PHLU Grundjahr Vorlesung Schrift
Fragen zu den in den Vorlesung behandelten Themen.
Fragen zu den in den Vorlesung behandelten Themen.
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Flashcards
2 Was sind die Anforderung an eine Handschrift
- Leserlichkeit
- Geläufigkeit (schnell schreiben)
- Lockerheit (ohne Schmerzen)
- Persönlicher Ausdruck
- Flexibilität
- Ästhetik
2 Die Studierenden kennen die Zielsetzung Deutschschweizer Basisschrift.
Zielsetzung:
- Nur noch eine Schrift welche weiterentwickelt werden kann.
- Persönliche, leserliche und geläufige Handschrift fördern
- Grafomotorische Anforderungen vereinfachen und Verspannungen vorbeugen durch Weglassen komplexer Buchstabenformen und Verbindung.
- Motivation und Sachkompetenz der SuS unterstützen durch handlungsorientiertes Lernen und betonung gestalterischer Elemente.
2 Wie kam es zur Basisschrift?
Im Bestreben, eine zeitgemässe, ästhetisch ansprechende Schulschrift zu lancieren, trat der bekannte Schweizer Schulschriftgestalter Hans Eduard Meier 2002 erstmals an die Öffentlichkeit. In ihrer Formensprache bezieht sich die von ihm entwickelte Basisschrift auf die humanistische Kursive.
2 Was waren die Kritikpunkte an der verbundene Schulschrift
Kritik an verbundenen Schulschrift:
- Drehrichtungswechsel verlangen schwierige Deckstriche, welche zu Lasten der Geläufigkeit oder der Leserlichkeit gehen.
- Deckungsungleichheit von Buchstaben und Bewegungsphase
- Zuviel Energie- und Zeitaufwand für das Lernen einer 2. Schrift
- Verbundenheit kann Verspannungen erzeugen
- Rhythmisierung geht oft vergessen.
2 Wie ist das erleernen der Schweizer Basischrift aufgebaut ?
In der 1. Klasse lernen die Kinder die einzelnen Buchstaben der Basisschrift schreiben.
In der 2. Klasse werden die Buchstabenformen vertieft und die Schreibbewegungen automatisiert, so dass die Buchstaben mit Schwung geschrieben werden können. Die Kinder schreiben bei den Kleinbuchstaben, die auf der Grundlinie enden, aus dem Schwung heraus eine Rundwende.
In der 3. Klasse werden Buchstaben dort verbunden, wo es sich aus der Schreibbewegung ergibt. Im Unterricht werden die möglichen Verbindungen thematisiert und wichtige Verbindungen geübt.
In der 4.- 6. Klasse wird das Erlernte gefestigt sowie Geläufigkeit und Leserlichkeit der Handschrift weiter trainiert.
2 Warum gab es nach der ersten Version der Basisschrift von Herrn Meier och eine weitere, die Deutschschweizer Basisschrift?
Die Basisschrift von Herrn Meier brauchte zwischen Lienen und wäre für die Erstklässler zu schwierig gewesen zum Lernen
2 Nennen Sie vier Formmerkmale des Basisschrift- Alphabetes und bei welchen Buchstaben/ Ziffern Sie diese finden.
- Zügige Abläufe: M
- Schmale Formen: m
- Tropfen statt Kreise: a
- Flache Buchstabeneingänge: c, s, 2, 3
2 Worin besteht der Vorteil, wenn die Kinder nur noch eine Ausgangsschrift lernen müssen?
Die SuS verfügen früher über automatisierte Abläufe und haben den Kopf frei für die Planung ihrer Texte. Basisschrift ist die Vorlage für spätere persönliche Handschrift. (Ausgangspunkt für eine stetige Weiterentwicklung).
3 Beschreibe wie sich die Schriftentwicklung im Schulalter verhält (4 Phasen)
1 Anfangsphase (1. Klasse)
Alle Kinder mit individuellen Schrifterfahrungen kommen zusammen-> als LP mitnehmen und nicht denken die können ja nichts.
Einüben von Form und Bewegungsablauf.
Individuelle Unterschiede werden bereits sichtbar.
Kommunikation..
