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Doris Leuenberger
Study

Doris Leuenberger
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Überblick über die Pharmakologie von Tumortherapien. Sie behandeln verschiedene Therapieansätze wie Zytostatika, Topoisomerase-Hemmer und unterstützende Maßnahmen bei Nebenwirkungen. Die Karteikarten sind ideal für Medizinstudenten und Fachkräfte, die sich mit der Behandlung von Tumorzellen, dem Zellzyklus und den Mechanismen von Chemotherapeutika vertraut machen möchten.
Flashcards
39
Students
1
Language
German
Category
Medical
Created / Updated
29.09.2014 / 22.10.2014

Flashcards

Zellzyklus - Phasen

Interphase G1, S, G2
Teilungsphase M

 

Mitose - Phasen

Interphase, Prophase, Metaphase, Anaphase, Telophase

G0 Phase, Ruhephase

- Nur ein Teil der vorhandenen zellen befindet sich im Teilungszyklus. Der Rest bildet ein Ruhe-Pool. Das Verbleiben der Zelle in dieser Phasewird durch aktive Repression der Mitose-Gene bewirkt.
- Solide Tumoren: 90% der Tumorzellen in G0, bei einigen malignen Systemerkrankungen jedoch nur 10%

G1 Phase, Wachstumsphase 1

Synthese von RNA und Zellorganellen, Zelle wächst

G1-Checkpoint (1. Restriktionspunkt)

Zelle gross genug? Günstige Umweltbedingungen?

S-Phase, Synthesephase

DNA wird genau einmal repliziert um den Chromosomensatz zu verdoppeln

G2-Phase, Wachstumsphase 2

Chromosomen liegen als Chromatiden vor, Teilungsebene wird festgelegt

funktional gesehen ein Sicherheitspuffer, bevor die Zelle in die M-Phase geht

G2-Checkpoint (2. Restriktionspunkt)

DNA vollständig und korrekt repliziert?

Checkpoint 1 Kontrolle:

wesentlich durch das Protein p53 - das zu den Tumorsuppressorgenen gehört

p53 unterbricht den Zellzyklus so lange, bis ein Gendefekt repariert ist. Gelingt die Reparatur  nicht, löst p53 die Apoptose aus.

Mutationen am p53 Gen zeichnen sich durch besonder bösartiges Wachstum aus, rasche Metastasierung, geringe 5-Jahres Überlebenschance

Proto-Onkogen

Genabschnitte, deren Produkte an der Zellteilung und Wachstumsregulation beteiligtsind (Wachstumsfaktoren oder -Rezetoren)

Onkogene

proto-Onkogene, die mutieren oder verstärkt exprimiert werden

Umwandlung zu Onkogenen - ausgelöst durch

- Karzinogene
- Genamplifikation
- Translokation des Proto-Onkogens
- Infektion mit onkogenen Viren

Telomere und Telomerase

Ein grund für die verringerte Apoptose und damit die Unsterblichkeit der Tumorzelle kann in einer erhöhten Telomeraseaktivität liegen:

- Chromosomenenden bestehen aus speziellen DNA-Sequenzen (Telomere) die sich bei jeder Replikation verkürzen

- Sind die Telomere kritisch kurz, wird die Zellteilung unmöglich und die alte Zelle stirbt beim erneuten Versuch, sich zu teilen

- Tumorzellen haben ein spezielles Enzym, die Telomerase, welche die Länge der Telomere stabil hält - Immortalisierung (Unsterblichkeit)

Unterstützende Therapien
4. Behandlung der Zytostatika-induzierten Diarrhö

va. bei 5-Fluoruracil - Loperamid (Imodium)

Tumorätiopathogenese

in einer Zelle muss mehr als eine Veränderung erfolgen, damit sich ein manifester Tumor entwickelt.

Die Entstehung von Tumoren ist uneinheitlich und im einzelnen noch nicht vollständig geklärt.

- erbliche Disposition ist oft mit einer gestörten Immunfunktion kombiniert
- bei einigen Geschwulsten wird das Wachstum durch Hormone gefördert

Tumorätiopathogenese

neben endogenen Ursachen kommen exogene Noxen in Frage:

- ionisierende Strahlen und UV-Licht

- chemische Karzinogene

- lokal reizende Stoffe (z. B. Asbeststaub)

- onkogene Viren

Untestützende Therapien
1. Ausreichende Ernährung

per oral, Magensonde, parenteral, hyperkalorisch

Unterstützende Therapien
2. Antiemetika

v. a. vor, während und nach der Chemo
- leichte Übelkeit Metoclopramid (Primperan,Paspertin)
- schwere Übelkeit (Zofran)
- zus. Dexamethason (Steroid)

Unterstützende Therapien
Schmerztherapie

nach WHO Stufenschema

Unterstützende Therapien
Prophylaxe einer Harnsäurenphropathie

viel Flüssigkeit
Allopurinol

Unterstützende Therapien
Prophylaxe von Nierenschäden

va. durch Cisplati
erhöhte Trinkmenge und forcierte Diurese

Unterstützende Therapien
Therapie der Veränderungen im Blutbild durch die Beeinträchtigung der Blutbildung im Knochenmark

- weisse Blutkörperchen - Anstieg desInfektrisikos
- rote Blutkörperchen - Anämien
- Thrombozyten - Thrombopenien, welche die Blutungsneigung erhöhen

Unterstützende Therapien
Prophylaxe von Infektionen

- Händedesinfektion, Katheterismus, etc.
- Keimarme Räume
- ev. Abschirmen durch Gabe von Breitband-Antibiotika
- Antimykotika

