PhAt
Physiologie Atemapparat (Basics)
Physiologie Atemapparat (Basics)
-
- 1 / 122
-
Flashcards
Bewegung der Rippen
erste Rippe: bewegt nach vorne oben
obere Rippen: Vergrösserung sagittaler Durchmesser
mittlere Rippen: Vergrösserung sagittaler und transversaler Durchmesser
untere Rippen: Vergrösserung transversaler Durchmesser
Retraktionskraft
Retraktionskraft ist die elastische Rückstellkraft der Lunge (retrahere = lat. – zurückziehen). Die hat interstitiell viele elastische Fasern eingelagert und ist ideal elastisch und zieht sich nach Dehnung (Inspiration) von alleine wieder auf ihre Ursprungsgrösse (Exspirationsstellung) zurück. Die Exspirationsmuskulatur wird dabei in Ruheatmung in Frieden gelassen und nur bei forcierter Exspiration benutzt.
Ventilations-Perfusionsverhältnis (V/Q)
Unter Grundumsatzbedingungen liegt alveoläre Ventilation bei ca. 4 l/min. und die pulmonale Durchblutung (=Perfusion) beträgt ca. 5 l/min. Das Verhältnis ist deshalb ungefähr 0.8. Gestört durch Veränderungen der Ventilation oder der Durchblutung wird V/Q kleiner in folgenden Fällen:
- V = Belüftung Alveole: nimmt bei unveränderter Durchblutung ab
- Q = Herzzeitvolumen: nimmt bei unveränderter alveolärer Belüftung zu
- Extremfall: Alveole nicht belüftet aber durchblutet (V/Q= 0) alveolärer Kurzschluss (= Shunt), Gasaustausch findet nicht statt.
oder: Alveole belüftet aber nicht durchblutet (V/Q= ¥). Diese ist gleichzusetzen mit einer alveolären Totraumbelüftung, auch hier findet kein Gasaustausch statt.
In der Atemphysiotherapie soll dies optimiert werden. Es soll dorthin ventiliert werden wo auch eine gute Durchblutung vorhanden ist.
Totraumventilation
Funktionell ist die alveoläre Ventilation wichtig, nicht aber die dazu notwendige Ventilation der zuführenden Atemwege (Totraumventilation). Die Gesamtventilation ergibt sich aus der Totraum- und alveolären Ventilation. Die Totraumventilation erfüllt wichtige Funktionen für die Einatemluft wie:
- Erwärmung bzw. Abkühlung
- Befeuchtung
- Reinigung
Bei fehlender Einatmung durch die Nase muss die Erwärmung und Befeuchtung der Luft also sonst noch passieren. Bei Beatmung muss der Totraum zusätzlich berücksichtigt werden. sprich die ersten 120 bis 150 ml belüften nur den Totraum, es muss also mehr Luft zugeführt werden.
Ventilationskoeffizient
Mass für den Gasaustausch zwischen der Luft aus den Alveolen und der Frischluft im Rahmen der Atmung. Pro Atemzug (AZV = ca. 500ml) werden nur ca. 11 – 12% der Alveolarluft mit Frischluft ersetzt. Bei Belastung kann der Ventilationskoeffizient aber bis zu 20% ansteigen.
- Alveoläre Partialdrücke verändern sich nur wenig während Atemzyklus (2 mmHg), was sich positiv auswirkt auf:
- Guter Gasaustausch während Exspirationsphase
- Verminderter Alveolenkollaps bei niedrigem Ventilationskoeffizient
- FRC = O2-Reserve (funktionelle Residualkapazität = Volumen das nach Exspiration in Lunge bleibt)
Patienten im Spital aus horizontaler Lagerung vertikalisieren. Die anderen Organe üben keinen Druck mehr auf die Lunge aus, sie hat somit mehr Platz und somit eine höhere Kapazität.
Compliance
Muss von Adhärenz abgegrenzt werden. Wird im Wissenschaftlichen Sprachgebrauch nämlich auch Compliance genannt und beschreibt das Ausmass, in welchem der Patient medizinische Instruktionen befolgt und wie der Pat. Die gemeinsamen Ziele von ihm und dem Therapeuten befolgt.
In der Atemphysio ist die Elastizität, der Lunge gemeint, welche durch die elastischen Wiederstände bestimmt wird. Es gibt an, wieviel Volumen pro mbar Unterdruck in die Lunge gelangt bzw. wie viel Volumen pro Überdruck aus der Lunge entfernt wird.