- Mit Gross und Kleinbuchstaben (52 Buchstaben> die stimmen müssen)
- Mit Wortabständen
- Häufig noch mit seitenvertauschten Buchstaben und mit Auslassungen
- Mit Buchstaben und Zahlen eine Mischung
Sicherungs- und Bewegungsphase (2./3. Klasse)
Statt einzelne Buchstaben werden ganze Wortblöcke und Zahlen gestaltet (Buchstabenabstände passen besser) -> die Schrift wird geläufiger
Anwendungs- und Gestaltungsphase (3./4./5. Klasse)
Bewegungen sind automatisiert, Schreibtempo erhöt sich, Schrift kann in allen Fächern als Mittel geläufig eingesetzt werden.
Einige Schreibende sind noch ganz nah bei der Basisschrift, andere fangen früh an, selber Gestaltungsformen zu wählen
Schrift als persönliches Ausdrucksmittel (5./6. Klasse)
Buchstaben werden «abgewandelt» persönliche Elemente werden eingebaut (z.B. Herzchen als i- Punkte, andere Farben, das A eine andere Form)
Schrift wird bewusst nach Adressate:in gewählt
Als LP sich fragen, wann ist wie viel Leserlichkeit für welches Produkt gefragt.
3 Was sind die wesentlichen motorischen und perzeptiven Vorläuferfertigkeiten des Schreibens von Hand?
Perzeptiv (die Wahrnehmung betreffend) Vorläuferfertigkeiten:
- Taktil-kinästhetische Wahrnehmung («Fingerspitzengefühl», Bewegungsempfinden)
- Taktil: wahrnehmen mit der Haut/ kinästhetisch: Anspannung in der Muskulatur + Wirkung, welche auf die Gelenke ausgeübt wird
- Visuelle Wahrnehmung (Formerfassung- und Wiedergabe, räumliches Erfassen)
- Auditive Wahrnehmung (Lautdifferenzierung)
Wahrnehmung ist ein aktiver Prozess-> Zu vielfältigen Tun anregen und Übungsmöglichkeiten geben
Motorische Vorläuferfertigkeiten:
- Altersentsprechende Beweglichkeit vom Armen, Händen und Finger
- Unabhängigkeit und Koordination von Finger- Hand und Armbewegungen:
- Feine Fingerbewegungen: Griffmuster, In-Hand-Manipulation
- Feine Handgelenkbewegungen
- Finger- und Handgelenkbewegungen kombiniert
- Gleiten mit dem Arm
- Planung und Steuerung: Koordination der Bewegung in Bezug auf Kraft- Raum- Zeit
- Visuomotorische Koordination (Koordination von Auge und Hand-> sehen/beobachten sowie bewegen/steuern
- Entwicklung einer geschickteren, präziseren Hand (Handdominanz)
3 Was muss ich als LP beim erlehrnen der Vorläuferfähigkeitne beachten?
- Grafomotorische Förderung muss möglichst ganzheitlich erfolgen, d.h. die Kinder in ihrer Lebenswelt ansprechen und früh Literacy- Erfahrungen mit der Förderung grafomotorischer Vorläuferfertigkeiten kombinieren.
- Von einem breiten Ansatz profitieren insbesondere Kinder mit wenig Vorkenntnissen oder Lernschwierigkeiten
- Mit offenen Lernformen kann der Vielfalt in der Eingangsphase Rechnung getragen werden (z.B. Fördertische im KG, Buchstabenwekstätten)
- Einfache Spielmaterialien regen zu Eingenaktivität an- auch zu Hause
3 Wie läuft die Entwicklung der Schrift vom Kleinkind zum Schulkind?
Spurenhinterlassen als frühes Erlebnis seiner Selbst:
Der Tastsinn hat in der Entwicklung des Menschen zunächst im Mundbereich eine lebenserhaltende Funktion beim Saugen.
Später geht die Funktion mehr und mehr auf die Hände über und wird zur Quelle der lustvollen Erfahrung seiner Selbst und der Umwelt
Die Spuren entstehen aus der Ganzkörperbewegung. Der Arm bewegt, die Augen verfolgen, die Geräusche (quitschen, reiben, klopfen) sind Teil des Geschehens und verstärken die Lust.
- Hohne Stift-> schmieren
Vom ziellosen zum gerichteten Kritzeln:
- Beim ersten Versuch mit dem Stift ist die Spur noch völlig dem motorischen Tun geschuldet, die Stimme begleitet, es wird nichts Konkretes gemalt und auch nichts benannt.