Unterstützende Therapien
Biphosphonate

-Behandlung von Hyperkalzämie, Knochenschmerzen, Knochenmetastasen
- Aleendronat, auch Kombi mit Vitamin D

Untestützende Therapien

Schleimhautschutz

- Prävention von Schleimhautentzündungen im Mund- und Halsbereich
- Mundschleimhaut, Zähne und Zunge feucht halten

Unterstützende Therapien
Haarausfall

- Perücke od. Kopfbedeckung?
- Kosmetische Massnahmen (Augenbrauen)

Unterstützende Masssnahmen
Massnahmen bei Haut- und Nagelveränderungen

Pflegende Lotionen, Öle, Waschemulsionen bei trockener juckender Haut

Hand-Fuss-Syndrom

Harnstoffhaltige Lotionen, Cortisonhaltige Cremen oder antiallergische Präparate bei Ekzemen

 

Probleme bei der Chemothrapie

- alle sich teilenden Zellen sind betroffen - KM-Depression, Teratogenität, Stöerungen der Fertilität, Wundheilung, Wachstum
- zytostatika können selber karzinogen wirken
- grosser Zellzerfall bewirkt Harnsäureanstieg - Gicht, Nierenschäden
- Nausea, Erbrechen
- Resistenz
 

Die Anwendung von Zytostatika erfolgt...

- meist als Polychemotherapie mit mehreren Subsanzen damit die Zellen in möglichst allen Teilungsphasen getroffen werden
- selten als Monotherapie
- oft zusammen mit einer Strahlentherapie
- oft zusammen mit Antihormonen, Antikörpern
- oft zur Vorbereitung auf eine Stammzell- oder KM-Transplantation

Wirkungsmechanismus Antimetaboliten

Blockieren vorwiegend Nukleinsäuresynthese in der S-Phase des Zellzyklus oder andere wichtige Stoffwechselwege der Zelle

Wirkungsmechanismus Alkylierende Stoffe

Alkyliantien bauen Alkylgruppen in die DNA ein. Nach Aktivierung reagieren diese Stoffe vor allem mit Guanin und führen zu multiplen Veränderungen der DNA (Vernetzung von DNA-Strängen, abnorme Basenpaarungen und Spaltung von DNA-Ketten)

Folge: Nukleinsäure-Replikation und dadurch die Zellteilung wird beeinträchtigt

Wirkmechanismus - Topoisomerase-Hemmer

Topoismerasen sind zuständig für die Verdrillung der DNA, um sie in den Zellkern packen zu können. Sie sind die Voraussetzung für die DNA-Replikation und haben erhöhte Aktivität in Tumorzellen.

Topoisomerase I: macht Einzelstrangbrüche. Sie spaltet lediglich einen Strang der doppelsträngigen DNA und erlaubt damit eine freie Rotation des Gegenstranges.

Topoisomerase II: macht Doppelstrangbrüche. Sie bindet an beide DNA-Stränge, spaltet sie temporär und ermöglicht dadurch eine Rotation.

Topoisomerase-Hemmer
Wirkung im Körper

hemmung der Topoisomerasen im Körper führt dazu, dass der stabilisierte Komplex aus Topoisomerase und DNA Strangbrüche hervorruft und deswegen die Zelle stirbt.
Negativ ist, dass insbesondere Hemmstoffe der Topoisomerase II die Entwicklung von Zweittumoren und Zweitleukämie begünstigt.

Wirkmechanismus Mitose-Hemmstoffe

Eine Hemmung des Zellzyklus ist durch Blockade der Mitose möglich. Mitose-Hemmstoffe betreffen den aus Mukrotubuli bestehenden Spindelapparat, welcher die Zellteilung betrifft. Pharmaka können den Aufbau der Kernspindeln hemmen, den Abbau blockieren.

Wirkmechanismus Zystostatisch wirksame Antibiotika

Einige Antibiotika, die wegen ihrer toxischen Eigenschaften nicht zur Behandlung bakterieller Infektionen verwendet werden, haben Eingang in die Therapie als Zytostatika gefunden.

Behandlung sexualhormonabhängiger Tumoren

- ablative Therapie: Keimdrüsen werden entfernt

- additive Therapie: Applikation von Hormonen, die in den Regelkreis eingreifen und die endogene hormonproduktion hemmen
 

- kompetitive Therapie: Behandlung mit Hormonantagonisten
 

Wirkmechanismus
Hormone und Hormonantagonisten

Bei einigen Tumoren ist das Wachstum hormonabhängng: bsp. Prostata-, Mamma-, Uteruskarzinome. Die Blockade der Hormonwirkung führt zu einer Wachstumseinschränkung.
Hormone und Hormonantagonisten sind keine Zytostatika im eigentlichen Sinne, deren Entdifferenzierung noch nicht zu weit fortgeschritten ist (d. h. die Tumorzellen noch Hormonrezeptoren besitzen).

Behandlung sexualhormonabhängiger Tumoren

- ablative Therapie: Keimdrüsen werden entfernt

- additive Therapie: Applikation von Hormonen, die in den Regelkreis eingreifen und die endogene hormonproduktion hemmen
 

- kompetitive Therapie: Behandlung mit Hormonantagonisten
 

Sonstige Zytostatika

Neue und neuere Therapieformen:
- Therapie mit Antikörpern
- Angiogenese-Hemmstoffe: Thalidomid
- Apoptose-Aktiviereung: Liganden von CD95
- Gen-Therapie (p53, Antisense-Nukleotide)
- Immunmodulierende Substanzen
- Hemmstoffe der Signalübermittlung

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