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Stephan Huelsmann
Diese Karteikarten bieten einen grundlegenden Einblick in die Pflanzenzüchtung, wobei Begriffe wie Pollensterilität, Mutation und DNA im Mittelpunkt stehen. Sie erläutern Mechanismen der Pollensterilität, verschiedene Züchtungsziele und die Bedeutung der Evolutionstheorien von Lamarck und Darwin. Besonders nützlich sind sie für Schüler, die sich auf Biologieprüfungen vorbereiten und ein Verständnis für die Grundlagen der Pflanzenzüchtung und deren Bedeutung für die menschliche Ernährung und Umwelt entwickeln möchten.
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Allemand
Catégorie
Biologie
Créé / Mis à jour
15.12.2013 / 12.05.2015

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Erläutern sie den Begriff: "Fortpflanzung bzw. Vermehrung"!

Die Pflanzen haben, wie alle Organismen, die  Fähigkeit, ihre Merkmale durch den  Vorgang der “Vererbung” auf  die  Nachkommenschaften  zu übertragen; dieses  Geschehen  wird auch  als  “Fortpflanzung”  bezeichnet.   Unter VERMEHRUNG versteht man die „Vervielfachung“ von Pflanzenmaterial.

1.2 Erläuter den Begriff "Entwicklung und Wachstum"!

Unter  ENTWICKLUNG sind  alle die  Veränderungen im Verlauf des individuellen (ontogenetischen)  Lebenszyklus einer  Pflanze zu verstehen, die sich im Hinblick auf die Erreichung der Blühreife und der Hervorbringung von  Nachkommenschaft  en vollziehen  (Ausdifferenzierung  des  Spross-Vegetationskegels,  Knospen-  und Blütenbildung, Samenbildung, Fruchtreife).    Alle  Veränderungen im  Verlaufe eines Lebenszyklus,  die nur  der Massenzunahme dienen (Vergrößerung und Vermehrung der Blätter, des Sprosses und der Wurzeln, des Rübenkörpers und dgl. ) - sie sind lediglich quantitativer Art -,  rechnen dagegen zum  vegetativen  Wachstum.  

Erläutern sie den Begriff Genzentren-Theorie!

Als  VAVILOV mit  seinen  Mitarbeitern  in  den  20er  Jahren große  Forschungsreisen unternahm,  entdeckte  er  einen  bis  dahin  kaum  bekannten  Formenreichtum der Kulturpflanzen. In auffälliger Konzentration trat dieser zwischen 20 ° und 40 ° nördlicher und südlicher Breite zutage.  Aufgrund von  geobotanischen,  morphologisch-physiologischen aber  auch von cytologischen und genetischen Analysen kam VAVILOV zu der Schlussfolgerung,  daß es acht große Genzentren (Megazentren) gibt (s. Abb. 2.5.1, vgl. dazu auch Abb. 2.2.1).   Eine  Schlussfolgerung  Vavilovs besagt,  dass  es  außer  den  primären Zentren noch  sekundäre   Nebenzentren gibt;  so z.  B.  außer dem Indischen Subkontinent  (Zentrum 2) das indo-malaiische (2 a), oder in Südamerika (8) das Chiloe-Zentrum (8 a) sowie ein kleineres in Brasilien/Paraguay (8 b).

 

Erläutern sie den Begriff "somatische Mutation und L1-Schicht"!

Treten bei  vegetativ vermehrbaren Pflanzen Mutationen auf,  so werden die Nachkommen auch als SPORTS bezeichnet (=somatische Mutationen).   L1-Schicht -> Dermatogen -> Zellen teilen sich nur antiklin, in der senkrechten = nur Längenwachstum

Zellen enthalten Chlorophyll , bilden Plastiden und Eidermiszellen 

Was bedeutet der Begriff "Apomixis"?

• Ungeschlechtliche oder eingeschlechtliche Fortpflanzung.

Was bedeutet der Begriff Xenienbildung?

Die  „Hybridnatur“  von  Embryo und  Endosperm eines  Samens ist  in  der  Regel  rein äußerlich nicht  zu erkennen. • Treten jedoch Fälle  auf,  bei  denen der  Hybridsame schon  rein äußerlich durch Farb-,  Form- oder  Größenunterschiede auffällt,  so  bezeichnet  man  diese Erscheinung (seit Focke, 1889) als XENIENBILDUNG .

Was bedeutet der Begriff "Mitose"?

Die MITOSE ist die Voraussetzung für eine richtige Verteilung des Erbmaterials  (der  Chromosomen)  auf  die  Tochterzellen.  Die Mitose  bedeutet  Kernteilung  und  geregelte Chromosomenverteilung.