- Linearität und Folge von Formen erreicht, aber noch keine Phonem-Graphem-Korrespondenz
- Schreibt die Buchstaben ab aber kann sie nicht benennen
Vom Strich zur Form:
- Aus Grundformen werden erste Schriftzeichen zusammengesetzt
Vom Strich zur Form zur Bedeutung:
- Grosse Bedeutung des eigenen Namens
- Nachfahren, abmalen, selber erfinden…
Von der Buchstabenform zur Buchstabenfolge:
- Buchstaben lassen sich in wechselnder Folge, aber nur in einer bestimmten Raumlage und Schreibrichtung zu grösseren Einheiten verknüpfen
Von der Buchstabenfolge zu ersten Textsorten:
- Grossbuchstaben sind einfacher zu realisieren
4 Was sind Grundformen der Schrift?
Gerade Striche in verschiedene Richtungen:
- Horizontal
- Vertikal
- Schräg
Kreisformen (Vollkreis, Halbkreis, Schlaufe, Girlanden, Arkaden)
- Rechtsdrehend
- Linksdrehend
Dabei:
- In verschiedene Richtungen
- In unterschiedlichen Tempi
- In verschiedenen Grössen
- Mit unterschiedlichem Krafteinsatz
- Mit zunehmender Präzision
4 Was giebt es beim einführen von Buchstaben zu bachten
- Buchstaben, welche dieselben Stricharten aufweisen, (g, a, d, und q) werden gruppiert vermittelt
- Die Einführung von leicht zu verwechselnden Buchstaben (b und d) soll gestaffelt erfolgen
- Besonders intensiv soll schwierige Buchstabenformen geübt werden, und solchem die häufig seitenverkehrt geschrieben werden.
4 Wie lernt man Buchstaben effizient und nachhaltig?
- Ausführen der Abläufe anhand nummerierter Pfeilhinweise
- Schreiben aus dem Gedächtnis
4 Was sind die Merkmale einer Guten Sitzhaltung?
Sitzhaltung:
- auf dem Sitzbeinhöcker
- Die Füsse sind möglichst auf dem Boden verankert und baumeln nicht.
- Die Wirbelsäule ist gerade und die Schultern sind locker hängend.
- Der Hinterkopf bildet eine gerade Linie zur Wirbelsäule.
- Unterarm auf dem Pult
- Handgelenke auf dem Pult
- Bewusstes Einüben einer guten Sitzhaltung ist wichtig.
- starke Bauch- und Rückenmuskeln
- Es ist wichtig, dass man die Arme frei bewegen kann, um zu schreiben.
4 Was sind die Merkmale einer Guten Stifthaltung?
Die optimale Stifthaltung…
- zeigt sich in der Bewegungsausführung.
- ermöglicht Steuerung aus den Fingern.
- beugt somit Verspannungen im Handgelenk und im Arm vor.
- ist ein entwicklungsbedingter Annäherungsprozess.
- ist auf verschiedene Weisen möglich.
- „entwickelt sich“ nicht für alle Kinder von selber.
Es gibt nicht DIE perfekte Stifthaltung.
5 Was bedeutet Schreibflüssigkeit
Schreibflüssigkeit = Textmenge, die in einer bestimmten Zeit orthografisch und grammatikalisch korrekt verfasst werden kann.
- geläufige, effiziente Handschrift (nur Aspekt der Handschrift)
- automatisierte Rechtschreibung
- flüssiges Formulieren
5 Was bedeutet die Automation einer Schrift?
Automation:
Die Automation einer Schrift kann man mit einem Schriftanalyseprogramm testen. Auf einem Tablet werden mit einem Induktionsstift Schreibbewegungen aufgezeichnet. Damit kann man dann Aussagen machen, ob die Schreibbewegung flüssig ist oder noch nicht.
Wir bezeichnen dann eine Bewegung als automatisiert, wenn die zugehörigen Geschwindigkeitsprofile eingipflig sind (nur eine Anfahrt und Bremsbewegung pro Gipfel), glatte Geschwindigkeits- und Beschleunigungsprofile vorliegen und eine hohe Wiederholgenauigkeit der Bewegung demonstriert werden kann.
à Automation ist nicht durch Erkenntnis allein zu erreichen, sondern braucht Übung!