(Dehnbarkeit der Inneren und Äusseren Mechanik, Lunge und Thorax). Verschiedene Pathologien können die Compliance negativ beeinflussen:
- Morbus Bechterew
- Torsionsskoliose
- Tuberkulose (Pleura ist so gross wie Speckschwarte und engt ein)
Resistance
→ Strömungswiederstand
Druckdifferenz die benötigt wird, um eine bestimmte Atemstromstärke zu induzieren. Der Wiederstand steigt auf das 16-fache, wenn der Radius halbiert wird. Dadurch ist die Weite der Atemwege der wichtigste Parameter zur Bestimmung der Strömungswiederstände.
Obstruktion
teilweiser oder kompletter Verschluss eines Hohlorgans
Restriktion
Bewegungseinschränkung eines Organs. Die Vitalkapazität ist geringer als normalerweise
Fibrose
pathologische Vermehrung von Bindegewebszellen.
eher restriktive Störung.
Ventilationsstörung
Obstruktiv
- Endobronchial (Spasmus, Sekret, Schwellung ð Schleimhautödem)
- Exobronchial (Tumor)
Restriktiv
- Pulmonal (Fibrose ð Zellstrukturen der Lunge vernarben sozusagen)
- Pleural (Pleuraerguss ð Flüssigkeit zwischen beiden Lungenblättern)
- Diaphragmal (Zwerchfelllähmung)
- Extrapulmonal (Torsionsskoliose, Adipositas)
kombinierte gemischte Ventilationsstörungen
Verteilungsstörung (Distributionsstörung)
Schleim, Bronchospasmus etc. sind oft ungleich über die Lunge verteilt. Auf Störungen dieser Art kann physiotherapeutisch direkt. Das weisse auf dem Bild ist Schleim, dort kann sich die Luft nicht mehr gleichmässig verteilen.
Diffusionsstörung = Durchdringungsstörung
- Bei Zunahme der Dicke der alveolo-kapillären Membran
z.B. Lungenentzündung, Lungenödem, interstitielle Lungenkrankheiten etc. - Bei Einschränkung der Gasaustauschfläche
z.B. bei Lungenembolie, Lungenresektion, destruktives Lungenemphysem
auf diese Störungen kann physiotherapeutisch nur indirekt eingegangen werden. In der Anamnese (kardial/pulmonal) ist wichtig die Schlafqualität zu erfragen. Wie gut schläft der Patient und in welcher Lagerung? Evtl. sitzend?
Lungenresektion
Resektion bedeutet die operative Entfernung bestimmter Gewebetiele eines Organs oder auch eines Tumors. Die Lungenresektion kann entweder entlang der anatomischen Grenzen (Lappen / Segmente) erfolgen oder auch atypisch. Von einer einzelnen Segmentektomie bis zur Bilobektomie ist alles möglich.
Perfusions (Durchblutungsstörung)
Eine Lungenperfusionsstörung kann einerseits durch eine rechtsherzinsuffizienz, als auch durch zu hohen Wiederstand im Lungengefässbett oder aber durch Rückstau von der linken Herzkammer her entstehen.
- Bei pulmonalen Embolien (durch einen Thrombus)
- Bei Lungeninfarkten
- Bei kardialer Insuffizienz (Linksherzinsuffizienz ð Stauungslunge)
mit physiotherapeutischen Massnahmen kann nur indirekt darauf eingegangen werden, z.B. der Venenrückfluss durch Tiefenatmung.
pH-Wert
0 = stark sauer
14 = stark basisch
Blutwert norm = 7,36 bis 7,44
Wann ist der pH zu niedrig?
Niedriger pH = Blut zu sauer = Azidose
- Störungen Gasaustausch in der Lunge
- Störungen der Atmung ð schlechte Belüftung der Lunge
- Diabetiker mit Überzucker
- Angeborene Fett- und Eiweissstoffwecheslstörungen
- Unzureichende Nierenfunktion
- Anhaltender Durchfall ð dauernder Verlust an Basen
- Fehler bei der Infusionstherapie im Krankenhaus
Wann ist der pH-Wert zu hoch?