Den zeitlichen  blauf  der  Mitose unterteilt  man in 4 aufeinander folgende Stadien: — Prophase, — Metaphase, — Anaphase, — Telophase.

Was bedeutet "Schmelzen der DNS"

Als Schmelzen von DNA bezeichnet man das Auftrennen des DNA-Doppelstrangs in zwei Einzelstränge durch hohe Temperaturen. Die Höhe der zum Schmelzen nötigen Temperatur hängt vom GC-Gehalt der DNA ab: Je höher der Gehalt an GC-Basenpaaren, desto höher liegt die Schmelztemperatur (GC-Basenpaare weisen 3 Wasserstoffbrücken-Bindungen auf, sind also stabiler als AT-Basenpaare, zwischen denen nur 2 Wasserstoffbrücken-Bindungen ausgebildet werden).

Was bedeutet der Begriff "Polymerase"?

Polymerasen sind in allen Lebewesen vorkommende Enzyme, die die Polymerisation von Nukleotiden, die Grundbausteine der Nukleinsäure, katalysieren. Ihre Funktion ist notwendig für die Vermehrung der Erbinformation (DNA) im Prozess der Replikation, einer Voraussetzung für die Zellteilung.

Was bedeutet der Begriff "Ligase"?

DNA-Ligasen sind Enzyme, die DNA-Stränge verknüpfen. Sie bilden dabei eine Esterbindung zwischen einem Phosphatrest und dem Zucker Desoxyribose aus.

Erklären sie somatische Hybridisierung!

Bei der „somatischen Hybridisierung“ handelt es sich NICHT um die Verschmelzung von Gameten, sondern um die Hybridisierung  von  somatischen Zellen,  allerdings  nicht um  Körperzellen mit starren  Zellwänden,  sondern  um  die  Verschmelzung von „ Protoplasten“ (Protoplastenfusion).

Welche besonderen Verdienste von Charles Darwin im 19 Jhd. sind um die Entwicklung der Züchtungswissenschaften zuzuschreiben?

Seine 4 Werke

1. „Das  Variieren  der  Tiere  und  Pflanzen  im  Zustande  der Domestikation“  (1868, The Variation  of Animals  and Plants  under Domestication).

2. „Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl“ (1871. The Descent of Man).

3. “Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei  den Menschen und den Tieren“ (1872, The Expression of the Emotions in Animals and Man).

4. „Die Wirkungen der Kreuz- und Selbstbefruchtung im Pflanzenreich“.

Was ist die allgemeine Definitionen gibt es für die Pflanzenzüchtung?

Definition Nr. 1:  Die  „Pflanzenzüchtung“ verfolgt  das Ziel, Sorten zu schaffen, die unter den jeweils  gegebenen  Umwelt-  und Anbaubedingungen hohe und stabile Erträge  mit  der  jeweils  geforderten Qualität des Ernteproduktes erbringen.

Definition Nr. 2 :  Die  „Pflanzenzüchtung“ hat  das Ziel,   Pflanzen  genetisch   so  zu verändern,  dass  sie  besser an  die  Bedürfnisse  des   Menschen angepasst  sind. 

Was sind einige Hauptzuchtziele der Pflanzenzüchtung?

Hauptzuchtziele der Pflanzenzüchtung:

a.  der  Ertrag  (  Korn-,  Samen-,  Pflanzen-,  Schnittblumen-, Massenertrag,  etc.).   b.   die Ertragsstabilität.   c.  die  Qualität   ( bei  Früchten,  Samen, Pflanzen,  Pflanzenteilen, etc.).   

 

1. Sicherung der menschlichen Ernährung:

a.  Landwirtschaftlicher Bereich: b. Gartenbaulicher Bereich:   2. Produktion von Zierpflanzen, Ziergehölzen und Forstgehölzen: a. Gartenbaulicher Bereich: b.  Forstpflanzenzüchtung:   3. Erzeugung von Pflanzen als Rohstoff  und Energiequelle: a.  Meistens landwirtschaftlicher Bereich:   4. Reduzierung  der  Umweltbelastung  in Gartenbau    und Landwirtschaft:      

Definiere den Begriff Evolution!

Abstammungsgeschichtliche Entwicklung der Organismen.

Wer sind die Begründer der beiden Evolutionstheorien?

Jean-Baptiste Lamarck 

Charles Robert Darwin

Nenne die Evolutionsfaktoren der heute gültigen Evolutionstheorien!

1. Mutation: Nur  die  verschiedenen  Mutationsarten schaffen  primär  neue  genetische Variabilität, mit der die übrigen Evolutionsfaktoren „arbeiten“.

