-


T. S.
Diese Lernkarten bieten einen universitären Einblick in die Phylogenie der Pflanzen und ihre Anpassung an verschiedene Lebensräume. Sie behandeln die Entwicklung von Wasser- zu Landpflanzen, wobei Themen wie Fortpflanzung, Wasserhaushalt, mechanische Probleme und Temperaturregulierung im Fokus stehen. Besonders betont wird die Arbeitsteilung im Pflanzenkörper, etwa zwischen Blatt, Wurzel und Spross. Die Karteikarten eignen sich für Studierende der Naturkunde, die die evolutionären Anpassungen und Herausforderungen der Pflanzen verstehen möchten.
Flashcards
18
Students
1
Language
German
Category
Nature Studies
Level
University
Created / Updated
10.06.2012 / 16.04.2013

Flashcards

Flagellaten

Sammelgruppe einzelliger, begeisselter, überwiegend pflanzlicher Protisten.

Thalli (Singular Thallus)

griech. thallos = Lager; ungegliederter Vegetationskörper vielzelliger Algen, Pilze, Flechten und Moose

Thallophyt

Lagerpflanze; niedere mehrzellige Pflanze, welche noch keinen Kormus ausgebildet hat.

Kormus

Organisationsform der höheren Pflanzen, die durch die drei Grundorgane Wurzel, Sprossachse und Blätter gekennzeichnet sind.

Kormophyt

Pflanzengruppe, welche als Organisationsstufe durch den Kormus gekennzeichnet ist (Farn- und Samenpflanzen).

Phylogenese (-genie)

Abstammungsgeschichte; Der historische Ablauf der Entstehung von Organismengruppen.

Ontogenese (-genie)

Individualentwicklung; Entwicklung eines Individuums von der Zygote zum ausgewachsenen Organismus (bis zum Tod)

Interkalares Wachstum

Wachstum an Zonen, die nicht an den Spitzen liegen.

Zellkolonie

- Verband meist gleichartiger Einzeller

- häufig durch Gallerthülle und Zellplasma miteinander verbunden

echte Vielzeller

- aus mehreren Zellen aufgebaut

- gemeinsamer Stoffwechsel des Zellverbands

- mehr oder weniger ausgeprägte Aufgabenverteilung

- Ausbildung von Geweben

Weiterentwicklung vom frei beweglichen pflanzlichen Vielzeller hin zum sessilen Thallus

Beweglichkeit durch kompliziert gebaute Geisseln scheint eine besondere Errungenschaft eukaryotischer Zellen zu sein, denncoh war das Aufgeben der Geisseln ein wichtiger Schritt der Weiterentwicklung mehrzelliger Algenformen.

Echte Zellfäden entstehen, wenn die Zellen nach der Teilung durch gemeinsame Plasmodemsen verbunden bleiben. Wenn sie die Zellen nicht nur quer, sonder auch längs teilen, entstehen lappenförmige Gebilde, wie z.B. Meersalat.

Die Entwicklung von Zellfäden verläuft weiter zu komplexen Thalli. Sie bestehen aus Zellgeflechten oder -geweben, die nicht mit den Kormophyten homologisiert werden können. Das Prinzip der Verflechtung von Zellfäden hat bei den Rotalgend zu hochentwickelten Formen geführt.

Voraussetzungen für das Leben an Land

Die für die Pflanzen mit dem Landleben zu bewältigenden Anpassungsprobleme lassen sich in fünf Gruppen zusammenfassen:

- Wasserhaushalt

- Ernährung

- Mechanische Probleme

- Fortpflanzung, Vermehrung und Verbreitung

- Temperatur

Voraussetzungen für das Leben an Land: Wasserhaushalt

Die Landpflanzen befinden sich mit dem grössten Teil ihres Körpers in der Atmosphäre, also in einer Umgebung, die einen viel kleineren Wassergehalt aufweist als der Pflanzenkörper selbst. Aufgrund dieser Konzentrationsdifferenz wird der Pflanze von der umgebenden Atmosphäre zwangsläufig Wasser entzogen. Um nicht tödliche Wasserverluste zu erleiden, ist es für Landpflanzen entweder oberstes Gebot diesen Wasserentzug einzuschränken, wenn möglich sogar zu regulieren,oder aber eine vorübergehende völlige Austrocknung zu tolerieren (so genannte poikilohydre Pflanzen).

Voraussetzungen für das Leben an Land: Nahrungsaufnahme

Im Wasser lebende Pflanzen nehmen in der Regel die erforderlichen Nährstoffe über die gesamte Körperoberfläche auf. Bei Landpflanzen ist dies nicht mehr möglich. Der Luftraum enthält zwar die essentiellen Moleküle CO2 und O2, aber das lebenswichtige Wasser, sowie die erfoderlichen Nährsalze befinden sich im Boden und müssen von dort her bezogen werden. Diese Tatsache erzwingt bei den Landpflanzen eine Arbeitsteilung zwischen verschiedenen Teilen des Pflanzenkörpers (Blätter -> CO2-Assimilation, Wurzel -> Wasser- und Nährsalzaufnahme, Spross -> vermittelt Stofftransport zwischen Wurzeln und Blättern, Träger der Blätter).

Voraussetzungen für das Leben an Land: Mechanische Probleme

Für Wasserpflanzen stellt die Ausbildung grosser Pflanzenkörper kein schwerwiegendes mechanisches Problem dar, da der Auftrieb dafür sorgt, dass die Pflanzen nicht kollabieren und ihre Oberfläche voll entfalten können. Den Landpflanzen dagegen fehlt der Auftrieb durch das Wasser, weshalb hier das Kollabieren des Pflanzenkörpers durch mechanische Verfestigung verhindert wird. Dank der "Erfindung" von Lignin ist es Landpflanzen möglich, grössere, selbsttragende, möglichst hoch aufragende Pflanzenkörper zu bilden. Die Vegetationskörper müssen fest im Boden verankert werden, ebenfalls ein mechanisches Problem, das besonders deutlich wird, wenn man sich vor Augen führt, welch hoher seitlicher Winddruck auf einem Baum lasten kann.

Voraussetzungen für das Leben an Land: Fortpflanzung, Vermehrung, Verbreitung

Bei den Pflanzen ist die Fortpflanzung und Vermehrung sehr oft mit der Verbreitung verbunden. Sporen, Gameten und andere der Fortpflanzung dienende Gebilde müssen daher transportfähig sein. Wasser dient bei den Wasserpflanzen immer als Transportmittel, bei Landpflanzen hingegen nur selten. Hier sind vor allem Tiere oder Wind, die als Transportmittel für Pollen, Samen und Sporen, eingesetzt werden.

Voraussetzungen für das Leben an Land: Temperatur

Im Gegensatz zu Wasserpflanzen sind Landpflanzen in unseren Breitengraden viel grösseren und kurzfristigeren Temperaturschwankungen ausgesetzt. So werden durch anatomische und stoffwechselphysiologische Anpassungen der Pflanze effiziente Schutmassnahmen gegen Überhitzung und Unterkühlung gebildet.

Telom

Endstück urtümlicher, dichotom verzweigter Landpflanzen, bei denen noch keine Blätter ausgebildet sind.

Study