Hoher pH-Wert ð Blut zu basisch ð Alkalose
- Überbelüftung der Lunge durch zu tiefe / häufige Atemzüge (Hyperventilation)
- Stoffwechselbedingt:
- Dauerndes Erbrechen führt zu Verlust an Säure
- Störungen des Hormonhaushalts
chemische Atemregulation über Blutgase
Durch körperliche Arbeit wird das Blut sauer, was zur Atemregulation genutzt wird.
- Kohlendioxidpartialdruck steigt (CO2-Antwort)
- Sauerstoffpartialdruck sinkt (O2-Antwort)
- pH-Wert sinkt (pH-Antwort)
Säuren-Basen-Regulation (Puffer)
Ein Puffer ist ein Stoffgemisch, dessen PH-Wert (Konzentration der Oxiniumionen) sich bei Zugabe einer Säure oder einer Base wesentlich weniger stark ändert, als dies in einem ungepufferten System der Fall wäre. Die Wirkung des Puffers beruht auf der Umsetzung der durch die Säure bzw. Base zugeführten Oxoniumionen (H3O+) bzw. der Hydroxidionen (OH-) zu schwachen Säuren bzw. Basen, die selbst
nur wenig zur Bildung von H3O+ bzw. OH--Ionen neigen.
CO2 Produktion ca. 316 Liter/Tag → bildet Kohlensäure
- Abatmen
- Ausscheiden
- puffern
Es gibt vier Puffer-Systeme
- Bikarbonatpuffer
- Plasma-Eiweisspuffer
- Hämoglobin
- (Phosphatpuffer)
Säuren-Basen-Regulation
Das Kohlensäure-Bicarbonat-Puffersystem ist der wichtigste Blutpuffer zum Auffangen von pH-Schwankungen im menschlichen Blutkreislauf. Es besteht aus der Kohlensäure (H2CO3)) als Säure und dem Bicarbonation (auch Hydrogencarbonation genannt, HCO3-) als Base. Wenn das Blut nicht sauer genug ist, löst sich ein Proton (H+) von der Kohlensäure, die daraufhin zum Bicarbonation wird. Wenn das Blut dagegen zu viele Protonen enthält, also zu sauer ist, bindet das Bicarbonation ein Proton und wird zur Kohlensäure. Diese zerfällt zu Wasser (H2O) und Kohlendioxid (CO2). Durch verstärkte Atemtätigkeit wird dann vermehrt Kohlendioxid abgeatmet.
CO2 + H2O = H2CO3+ H2O =H3O+HCO3 HCO3 + H+ <-> H2CO3 <-> CO2 + H2O
ZweiFaktorenmachendenBicarbonat-Pufferzumwichtigsten Puffersystem im Blut: Zum einen ist der Bikarbonatspiegel des Blutes ziemlich hoch (etwa 24 mmol/l), zum anderen ist es ein offenes System, überschüssiges CO2 kann über die Lunge abgeatmet werden und der HCO3- -Spiegel des Blutes kann durch die Niere reguliert werden. Auf diese Weise kann der pH-Wert des Blutes konstant gehalten werden (Säure-Basen-Homöostase).
Dem Puffersystem liegt folgender chemischer Zusammenhang zugrunde:
Vereinfacht kann die Kohlensäure (H2CO3) weggelassen werden, da deren Konzentration im Blut um den Faktor 400 geringer ist, als die von Kohlenstoffdioxid (CO2). Es ergibt sich diese Gleichung:
CO2 + H2O D H2CO3 D HCO3- + H+
Hyperventilation
Unphysiologisch vertiefte oder beschleunigte Atmung. Bei Hyperventilation steigt der PAO2 an und der PACO2 fällt ab. Es wird zu viel CO2 abgeatmet und als Folge davon kommt es zu einer respiratorischen Alkalose (alkalisch = weniger sauer). Deshalb atmen wir auch mit einem Plasticksack, um das abgeatmete CO2 wieder aufzunehmen, bis sich die Atmung reguliert. Symptome:
- Tachypnoe
- Muskelkrämpfe
- Parästhesien
- Schwindel
- Angstgefühle
Hypoventilation
Pathologische Verminderung der normalen Lungenbelüftung. Der pulmonale Gasaustausch ist eingeschränkt, wodurch es zu Hyperkapnie (erhöhter CO2 Gehalt im Blut), Hypoxämie (Sauerstoffmangel im arteriellen Blut) und respiratorischer Azidose kommt. Die respiratorische Azidose entsteht dadurch, dass die CO2-Abatmung kleiner ist als die Produktion, was den arteriellen CO2-Partialdruck im Blut erhöht. Entstehen kann Hypoventilation durch:
- Parese der Atemmuskulatur (z.B. durch Schädigung N.phrenicus)
- Obstruktive Lungenerkrankungen (COPD, Asthma bronchiale)
- Schädigung des Atemzentrums im ZNS
- Medikamentöse Beeinflussung des Zentralnervensystems (z.B. durch Opioide)
- Pickwick-Syndrom (Adipositas bedingtes Hypoventilationssyndrom)
Hypoxämie
Sauerstoffmangel im arteriellen Blut:
Häufige Ursachen:
- Hypoventilation
- Rechts-links-Shunt (Shunt = Kurzschlussverbindung)
- Ventilations-Perfusions-Inhomogenitäten
Seltene Ursachen:
- Diffusionsstörungen
- Erniedrigte eingeatmete O2-Konzentration
Hypoxie
Sauerstoffmangel im Gewebe kann durch verschiedene Faktoren zustande kommen:
- Störung der Sauerstoffaufnahme
- Störung des Sauerstofftransportes
- Störung der Sauerstoffabgabe (bzw. Sauerstoffbindung an Hämoglobin)
Rechts-Links-Shunt
Störung des Blutkreislaufs, bei der sauerstoffarmes Blut aus dem venösen Schenkel des Blutkreislaufs (rechte Herzhälfte) direkt (mit Umgehung des Lungenkreislaufs) in den arteriellen Schenkel gelangt (li Herzhälfte). Dies passiert z.B. bei eimem Vorhof- oder Kammerseptumdefekt oder wenn der rechtsventrikuläre Druck grösser ist als der linksventrikuläre (weiterer Grund auch: Surfactantmangel mit Folge einer Minderbelüftung der basalen Bereiche der Lunge).
Links-Rechts-Shunt
Störung bei der sauerstoffreiches Blut aus dem arteriellen Schenkel des Blutkreislaufs (aus linker Herzhälfte) direkt in den venösen Schenkel des Blutkreislaufs (rechte Herzhälfte) gelangt. Dies passiert z.B. im Falle eines Kammerseptumdefekts oder wenn der linksventrikuläre Druck grösser ist als der rechtsventrikuläre.
Störung der Sauerstoffaufnahme
- Zu tiefer O2 Gehalt der Einatemluft (Im Gebirge)
- Alveoläre Hypoventilation (zu wenig O2 aufgenommen)
- V/Q Störung (Ventilations-Perfusionsverhältnis)
- Re/li Shunt
- Diffusionsstörung
Störung des Sauerstofftransportes
- niedriges Hämoglobin (Anämie)
- Linksherzinsuffizienz
Störungen der Sauerstoffabgabe
Sauerstoffabgabe vom Hämoglobin ins Gewebe erschwert bei höherer Sauerstoff Hämoglobin Affinität (Bindungsfreudigkeit), bei linksverschiebung der O2-Bindungskurve, abhängig von Körpertemperatur und Blut-pH
Linksverschiebung Sauerstoff-Bindungskurve
Umgekehrt verhält es sich bei der Linksverschiebung. Hier ist die Bindung zwischen Sauerstoff und Hämoglobin stärker. Daher wird bei gleichem PO2 mehr Sauerstoff vom Hämoglobin gebunden. Er wird allerdings auch in der Peripherie weniger leicht wieder abgegeben - die Sauerstoffversorgung der Gewebe wird also verschlechtert.
- Hypothermie
- Abatmen von CO2
- pH-Wert steigt
O2-Aufnahme in den Lungen
Rechtsverschiebung Sauerstoff-Bindungskurve
Bei einer Rechtsverschiebung der Sauerstoffbindungskurve wird in der Lunge bei gleichem PaO2 weniger Sauerstoff vom Hämoglobin gebunden. Der Sauerstoff wird jedoch leichter an die peripheren Gewebe abgegeben, da die Bindung zwischen Sauerstoff und Hämoglobin schwächer ist.
- Hyperthermie
- O2-Abgabe an Zelle
- CO2-Aufnahme ins Blut
- PH-Wert sinkt
partielle respiratorische Insuffizienz
Bei vermindertem PO2 (=Hypoventilation) und normalem pCO2 (Hypoxämie)