2. Kombination: Umkombination/  Neukombination der  vorhandenen  genetischen  Variabilität innerhalb  einer  Population  durch  Fremdbestäubung;  dadurch  Erzeugung  von weiterer genetischer Variabilität.

3. Selektion: Mutanten oder  genetische  Neukombinanten mit  einem  verbesserten Anpassungs-  bzw.  Selektionswert in  einer  bestimmten  Umwelt  pflanzen  sich sicherer und stärker fort als die bis dahin vorherrschenden Formen und verdrängen diese  langsam.  Es  kommt  innerhalb  der  Populationen  zu  einer Genotypenverschiebung.

4. Isolation: Die  Isolation begrenzt  die  uneingeschränkte Kreuzbestäubung oder  Panmixie zwischen  den  Individuen  einer  Population,  in  dem sie  „Populationssplitter “ entstehen lässt, die eine eigenständige Fortpflanzungsgemeinschaft bilden.

5. Elimination: (  =  Gendrift  /  Gründereffekt)  Durch  zufällige  Gen-  bzw.  Allelverluste,  die gewöhnlich  als  Elimination  bezeichnet  werden,  können  insbesondere  dann entscheidende  Veränderungen  in  der  Zusammensetzung  einer  Population entstehen, wenn sich diese hinsichtlich ihrer Individuenzahl in einem Minimum befindet.

6. Annidation: Darunter wird die spezifische Ausnutzbarkeit von sogenannten Nischenvorteilen durch bestimmte Genotypen verstanden.

Erläutern sie den Begriff "Pollensterilität"!

Durch Mutation treten bei allen Pflanzenarten gelegentlich Pflanzen auf, die keinen funktionsfähigen Pollen produzieren. Der Pollen ist in diesen Fällen „degeneriert“, nicht mehr befruchtungsfähig, nicht lebensfähig (im Gegensatz zum lebensfähigen Pollen von selbststerilen Pflanzen). Es existiert  auch die Möglichkeit,  dass in den Antheren überhaupt  KEINE Pollen ausgebildet  werden,  z.B.  beim Vorkommen  von  defekten  Tapetumzellen  (die Tapetumzellen dienen der Ernährung und damit Entwicklung der Pollenkörner).

  Eine  Pollensterilität  kann  verschiedene  Ursachen  haben.  In  der Pflanzenzüchtung  werden  momentan  3  verschiedene  Möglichkeiten diskutiert: 1.  Genetisch bedingte Pollensterilität  2.  Plasmatisch bedingte Pollensterilität  3.    Plasmatisch-genetisch  bedingt  Pollensterilität 

Erläutern sie den Begriff "Selbststerilität"!

Obwohl  im Pflanzenreich,  insbesondere  bei  den  Bedecktsamern,  der zwittrige Geschlechtstyp ganz und gar vorherrscht, ist bei höheren Pflanzen die vorwiegende  oder  nahezu  ausschließliche  Selbstbestäubung  und -befruchtung  doch relativ  selten.  Allerdings  gehören  zu  diesem Befruchtungstyp eine Reihe sehr  wichtiger Kulturpflanzen.

 

Die meisten Zwitterblütigen sind mit sich selbst unverträglich. Bei ihnen können  die Pollen nicht oder nur mit mäßigem Erfolg Samenanlagen der gleichen  Pflanze  befruchten.  Die  genetischen  und  physiologischen Ursachen für  dieses Phänomen werden ausführlich im Modul  des 5. Semesters dargestellt.  

Erläutern sie die Mechanismen bei Pollensterilität!

1.  Genetisch bedingte Pollensterilität ---Kerngene (ms ms) verantwortlich.  

2.  Plasmatisch bedingte Pollensterilität  --- sterilitätsbedingendes Plasma (S), DNS der Mitochondrien verantwortlich.  

3.    Plasmatisch-genetisch  bedingt  Pollensterilität  (Cytoplasmatischkerngenetische Pollensterilität) --- „steriles“Plasma + Restorergene (RR) im Zellkern.      

=> Für die Hybridzüchtung am wichtigsten

Welche Bedeutung hat die Pollensterilität im Züchtungsbereich?

Für die Hybridzüchtung am wichtigsten ist ein genetisches System, das auf einem Zusammenspiel  von Genen des Cytoplasmas und des Zellkerns beruht,  die  cytoplasmatisch-kerngenetische  Pollensterilität  (  engl. cytoplasmatic male sterility, CMS).   CMS  ist  der  wichtigste  Hybridmechanismus:  auf  diese  Weise  wird Hybridsaatgut  bei  Roggen,  Zuckerrübe,  Sonnenblume,  Sorghumhirse, Perlhirse, Zwiebel und anderen Gemüsearten erzeugt.

 

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