5 Was sind dine drei Phasen des Bewegungslernen nach Meinel und Schnabel?
Phase 1:
- Erfassen der Lernaufgabe (Wie geht das?)
- Bildung der Bewegungsvorstellung
Entwicklung der Grobkoordination
Phase 2:
- Verfeinerung der Bewegungssteuerung durch die Verwertung sensomotorischer Rückmeldungen (z.B. durch die Verwertung visueller Informationen)
- Die Intention der/des Lernenden (die Aufmerksamkeit wird bewusst gelenkt)
- Entwicklung der Feinmotorik
Phase 3:
- Stabilisierung des Bewegungsmusters
- Abläufe werden sicherer, schneller, präziser, variabler umsetzbar
- komplexe Muster können aufgebaut werden
- Steuerung braucht weniger bewusste Aufmerksamkeit – d.h. im Arbeitsspeicher werden Ressourcen frei (Sprache!)
- Stabilisation, Automation
5 Sie kennen das Lehrmittel zur Basisschrift und können darin die Umsetzung der verschiedenen Lernphasen nachvollziehen.
Die drei Lernphasen beim Schreiben:
1. Entwicklung der Grobkoordination:
Die Bewegungsabfolge wird mit allen Sinnen erfasst.
Zum Beispiel: mit einer Nuss in den Sand malen, gegenseitig auf den Rücken schreiben und erraten, Pizzatafel (hören, welcher Buchstabe geschrieben wird), …
Die Grobkoordination kann man fördern durch den Einsatz von rhythmischer Musik und Schwung.
2. Entwicklung der Feinkoordination:
- Die Aufmerksamkeit liegt zu Beginn ganz auf der Planung und Durchführung eines Ablaufs
- Motorische Programme sind veränderbar in Bezug auf Tempo und Krafteinsatz und Gesamtgrösse – lustvolles Ausloten der Extreme
- Vom Einfachen zum Schwierigen
- keine seitenlange Wiederholungen, aber mehrmals wöchentlich kurze Einheiten!
- Übungen zum Entspannen und wieder Konzentrieren einbauen
- Zum Beispiel: „Schreiben mit Kraft“ (schreibe wie ein Nashorn, schreibe wie ein Schmetterling), „Buchstaben auf freier Wildbahn“, Wörter sammeln (zu P: Peperoni, Pippi Langstrumpf),…
3. Stabilisation, Automation:
- Wiedergabe aus der Vorstellung und mit genügend Tempo
- keine Hohlform- und Nachspur-Aufgaben!
- emotional ansprechend
- einbinden in sprachliche Produktion (z.B. Wortschatz) und im schulischen Alltag variantenreich anwenden
- verschiedene Schwierigkeitsstufen anbieten
- effizient üben: fokussieren auf ein bestimmtes, leistbares Ziel
- Selbstbeobachtung durch Kriterien anleiten
Das Bewegungslernen ist ein zirkulärer Prozess:
- Klasse bei der Automatisierung des Alphabets
- Klasse beim Üben der Rundeingänge: der Schwung kann über den ganzen Körper erlebt werden, Bsp: Affenschwänze im Turnen für Girlandenschwünge
- Klasse Üben der teilweise verbundenen Schrift mit Girlandenschwünge (auch in der 3. Klasse werden zu Beginn die Voraussetzungen der Phase 0 geprüft.) Phase 1: merken welche Buchstaben verbunden werden, Phase 3: Aufgaben, bei denen die Aufmerksamkeit auf die Rechtschreibung anstelle der Schrift leigt
7 Wie wirkt sich Graphomotorische schwierigkeiten auf das Schreiben aus?
- Kinder mit grafomotorischen Schwierigkeiten schreiben häufiger kurze und/oder qualitativ schlechtere Texte
- Texte mit unleserlicher Handschrift werden auch hinsichtlich Textqualität schlechter bewertet.
7 Wie wirkt sich Motivation auf das Schreiben aus?
Atribution: Subjektive und Soziale Zuschreibung von Eigenschaften z.B. ich komme aus einer Künstlerfamilie, somit bin ich künstlerisch auch begabt
Selbstkonzept: Wahrnehmung und Wissen über die eigene Person
Selbstwirksamkeit: Subjektive Gewissheit, neue oder auch schwierige Anforderungssituationen auf Grund eigener Kompetenz erfolgreich bewältigen zu können
7 Wie sollte eine Beurteilung zur schrift sein?
- Zeitnah, wenn möglich mit Beobachtung
- Direkt am konkreten Text
- Kriterienorientiert
- Ressourcenorientiert
- Individuell
- Fördernd (eine individuelle, positive Veränderung ist anzustreben; nur 1 Schwerpunkt festlegen)
- Ideal: ein Symbol finden, welche das zu Erreichende positiv darstellt -> Merkzettel auf Pult.
