Physiologie - 3. Respiratorisches System

Atmungssystem: - Obere Atemwege - Untere Atemwege - Lungen - Atmungssteuerung

Atmungssystem: - Obere Atemwege - Untere Atemwege - Lungen - Atmungssteuerung

Helen Singh Johal
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Helen Singh Johal
Diese Lernkarten bieten einen detaillierten Einblick in die Physiologie des respiratorischen Systems, insbesondere auf fortgeschrittenem Niveau. Sie behandeln die mikroskopische und makroskopische Anatomie der Lunge, einschließlich der Topografie, der Alveolen, der Bronchien und der Atemwege wie Luftröhre, Kehlkopf und Rachen. Die Karteikarten erklären auch die Funktionen der Lunge, den Gasaustausch und die Atmungssteuerung. Medizinstudenten und Fachkräfte profitieren von diesen detaillierten Informationen, um ein tiefes Verständnis der Atemphysiologie zu erlangen.
Karten
13
Lernende
7
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
30.11.2013 / 18.03.2021

Lernkarten

Aufgaben des Atmungssystems

  • Gasaustausch (Lungenbläschen):
    • Sauerstoff-Aufnahme
    • Kohlendioxid-Abgabe
  • Einatmungsluft:
    • Erwärmung (dichtes Blutgefässnetz)
    • Kontrolle (Riechorgan)
    • Anfeuchtung (Drüsen)
    • Reinigung (Flimmerhärchen, Transport Richtung Rachen)
  • Stimmbildung:
    • Tonbildung (Stimmbänder)
    • Sprachlautbildung (Zunge, Gaumen, Lippen, Zähne)
    • Resonanzräume (Nasenhöhle, Nasennebenhöhlen, Rachen, Mund, Lungen)
    • Pneumatisation vermindert das Gewicht (Hohlräume)
  • Entzündungs-Abwehr (lymphatischer Rachenring)

Atmungsapparat

Apparatus respiratorius

  • Obere Atemwege:
    • Nasenhöhle (Cavitas nasi)
    • Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales)
    • Rachen (Pharynx)
  • Untere Atemwege:
    • Kehlkopf  (Larynx)
    • Luftröhre (Trachea)
    • Bronchien
  • Atmungsorgan: Lungenbläschen (Alveolen)
  • Atemmuskulatur

Nasenhöhle

Topografie:

  • oben vorne: Stirnhöhle
  • oben hinten: Türkensattel, Sitz der Hypophyse
  • vorne: Nasenbein
  • hinten: Choanen, hintere Nasenöffnungen zum Rachen
  • seitlich: Nasennebenhöhlen
  • unten: Gaumen

Makroskopie:

  • Nasenscheidewand (Septum): teilt in zwei Hälften
  • Nasenvorraum (Vestibulum nasi)
  • Nasenraum (Cavum nasi proprium), etagenartig aufgeteilt:
    • obere Naschenmuschel (Concha nasalis superior)
    • oberer Nasengang (Meatus nasi superior), Riechgang: enthält das Geruchsorgan (Organum olfactorium)
    • mittlere Nasenmuschel (Concha nasalis media)
    • mittlerer Nasengang (Meatus nasi medius), Sinusgang
    • untere Nasenmuschel (Concha nasalis inferior)
    • unterer Nasengang (Meatus nasi inferior), Atemgang

Mikroskopie:

  • respiratorisches Epithel: mehrreihiges Zylinderepithel mit Flimmerhärchen und eingelagerten Becherzellen
  • seröse Drüsen
  • dichtes Geflecht von feinen Blutgefässen

 

Nasennebenhöhlen

Topografie:

  • durch kleine Öffnungen mit der Nasenhöhle verbunden

Makroskopie:

  • Stirnhöhlen (Sinus frontalis)
  • Siebbeinzellen (Cellulae ethmoidales)
  • Keilbeinhöhlen (Sinus sphenoidalis)
  • Kieferhöhlen (Sinus maxillaris)

Mikroskopie:

  • mit der gleichen Schleimhaut ausgekleidet wie die Nasenhöhle

Rachen

Topografie:

  • oben: Choanen
  • unten: Kehlkopf
  • Luft- und Speiseröhre kreuzen sich

Makroskopie:

  • Nasenrachen (Epipharynx, Nasopharynx):
    • Mündung der Choanen
    • Mündung der Ohrtrompete (Eustachische Röhre, vom Innenohr)
    • Rachenmandel (Tonsilla pharyngealis)
  • Mundrachen (Mesopharynx, Oropharynx):
    • Öffnung zum Mund
    • Gaumenmandeln (Tonsillae palatinae)
  • Kehlkopfrachen (Hypopharynx, Laryngopharynx):
    • Öffnung zum Kehlkopf

Mikroskopie:

  • Muskelschlauch: quergestreifte willkürliche Muskulatur
  • mit Schleimhaut ausgekleidet
  • Epihparynx: Flimmerepithel mit Becherzellen
  • Meso- und Hypopharynx: mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel
  • lymphatischer Rachenring (Mandeln): lymphatisches Gewebe, zur Abwehr

