundus): Magengrund, meist mit Luft gefüllt
  • Magenkörper (Corpus)
  • Magenhöhle (Antrum pylori)
  • Magenpförtner (Pylorus): Magenausgang, öffnet sich durch Chemo-Reflex sobald der saure Speisebrei im Zwölffingerdarm neutralisiert ist
  • Kleine Kurvatur (Curvatura minor): Längsfalten bilden die sog. Magenstrasse, kürzester Weg für Flüssigkeiten
  • Grosse Kurvatur (Curvatura major)

Aufgaben:

  • Bildung von Magensaft
  • Reservoir von Speisebrei (Chymus)
  • Andauung:
    • Umwandlung von Eiweissen in Zweifacheiweisse (Dipeptide) durch Pepsin
    • Resorption von Alkohol und sehr leicht löslichen Stoffen
    • Aufspaltung kurzkettiger Fettsäuren durch Lipase (geringe Bedeutung)
  • Schutz:
    • bakteriozide Wirkung der Salzsäure
    • Schutz der Magenwände durch Schleim
  • Blutbildung:
    • Bildung des Intrinsic-Faktors zur Resorption von Vitamin B12 im Dünndarm, zur Bildung von Erythrozyten

Magensaft

Zusammensetzung:

  • Salzsäure, Schleim, Pepsin, wenig Lipasen
  • Nüchternsekret: pH-Wert 1 bis 1.5
  • gefüllter Magen: pH-Wert 3 bis 5

Anregung:

  • vegetatives Nervensystem: Anblick, Geruch, Geschmacksempfindung, Appetit, Vorstellung
  • Gastrin: Hormon der Pylorusdrüsen, wird ausgeschüttet, sobald Nahrung in den Magen tritt

Bildung:

  • 1 bis 2 Liter in 24 Stunden
  • sekretbildende Zellen in Drüsenschläuchen in der Schleimhaut des Magengrundes und des Magenkörpers
  • Hauptzellen:
    • produzieren Enzym Pepsinogen
      • wird durch Salzsäure in Pepsin umgewandelt
      • spaltet Eiweisse in Zweifacheiweisse (Dipeptide)
  • Belegzellen:
    • produzieren Salzsäure (Wasserstoff-Chlorid H+Cl-)
      • wandelt Pepsinogen in Pepsin um
      • bakterizide Wirkung: tötet Bakterien ab 
    • produzieren Intrinsic-Faktor (Castel-Ferment)
      • verbindet sich mit Extrinsic-Faktor Vitamin B12 für Resorption im Dünndarm
  • Nebenzellen:
    • produzieren schwach sauren, nahezu neutralen Schleim
      • schützt Magenschleimhaut vor Salzsäure

Dünndarm

Topologie:

  • umgeben vom Dickdarm

Makroskopie:

  • Zwölffingerdarm (Duodenum):
    • Länge ca. 12 Fingerbreit
    • Bulbus duodeni: Anfangsteil, faltenfrei
    • Mündung Pankreasgang
    • Mündung Gallengang
  • Leerdarm (Jejunum): 40 % Länge
  • Krummdarm (Ileum): 60 % Länge
  • Dünndarmgekröse (Mesenterium): Aufhängeband mit Versorgungswegen vom Jejunum und Ileum zur hinteren Bauchwand

Mikroskopie:

  • Durchmesser: 2.5 - 3 cm
  • Länge: 3.5 - 5 m
  • pH-Wert: 5 - 8.3
  • Oberflächenvergrösserung:
    • Kerckring-Falten (Plicae circulares): Ringfalten der Submucosa, Schleimhautfalten, 3x grösser
    • Zotten (Villi intestinales): kontrahierbare Ausstülpungen der Mucosa, 7 - 14x
      • Mündung kleine Arterie, Kapillaren, abfliessende Venen
      • Chylusgefäss: blind beginnendes Lymphgefäss
    • Lieberkühn-Krypten (Glandulae intestinales): Drüsenschläuche zwischen den Zotten
      • Brunner-Drüsen (Glandulae duodenales): Drüsen im Zwölffingerdarm
      • Paneth-Körnerzellen: enzymbildende Drüsenzellen
    • Bürstensaum (Mikrovilli): einreihiges Zylinderepithel über den Zotten, 15 - 40x
      • Resorptionszellen mit dichten Ausstülpungen
      • einzelne schleimbildende Becherzellen