8 Was bedeutet es wenn ein Kind Linkshändig ist?
à Die Händigkeit ist dem Menschen angeboren! (Baby greift bereits nach Sachen mit einer Hand)
- Aus einem linkshändigen Kind kann kein rechtshändiges gemacht werden, auch wenn man es mit rechts schreiben lehrt oder bei anderen Tätigkeiten auf die Benutzung der rechten Hand besteht.
à Eine Umpolung von Linkshändigen ist ein massiver, unblutiger Eingriff ins Gehirn.
- Die Händigkeit des Menschen ist zunächst genetisch bedingt = Präferenzdominanz ( ab 1,5 J.)
- Sie kann durch Umwelteinflüsse hinsichtlich Ausprägung und Geschicklichkeit weiter beeinflusst werden = Leistungsdominanz (ab ca. 5. Lj.)
Linkshändigkeit ist kein dichotomes Personenmerkmal, sondern zeigt sich als Kontinuum
- d.h. mehr oder weniger stark ausgeprägte Rechts- bzw. Linkshändigkeit wie auch Beidhändigkeit
- 10-12% sind eindeutige Linkshändige (10% Mädchen, 12% Jungs)
- D.h. pro Schulklasse durchschnittlich 2 Kinder
- Linkshändige weisen im Schnitt weder eine höhere noch tiefere Begabung bezüglich Kreativität und Intelligenz auf als Rechtshändige.
- Linkshändige sind motorisch nicht ungeschickter.
àKinder brauchen keine falschen Mythen, sondern korrekte Anleitung und individuelle Begleitung.
8 Worauf muss ich als LP beim Schreibunterricht mit Linkshändern besonders acht geben?
- Linkshändige sitzen am Zweierpult links
- Blatt liegt etwas links von der Körpermitte
- Die Hand ist die Verlängerung des Unterarms
- Die Schreibhand liegt unterhalb der Schreiblinie
- Linkshändige stossen die Schrift, Fingerbewegung ist also wichtig
- Keine Schräglineatur verwenden, sondern Neigung frei wählen lassen
- LP zeigt neben dem Kind sitzend mit der linken Hand die Schreibbewegung vor
- Blatt sehr gross-> mit der rechten Hand das Blatt rutschen
- Evtl. auch am rechten Heftrand vorschreiben
- Varianten bei Abläufen zulassen
- Arbeitstechniken:
So genannte „Einhandtechniken“ wie Schreiben, Zeichnen, Schneiden, Häkeln etc. muss das linkshändige Kind mit seiner dominanten Hand (aus)führen dürfen.
9 Was ist der Unterschied von Mehrschriftigkeit und Mehrschriftigkeit?
Kurz gesagt
- Mehrschriftlichkeit = in mehreren Sprachen schreiben und schriftlich kommunizieren können.
- Mehrschriftigkeit = mehrere Schriftsysteme bzw. Alphabete verwenden können.
10 Was ist wichtig beim Tastaturschreiben
- Tastaturschreiben regelmässig und verbindlich im Unterricht üben.
- Auf eine positive Einstellung von Kindern und Eltern achten.
- Früh ein festes Tipp-System erlernen, damit die Augen auf dem Bildschirm bleiben können.
- Die Tastatur möglichst blind bedienen (z. B. Hände mit einem Tuch oder Karton abdecken).
- Auf kleine, effiziente Fingerbewegungen und ruhige Handhaltung achten.
- Den nächsten Tastenanschlag bereits vorbereiten, um die Schreibflüssigkeit zu erhöhen.
- Tastaturschreiben früh einführen, da Umlernen schwieriger ist als Neulernen.
- Im Kanton Luzern ab der 4. Klasse systematisch aufbauen.
- Das kostenlose Online-Programm «Typewriter» für das Üben nutzen.
- Lehrpersonen und Schulleitungen sollen vorhandene Umsetzungshilfen verwenden.