Kehlkopf

Topografie:

  • oben: Rachen
  • unten: Luftröhre

Makroskopie:

  • Zungenbein (Os hyoideum)
  • Membran mit Öffnung für Nerven und Gefässe
  • Kehldeckel (Epiglottis):
    • verschliesst beim Schlucken den Kehlkopfeingang gegen den Rachen
  • Schildknorpel (Cartilago thyroidea)
    • vordere Wand des Kehlkopfs
    • Adamsapfel: mittiger Vorsprung
  • Stimmbänder (Ligamenta vocalia):
    • zwischen den Stellknorpeln und der Hinterwand des Schildknorpels
  • Stimmritze (Rima glottidis):
    • Spalt zwischen den Stimmbändern
    • geöffnet: Atmungsstellung
    • geschlossen: Stimmbildung
  • Taschenbänder:
    • enthalten Drüsen für die Befeuchtung der Stimmbänder
  • Stellknorpel (Cartilago arytaenoidea):
    • gelenkig auf dem Ringknorpel
  • Ringknorpel (Cartilago cricoidea):
    • waagrecht unter dem Schildknorpel

Mikroskopie:

  • Knorpelgewebe
  • mit Schleimhautepithel ausgekleidet
  • Flimmerhärchen bewegen Richtung Rachen
  • Stimmbänder: elastisches Fasergewebe, von Plattenepithel überzogen

Luftröhre

Topografie:

  • oben: Kehlkopf
  • unten: Bifurkation des Hauptbronchus auf Höhe des 5. Brustwirbels
  • hinten: Speiseröhre

Makroskopie:

  • Knorpelspangen: nach hinten geöffnet und mit glatten Muskelfasern zusammengehalten

Mikroskopie:

  • elastisches Rohr: elastisches Bindegewebe zwischen den Knorpelspangen
  • ausgekleidet mit respiratorischem Epithel
  • Flimmerhaare in Richtung Rachen
  • gemischte Drüsen

Bronchien

Topografie:

  • oben: Luftröhre

Makroskopie:

  • Bronchialbaum:
  • Luftleitender (konduktiver Teil):
    Luftzu- und -ableitung, Totraum
    • Hauptbronchus (Bronchus principalis):
      rechts und links je einer, Eintritt in die Lungen durch die Lungenpforten (Hili)
    • Lappenbronchien (Bronchi lobares):
      rechts drei, links zwei
    • Segmentbronchien (Bronchi segmentales):
      Eintritt in die Lungensegmente
    • Endbronchiolen (Bronchioli terminales)
  • Respiratorischer Teil:
    am Gasaustausch beteiligt
    • Atmungsbronchiolen (Bronchioli respiratorii)
    • Alveolargänge (Ductuli alveolares):
      je zwei pro Atmungsbronchiole, dicht mit Lungenbläschen (Alveolen) besetzt

Mikroskopie:

  • Hauptbronchien: hufeisenförmige Knorpelspangen wie in Trachea
  • Lappen- und Segmentbronchien: unregelmässig geformte Knorpelplättchen
  • Bronchiolen: Muskelfasern stellen bei Körperruhe Bronchiolen eng, bei Anstrengung erweitern sie sie durch Erschlaffen, bis Endbronchiolen mehrreihiges Flimmerepithel mit Becherzellen, ab Atmungsbronchiolen kubisches Epithel ohne Flimmerhaare

Alveolen

Lungenbläschen, Atmungsorgan, ca. 100 m2 Fläche

Mikroskopie:

  • gegen den Alveolargang offen
  • ausgekleidet mit dünnem einschichtigem Epithel
  • Staubzellen: Makrophagen, vernichten Staubteilchen
  • umgeben mit Kapillaren

Funktionskreislauf (Gasaustausch durch Diffusion):

  • Lungenarterie (Arteria pulmonalis):
    • Druck pCO2 Kapillaren: 46 mmHg, Alveolen: 40 mmHg
    • Kohlendioxid diffundiert in die Alveole
  • Blut-Luft-Schranke:
    • Alveolardeckzellen
    • epitheliale und endotheliale Basalmembran
    • Kapillarendothel
  • Lungenvene (Vena pulmonalis):
    • Druck pO2 Alveolen: 100 mmHg, Kapillaren: 40 mmHg
    • Sauerstoff diffundiert in die Kapillaren
    • wird von den einzeln passierenden roten Blutkörperchen (Erythrozyten) aufgenommen

Ernährungskreislauf:

  • Bronchialarterien: bringen sauerstoff- und nährstoffreiches Blut aus der Aorta
  • Bronchialvenen: transportieren Kohlendioxid und Abbauprodukte des Stoffwechsels in die Hohlvene

Lunge

Topografie:

  • im Brustraum (Thorax)
  • unten: Zwerchfell (Diaphragma)
  • seitlich: Rippen und Zwischenrippenmuskulatur
  • medial: Mittelfellraum (Mediastinum)
  • oben: oberhalb der 1. Rippe beim Schlüsselbein

Makroskopie:

  • Lungenflügel: rechts grösser als links
  • Lungenlappen:
    • Oberlappen (Lobus superior): rechts 3, links 5 Segmente
    • Mittellappen (Lobus medius): rechts 2 Segmente, links kein Mittellappen
    • Unterlappen (Lobus inferior): rechts 5, links 4-5 Segmente
  • Lungensegmente: enthalten je ca. 1/2 Million Lungenläppchen
  • Lungenläppchen: bestehen aus je einem Bronchiolus terminalis mit je zwei Alveolargängen und ihren Alveolen
  • Lungenbasis (Facies diaphragmatica): auf dem Zwerchfell
  • Lungenpforte (Hilus):
    • Eintritt: Lungenarterie, Bronchialarterien, Hauptbronchus, Nerven
    • Austritt: Lungenvene, Bronchialvenen, Nerven, Lymphgefässe mit Hiluslymphknoten

Mikroskopie:

  • Lungengewebe: von den Alveolen gebildet
  • Bindegewebe mit elastischen Fasern: enthält Blut- und Lymphgefässe
  • Brustfell (Pleura): dünne seröse Schicht, umgibt die Lungen
    • Lungenfell (Pleura pulmonalis oder visceralis):
      inneres Blatt, umschliesst unmittelbar das Lungengewebe
    • Pleuraspalt:
      Unterdruck hält die Lunge entfaltet, seröse Flüssigkeit
    • Rippenfell (Pleura costalis oder parietalis):
      äusseres Blatt

Lungenkapazität

Totale Lungenkapazität TLC: Gesamtvolumen ca. 5000 - 6000 ccm (5 - 6 Liter)

  • Inspiratorisches Reservevolumen IR:
    1500 - 2000 ccm, kann bei tiefem Einatmen zusätzlich zum AZV eingeatmet werden
  • Atemzugvolumen AZV:
    500 ccm, wird in Körperruhe ein- bzw. ausgeatmet
  • Exspiratorisches Reservevolumen ER:
    1500 - 2000 ccm, kann bei tiefem Ausatmen zusätzlich zum AZV ausgeatmet werden
  • Restvolumen (Residualvolumen) RV:
    1000 - 1200 ccm, bleibt auch nach optimaler Ausatmung in den Lungen
  • Vitalkapazität VK:
    IR + AZV + ER, Lungenvolumen zwischen maximaler Einatmung und maximaler Ausatmung, Messung mit Spirometer

Atemfrequenz:

  • 12 - 20 Atemzüge à 500 ccm pro Minute
  • 4 - 10  Liter pro Minute

Luftzusammensetzung Ein/Aus:

  • Sauerstoff: 21 % / 16 %
  • Kohlendioxid: 0.03 - 0.04 % / 4 %
  • Stickstoff, Wasserdampf, Edelgase (Neon, Argon, Krypton: 79 - 80 % beide

Atmungssteuerung

Atemzentrum: im verlängerten Mark (Medulla oblongata) im Gehirn

Erkennung von:

  • Sauerstoffmangel (Hypoxie)
  • Kohlendioxidüberschuss (Hyperkapnie)

Einfluss auf Atmung:

  • vermehrte Muskelarbeit
  • Körpertemperatur
  • psychische Erregung: Angst, Wut, Schrecken
  • Reflexe: Niesen, Husten, Gähnen, Schlucken

Atemmechanik

Einatmung (aktiv):

  • Reguläre Atemmuskeln:
    • Zwerchfell (Diaphragma):
      Kontrakion, Lunge wird nach unten gezogen, Unterdruck in der Brusthöhle, Einstrom von Luft in die Lunge
    • Zwischenrippenmuskulatur (Mm. intercostales):
      Kontraktion der Mm. intercostales externi,  Heben der Rippen, Erweiterung des Brustraumes
  • Atemhilfsmuskeln (Verwendung bei vermehrter körperlicher Anstrengung oder Atemnot):
    • Rippenhalter (Mm. scaleni)
    • Kopfwender (M. sternocleidomastoideus)
    • Grosser und kleiner Brustmuskel (M. pectoralis major et minor)
    • Vorderer Sägemuskel (M. serratus anterior)
    • Hinterer oberer Sägemuskel (M. serratus posterior superior)

Ausatmung (passiv):

  • Reguläre Atemmuskeln:
    • Zwerchfell:
      Relaxation, Lunge wird nach oben gezogen, Luft wird ausgeatmet
    • Zwischenrippenmuskulatur:
      Kontraktion der Mm. intercostales interni, Senken der Rippen, Verengung des Brustraumes
  • Atemhilfsmuskeln:
    • Hinterer unterer Sägemuskel (M. serratus posterior inferior)
    • Alle Bauchmuskeln (M. obliquus externus et internus, M. transversus, M. rectus abdominis)

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