Funktion des Dünndarms

  • Verdauung: Aufspaltung der Nahrung durch Verdauungsenzyme in kleinste wasserlösliche Teilchen
    • Kohlenhydrate, Zucker, Stärke: Monosaccharide (Glukose, Galaktose, Fruktose)
    • Eiweisse: Aminosäuren
    • Fettmoleküle: Glyzerin und Fettsäuren
  • Resorption: Aufnahme der Nahrungsteilchen durch die Mikrovilli der Darmzotten in die Blut- und Lymhgefässe
    • Monosaccharide, Aminosäuren, kurz- und mittelkettige Fettsäuren: ins Pfortadersystem zur Leber
    • grosse Fettmoleküle: ins Chylusgefäss, über den Hauptlymphgang (Ductus thoracicus), zum linken Venenwinkel (Vereinigung der inneren Halsvene und der linken Schlüsselbeinvene)

Duodenum:

  • S-Zellen produzieren bei Eintritt des Speisebreis das Peptidhormon Sekretin
    • regt die Pankreassekretion an
    • alkalisches Pankreassekret neutralisiert sauren Speisebrei
  • I-Zellen produzieren das Peptidhormon Cholezystokinin-Pankreozymin (CCK-PZ)
    • regt die Pankreassekretion an
    • fördert Darm- und hemmt Magenbeweglichkeit
    • bewirkt Kontraktion der Gallenblase

Ileum: Immunabwehr

Dickdarm

Makroskopie:

  • Durchmesser: 6 cm
  • Länge: 1.5 m
  • Ileozäkalklappe, Bauhin-Klappe
  • Blinddarm (Caecum)
  • Grimmdarm (Colon):
    • aufsteigender Teil (Colon ascendens)
    • Querdarm (Colon transversum)
    • absteigenderTeil (Colon descendens)
  • Sigma (Colon sigmoideum)
  • Mastdarm (Rectum)
  • Dickdarmgekröse (Mesocolon): Aufhängeband mit Versorgungswegen vom Querdickdarm und der Sigmaschleife zur hinteren Bauchwand

Mikroskopie:

  • pH-Wert: 5.5 am Anfang, 6.8 am Ende
  • Poschen (Haustra coli): Aussackungen

Funktionen:

  • Rückresorption von Wasser: ca. 1.5 l pro Tag
  • Resorption von Elektrolyten ins Blut
  • Speicherung des Stuhlinhaltes
  • Sekretion von Schleim
  • Abwehr
  • Bakterien: Bildung von essentiellen Aminosäuren und Vitaminen

Darmsaft

Zusammensetzung:

  • Wasser, Schleim, Enzyme, abgeschilferte Epithelzellen
  • pH-Wert: 8.3 (alkalisch)

Bildung:

  • 5 bis 15 Liter in 24 Stunden
  • Brunner-Drüsen, Lieberkühn-Krypten, Becherzellen

Bauchspeicheldrüse

Topografie:

  • im Oberbauch

Makroskopie:

  • Pankreaskopf (Caput pancreatis)
  • Pankreaskörper (Corpus pancreatis)
  • Pankreasschwanz (Cauda pancreatis)

Mikroskopie:

  • Läppchen mit Drüsengängen: exokrine Drüse
  • Langerhans-Inseln: endokrine Drüse

Funktion:

  • exokrine Drüse: bildet Verdauungsenzyme für den Zwölffingerdarm
  • endokrine Drüse: bildet Hormone und gibt sie ins Blut ab
    • Alpha-Zellen: Glucagon
    • Beta-Zellen: Insulin
    • Gamma-Zellen, PP-Zellen: pankreatisches Polypeptid
    • Delta-Zellen: Somatostatin
    • Epsilon-Zellen: Ghrelin

Leber

Topografie:

  • im rechten Oberbauch

Makroskopie:

  • rechter Leberlappen (Lobus dexter): 4 Segmente
  • linker Leberlappen (Lobus sinister): 4 Segmente

Mikroskopie:

  • Leberläppchen
  • Sinusoide: venöses Wundernetz

Funktion:

  •  

Gallenblase

Topografie:

  • in der Gallenblasengrube

Makroskopie:

  • Gallenblasenboden (Fundus vesicae biliaris)
  • Gallenblasenkörper (Corpus vesicae biliaris)
  • Gallenblasenhals (Collum vesicae biliaris)

Mikroskopie:

 

Funktion:

Study